Gerd Ballon am 06.12.2015 bei der Predigt zum Thema "Macht hoch die Tür!"

Gemeinsam auf Kurs 2016 (2): Eine Begegnung der anderen Art – mit Gott!

Wir sind angekommen im Amosbuch, spätestens jetzt. Und wir haben sie nun, wie unser Thema heute sagt – eine Begegnung der anderen Art – mit Gott. Im Internet habe ich viele Bilder zu diesem Begriff gefunden – es geht dabei immer um etwas Außerirdisches. – Und eine Begegnung mit Gottes wilder Seite ist ja schon auch so: außerirdisch. Unerwartet. Überfallartig. Wenn der Löwe brüllt…

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Gemeinsam auf Kurs 2016 (2): Eine Begegnung der anderen Art – mit Gott!
Reihe
Gemeinsam auf Kurs 2016
Datum
21.02.2016
Länge
27:59
Bibelstelle
Amos 3 – 4

Lesungstext

Amos 3

1 Ihr Israeliten, hört, was ich, der Herr, euch zu sagen habe! Es gilt eurem ganzen Volk, das ich damals aus Ägypten befreit habe. 2 Unter allen Völkern der Erde seid ihr das einzige, das ich als mein Eigentum erwählt habe. Deshalb ziehe ich euch nun dafür zur Rechenschaft, dass ihr euch von mir abgewandt habt.“ 3 Gehen etwa zwei Menschen miteinander denselben Weg, ohne sich vorher verabredet zu haben? 4 Brüllt der Löwe im Wald, wenn er kein Tier reißen will? Knurrt ein junger Löwe in seinem Versteck, ohne dass er etwas erbeutet hat? 5 Wird ein Vogel gefangen, wenn das Netz nicht gespannt wurde? Schnappt eine Falle zu, obwohl kein Tier hineingelaufen ist? 6 Wenn in einer Stadt Alarm geblasen wird, erschrecken dann nicht ihre Einwohner? Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht geschickt hat? 7 Gott, der Herr, tut nichts, ohne es vorher seinen Dienern, den Propheten, anzuvertrauen. 8 Wenn der Löwe brüllt – wer bekommt da keine Angst? Wenn Gott, der Herr, für die Menschen eine Botschaft hat – welcher Prophet wollte sich da weigern, sie weiterzusagen? 9 „Sagt den Mächtigen in den Palästen von Aschdod und Ägypten: Versammelt euch auf den Bergen rings um Samaria und schaut euch an, wie es in dieser Stadt zugeht! Dort herrschen unerträgliche Missstände: Die Schwachen werden unterdrückt, 10 und niemand übt Gerechtigkeit. Die führenden Männer schrecken vor keiner Gewalttat zurück, um fremde Güter an sich zu reißen. Damit füllen sie dann ihre Paläste. 11 Darum sage ich, der Herr, zu den Einwohnern Samarias: Die Feinde werden das Land überfallen und euch von allen Seiten belagern. Sie reißen eure Bollwerke nieder und plündern eure schönen Häuser aus. 12 Ja, ich versichere euch: Auf Rettung könnt ihr nicht hoffen. Oder hat ein Hirte etwa sein Schaf gerettet, wenn er gerade noch zwei Schenkelknochen und einen Zipfel von seinem Ohr aus dem Rachen eines Löwen zieht? Genauso wenig wird von euch Israeliten übrig bleiben, die ihr in Samaria auf euren Polstern sitzt und euch auf Betten mit feinen Damastbezügen räkelt! 13 Ich, der Herr, der allmächtige Gott, sage zu den anderen Völkern: Tretet als Zeugen gegen die Nachkommen Jakobs auf! 14 An dem Tag, an dem ich die Israeliten zur Rechenschaft ziehe, zerstöre ich auch die Altäre im Heiligtum von Bethel. Ihre Hörner werden abgeschlagen und fallen zu Boden. 15 Die herrlichen Sommer- und Winterhäuser verwandle ich in Trümmerhaufen; die elfenbeinverzierten Paläste reiße ich nieder, ja, alle Häuser lasse ich vom Erdboden verschwinden! Mein Wort gilt!“

Amos 4

1 Hört zu, ihr Frauen Samarias, die ihr wohlgenährt seid wie die Kühe auf den saftigen Weiden von Baschan: Ihr unterdrückt die Hilflosen und knechtet die Armen. Ihr verlangt von euren Männern: „Besorgt uns etwas zu trinken!“ 2 Der Herr schwört euch bei seinem heiligen Namen: „Es kommt der Tag, da wird man euch alle aus den Häusern herausholen, so wie man Fische mit Angelhaken aus dem Wasser zieht! 3 Eine nach der anderen jagt man durch die Breschen in der Stadtmauer fort und treibt euch in Richtung des Berges Hermon. Darauf könnt ihr euch verlassen!“ 4 So spricht der Herr: „Ihr Israeliten, geht ruhig weiterhin zum Heiligtum nach Bethel, und sündigt gegen mich! Lauft nur nach Gilgal, und ladet noch mehr Schuld auf euch! Bringt doch jeden Morgen eure Opfer dar! Liefert alle drei Tage den zehnten Teil eurer Erträge ab! 5 Mischt Sauerteig in eure Dankopfer, und lasst den Rauch zu mir aufsteigen! Erzählt es überall, wenn ihr mir freiwillige Gaben darbringt! So habt ihr es doch gern! 6 Ich, der Herr, ließ bei euch eine Hungersnot ausbrechen, in euren Städten und Dörfern gab es nichts mehr zu essen. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 7 Drei Monate vor der Ernte schickte ich euch keinen Regen mehr. Auf die eine Stadt ließ ich es regnen, auf die andere fiel kein einziger Tropfen. Ein Feld bekam genug Feuchtigkeit, das andere blieb trocken, und alles verdorrte. 8 Wenn es in einer Stadt noch etwas zu trinken gab, schleppten sich die Einwohner mehrerer Städte dorthin, dem Verdursten nahe; aber es reichte nicht für alle. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 9 Ich, der Herr, habe euer Getreide durch Dürre und Pilzbefall vernichtet; ich ließ eure Gärten und Weinberge vertrocknen, und die Heuschrecken fraßen eure Feigen- und Olivenbäume kahl. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 10 Ich schickte euch die Pest, wie sie in Ägypten gewütet hat. In den Kriegen trieb ich eure jungen Männer in den Tod, und eure Pferde gab ich dem Feind zur Beute. In euren Feldlagern stank es nach verwesenden Leichen. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 11 Ich, der Herr, ließ Unheil über euch hereinbrechen wie über Sodom und Gomorra. Nur wenige kamen davon, so wie ein Holzscheit, das gerade noch aus dem Feuer gerissen wird. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 12 Darum müsst ihr Israeliten jetzt die Folgen tragen – ihr habt keine Wahl. Macht euch bereit, eurem Gott zu begegnen!“ 13 Ja, Gott ist der Herr, der die Berge formte und den Wind schuf, er lässt die Menschen wissen, was er tun will. Morgengrauen und tiefste Nacht sind sein Werk, er schreitet über die höchsten Gipfel der Berge. „Herr, allmächtiger Gott“ wird er genannt!

Predigt

Liebe Gemeinde,

was würden die Frauen in diesem Gottesdienst sagen, wenn ich mich nun an sie wenden würde mit dieser Rede:
Hört dieses Wort, ihr Baschankühe, Ihr fettes Edelmastvieh auf dem Berg von Samaria!
Ihr, die ihr die Schwachen unterdrückt und die Armen zermalmt und zu euren Männern sagt: Schafft Wein herbei, wir wollen trinken.
2 Bei seiner Heiligkeit hat Gott, der Herr, geschworen: Seht, Tage kommen über euch, da holt man euch mit Fleischerhaken weg, und was dann noch von euch übrig ist, mit Angelhaken.
3 Ihr müsst durch die Breschen der Mauern hinaus, eine hinter der andern; man jagt euch dem Hermongebirge zu – so lautet der Spruch des Herrn.

Da wäre ganz schnell Schluss mit Lustig, oder? Da wäre der Aufschrei groß – so wie damals, als Amos diese Worte den Frauen in Samaria entgegenschleudert.

Ich lese einmal einige wenige Worte aus dem Buch „Wenn der Löwe brüllt!“ dazu (S. 155/156)

Keine leichte Aufgabe für einen Propheten. Amos wagt sich hier sehr weit vor. Aber – er kann nicht anders.

Er sagt das ja in einer eindrücklichen Bildersprache damals:

3 Gehen zwei den gleichen Weg, ohne dass sie sich verabredet haben?
4 Brüllt der Löwe im Wald, und er hat keine Beute? Gibt der junge Löwe Laut in seinem Versteck, ohne dass er einen Fang getan hat?
5 Fällt ein Vogel zur Erde, wenn niemand nach ihm geworfen hat? Springt die Klappfalle vom Boden auf, wenn sie nichts gefangen hat?
6 Bläst in der Stadt jemand ins Horn, ohne dass das Volk erschrickt? Geschieht ein Unglück in einer Stadt, ohne dass der Herr es bewirkt hat?
7 Nichts tut Gott, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat.
8 Der Löwe brüllt – wer fürchtet sich nicht? Gott, der Herr, spricht – wer wird da nicht zum Propheten?

Amos begründet seinen Prophetendienst damit, dass er ja gar nicht anders kann. Gegen Gottes wilde Seite kommt niemand an.

Und da ist sie, diese wilde Seite. Das Bild vom Löwen – hier taucht es im Buch Amos zum zweiten Mal und mächtig auf. Ein kräftigeres Bild konnte Amos damals nicht wählen! Gott als der brüllende Löwe. Und deshalb sagt er ja, wie im Arbeitsheft beschrieben: „Ich, Amos, kann gar nicht anders, als Gottes Prophet sein. Wenn Gott spricht – und das tut er gerade – dann sage ich als Prophet sein Wort. Deshalb: Glaubt mir doch. Sonst – wird der Löwe über Euch kommen, und dann geht es Euch sehr schlecht!“

Liebe Gemeinde,

wir sind angekommen im Amosbuch, spätestens jetzt. Und wir haben sie nun, wie unser Thema heute sagt – eine Begegnung der anderen Art – mit Gott. Im Internet habe ich viele Bilder zu diesem Begriff gefunden – es geht dabei immer um etwas Außerirdisches. – Und eine Begegnung mit Gottes wilder Seite ist ja schon auch so: außerirdisch. Unerwartet. Überfallartig. Wenn der Löwe brüllt…

Und Amos macht ja so weiter in den zwei Kapiteln in Amos, in 3 und 4. Und nachdem er sich die Frauen vorgenommen hat, wird sein Ton sehr zynisch und ironisch, als er sagt:

4 „Kommt nach Beth-El und sündigt, kommt nach Gilgal und sündigt noch mehr! Bringt jeden Morgen eure Schlachtopfer herbei, bringt am dritten Tag euren Zehnten!
5 Verbrennt als Dankopfer gesäuertes Brot! Ruft zu freiwilligen Opfern auf, verkündet es laut, damit man es hört! Denn so gefällt es euch, ihr Söhne Israels!“

Das ist beißender Hohn. Amos sagt: Toll, wie Ihr Eure Gottesdienste feiert. Super, wie Ihr Euren Zehnten opfert. Alles korrekt. Und Gott sagt: das langweilt mich; das ödet mich an. Denn Euer Herz ist dunkel; und Eure Mitmenschlichkeit ist tot. Und Eure Liebe zu mir ist gestorben. Alles nur noch Äußerlichkeit. Kein Leben. Alles tot. Zerfressen vom Egoismus.

Und dann zählt Amos im Namen Gottes ja auf, was alles den Israeliten zugestoßen ist: Hungersnot, Dürre, Erntevernichtung, Pest, Krieg, Vernichtung – und alles das hat keine Umkehr gebracht. – Das muss man sich mal vorstellen. So viel Unheil aus Gottes Hand – und ein Volk bewegt sich weiter in die falsche Richtung. Keine Umkehr, kein Neuanfang; keine Verantwortung für die Menschen. Alle rennen auf den Abgrund zu. Furchtbar, oder?

Nur – liebe Gemeinde: wir lesen Gottes Wort im Alten Testament ja nicht nur, um uns aufzuregen über die Erstarrung der menschlichen Gesellschaften damals. Wir haben die Aufgabe zu fragen: was will Gott uns heute sagen? Wir sind ja die Menschen, die eine Begegnung der anderen Art brauchen – mit Gott!

Und in der letzten Woche haben wir vielleicht in den Hauskreisen erlebt, wie aktuell das Amosbuch in unsere Zeit, in unsere Gesellschaften hinein redet, auch in Deutschland hineinredet. Wir sollen uns nicht distanzieren von der Botschaft dieses Buches. Wir sollen herausgefordert werden. Wir brauchen das, so wie Israel damals. Denn – was ist denn unsere Zukunft – ohne eine Umkehr zu Gott, zu seinen Werten, zu Mitmenschlichkeit, zu Demut und Barmherzigkeit, zu Mitverantwortung für die Welt, in der wir leben? Wir können den Abgrund vor uns sehen. Nur ein paar Beispiele…

Dieses Ökosystem Erde ist ein sehr komplexes Gebilde – ein paar Grad Erderwärmung – und alles gerät durcheinander. Alles ist betroffen. Das Wetter, die Natur, die Lebensräume der Menschen. Wir haben nur noch ganz wenig Zeit – und wir scheinen sie nicht nutzen zu wollen. – Wir erschrecken gerade angesichts der Menschenmassen aus daniederliegenden Wirtschafträumen in Afrika und im Nahen Osten – und wir dürfen schon eine Ahnung bekommen davon, was passiert, wenn Menschen vor den Folgen der Ökokatastrophen fliehen. Das werden dann nicht nur ein paar hunderttausend sein. Und doch heisst es wie damals: Dennoch bekehrt Ihr Euch nicht zu mir, spricht der Herr.

Vor kurzem stand in allen Zeitungen, dass ganz wenige Menschen, ca. 358 Milliardäre der Welt, das jährliche Gesamteinkommen der Länder, in denen die 45 ärmsten Prozent der Weltbevölkerung leben, besitzen. Die reichsten 20% der Weltbevölkerung verursachen 86% des weltweiten Konsums, besitzen 87% aller Autos und verbrauchen 3x so viel Energie. 1,2 Milliarden Menschen müssen mit weniger als 1 U.S.-Dollar pro Tag leben. Die 48 ärmsten Staaten der Erde haben am Welthandel einen Anteil von weniger als 2%. – Das sind nur nüchterne langweilige Zahlen, liebe Gemeinde, aber: das wirkt. Das wirkt ganz aktuell.
Das ist es, was Amos damals angeprangert hat in Israel: die zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, die Herzlosigkeit der Reichen den Armen gegenüber. In unserer Zeit hat sich das nur exorbitant potenziert. Und doch heisst es wie damals: Dennoch bekehrt Ihr Euch nicht zu mir, spricht der Herr.

Und, liebe Gemeinde, was erleben wir denn gerade in der Flüchtlingskrise in Europa mit? Anstatt dass man als EU gemeinsam nach konstruktiven Ideen sucht, gemeinsame Lösungen abklopft und in aller Ruhe diese Flüchtlingsströme kanalisiert und langsam verringert und in Ruhe unberechtigt nach Europa einreisende Menschen auch wieder zurückschickt – stattdessen dematerialisiert Europa sich gerade selber. Da geht es um pure Egoismen auf Kosten von ganz konkreten Menschen. Da errichtet man Zäune und Mauern neu. Da wird der Schengenraum in Frage gestellt und neu definiert. Und irgendwann wird man dann in den Nachrichten beobachten, was hinter diesen Zäunen an den Aussengrenzen der EU passiert. Das wird schrecklich werden, davon kann man jetzt schon ausgehen. – Und, dieses dürfen wir nicht vergessen; wir dürfen das nicht verdrängen – was? Dies nämlich: die Waffen in den vielen verschiedenen Kriegsgebieten, der Hunger in den ärmsten Ländern Afrikas und anderswo – alles das hat mit uns zu tun. Und wir haben den erwirtschafteten Reichtum nicht ausreichend geteilt und andere mitbeteiligt an unserem Wohlstand. Es hat dies alles, das aktuelle Geschehen vor den Toren Europas, ob wir wollen oder nicht, mit uns zu tun, auch mit Gerd Ballon. Es hat auch mit mir zu tun. Und doch heisst es wie damals: Dennoch bekehrt Ihr Euch nicht zu mir, spricht der Herr.

Wir können also den Abgrund vor uns sehen. Und nun?

Liebe Gemeinde,

ich fordere mit dieser Predigt heraus – mich und Euch. Anders geht das nicht, wenn wir Amos lesen. Denn was damals passierte, kann jederzeit zwischen Gott und seinen Menschen passieren: Menschen hören nicht zu. Menschen schotten sich ab; Menschen lullen sich ein und lassen sich einlullen.

Beispiel Gottesdienste damals: Wir haben ja gesehen, wie ironisch und zynisch Amos in Kap 4, 4-5 redet, wenn er ruft:

4 „Kommt nach Beth-El und sündigt, kommt nach Gilgal und sündigt noch mehr! Bringt jeden Morgen eure Schlachtopfer herbei, bringt am dritten Tag euren Zehnten!
5 Verbrennt als Dankopfer gesäuertes Brot! Ruft zu freiwilligen Opfern auf, verkündet es laut, damit man es hört! Denn so gefällt es euch, ihr Söhne Israels!“

Wäre das nicht schrecklich: wir feiern unsere Gottesdienste frisch fromm fröhlich frei, so als ob nichts passiert wäre – und es passiert wirklich nichts: Gott ist nicht dabei. Er schämt sich für, er ärgert sich über uns. Und er denkt schon nach darüber, wie er uns zum Erwachen bringen kann, vielleicht zu einem schrecklichen Erwachen – um unsretwillen. Furchtbar – dieser Gottesdienst nur Schein und Trug. Damit wir uns gut fühlen. Und Gott steht kurz vor seinem Gericht. –

Willkommen im Buch Amos, liebe Gemeinde. Und nun? Und nun?

Liebe Gemeinde,

wir haben uns im Hauskreis auch gefragt, was Gott denn eigentlich will von seinen Menschen – damals und heute mit uns. Was will er?

1. Gott will wachrütteln!

Gott will Nachfolger, die wieder sensibel werden für das, was in dieser Welt geschieht; und für das, was in unserem Leben passiert. Er macht uns wach. Amos wollte Unruhe stiften. Anders verändern Menschen sich nicht.

2. Gott will Nachdenklichkeit!

Denn nur, wenn wir wirklich wieder nachdenken, können wir Schuld entdecken in unserem Leben; nur dann können wir Verhärtungen aufspüren – auch die Verhärtungen unseres Herzens. Nur dann können wir unterscheiden – zwischen berechtigter Unruhe und falscher Anklage.
Nur so bekommen wir heraus, was Gott uns wirklich sagen will. Vielleicht können wir dann dankbar erkennen, dass er unsere Gottesdienste in FFB durchaus gern mit erlebt und mit gestaltet durch seinen Heiligen Geist – was ich persönlich glaube. – Und nur dann können wir – auf größerer Ebene – erkennen, dass für das Elend auf dieser Welt, z.B. in Afrika, nicht nur einfach die böse westliche Konsumwelt zuständig ist, sondern dass dieser Kontinent gesunden könnte schon dadurch, dass nicht in jedem Land Despoten und Egozentriker an die Macht kommen dürfen, die ihr Volk ausbeuten und umbringen und nur ihre eigenen Clans begünstigen, bis alles kaputt ist. – Das alles lässt sich erkennen, aber nur, wenn wir nachdenken und nicht einlullen.

3. Gott will Beziehung!

Und das, liebe Gemeinde, ist Gottes Ziel mit uns: Errettung durch Beziehung von uns zu ihm und von ihm zu uns. Der dreieine Gott, der schon als Gott in Beziehung lebt zu Vater, Sohn und Heiliger Geist, hat uns auf Beziehung hin geschaffen. Er möchte keine bloßen Gottesdienste, Tempeldienste, schöne Gesänge. Er will unser Herz, unsere Liebe, unsere Freundschaft, unsere Dankbarkeit – alles das. Deshalb hat er Amos damals geschickt, um aufzuwecken, um zur Umkehr zu rufen. –
Du, wie ist Deine Beziehung zu Gott? Ist sie lebendig und von Liebe geprägt? Oder spulst Du nur noch ab? Werde wach! Werde wach! Wir lesen Amos.

4. Gott will Einmischung!

Als Gott damals Jesus Christus auf die Erde sandte, hat er sich eingemischt. Eingemischt in unser Leben. Gott mag nicht einfach nur herumsitzen und zuschauen. Liebe gestaltet Beziehungen.

Mischt Du Dich ein? Findest Du noch Zeit dazu? Ist Dein Herz schon versteinert – oder ist es warm und fleischern? Können Dich Bilder des Schreckens noch erreichen? Leidest Du noch mit unter der gefallenen Schöpfung, unter Armut und Hunger, Perspektivelosigkeit und Tod? Ja? Dann haben Deine Nachbarn vielleicht noch eine Chance, die Flüchtlinge, der Alkoholiker nebenan, die junge Mutter, die nicht mehr weiter weiss. Die alte Frau im selben Haus. Und alle, die ohne Gott leben und dringend Hilfe brauchen, wieder Glauben zu finden. „Dennoch bekehrt Ihr Euch nicht zu mir, spricht der Herr.“

Liebe Gemeinde,

heute morgen möchte ich eine Spannung, die sich hoffentlich aufgebaut hat, nicht auflösen und harmonisieren. Vielleicht möchte Gott durch Amos zu mir und zu Dir reden heute morgen. Gott segne Dich sehr in der kommenden Woche beim Wachwerden, Nachdenken, Beziehungen überprüfen und erneuern und Dich einmischen.

Amen.

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