Symbolbild "Suche nach Leben". 2 Schaufeln im Sand

Suchet mich, so werdet Ihr leben!

Heute Morgen feiern wir wieder einen Gottesdienst, in dem wir uns Zeit nehmen wollen zum Feiern des Abendmahls und zum Hören auf persönliche Berichte aus unserem ganz persönlichen Leben.
Und wir wollten dieses Lied von Silvia Hradetzky noch einmal gut einbetten in das Thema, das uns seit dem Nachdenken über das Amosbuch immer wieder einmal erreicht: „Suchet mich, so werdet Ihr leben!“

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Suchet mich, so werdet Ihr leben!
Reihe
Datum
28.09.2016
Länge
09:35
Bibelstelle
Amos 5, 4
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

4 Ich, der Herr, fordere euch Israeliten auf: Kommt endlich zu mir zurück, dann bleibt ihr am Leben!

Predigt

Liebe Gemeinde,

heute Morgen feiern wir wieder einen Gottesdienst, in dem wir uns Zeit nehmen wollen zum Feiern des Abendmahls und zum Hören auf persönliche Berichte aus unserem ganz persönlichen Leben.
Und wir wollten dieses Lied von Silvia Hradetzky noch einmal gut einbetten in das Thema, das uns seit dem Nachdenken über das Amosbuch immer wieder einmal erreicht: „Suchet mich, so werdet Ihr leben!“

Und bestimmte Lebensabschnitte geben immer wieder Anlass zum Nachdenken über dieses Thema. So auch noch einmal der heutige Morgen. Und ganz allgemein gilt ja für jeden Menschen: man kann es sich auch ganz leicht machen mit der Suche nach Lebenszielen – und es so sagen, wie die alten Römer es getan haben: Brot und Spiele. Konsum und Lust. Und von hier ab gibt´s dann die vermeintliche Stufenleiter nach oben – eine verwirrende Fülle.

Das Wort Gottes aber will uns – allgemeiner noch im AT, aber ganz deutlich im Neuen Testament, sagen: Jesus Christus ist ein gutes und tragfähiges Fundament für mein Leben. Wer ihn hat, der hat genug für das ganze Leben. Also:
Denn so spricht der Herr zum Hause Israel: Suchet mich, so werdet Ihr leben. Klick um zu Tweeten
So einfach sagt Gott das seinem Volk. Vor ca. 2700 Jahren. Und er sagt es ihm mitten in das aktuelle Leben hinein. Denn wer´s ernst meint, für den hört das freundliche mahnende und gewinnende, aber auch herausfordernde Reden Gottes niemals auf.

So war das auch damals. Das Volk Israel war sozusagen im Biblischen Lehrprogramm Gottes. Und auch damals gab es so wie heute die Möglichkeit, das biblische Programm vom alltäglichen Leben zu trennen: im Gottesdienst, während der Veranstaltungen, in denen Gott das Wort hatte, da ging es ganz fromm zu. Da war man ganz bei der Sache. Oder zumindest tat man so. Da wurden echte Opfer gebracht. Da floss im Tempel das Versöhnungsblut von gespendeten Opfertieren für die Sünden der Menschen. Da wurden Gebete gesprochen. Voller Inbrunst und innerer Anteilnahme, so schien es.

Aber das war nur der eine Teil. Der andere Teil des Lebens sah ganz anders aus. Zumindest damals, in Israel.

Da wurde gelogen und betrogen. Da wurde unterdrückt und ausgebeutet, wo es nur eben ging. Da nahm man es mit den Sitten nicht so genau. Und da pflegte man so seine ganz private Religion. Also: im biblischen Lehrprogramm hatte man vielleicht gerade noch Gott angebetet. Und nun rannte man zu seinem Privatgötzen, um ihm zu opfern – ein heilloses Durcheinander. Damals.

Aber schauen wir doch auch auf uns – auf uns selber. Und auch ein Blick in unsere Welt zeigt es uns: bestimmte Wesenszüge sind geblieben. Auch heute kann man sagen: ich glaube an Gott. Und ja, ich nehme auch teil am Biblischen Unterrichtsprogramm Gottes. Und Jesus ist mir wirklich wichtig.

Aber daneben gibt´s so vieles andere auch noch. Und Ablenkung braucht nun jeder einmal. Und vieles ist ja auch gar nicht so schlimm – wenn es nicht im Übermaß geschieht. Computer und Fernsehen wird für viele ja erst zum Problem, wenn man ständig beim Frühstücken mit einem Mouseclick die Nutella oder Marmelade aufs Brot ziehen möchte oder sich, auch als Erwachsener, ständig wie Kevin allein zu Hause aufführt. Oder wenn ich zwei ganze Tage in der Münchner City verbringen muss, um ein einziges T – Shirt zu finden, das mir gefällt. Denn:

Unsere Welt ist eine Welt verwirrender Lebensangebote. Und bei vielen, auch gläubigen Menschen rangiert der Glaube an Jesus so nebenbei.

Damals hießen die geheimen Verführer Bethel und Gilgal und Beerscheba. Heute tragen sie die unaussprechlichen Namen der Modekulttempel und Meinung machenden Zeitschriften für junge und ältere Leute mit ihren sehr eindeutigen Aufforderungen.

Deshalb gilt damals wie heute dieses Wort Gottes: “Suchet mich, so werdet Ihr leben!”

Also: in eine verwirrende Welt der Überangebote, der Versuchungen und Verführungen hinein sagt Gott: “Sucht mich! Schaut, dass Ihr mich in Euer Leben hineinbekommt. Setzt Eure Energie dazu ein, um mich zu finden. Sucht mich, damit ihr bei mir sein könnt. Und ich bei Euch. Und in Eurem Leben.”

Das heißt: Lasst mich, Jesus Christus, Eure Gedanken, Eure Suche, Eure Gefühle ausfüllen. Lasst mich Euch prägen. Lasst mich Euch führen. Hört auf das, was ich Euch sage. Tut das, was ich am besten für Euch finde. Gehorcht mir – und nicht zuerst den Medien und der Meinung der der Masse. Denn – Ihr wollt doch wirklich: leben!!

Leben aber ist noch viel mehr. Und je älter ein Mensch wird, desto deutlicher erkennt er: Leben ist nicht bloßes Dasein, Leben heißt nicht: einen Tag an den anderen reihen. Leben hängt ab von Qualitäten. Und Leben hat mit Verantwortung zu tun. Für mich und für andere. Wer so leben will, wie Amos 5 das meint, der muss sich sehr wohl überlegen, was er will. Und auch, was er in diesem Leben überhaupt zu suchen hat. So mancher hat am Ende seines Lebens schon mit Entsetzen festgestellt: Ich habe überall gesucht. Aber ich habe nirgendwo wirklich Wesentliches gefunden. Ich habe eigentlich vergeblich gelebt. Niemand wird mich vermissen. Niemand wird in großer Dankbarkeit an mich denken. Ich fehle niemandem. Denn ich habe nur in mich und meinen Egoismus investiert – und niemals wirklich in andere Menschen.
Und das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Menschen bewusst werden kann. Das heißt dann nämlich auch: ich habe an Gott vorbei gelebt. Ich habe ohne Gott gelebt. Mein Leben ist vergangen. Und dann geht es am Ende nur noch – unter.

Und davor – möge Gott jeden von uns bewahren. Er tut das sehr gern. Er hat uns so lieb. Aber er sagt uns so wie damals:
'Suchet mich, so werdet Ihr leben!' Gott segne uns dabei. Unser ganzes Leben lang. Klick um zu Tweeten

Amen

Kommentar verfassen