Ostergottesdienst 2016

Wir feiern heute morgen den Ostergottesdienst.
Am vergangenen Freitag haben wir über die Kreuzigung des Jesus Christus nachgedacht. Wir lesen in der Bibel, dem Wort Gottes: Jesus Christus war Gottes Sohn. Er starb an einem Kreuz, damit alle Menschen Vergebung ihrer Schuld erleben können.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Ostergottesdienst 2016
Reihe
Datum
27.03.2016
Länge
09:43
Bibelstelle

Predigt

Und ich wäre so gern dabei gewesen, als damals, vor ca. 2000 Jahren, das Leben explodierte

Als nämlich Jesus Christus in Jerusalem nach einer schmerzhaften und demütigenden Kreuzigung und einer anschließenden Grablegung die seinen Leib umgebenden Leinentücher zusammenfaltete und durch die geöffnete Grabtüre seine kalte Gruft verließ.

Damals, im Jahr 33 nach unserer Zeitrechnung, war man doch ziemlich beunruhigt. Jesus von Nazareth hatte ganz eigenartige Dinge gesagt, als er noch lebte. Er hatte behauptet, nach drei Tagen aus seinem Grab aufzuerstehen.

Deshalb – sicher ist sicher. Pilatus, der römische Statthalter, ließ Wachen vor dem Grab aufstellen.

Aber – das alles half nichts, als das Leben aus Gott explodierte. Der Gekreuzigte Jesus Christus sprengt die Todeskammer.

Er faltet seine Grabtücher zusammen; der schwere Stein vor dem Grab wird durch Gottes Eingreifen zurückgerollt. Die Soldaten fallen wie tot um. Jesus ist frei vom Tod.

Dann aber wird er von immer mehr Menschen lebend gesehen – zunächst von den Frauen, die zum Einbalsamieren hergekommen waren.

Danach von einigen Jüngern. Dann von immer mehr Menschen; schließlich sind es mehr als 500 menschliche Zeugen der Auferstehung. Ostern – wenn das Leben explodiert.

Was blieb zurück: ein leeres Grab. Vorher war da noch ein Leichnam im Höhlengrab. Davor ein schwerer Stein.

Jetzt eine leere Kammer und ein paar zusammen gefaltete Leichentücher. Ein Grund zum Vertrauen? Ein Argument zum Glauben?

Vor dem Grab sitzen ein paar Engel Gottes. Und die machen den Menschen am Grab Jesu unmissverständlich deutlich: hier hat Gott gehandelt.

Gott hat auferweckt. Deshalb, nur deshalb ist das Grab leer. Bei den Toten braucht man Jesus nicht mehr zu suchen. Ostern – wenn das Leben explodiert.

Wie hätten Sie damals, vor 2000 Jahren, reagiert? Und wie reagieren Sie, liebe Besucher dieses Gottesdienstes, heute,zu Ostern 2015? Genügt es Dir, heute am Ostermorgen, Deine Lebenshoffnung auf Jesus zu gründen und ihm Dein Leben anzuvertrauen?

Darf ich das einmal ganz persönlich sagen: Ich würde Jesus Christus nicht nachfolgen, wenn er mir nicht auch begegnet wäre – ganz persönlich.

Anders sicher als den Menschen damals. Aber überzeugend. In mein Leben hinein. Das tut Jesus. Wer´s nicht glaubt, der probiere es einmal aus. Das klappt!

Deshalb möchte ich ihnen von einem Menschen berichten, der das sehr persönlich erfahren hat.

Von einer außergewöhnlichen Erfahrung berichtet der in der Schlesischen Oberlausitz (bei Görlitz) geborene spätere Chirurg Wolfgang Hardegen.

Er war 1948 als 18jähriger unschuldig zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Er schrieb später:

“Fünf lange, schlimme und grausame Jahre voller Erniedrigungen, voller Enttäuschungen, vieler körperlicher und seelischer Qualen liegen 1953 hinter mir. Ich muss meinem jungen Leben ein Ende machen.

Aber wie? Einen Hungerstreik glaube ich nicht durchhalten zu können. Mich aufzuhängen ist schon deshalb schwierig, weil ich dafür keinen Strick habe. Die Pulsadern aufschneiden?

Es gibt kaum jemanden, mit dem ich diese schlimmen Fragen, die mich so tief berühren und mir keine Ruhe lassen, besprechen kann. Ich habe keine Hoffnung mehr.

Nur ein Buch kann ich befragen, das einzige Buch, das uns Häftlingen zur Verfügung steht, das Neue Testament mit den Geschichten von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

Immer und immer wieder lese ich darin, und schließlich finde ich Trost. Gott gibt es wirklich, daran zweifle ich nicht mehr. Ihm will ich mein Leben in guter und schlimmer Zeit anvertrauen.

Dies ist, liebe Besucher, nur eine von ganz vielen Erfahrungen mit dem Sohn Gottes, Jesus Christus, seit er auferstanden ist.

Ostern – wenn das Leben explodiert. – Dann schenkt Gott Menschen wie mir und Dir neue Hoffnung im Leben.

Trotz aller Not, aller Demütigung, aller Traurigkeit, aller Verzweiflung.

Keiner muss Schluss machen mit seinem Leben. Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist auferstanden und lebt.

Und er gibt mir und Dir die Gewissheit: Ich habe Dich lieb. Ich bin mit Dir. Glaube an mich. Vertraue mir Dein Leben an.

Und ich wünsche es jedem von Ihnen heute Morgen, dass Sie zu der Gewissheit Zugang gewinnen und behalten, dass das alles wahr ist. Dass Jesus Christus lebt. Und dass wir dazugehören dürfen zum Leben Gottes.

Es ist vollbracht. Herr ist Jesus Christus. Halleluja.

Und deshalb lassen Sie es uns nochmals zurufen:

 

Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden.

Hallelujah. Amen.

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