Symbolbild: "Gedeckter Tisch": Weingläser und Besteck auf einem Tisch.

Wenn Gott einem den Tisch deckt – Wir lernen mit Petrus zusammen etwas Neues

Eine Reimpredigt zur Geschichte mit Petrus, dem vom Herr der Tisch gedeckt wurde und die Übertragung auf Aufgaben für uns, die uns der Herr schenken will.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Wenn Gott einem den Tisch deckt – Wir lernen mit Petrus zusammen etwas Neues
Reihe
Reimpredigt
Datum
10.08.2014
Länge
30:01
Bibelstelle
Apostelgeschichte 10, 1ff
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

1 In Cäsarea lebte damals ein römischer Hauptmann, der Kornelius hieß und das Italienische Regiment führte. 2 Er war ein Mann, der Gott ehrte und sich mit allen, die in seinem Haus lebten, zu ihm bekannte. Er tat viel für die Armen und betete regelmäßig zu Gott. 3 Dieser Mann hatte gegen drei Uhr nachmittags eine Vision. Er sah deutlich, wie ein Engel Gottes bei ihm eintrat. „Kornelius!“, rief der Engel. 4 Erschrocken sah Kornelius auf und fragte: „Was willst du, Herr?“ Da antwortete ihm der Engel: „Gott hat deine Gebete gehört und kennt deine guten Taten. 5-6 Deshalb schick ein paar Leute nach Joppe. Sie sollen sich dort nach einem Simon Petrus erkundigen, der am Meer im Haus des Gerbers Simon wohnt. Dieser Simon Petrus soll zu dir kommen!“ 7 Gleich nachdem der Engel gegangen war, rief Kornelius zwei seiner Diener zu sich, außerdem einen Soldaten, der wie Kornelius dem jüdischen Glauben nahe stand und zu seinem persönlichen Schutz eingesetzt war. 8 Ihnen berichtete er alles und sandte sie nach Joppe.

9 Als sich die Boten am folgenden Tag schon der Stadt Joppe näherten, stieg Petrus auf das flache Dach des Hauses, um dort ungestört zu beten. Es war gerade um die Mittagszeit, 10 und Petrus hatte Hunger. Während man sein Essen zubereitete, hatte er eine Vision: 11 Petrus sah etwas vom Himmel herabkommen. Es sah aus wie ein großes Leinentuch, das – an seinen vier Ecken zusammengehalten – auf die Erde heruntergelassen wurde. 12 In dem Tuch waren alle möglichen Arten von vierfüßigen Tieren und Kriechtieren, aber auch von Vögeln. Alle diese Tiere sind für Juden „unrein“ und dürfen deshalb nicht gegessen werden. 13 Dann hörte Petrus eine Stimme, die ihn aufforderte: „Petrus, steh auf, schlachte diese Tiere und iss davon!“ 14 „Niemals, Herr!“, entgegnete Petrus. „Noch nie in meinem Leben habe ich etwas Unreines oder Verbotenes gegessen.“ 15 Da rief die Stimme zum zweiten Mal: „Wenn Gott etwas für rein erklärt, dann nenne du es nicht unrein.“ 16 Das geschah dreimal. Dann wurde das Tuch wieder in den Himmel gehoben. 17 Petrus verstand nicht, was diese Erscheinung bedeuten sollte. Aber während er noch überlegte, klopften die Boten des Kornelius an die Haustür. 18 „Wohnt hier ein Mann, der Simon Petrus heißt?“, erkundigten sie sich. 19 Petrus dachte noch immer über die Vision nach, als der Heilige Geist zu ihm sprach: „Es sind drei Männer zu dir gekommen. 20 Geh hinunter und reise mit ihnen. Du brauchst keine Bedenken zu haben, denn ich habe sie gesandt.“ 21 Petrus ging hinunter. „Ich bin der, den ihr sucht“, sagte er. „Warum seid ihr hierher gekommen?“ 22 Sie erwiderten: „Der Hauptmann Kornelius schickt uns. Er ist ein guter Mann, der Gott ehrt und von allen Juden hoch geachtet wird. Durch einen heiligen Engel erhielt er von Gott den Auftrag, dich in sein Haus einzuladen und darauf zu hören, was du ihm zu sagen hast.“ 23 Petrus ließ die Männer in das Haus eintreten, und sie übernachteten dort. Bereits am nächsten Tag aber ging er mit ihnen nach Cäsarea, wobei ihn einige aus der Gemeinde von Joppe begleiteten. 24 Als sie am folgenden Tag dort ankamen, wurden sie schon von Kornelius erwartet. Alle seine Verwandten und Freunde waren bei ihm. 25 Noch bevor Petrus das Haus betreten hatte, kam ihm Kornelius entgegen und fiel ehrerbietig vor ihm auf die Knie. 26 Doch Petrus wehrte ab: „Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch!“, und half ihm wieder auf. 27 Während sie noch miteinander redeten, betraten sie das Haus. Petrus sah die vielen Menschen, die auf ihn warteten. 28 „Ihr wisst ebenso wie ich“, begann er, „dass es einem Juden streng verboten ist, in das Haus eines Nichtjuden zu gehen oder sich auch nur mit ihm zu treffen. Aber Gott hat mir gezeigt: Ich darf keinen Menschen für unrein halten und ihm darum die Gemeinschaft verweigern. 29 Deshalb bin ich auch gleich zu euch gekommen, als ihr mich gerufen habt. Aber was wollt ihr nun von mir?“ 30 Kornelius antwortete: „Vor vier Tagen betete ich nachmittags in meinem Haus. Es war drei Uhr, ungefähr dieselbe Zeit wie heute. Da stand plötzlich ein Mann in einem leuchtenden Gewand vor mir 31 und sagte: ‚Kornelius, Gott hat deine Gebete gehört. Er weiß, wie oft du den Armen geholfen hast. 32 Deshalb beauftragt er dich, Leute nach Joppe zu schicken, die Simon Petrus zu dir bringen sollen. Er wohnt am Meer im Haus des Gerbers Simon.‘ 33 Ich habe meine Boten sofort zu dir geschickt, und ich freue mich, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier in Gottes Gegenwart versammelt und wollen hören, was du uns im Auftrag des Herrn zu sagen hast.“

34 Da begann Petrus zu sprechen: „Jetzt erst habe ich richtig verstanden, dass Gott niemanden wegen seiner Herkunft bevorzugt oder benachteiligt. 35 Alle Menschen sind ihm willkommen, ganz gleich, aus welchem Volk sie stammen, wenn sie nur Ehrfurcht vor ihm haben und so leben, wie es ihm gefällt. 36 Ihr kennt die Friedensbotschaft Gottes, die er dem Volk Israel durch Jesus Christus mitgeteilt hat, und er ist ja der Herr über alle. 37 Ihr wisst auch, was in Judäa geschehen ist, nachdem Johannes der Täufer die Menschen in Galiläa dazu aufgerufen hatte, zu Gott umzukehren und sich taufen zu lassen. 38 Jesus aus Nazareth ist von Ort zu Ort gezogen. Er hat überall Gutes getan und alle befreit, die der Teufel gefangen hielt, denn Gott selbst hatte ihm seine Macht und den Heiligen Geist gegeben. Gott stand ihm bei. 39 Wir Apostel sind Augenzeugen für alles, was er in Israel und in Jerusalem unter den Juden getan hat. Diesen Jesus haben sie an das Kreuz genagelt und getötet. 40 Aber schon drei Tage später hat Gott ihn wieder zum Leben erweckt. Danach ist er als Auferstandener erschienen, 41 zwar nicht dem ganzen Volk, aber uns, seinen Jüngern, die Gott als Zeugen bestimmt hatte. Ja, wir haben nach seiner Auferstehung sogar mit ihm gegessen und getrunken. 42 Jesus gab uns den Auftrag, allen Menschen zu sagen und zu bezeugen, dass Gott ihn als Richter über die Lebenden und die Toten eingesetzt hat. 43 Schon die Propheten haben in ihren Schriften vorausgesagt, dass durch Jesus allen Menschen die Sünden vergeben werden, wenn sie an ihn glauben.“

44 Petrus hatte seine Rede noch nicht beendet, da wurden alle, die zuhörten, mit dem Heiligen Geist erfüllt. 45 Die Juden aus der Gemeinde in Joppe, die mit Petrus gekommen waren, konnten es kaum fassen, dass Gott auch Nichtjuden den Heiligen Geist schenkte. 46 Denn sie hörten, wie die Menschen in fremden Sprachen redeten und Gott lobten. Petrus aber sagte: 47 „Wer könnte ihnen jetzt noch die Taufe verweigern, wo sie genau wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?“ 48 Und er ließ alle auf den Namen Jesu Christi taufen. Danach baten sie Petrus, er möge noch einige Tage bei ihnen bleiben.

Predigt

Vielleicht am Meer habt viel gemeinsam Ihr Urlaub gemacht,
Wurdet plangemäß nach Italien oder durch die Ägäis gebracht;
Mancher von Euch ist dabei unruhig und gar seekrank geworden.
Deswegen soll das Ganze heute morgen nicht überborden.

Drum – wir meiden das Wasser und sein trübes Gelichte,
horchen dennoch auf des Lukas Apostelgeschichte;
und wir wandern mit Blick auf das Kapitel 10
nun nach Joppe, wo erstaunt wir nach Petrus mal sehn.

Dieser Apostel hat nämlich sich dort niedergelassen
Gleich bei Simon, dem Gerber, bei den Tuchmachergassen.
Dort in Joppe hat er Freude und Erstaunen verbreitet,
und mit Gottes Hilfe eine Totenerweckung geleitet.

Und es sind dort jetzt ausreichend Zeugen vorhanden,
die es sahen: Tabitha, die Tote, ist frisch aufgestanden.
Petrus hatte gebetet, und dann, nach gar nicht so endloser Zeit,
stand sie ganz munter da, und das hatte nun alle gefreut.

Viele fassten Vertrauen zu dem,
der dies Wunder geschenkt,
und so mancher hat dankbar und mutig
sein Herz an den Christus gehängt.

Petrus zog zu dem Gerber, und hier seh´n wir ihn nun
Auf dem Dach seines Hauses. Petrus hat dort zu tun.
Doch gefrühstückt wurde früh, und sein Körper ist fit:
Um die Mittagszeit wächst auch bei ihm Appetit.

Also ruft er der Magd, die dort sitzt selbstvergessen:
„Liebe Schwester, sei nett, mach mir etwas zu essen.“
Unten müht sich jetzt klappernd eine fleißige Frau.
Oben sitzt ein Apostel – und der fällt langsam flau.

Überlassen wir den Petrus seinem hungrigen Wanken.
Denn Gott hat weit weg seine eignen Gedanken.
In Joppe sieht einen Petrus er ans Essen nur denken –
In Cäserea aber will eine Erweckung er schenken.

Dort redet er zeitgleich mit einem knackigen Heiden,
und Gott weiß: Juden können Römer am wenigsten leiden.
Doch dennoch: Kornelius soll nicht nur Soldaten verwalten
Er soll für Gott einen „Seekers service“ gestalten.

Plötzlich wird dem Kornelius ganz deutlich gesagt:
„Hauptmann, jetzt ist Eile und Klugheit gefragt.“
Und während Petrus in Joppe sich ganz in Hunger verstrickt,
werden zwei Boten von Cäserea gleich zum Apostel geschickt.

Doch halt – vorher ist da noch manches zu lenken.
Petrus ist verhaftet in veraltertem Denken.
Gott hat sich gelöst von dem eitlen Verlangen,
dass nur Juden allein sollen Heil wohl empfangen.

Seine Liebe hat längst schon die Weichen gestellt:
Gott will Rettung für alle, für sein Volk und die Welt.
Deshalb wird das für uns in die Bibel geschrieben.
Deshalb wird Petrus hier zum „New Thinking“ getrieben.

Doch bevor wir uns anschau´n, wie Gott so was gelingt,
fragen wir: wo sind wir hinterher wohl gehinkt?
Wo haben überall wir zu lang aus nur geharrt,
sind, statt zu leben, in unserm Denken erstarrt?

Früher klang tapfer dieses Urteil – und cool:
„Mit einem Pfingstler setz ich mich nicht auf denselben Stuhl.“
Heute beten wir gemeinsam, bis die Erde erbebt –
und sind dankbar, dass statt Feindschaft uns Liebe belebt.

Früher war es für viele ein Greuel und ein Toben,
wenn einzelne beim Lobpreis die Arme hochhoben.
Heute ist das erprobt, und wir können auch sehn,
wie manche beim Singen in den Gängen hier steh´n.

Hier hat sich in Vielem eine Änd´rung vollzogen –
Nicht in allem, denn dann wär´n wir aneinander betrogen.
Denn wie immer, wenn in manchem zusammen man geht,
braucht´s in den Unterschieden Identität.

Und schier ein Wunder ist Gott schon vorzeiten gelungen:
Wir haben um Klarheit und Wort Gottes gerungen,
um für unseren Bund auch in Zukunft zu wissen,
wie wir mit ´nem ganz heiklen Thema umgehen müssen.

Denn nun könnte passieren, dass wir ganz ohne Streiten
Eine Frau in den Pastorendienst wohl geleiten.
Alles das geht nur dann ohne Ärgern und Stöhnen,
wenn Jesus Christus uns schenkt, was wir selber nicht können.

So wie Gott damals in Joppe mit Petrus sich mühte,
um ihn hinzuführen zu göttlicher Güte.
Also schauen wir wieder, wie Jesus das schenkt,
dass der Apostel zurecht kommt, als Christus ihn lenkt.

Petrus also hat Hunger, denn er muss lange warten,
bis die Küchenmamsell hat seine Hax´n gebraten.
Und ein Wunder ist´s nicht, denn – auf das Herz meine Hand:
Was soll bayerische Feinkost im Heiligen Land?!

Doch genau darum geht es, als Gott ihm jetzt steckt:
„Petrus, von mir wird der Tisch Dir gedeckt.“
Und schon schwebt es herab in des Apostel Schoß:
Ähnlich dem „Tischlein deck Dich“ in dem `Kini Ludwig´ sein Schloß.

Petrus wird es ganz mulmig auf des Daches Terasse.
Vor sich sieht er nicht koscheres Essen- und davon die Masse.
Geflügeltes, Schmankerl und Delikatessen –
Doch Petrus ist Jude, und er darf das nicht essen.

Eine Stimme vom Himmel, die sagt ihm nun dies:
„Steh auf, lieber Petrus, nun schlachte und iß!“
Während noch auf der Terrasse der Apostel sich windet,
Cäsereas Kohorte ihren Weg hierher findet.

Und als Petrus gedankenvoll sinnt in der Hocke,
Geht unten im Erdgeschoß vernehmlich die Glocke.
„Grüß Gott, ist hier jemand, der öffnen uns kann?
Wir suchen den Petrus – denn so heißt unser Mann.

Unser Hauptmann, Kornelius, hat uns zu Euch gesandt.
Unser Chef ist zwar Römer, doch er liebt Euer Land.
Eurem Gott bringt er Opfer und schätzt hoch ihn wohl ein.
Und der sagte: Simon Petrus soll hier Gast gerade sein.“

Während die Söldner nun Petrus ganz Wichtiges sagen,
und erstaunt dieser zuhört auf nüchternen Magen,
entsteht uns ein Bild vor den Augen sodann,
von einem herrlichen Gott – und von dem, was er kann.

Selbst dem Petrus wird ganz anders, als er endlich erkannt:
Er ist Werkzeug des Christus in göttlicher Hand.
Während er auf dem Dach etwas Farbe gewonnen,
hat Gott seine Rettungsaktion längst begonnen.

Petrus rätselt: „Geh ich raus oder bleibe ich drinnen?“
und er tüftelt am Faktor für Sonnenschutzcreme,
Gott aber will Heiden für den Himmel gewinnen.
Ihm sind, wie gesagt, sogar Römer genehm.

Den Kornelius hat ins Gebet er genommen.
Und dem Hauptmann ist so ein Gedanke gekommen:
Wär´ mein Gast ein Apostel, einer von Gottes Gnaden,
könnt´ die „Creme de la creme“ ich ins Haus mir einladen.

Ein Zeuge des Christus aus irdischen Tagen
weiß auf schwierigste Fragen Gescheites zu sagen.
Wo mir nichts mehr einfällt als Stottern und Stammeln,
wird er vor dem Zweifel die Türen verrammeln.

Und so hat er nach göttlicher Weisung sodann
Drei Gesandte bestimmt – ein entschiedener Mann.
„Geht nach Joppe zu Petrus, und werdet nicht matt,
bis den Jünger ihr abschleppt, besser nüchtern als satt.“

Darin ist er uns Beispiel, dieser Hauptmann, der Römer,
Denn wir sind in der Tat eine Menge bequemer.
Mit dem Mund haben wir lang schon die Erde bekehrt,
Die Gefolgschaft jedoch Gott bescheiden verwehrt.

Unser Informationsstand ist schon lange gestrichen;
Traktate und Bibeln längst in Koffern verblichen.
Wir geraten im Streitgespräch sofort ins Schwitzen,
Während Zweifler sich auf ihrem Unsinn abstützen.

Uns fällt nichts mehr ein, wenn an Nachbarn wir denken.
Biergarten vielleicht, den Rest kann man sich schenken.
Um zu helfen, die Belegschaft im Himmel zu mehren,
müsste bei uns jemand sich erst mal zu Christus bekehren.

Und nun schaut ihn Euch an, diesen Hauptmann mit Mut,
was der in der Zwischenzeit noch so alles tut.
Noch ist Petrus weit weg, seine Ankunft noch offen,
da hat der Hauptmann eine zweite Entscheidung getroffen:

Eine Einladung druckt er, recht geschmackvoll und fein,
damit lädt er gleich heute die Nachbarschaft ein.
Auch den Konsul, den Bürgermeister samt ihren Frauen –
klar, die werden schon kommen, denn es gibt was zum Schauen.

(den Lateinern im Raum hier ganz schnell eine Tipsae:
„Spectatur veniunt, veniunt spectentur et ipsae“)

Tollen Nachtisch wird´s geben, und gebratenen Stier,
und als besonderen Trunk – ha, germanisches Bier.
Eine Einladung aus Liebe bricht man nicht über Knie
Nein, da braucht´s viel Gefühl wohl und viel Phantasie.

Doch, Kornelius, stopp mal, he, Hauptmann, hör an,
wie kann´s kommen, dass ein Mensch so verwegen sein kann?
Was wäre, wenn man Petrus nicht auffinden würde,
oder wenn ihm zu schwer fällt´ diese mächtige Bürde?

Der Mann hat schon mehrfach große Lippe riskiert,
und am Schluß ist er feig um die Ecke geschmiert,
hat ein paar Mal ganz mutig mit Worten gewunken,
und ist dann doch jämmerlich niedergesunken!

Auf dem See ist er nur ein paar Schritte gegangen,
und dann war´s aus mit ihm, Jesus musste ihn fangen.
Und noch schlimmer die Nacht dort am Feuer der Wachen.
Den Verräter konnte Petrus da gerade noch machen.

Diesen Mann lädst Du ein zu den Honoratioren?
Hauptmann, dieser Abend fliegt Dir doch um die Ohren!

Und am Schluß stehst Du da, wie ein Pudel begossen,
nur die Heiden, die haben das alles genossen.
Denn die feixen und sehen: sie haben gewonnen,
für den Glauben ist alles im Sande zerronnen.

Stopp, so ruft unser mutiger Hauptmann dazwischen,
was versucht ihr für Unsinn mir da aufzutischen?
Das sind Ängste und Sorgen, Herrjemine,
So hört doch: das war gar nicht meine Idee.

Weil sein Engel den Auftrag gab, Petrus zu holen,
drum holt Gott selbst mir aus dem Feuer die Kohlen.
Dieser Gott ist allmächtig, und was er auch tut,
ist gesund und durchdacht, darum wird es auch gut.

Deshalb brauche ich jetzt nicht auf Nachricht zu warten,
meine Vorbereitungen kann sogleich ich nun starten.
Ich freu mich schon richtig darauf, bald zu sehen,
wie all meinen Gästen die Herzen aufgehen.

Ich weiß ja, wie herrlich es ist zu erleben,
dass Gott kann im Nu alle Schulden vergeben.
Und ich weiß es: ganz viele von denen, die kommen,
die haben noch nie diese Botschaft vernommen.

Und dabei brauchen sie alle, genauso wie ich,
dies Evangelium Gottes: Jesus Christ liebt Dich.
Also macht mich nicht ängstlich mit Euren Bedenken,
lasst Euch selber von Gott doch Vertrauen gleich schenken.

Denn bestimmt braucht auch Eure heutige Generation
Gottes Liebe. Also tut was. Jesus hilft Euch dann schon.

Und wie gut, dass den Petrus wir heftig verkannten,
als wir ihn einen Feigling und Versager noch nannten.
Er hat ja schon seine Lektion hier verstanden,
Mit dem Tischtuch samt Speisen konnte Gott bei ihm landen.

Zwei Tage ist´s her, dass die Knechte ihn fanden,
schon sieht man ihn bei Kornelius stranden.
Der freut sich im Kreis der geladenen Gäste.
„Willkommen, Herr Petrus, alles läuft schon aufs Beste.

Und nun laß Dich anbeten, Du gottgleicher Mann!“
„Augenblick!“, ruft jetzt Petrus, und dann fängt er schon an,
zu erklären: „Liebe Leute, bin ein Mensch so wie ihr.
Den lebendigen Jesus, den brauchen wir hier.

Den sollen die Christen im Glauben anbeten.
Der allein hilft uns weiter aus Sünden und Nöten.
Der ist auferstanden vom Tod, nur auf Gottes Befehl.
Weil Gott auch für uns Auferstehung noch will.“

Petrus spricht, Gottes Geist hilft ihm kräftig dabei.
Und nur so werden nun alle Zuhörer frei,
kehren um – und sogleich tun sie Gott kräftig loben –
auch in geistlichen Sprachen – übersetzt wird´s ganz oben.

Liebe Gemeinde, dies zu lesen, macht mich wirklich ganz froh,
wir in Bruck, wir wünschen´s uns doch ebenso:
Dass nämlich all unsre Freunde und unsre Verwandten,
sich bekehrten und zu dem Herrn Jesus bekannten.

Damals ist in Cäserea Gemeinde entstanden –
Weil Gott das so wünschte, und weil Menschen vorhanden,
die von Jesus gebrauchen und führen sich ließen,
damit Neues entsteh´n und dann Glaube konnt´ sprießen.

Schon der Lukas war begeistert, wie wir im Folgenden seh´n –
Denn wir stoßen – interessant – dort auf dies Phänomen:
Seine Geschichte hat der Lukas uns dreimal erzählt,
dabei hat er für sich selber dieses Schema gewählt:

Zunächst hat er nur von dem Ereignis berichtet,
wie Gott bei Petrus im Denken den Widerspruch schlichtet.
Dann bringt er das Ganze nochmals zu Gehör:
Petrus ist für Cornelius der Erzähler – Soufleur.

Und was man schon längst von Cornelius weiß,
das wiederholt der dem Petrus recht akribisch mit Fleiß,
als der sich im Hauskreis jetzt informiert,
wer denn diese Versammlung herbeigeführt.

„Paralellismus membrorum“ heißt´s im Psalmengedichte,
wenn der Autor sich müht um die Einprägsamkeit.
Wir erleben das hier in der Apostelgeschichte
Lukas sagt: „Hört nur, endlich ist es soweit:

Gott schenkt sein Evangelium wirklich Juden und Heiden.
Seine Rettung gilt jetzt völlig und ganz aller Welt.
Seine Vergebung verspricht er aus Liebe jetzt beiden,
Nicht das Volk, nur das Herz und der Glaube noch zählt.“

Und die zweite Einsicht, die hier Lukas verdichtet,
lautet: „Nicht auf uns, nur auf Gott kommt entscheidend es an,
Jesus selber ist es ja, der die Arbeit verrichtet,
wenn ein Mensch endlich umkehrt und an Gott glauben kann.“

Dritterseits aber – und das sollen wir hören:
„Gott legt Wert auf ein gutes Zusammenspiel.
Er legt´s darauf an, je und dann uns zu stören,
weil so gern er durch uns wen erretten will.“

Denn geteilte Freude ist doppelte Freude.
Sicher hätt´ Gott es damals auch so hingekriegt.
Nun aber darf Petrus helfen, und dann freuen sich beide,
als so viele vertrauen und der Glaube dann siegt.

Deshalb, wenn Du Jesus begegnest auf Deiner Terrasse,
Oder Du in der Wohnung, Du auf Deinem Balkon:
Wenn das Tuch einschwebt, dann sag einfach: „Mensch, klasse,
Es gibt Arbeit für mich, Gott , wir schaffen das schon!“

Und dann hör einfach hin; schenke Jesus Dein Ohr.
vielleicht hat er mit Dir etwas Schönes ja vor.
Mit Gottes Hilfe kannst Du hier nicht erlahmen.
Gott segne Dich als Werkzeug. Und ich sag´ darauf: ”Amen”. #Reimpredigt Klick um zu Tweeten

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