Alte Bibel, aufgeschlagen

Heiligung in der Gemeinde

Wie vor einem Monat angekündigt, möchte ich während der nächsten Abendmahlssonntage eine Predigtreihe zum Thema „Heil – Heilung – Heiligung“ weiterführen und in kleinen Schritten mit Euch gemeinsam weitergehen. Drei längere Predigten zu diesem Thema habe ich bisher gehalten. Heute also gehen wir einen kleinen Schritt weiter.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Heiligung in der Gemeinde
Reihe
Heil – Heilung – Heiligung
Datum
07.06.2015
Länge
10:53
Bibelstelle
Hebräer 12,12-15
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

12 Darum macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest
13 und ebnet die Wege für eure Füße, damit die lahmen Glieder nicht ausgerenkt, sondern geheilt werden.
14 Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird.
15 Seht zu, dass niemand die Gnade Gottes verscherzt, dass keine bittere Wurzel wächst und Schaden stiftet und durch sie alle vergiftet werden,

Predigt

Liebe Gemeinde,

Warum ist dieses Thema eigentlich so wichtig ist? Weil es hier heißt, daß der Friede mit jedermann (eine Geistesfrucht) und die Heiligung Kriterien sind, die den Himmel öffnen oder schließen.

Ein guter Anfang im Glauben, liebe Gemeinde, genügt nach diesem Wort nicht. Sich bekehrt haben und dann sich irgendwie durchwursteln durch den jahrelangen Christenalltag – das wird nicht gesegnet.

Gott wird einstmals die geistlichen Wachstumszeichen eines Menschen, der frisch im Glauben lebte und nur kurze Zeit hatte, seine Beziehung zu Christus zu leben, anders beurteilen als die eines langjährigen Christen, der genügend Zeit hatte, sich über die Jahre seines geistlichen Lebens heiligen zu lassen durch Gott – und der das vernachlässigt hat.

Setzt Dich das jetzt schon unter Druck? Das soll es nicht. Denn einige Verse vor Hebr. 12,12 steht in VV 1-2 auch dies:

Laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.Hebr. 12, 1-2

Und schau, viel zu schnell wird eine Predigt oder gar Predigtreihe zur gelebten Heiligung wie ein Angriff auf mein Christsein verstanden; und der Redende erscheint als Abmahner. Hier aber in V. 1+2 wird gleich gesagt:

Natürlich braucht – und hat es auch – Geduld und Zeit für gelebte Heiligung, für Veränderungen und Wachstum im geistlichen Leben. Und natürlich ist wichtig die Blickrichtung, nämlich:
Aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.

Jesus läßt sich das Heft ja nicht aus der Hand nehmen. Und ich muß geistlich positive Veränderungen nicht selber kreieren, wie ein Koch eine neue Soße. Aber aufsehen auf Jesus soll ich.

Die Blickrichtung muß stimmen. Sonst droht wirklich Gefahr für meinen Glauben. Aufsehen auf Jesus – oder ich gerate ins Stocken in meinem geistlichen Leben. Wohin schaue ich? Wohin ist mein Leben ausgerichtet?

In diesem Zusammenhang erscheint mir das folgende Gleichnis in einem ganz neuen Licht:

12 Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren.
13 Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme.
14 Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird.
15 Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte.
20 Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt;
21 denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.
Lukas 19,12-15.20.21

Auch hier ist es ja so: da werden Menschen beschenkt mit geistlichem Entwicklungspotential. Aber die Blickrichtung stimmt nicht. Sie ärgern sich über den Geber und empfinden ihn als Unterdrücker. Ja, sie haben sogar Angst vor ihm. Und deshalb verweigert einer der Beschenkten völlig dieses Potential und vergräbt es. Und als er es dann vorzeigen und zurückgeben soll, rühmt er sich, nichts verloren zu haben. Aber er hat auch nichts zur Entwicklung und Entfaltung dieses geistlichen Potentials beigetragen und wundert sich dann, daß er nicht ins Reich Gottes hineinkommt.

Schauen Sie: das meint Heiligung: ich werde bei meiner Bekehrung mit geistlichem Entwicklungspotential beschenkt: mit ausreichend Heiligem Geist, mit Charismen und mit dem Grundmaterial der Geistesfrüchte.
Gott liefert den Grundstoff selber. Nur – wenn ich seinen Willen als Einmischung in mein Privatchristsein betrachte und jegliche Veränderung verhindere – sprich: gelebte Heiligung vernachlässige – dann wird es nicht genügen, irgendwann vor Gott zu treten und zu sagen: Schau hier, Herr, ich liefere Dir meine Bekehrung hübsch verpackt wieder ab. Ich bin zwar so ziemlich der Alte geblieben. Aber bekehrt habe ich mich damals wirklich so richtig überzeugt.

Verstehst Du: Du hast eine tolle Chance! Aber – du bist verpflichtet, sie nun auch zu nutzen. Heiligung ist nicht in Dein Belieben gestellt. Sie ist Deine geistliche Lebensaufgabe. Der Herr Jesus wünscht sich von ganzem Herzen veränderte Menschen. Ist das jedem hier ganz bewußt?

Deshalb sind wir nun schon einige Zeit dabei, dem Begriff „Heiligung“, der ein zentraler Begriff im Wort Gottes ist, ein paar wesentliche Erkenntnisse abzugewinnen, die auch uns helfen wollen, uns in dieser Hinsicht richtig zu verstehen. Und deshalb dann zum nächsten AbendmahlsSonntag die Predigtfortsetzung mit den weiteren Oberpunkten:

  1. Heiligung in Bezug auf Gott
  2. Heiligung in Bezug auf die Gemeinde

Aber für heute erst mal Ende dieses Teils…

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