Symbolbild "Weinstock und Reben": Nahaufnahme von Trauben an einer Reben, an einem Weinstock.

Weinstock und Reben – Teil 1

Wir sind ausersehen Reben zu sein, diese Verbindung zwischen dem knorrigen Weinstock und der Frucht. Kanäle für das Wasser des Lebens. Das sind die Christen!

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Weinstock und Reben – Teil 1
Reihe
Weinstock und Reben
Datum
13.11.2016
Länge
10:05
Bibelstelle
Johannes 15,1 – 8
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. 2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. 3 Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. 4 Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. 6 Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. 8 Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Predigt

Liebe Gemeinde,

vor einigen Wochen fand ja ein Gemeindeforum statt, wo wir über einige Eindrücke dreier Frauen nachgedacht haben, die in Verbindung mit der Aktion „GemeinsamAufKurs“ zum Amosbuch zusammenhingen. Dabei hat Laure Schneider ein Bild und eine Bibelstelle besonders hervorgehoben, die mit dem Thema „Weinstock und Reben“ zu tun hat.

Ich möchte deshalb heute und an den Abendmahlssonntagen ab Januar dieses Bild aufnehmen und dazu Predigtgedanken äußern.

Und Jesus Christus spricht hier ja in einem sehr klaren Bild. Wir brauchen uns nur einen knorrigen Weinstock vorstellen, und wir wissen, was er meint. Nun ist das mit dem Weinstock gar nicht so leicht. Wer hat denn schon einmal vor einem Weinberg gestanden! Zur Zeit Jesu war das Bild noch lebendiger und verständlicher. Es wurde als Symbol für Israel genommen (siehe Jesaja). Aber dennoch – ich habe hier einen Korkenzieher mitgebracht. Ein Bild von einem Weinstock haben wir ja schon angeschaut…

Lassen Sie uns dieses Bild Jesu nun übertragen. Wer sind wir in diesem Bild eigentlich?

Vielleicht die Weingärtner? Müssen wir uns nicht mühen um Gottes Weinberg? Gießen, hacken, jäten, beschneiden, immer unterwegs, immer tätig? Unruhig geschäftig? Ist so der ideale Christ? Oh nein! Damit haben wir hier nichts zu tun! Gut, nicht? Das ist nicht unsere Aufgabe. „Aktivitäten“ – das ist hier nicht gefragt.

Oder sind wir der Weinstock? Müssen wir nicht seine Arbeit übernehmen? Das Wasser des Lebens aus dem harten Boden saugen und an die Früchte weiterleiten? Ist das nicht unsere Aufgabe, uns manchmal auch etwas aus den Fingern zu saugen, nur ja zusehen, dass immer geistliche Impulse da sind, dass etwas läuft, fließt oder wenigstens plätschert? Das wäre wohl etwas, wenn das die Aufgabe der Christen wäre. Da liefe dann bald gar nichts mehr. Nein, an der Quelle sitzt nur einer. Wasser des Lebens vermittelt nur er: Jesus Christus. Jesus ist der Weinstock der Gemeinde. Er spendet Wasser des Lebens. Er reicht Heiligen Geist weiter. Er vermittelt alle nötige Kraft. Deshalb wird es nie an geistlichen Energieträgern mangeln. Jesus trägt Sorge für das alles. Auch wieder sehr beruhigend, nicht?
Was aber sind wir? Dann sind wir im Vergleichsbild doch sicher die Früchte oder – auch manchmal – das Früchtchen? Schmackhafte Trauben, nach denen der Weingärtner die Finger ausstreckt, um sie in seinen Korb zu sammeln? Nun, das wäre allerdings zu einfach.

Nein, wir sind ausersehen – Reben zu sein, diese Verbindung zwischen dem knorrigen Weinstock und der Frucht. Kanäle für das Wasser des Lebens. Das sind die Christen! Kanäle fürs Lebenselixier. Ein bisschen wenig, oder? Nein, Rebe zu sein ist genug. Jesus sagt: „Das seid Ihr! Reben; die Verbindung zwischen Weinstock und Frucht. Ihr hängt am Weinstock Und an Euch hängt die Frucht.

Kanäle des Lebens – das sind die Christen. Und Frucht – das ist Vermehrung des Lebens. Zunahme der Menschen, die Jesus Christus vertrauen – das ist Frucht!

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Also – wir sehen: so wichtig sind wir erst einmal gar nicht. Jesus ist wichtig. Der Weinstock. Der, an dem wir kleben. Aber dann wir schon auch dran. Wir kleben an Jesus, um Frucht zu bringen. Wir sind einbezogen in Gottes Vermehrungsprogramm, in seinen missionarischen Auftrag. Ist uns das eigentlich noch bewusst? Du und ich, wir sind, wenn wir Christen sind, die Versorgungsleitungen zwischen Jesus und unserem Nächsten, unseren Freunden, unseren Familien, unseren Nachbarn usw.

Deshalb sagt Jesus ja auch nie zu uns: „Los, bringe Frucht!“ Wie unsinnig wäre das. Wie hilflos wären wir. Und vielleicht hat mancher Christ die Freude am Weitersagen der Guten Nachricht verloren, weil er immer gehört hat: Du musst Frucht bringen. Denn allerdings: das schafft keiner. Und dieser Appell macht uns nur mutlos.

Jesu hat aber gesagt: „Bleibet in mir. Seid eben keine Hektiker und auch keine Erfolgsbilanzler. Vernachlässigt Eure Familie eben nicht. Sondern: bleibet in allem in mir. Bleibt in mir verwurzelt und ganz eng mit mir verbunden.

Ob wir das heute morgen einmal verinnerlichen können? Und uns einfach darüber freuen: Bleibet in mir. Ganz eng mit mir verbunden. Dann wird alles gut.

Erster Teil – Amen

(2. Teil)

Ein Gedanke zu “Weinstock und Reben – Teil 1

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