Helmut Plenio predigt über das Thema "Vorbild einer lebendigen Gemeinde" am 22.05.2016 in der FeG FFB

Vorbild einer lebendigen Gemeinde

Gastprediger Helmut Plenio predigt über die Thessalonicher als Vorbild einer lebendigen Gemeinde.

Daten

Prediger
Hemut Plenio
Thema
Vorbild einer lebendigen Gemeinde
Reihe
Datum
22.05.2016
Länge
32:22
Bibelstelle
1. Tessalonicher 1, 2-10

Lesungstext

2 Wir danken Gott von ganzem Herzen für euch alle, jedes Mal wenn wir für euch beten.
3 Vor Gott, unserem Vater, werden wir daran erinnert, mit welcher Selbstverständlichkeit ihr euren Glauben in die Tat umsetzt, mit welcher Liebe ihr für andere sorgt und mit welcher Hoffnung und Geduld ihr auf das Kommen unseres Herrn Jesus Christus wartet.
4 Wir wissen, liebe Brüder und Schwestern, dass Gott euch liebt und auserwählt hat.
5 Denn wir haben euch die rettende Botschaft verkündet, nicht allein mit Worten, sondern Gottes Macht wirkte durch uns. Sein Heiliger Geist stand uns bei, und so hatten wir große Überzeugungskraft. Ihr wisst selbst, wie wir uns verhielten, während wir bei euch waren: Alles, was wir getan haben, geschah für euch.
6 Nun seid ihr unserem Beispiel und dem unseres Herrn gefolgt. Und obwohl ihr deswegen viel leiden musstet, habt ihr Gottes Botschaft mit einer solchen Freude aufgenommen, wie sie nur der Heilige Geist schenken kann.
7 So seid ihr für die Christen in ganz Mazedonien und in der Provinz Achaja zum Vorbild geworden.
8 Aber nicht nur dort hat sich die Botschaft des Herrn durch euch verbreitet, auch an vielen anderen Orten spricht man von eurem Glauben, so dass wir darüber nichts mehr berichten müssen.
9 Im Gegenteil! Überall erzählt man, wie freundlich ihr uns aufgenommen habt, dass ihr nicht länger die toten Götzenstatuen anbetet, sondern zu dem lebendigen, wahren Gott umgekehrt seid und ihm allein dient.
10 Jeder weiß auch, wie sehr ihr auf Gottes Sohn wartet, auf Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der für alle sichtbar kommen wird. Er allein rettet uns vor Gottes Zorn im kommenden Gericht.

Predigt

„Lebendige Gemeinde“ – was verstehen wir darunter?

  • Ich habe mal im Internet nachgesehen und war erstaunt, wie viele Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften sich als „lebendige Gemeinde“ bezeichnen.
  • Und dabei habe ich festgestellt, dass in vielen Fällen unter „lebendig sein“ – „aktiv sein“ – verstanden wird.
  • Wo also viele Aktivitäten sind, da ist Leben in der Bude.
  • Aber Aktivitäten alleine, machen eine Gemeinde noch nicht lebendig. Es kommt vor allem auf das geistliche Leben an.
  • Eine Gemeinde kann aktiv sein und ist doch geistlich tot.
  • Jesus hat der Gemeinde in Sardes einmal gesagt: „Ich kenne deine Werke ( deine Aktivitäten ); du hast den Namen, dass du lebst und bist tot.“ – Das ist eine traurige Feststellung.

Aber auch vom Apostel Paulus können wir lernen, was zu einer lebendigen Gemeinde gehört.

  • Er gibt uns ein Beispiel von der Gemeinde in Thessalonich
  • Eine Gemeinde, die durch die Missionstätigkeit des Apostel Paulus entstanden war.
  • Er hatte dort einen segensreichen Dienst getan und der Gemeinde durch „Wort und Tat“ ein positives Beispiel gegeben.
  • Dann hat er viel für die Gemeinde gebetet, was er ausdrücklich erwähnt.
  • Und nun erfährt er, dass diese Gemeinde eine positive Entwicklung genommen hat.
  • Und hier sagt er der Gemeinde als erstes: „Wir danken Gott allezeit für euch alle!“ –

Was kennzeichnet nun eine lebendige Gemeinde?

Paulus nennt drei Kennzeichen:

  1. Das erweckliche Leben der Gemeinde
  2. Das missionarische Zeugnis der Gemeinde
  3. Das geistliche Wachstum der Gemeinde

1. Das erweckliche Leben der Gemeinde (Vers 3)

Und hier hebt Paulus drei Merkmale hervor, die das erweckliche Leben der Gemeinde ausmachen: Glaube, Liebe und Geduld.

Ein Glaube, der gelebt wird.

Die Thessalonicher lebten ihren Glauben
  • Durch den Glauben an Jesus Christus waren sie gerettet worden. Und nicht durch Werke oder durch Leistungen. So wie es der Apostel Paulus gelehrt hat.
  • Aber nun lebten sie ihren Glauben. Und das führte dazu, dass sie jetzt Werke hervorbrachten. Ihr Glaube hatte also Auswirkungen auf Leben und Verhalten.
  • Für sie war der Glaube nicht nur ein “Für-wahr-halten“ biblischer Tatsachen, sondern etwas, das ihr ganzes Leben prägte und veränderte.
  • Ihr Glaube trug Früchte!
Erweckliches Leben erweist sich darin, dass der Glaube gelebt wird.
  • Auch wir sind ohne Werke, allein durch den Glauben an Jesus Christus gerettet. – So wie es Paulus lehrt: „Allein durch den Glauben ohne Werke.“
  • Aber als solche, die durch den Glauben gerettet sind, muss sich der Glaube durch Werke erweisen.
  • So lehrt es Jakobus: „Ohne Werke ist der Glaube tot“
  • Das bedeutet: Wenn der Glaube nicht mehr als ein „Für-wahr-halten“ biblischer Aussagen ist, dann ist er nichts wert.
Wie steht es mit unserem Glauben?
  • Glauben wir an Jesus Christus?
  • Leben wir den Glauben auch?

Eine Liebe, die praktiziert wird.

Die Thessalonicher übten Liebe.
  • Sie hatten die Liebe Gottes in ihrem Leben erfahren.
  • Und sie wussten, was die Liebe Jesu zu ihnen Jesus gekostet hatte. Sein Leben hatte er aus Liebe zu ihnen gelassen.
  • Und diese Liebe erfüllte nun ihr Herz und wird die Triebkraft in ihrem Leben.
  • Und Liebe war für sie nicht nur ein „erhabenes Gefühl“, sondern bewegte sie dazu, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen.
  • Und das war mit Hingabe, mit Arbeit, mit Opfer verbunden.
Erweckliches Leben zeigt sich auch in praktizierter Liebe.
  • Auch wir haben die Liebe Christi im Leben erfahren.
  • Und es gilt, was Paulus schreibt: „Die Liebe Christi ist ausgegossen durch den heiligen Geist in unsere Herzen.“
  • Und wenn das so ist, dann muss sich das auch zeigen in unserem Verhalten untereinander und im Einsatz für unsere Mitmenschen.
  • Jesus selbst hat deutlich gemacht, dass die Liebe ein Kennzeichen echte Jüngerschaft ist, wenn er sagt: „Daran wir jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“
Wie steht es um unsere Liebe?
  • Ist Liebe für uns nur ein frommes Gefühl, ein leeres Wort.
  • Oder geht es uns wie dem Apostel Paulus, der sagt: „Dazu drängt uns die Liebe Christi.“
  • Ist sie die Triebkraft die uns antreibt und befähigt, für andere dazu sein?

Eine Geduld, die standhaft bleibt.

Die Thessalonicher bewiesen Geduld in Bedrängnis
  • Wie viel Not und Bedrängnis hat die Gemeinde um ihres Glaubens willen erfahren müssen.
  • Aber in allem erwiesen sie Standhaftigkeit, Ausdauer und Geduld.
  • Das ist nur erklärbar, weil sie an der Hoffnung des wiederkommenden Herrn Jesus Christus festhielten.
  • Sie behielten das Ziel im Auge!
Erweckliches Leben zeigt sich auch darin, ob wir standhaft und geduldig in Bedrängnis sind.
  • Auch wir werden von Konflikten, Schwierigkeiten, Problemen nicht verschont.
  • Dann kommt es auf die Geduld, die Ausdauer, die Standhaftigkeit an.
  • Und manche Not ist nur durchzustehen in der Hoffnung, dass Jesus wiederkommt und alles neu macht.
  • Dieses Ziel dürfen wir nicht aus den Augen lassen.
Wie steht es um unsere Geduld in Notzeiten?
  • Stellen wir uns geduldig darunter?
  • Oder begehren wir auf?

Halten wir fest: Glaube, Liebe und Geduld kennzeichnete das erweckliche Leben der Thessalonicher. Hiermit geben sie uns ein Vorbild!

2. Das missionarische Zeugnis der Gemeinde (V. 6-8)

Was sagt das nun über die Gemeinde aus?

Die Gemeinde bestand aus Zeugen Jesu.

Paulus berichtet, wie sie zu Zeugen Jesu wurden – 3 Schritte!

Durch hören!
  • Sie hatten das Evangelium von Paulus gehört.
    Es wird berichtet: „Paulus zeigte ihnen anhand der Schrift, dass Christus leiden musste und von den Toten auferstehen und dass dieser Jesus, den ich euch verkündige, der Christus ist.“
  • Das ist das erste, dass wir auf das hören, was in der Schrift über Jesus gesagt wird. Und dabei ist die zentrale Botschaft: „Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen.“
Durch annehmen!
  • Sie hatten das Wort aufgenommen. Daran erinnert sie Paulus: „Ihr seid unserem Beispiel gefolgt und habt das Wort aufgenommen.“ –
  • Und das ist der zweite Schritt: Wir müssen das Wort aufnehmen. – Das bedeutet, dem Wort Glauben schenken und akzeptieren. – Johannes sagt: „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht Gottes Kinder zu sein
Durch erfahren!
  • Und dann haben sie die verändernde Kraft des Heiligen Geist erfahren. Und das erfüllte sie mit Freude!
  • Und diese Freude schenkt der Geist Gottes jedem, der Jesus als seinen Herrn aufgenommen hat und die verändernde Kraft des Heiligen Geistes erfährt.

Wir sehen: Durch hören, annehmen und erfahren sind sie zu Zeugen Jesu geworden.

Die Gemeinde gab auch Zeugnis von Jesus. –

Sie waren nicht nur Zeuge Jesu, sondern sie gaben auch Zeugnis von Jesus! – Wodurch? –

Durch weitersagen!
  • Sie haben das, was sie von Jesus gehört und mit Jesus erfahren haben, weitergesagt. Nicht geschwiegen!
  • Zeugnis geben heißt eigentlich nur weitersagen, was ich objektiv von Jesus gehört habe, und was ich subjektiv mit ihm erlebt habe. – Und darüber dürfen wir nicht schweigen.
Durch vorleben!
  • Die Thessalonicher haben nicht nur von Jesus geredet, sondern haben vorgelebt, was glauben heißt, wie wir gesehen haben.
  • Und das gilt auch für uns. Unser Zeugnis wird nur dann glaubwürdig, wenn wir leben, was wir sagen.
  • Ein negativ Beispiel: Einer sagte mir mal in etwa: „Mein Chef redet in der Gemeinde wie ein Lamm; aber im Geschäft verhält er sich wie ein Wolf.“ – Das ist traurig!
Durch die Kraft des Heiligen Geistes!
  • All ihr reden und leben wäre wirkungslos geblieben, wenn nicht der Heilige Geist durch ihr Zeugnis gewirkt hätte. – Darauf macht Paulus auch aufmerksam.
  • Und das ist tröstlich. – Aber damit dürfen wir rechnen, wenn wir Zeugnis geben, dass der Heilige Geist durch uns wirkt.

Wir sehen: Ohne die Kraft des Heiligen Geistes ist unser Zeugnis wirkungslos.

Die Gemeinde hatte ein gutes Zeugnis.

Paulus schreibt: „Denn von euch ist das Wort ausgegangen, nicht nur nach Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube bekannt geworden.“

Was macht das gute Zeugnis der Gemeinde aus?

Eine Ausstrahlung: Es ging etwas von der Gemeinde aus!
  • Es strahlte etwas von der Gemeinde aus. Überall wurde ihr Glaube bekannt. Das erweckliche Leben der Gemeinde sprach sie rum. – Sie wurden für viele ein Vorbild.
  • Eine lebendige Gemeinde hat eine positive Ausstrahlung. – Das geistliche Leben spricht sich rum. Es wird nicht verborgen bleiben
Eine Anziehung: Es zog etwas die Leute an!
  • Die Menschen fühlte sich von der Gemeinde angezogen und strömten herbei. – Das war Erweckung –
  • Eine lebendige Gemeinde, wo Glauben gelebt und Liebe praktiziert wird, hat eine Anziehungskraft. Denn hier spürt man etwas von der Liebe und findet Geborgenheit

Wir sehen: Eine Gemeinde, die Zeugnis gibt in Wort und Tat, ist eine attraktive Gemeinde mit einer großen Anziehungskraft.

3. Das geistliche Wachstum der Gemeinde (Vers 9)

Worin besteht das Wachstum der Gemeinde?
Zwei Merkmale sind mir aufgefallen:

In der Bekehrung von Menschen!

In der Gemeinde in Thessalonich kamen Menschen zu Glauben.
  • Das bedeutet, dass sich Menschen „von den Götzen zu Gott bekehrt“ haben.
  • Das hatten die Thessalonicher bei Paulus selbst erlebt, und nun erfahren sie es auch in ihrer Mitte.
Eine lebendige Gemeinde wächst durch Bekehrungen!
  • Heute wachsen Gemeinden oft durch Überweisung von Christen, die zugezogen sind. – Und das kann eine Bereicherung sein.
  • Aber eine lebendige Gemeinde wächst auch durch Menschen, die zum Glauben kommen oder wie es hier heißt: „die sich von den Götzen zu dem wahren und lebendigen Gott bekehren.
  • Und wenn das nicht mehr geschieht, dann müssen wir uns fragen: Woran kann das liegen?

In der Hingabe zum Dienst für Gott!

Von den Christen in Thessalonich heißt es:
„Bekehrt …. zu dienen dem lebendigen und wahren Gott.“

  • Sie waren Sklaven der Götzen ihrer Religion.
  • Nun aber hatten sie den wahren Gott kennengelernt.
  • Und nun waren sie bereit, Gott zu dienen.
  • Und so stellten sie ihre Gaben und Fähigkeiten in den Dienst der Gemeinde.
Geistliches Wachstum besteht auch in der Hingabe zum Dienst für Gott!
  • Wir sind nicht bekehrt, damit Gott uns dient.
  • Sondern bekehrt, damit wir Gott dienen.

Wir sehen: Geistliches Wachstum besteht darin, dass sich Menschen bekehren, um dann Gott zu dienen.

Ich fasse zusammen:

Wir haben das Vorbild einer lebendigen Gemeinde gesehen und stellen folgendes fest:

Eine Gemeinde die
Glauben lebt
Liebe übt
Geduld beweist
Zeugnis gibt
Menschen gewinnt
Gott dient
Ist eine lebendige Gemeinde!

Amen

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