Predigt am 25.12.2015 (v.L. Michael Daboul, Gerd Ballon, Hans Hornisch)

Bitte ein Plätzchen – im Stall

Gott hat damals allen Menschen, die den Stall von Bethlehem betraten, Hoffnung versprochen, Rettung und Frieden. Der Gottesdienst findet mehrsprachig statt.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
„Bitte ein Plätzchen – im Stall“ – Kurzansprache zum Weihnachtsgottesdienst Asyl
Reihe
Datum
25.12.2015
Länge
14:46
Bibelstelle

Lesungstext

Keine

Predigt

Liebe Gottesdienstbesucher,

heute feiern wir, wie in jedem Jahr, ein besonderes Geburtstagsfest.

Weihnachten heisst: Der große lebendige Gott, der Schöpfer dieser Welt, wurde ein Mensch wie wir und kam auf diese Erde herunter.

Gott hat sich damals ganz klein und arm gemacht, um zu uns Menschen zu kommen.

Er hat die himmlische Grenze überschritten und ist auf die Erde gekommen. Die Bibel sagt: Gott sandte seinen Sohn Jesus Christus zu uns Menschen.

Seine Eltern hiessen Maria und Joseph. Die junge Maria war hochschwanger, als die beiden wegen einer großen Volkszählung in das kleine Dorf Bethlehem wandern mussten.

Und weil alle Hotels überfüllt waren, wurde Gottes Sohn Jesus Christus in einem ganz einfachen schmutzigen Stall geboren.

Das war sehr unhygienisch und nicht ungefährlich. Aber – dieser Stall damals hatte es in sich!

Der Stall von Bethlehem, in dem Jesus Christus geboten wurde, war angefüllt mit Liebe. Mit der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Gott liebt diesen armen Menschen, der in der Eiseskälte unserer Welt zu erfrieren droht.

Er liebt den, der ein riesiges Defizit an Liebe in sich hat – egal ob er als Flüchtling in diesem Land angekommen ist oder ob er schon immer in Deutschland gelebt hat. Er liebt Sie und mich.

Und er liebt uns so, dass er, der Schöpfer der Welt also, den Königsmantel weglässt und in Windeln in einem Stall liegt.

Die Windeln machen deutlich: Gott ist nicht auf hohe Posten aus. Der Stall von Bethlehem ist eigentlich ein riesengroßer Raum grenzenloser Liebe -einer Liebe zwischen Gott und Mensch.

Deshalb feiern wir die Geburt des Sohnes Gottes, Jesus, im Stall von Bethlehem. Dieser Liebe wegen. Und deshalb – lieben Sie mit.

Warum aber hat Gott, warum hat Jesus Christus das alles, diese Erbärmlichkeit einer Geburt in einem Stall auf sich genommen? Warum der Abstieg aus dem Himmel hin auf die Erde zu uns Menschen?

Die Bibel sagt: Gott hat uns seinen Sohn Jesus als Geschenk gemacht, weil wir auf andere Weise keinen Weg herausgefunden hätten aus unserer eigenen Not.

Schon damals litten Menschen unter ihrem Schicksal. Und Gott kam damals und kommt heute hinein in unser Leben – in unsere Not, in unsere Armut, in unsere Traurigkeit, in unsere Verzweiflung.

Gott liebt mich und Dich so sehr, dass er uns helfen will in unserer Not – damals und heute. Gott wurde arm und hilflos – für mich und Dich.

Er wollte uns Mut machen, er wollte uns Kraft schenken und Hoffnung.

Jesus hat einmal gerufen: Kommt alle her zu mir, die ihr beladen seid mit Not und Elend. Ich will Euch helfen. Ich bin für Euch da.

Liebe Zuhörer,
jeder Mensch braucht Hilfe in dieser Welt. Ich brauche sie, die Deutschen hier in diesem Raum brauchen Gottes Hilfe. Und Du auch, aus welchem Land Du auch stammst.

Ohne Gottes Liebe und Erbarmen wird Leben ganz schnell unerträglich und schwer.

Und dies ist die gute Nachricht, heute an Weihnachten hier in diesem Land – und vielleicht auch in dem Land, aus dem Sie stammen:

Gott hat damals allen Menschen, die den Stall von Bethlehem betraten, Hoffnung versprochen, Rettung und Frieden.

Das möchte er auch heute jedem schenken – mir und Dir, wo auch immer Du zu Hause bist – und allen, die wir liebhaben und an die wir jetzt vielleicht denken.

Manche von uns haben gerade keine geräumige Wohnung. Sie leben mit etlichen anderen Menschen in sehr beengten Verhältnissen.

Vielleicht erscheint Ihnen manches an Ihrem jetzigen Leben so einfach und primitiv wie Maria und Joseph damals der Stall von Bethlehem.

Aber auch heute gilt mir und Dir: Weil Gott als Kind in diese Welt hinein, in diesem Stall von Bethlehem geboren wurde – deshalb ist auch Dein Leben angefüllt mit der Liebe Gottes.

Lass Dich in diesem Jahr zu Weihnachten von ihm in den Arm nehmen und liebhaben und – retten. Ich jedenfalls will das tun.

Deshalb – frohe und gesegnete Weihnachten – Gott hat uns beschenkt. Amen.

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