Ilja Glasunow - Persönlichkeiten: Gestalten des 20.Jahrhunderts, im Hintergrund Jesus im Licht

Mache Dich auf, werde Licht!

„Heute ist diesem Hause Heil widerfahren“ – von solchen heilen Häusern lebt die Gemeinde Jesu – weltweit und hier in FFB. In diesen Häusern kann der Glaube gelebt und bezeugt werden. Diese Häuser sind Zellen des Lebens. Ob uns dieses ausgehende Jahr 2016 wieder ganz neu diese heilen Häuser schenkt, Licht durchflutet im Sinne von Jesaja 60? Jesus möge das mir und Dir schenken.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Mache Dich auf, werde Licht!
Reihe
Adventsandachten
Datum
04.12.2016
Länge
24:13
Bibelstelle
Jesaja 60, 1-2
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

1 Auf, werde licht denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir.
2 Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht leuchtend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Predigt

Liebe Gemeinde,

der sowjetische Monumental-Maler Ilja Glasunow hat vor vielen Jahren ein riesiges Bild gemalt mit den Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Auf diesem Bild sind die Großen unserer Zeit dargestellt. Deshalb ist es auch 18 Quadratmeter groß. Positive und negative Gestalten aus Politik, Wissenschaft und Kultur sieht man zwischen Blut, Stacheldraht und einem aufflammenden Atompilz – die reine Weltuntergangsstimmung.

Da steht z. B. der ermordete Präsident J.F. Kennedy neben der Selbstmörderin Marilyn Monroe. Direkt davor stehen die Beatles, deren ermordeter Wortführer John Lennon einmal gesagt hat: „Die Beatles sind populärer als Jesus.“ – was ihnen der Vatikan jüngst vergeben hat. Dann sieht man den französischen Philosophen Jean Paul Sartre, dessen Glaubensbekenntnis lautete: „Der Mensch ist frei, in einer absurden Welt ohne Gott sich nach eigenen Gesetzen in heroischer Einsamkeit zu entwerfen.“

Hinter Sartre steht wieder ein Selbstmörder, der Nobelpreisträger Ernest Hemingway, der nach seiner eigenen Aussage nur so beten konnte: „Unser Nichts, das du bist im Nichts, geheiligt werde Dein Nichts. Dein Nichts komme.“

Neben solchen nihilistischen Philosophen und Dichtern, die mit ihrem Nihilismus und Atheismus Millionen Menschen verführt haben, stehen Politiker, die Millionen Menschen in den Tod geführt haben wie z.B. der Führer Adolf Hitler.
Und mitten in diesem Sammelsurium von leitenden Figuren des 20. Jahrhunderts sieht man natürlich das naturwissenschaftliche Genie dieses Jahrhunderts, Albert Einstein. Einstein hat einmal gesagt: „Es gibt nur eine Stelle in der Welt, wo es kein Dunkel gibt, das ist Jesus Christus.“

So ist es auch auf diesem Bild von Glasunow. Denn über dieser gespenstischen Ansammlung von Dunkelheit und Verbrechen leuchtet in Glasunows Bild eine strahlende Hoffnung. Am Horizont kommt aus dem Himmel Jesus Christus in majestätischer Größe und Herrlichkeit. Dieses Bild drückt in Farben das aus, was der Prophet Jesaja in Worten ausgedrückt hat – und das ist der Predigttext für heute morgen, für den 2. Advent 2016: „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkelheit die Völker, aber über Dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes. 60,2).

Ilja Glasunow - Persönlichkeiten: Gestalten des 20.Jahrhunderts, im Hintergrund Jesus im Licht
Ilja Glasunow – Persönlichkeiten

Niemand beschreibt die Situation wohl treffender als die Bibel mit diesem Satz. Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker. Nun mag mancher einwenden: „Muss man denn immer so negativ von unserer Welt denken. Es gibt doch auch soviel zum Freuen. Wir haben doch gerade in dieser Zeit so viele Lichter in unseren Städten. Wir haben gute Gefühle und freuen uns über die Adventszeit mit ihren Geheimnissen“. Sie haben recht. Nur: auch wenn wir jetzt tausend Gründe zum Freuen und zur Dankbarkeit hätten – immer noch sterben an jedem Tag zig-tausend Kinder an Unterernährung, immer noch leben eine Milliarde Menschen unter dem Existenzminimum, immer noch leben zwei Milliarden Menschen in der Finsternis des Heidentums und wissen nichts von Jesus, und unsere Welt wird immer mehr bedroht durch Löcher wie das Ozonloch und durch Kriegstreiber und Warlords aller möglichen Hautfarbe, die uns immer wieder das Aufhorchen gelehrt haben. Es wird immer dunkler in der Welt. Nichts nimmt so zu wie die Finsternis. Noch nie haben die Mächte der Finsternis und des Okkulten so triumphiert wie gerade heute. Und wer sich an solchen Gestalten orientiert, wie sie auf dem Bild von Glasunow dargestellt sind, dem bleibt doch wirklich nichts anderes übrig als Pessimismus. Es sei denn, er orientiert sich an der Gestalt, die auf dem Gemälde nur am Rande auftaucht: an dem Sohn Gottes und Weltvollender Jesus Christus.

Denn: auch auf der Bühne der Weltgeschichte ist Jesus weiter nichts als eine Randfigur. Am Rande des damaligen Weltreiches wurde er in einem unbedeutenden Winkel geboren. Am Rande der menschlichen Gesellschaft, in Gesellschaft von Tieren, im Kuhstall, stand die Krippe. Am Rande von Jerusalem, auf der Müllkippe der heiligen Stadt, stand das Kreuz, an dem er starb.
Von ihm nahm die Weltpresse noch nicht einmal am Rande Notiz. „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkelheit die Völker!“ – Oh ja – aber dann heißt es in Jes 60,2 ja weiter: „Aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über Dir.“
Einige wenige Gesichtspunkte am heutigen Morgen:

1. Was bin ich: Licht – oder frommer Nebelscheinwerfer?

Nach dieser guten Nachricht des Jesaja kann die Frage an uns nur lauten: Was ist eigentlich – Deine Perspektive? Wo gehst Du hin? Wo lebst Du in dieser Welt? Im Licht Gottes? Oder in der Dunkelheit. Und ich frage Dich heute am 2. Advent 2016, wie Du zu dem Anspruch von Jesus stehst und ob Du mit ihm gehst oder gehen willst.
Also: Wer ist Jesus für Dich? Zusatzbeleuchtung für kritische Strecken? Frommer Nebelscheinwerfer? Was ist Jesus für Dich?
Theo Lehmann, zu DDR-Zeiten ein mutiger und sehr viel gehörter Jugendevangelist und Pfarrer im damaligen Karl-Marx-Stadt, erzählt in einer seiner Predigten: „Ich fuhr vor ein paar Jahren die F 95 zwischen Leipzig und Chemnitz. Die kenne ich normalerweise in- und auswendig. Ich kenne jede Kurve, jedes Schlagloch. Da bin ich absolut sicher. Die Strecke kenne ich im Schlaf.
Damals aber war es Nacht. Wir fuhren mit zwei Autos. Ich fuhr vorneweg, aber dann überholte mich der andere, und – das war meine Rettung. Denn da passierte es: Ich weiß“, sagt Theo Lehmann, „bis heute nicht, woran es lag. Und ich habe so etwas auch nie wieder erlebt und von niemand anderem gehört. Bei mir ging jedenfalls plötzlich das Licht aus. Einfach so. Totaler Black out!! Scheinwerfer aus, Armaturen aus, nichts! Das waren schreckliche Sekunden. Und es können nur Sekunden gewesen sein, aber die haben gereicht. Immerhin rasten wir so mit 8o Sachen durch die stockfinstere Nacht, und auf einmal fällt vor deiner Nase das Licht aus. Aber die Kiste, in der wir saßen, raste ja weiter in die Nacht. In diesen irren Sekunden hat mich nur eines gerettet: Das Licht vom Vordermann. Er war in diesem Moment meine einzige Orientierung. Ich konnte nur eines machen: Lenkrad fest in die Hand und dem Licht vor mir hinterherfahren. Ich sah auf das Licht vor mir und wusste: Wo das Licht ist, ist die Fahrbahn. Wo der fährt, kann ich auch fahren.“ Soweit Theo Lehmann.

Was sagt dieses Beispiel am 2. Advent 2016 und angesichts der Botschaft des Jesaja: „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker!“ Es sagt allen hier heute morgen, die sich so sicher sind, dass sie auch ohne Jesus leben können: „Pass auf! Es ist Unsinn zu sagen: “Ich kenne mich aus. Ich bin schlau. Ich komme allein durchs Leben. Ich brauch keinen, der mir zeigt, wo’s langgeht. Mir reicht Jesus vielleicht für den Sonntagmorgen. Den Alltag regele ich dann schon allein.“
Klar, solange die Sonne in mein Leben scheint, geht’s vielleicht prima. Aber was, wenn in meinem Leben das Licht ausgeht? Was dann?

Wissen Sie: Die Adventszeit hat überhaupt nichts zu tun mit Sentimentalität. Sie hat stattdessen zu tun mit der Frage: Was machen wir Menschen jetzt, wo die Lichter langsam ausgehen? Was machen wir, wenn in unserem Leben die Lichter ausgehen? Jesus ist für die Dunkelheit gekommen. Für Dich und mich – in unserer Dunkelheit. Das ist nicht sentimental – das ist die entscheidende Sache, die entscheidende Frage: Woran orientiere ich mich, wenn bei mir das Licht ausgeht? Das Beispiel von dem ausfallenden Scheinwerfern sagt: Jesus ist nicht der Riesenscheinwerfer, der jede klitzekleine Ecke meines Lebens ausstrahlt. Aber er ist ein Licht, in dessen Schein ich immer die nächsten Schritte tun kann. Ich habe dann die Richtung. Und das ist wichtig im Leben!

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2. Advent: dem Licht begegnen

Es gibt heute viele, vielleicht auch heute Morgen, die denken bei sich: „Ich bin ein großes Licht!“ Aber das denken die nur. Laut sagen tut das keiner. Denn wenn das einer sagen würde, so in vollem Ernst: „Leute, mal ehrlich: ich bin ein großes Licht!“ – so einen würde doch keiner ernst nehmen. Jeder würde sich doch an die Stirn tippen und denken: “Der spinnt, der Angeber.”

Aber: genau das haben die Leute damals von Jesus auch gedacht, als der sagte: “In mir erfüllt sich die Adventsbotschaft des Jesaja, denn ich bin das große Licht der Welt.”

Das kannst Du heute, am 2. Advent 2016, auch so sagen, wenn Du willst – von Dir. Aber Du kannst auch etwas anderes machen. Jeder kann das: nachprüfen nämlich, ausprobieren, testen! Denn das ist überhaupt die einzige Möglichkeit, um herauszukriegen, ob das, was Jesus sagt, wahr ist oder nicht! Ich muss an Jesus herankommen, richtig nahe heran. Jesus nennt das Nachfolgen! Mitmachen. Erst dann erfahre ich, ob bei ihm Licht ist oder nicht.
Es gab einmal ganz früher, in der Anfangszeit des Telefonierens, kurz bevor durch die Handy-Variante dann jeder seine ganz persönliche Verbindung zur Welt mit sich herumschleppen konnte – es gab da einmal Telefonzellen – und unter denen einige, in denen erst dann ein Licht anging, wenn ich die Tür öffnete und auf eine Kontaktplattform trat. Viele Menschen mieden diese Zellen, weil sie dachten: Was soll ich in einer unbeleuchteten Zelle? Da kann ich keine einzige Telefonnummer wählen. Nur: erst wer solch eine Zelle betrat, der konnte erkennen, dass ihm erst im Augenblick des Betretens ein Licht aufging.

So ist das mit der Stelle in Jesaja und mit dem, in dem sich diese Stelle erfüllt – mit Jesus. Erst im unmittelbaren Kontakt mit diesem Bibelwort und mit Jesus Christus erlebe ich: das Licht geht an in meinem Leben. Es wird hell!
Willst Du das im Jahr 2016 noch erleben? Es gehört sicher etwas Mut dazu – aber auch ganz viel vernünftige Überlegung. Denn: ich erlebe etwas, wenn mir das Licht der Welt aufgeht in meine Dunkelheit hinein.

3. Die Konsequenzen des Advent

Überall in der Bibel ist Dunkelheit, Finsternis ein Bild für Sünde und Gottesferne. Sünde, Ungehorsam gegen Gott, das ist die größte, die eigentliche Finsternis. Und wir greifen über Advent hinaus, wenn wir uns in Erinnerung rufen: Als Jesus Christus mit ausgebreiteten Armen am Kreuz hing und sich die Finsternis über das Land ausbreitete, hat er die Finsternis, die über dem Leben der Menschen liegt und die Jesaja hier meint, weggewischt.
„Aber über dir geht auf der Herr“ – Seitdem kann jeder, der Sünde bekennt, ein neues Leben haben. Selbst meine und Deine finsteren Gemeinheiten können vom Licht der Vergebung überstrahlt werden. Nichts macht ein Menschenleben so hell wie Vergebung.

Mein biblisches Lieblingsbeispiel für die wunderbare Veränderung, die die Ankunft Jesu im Leben eines Menschen bewirken kann, für eindrucksvolle Konsequenzen des Advent, ist und bleibt für mich der Zachäus. Seine Geschichte wird im NT in Luk 19 geschildert, als dieser zu klein geratene Zolleinnehmer auf einen Maulbeerbaum steigt, um den vorbei schreitenden Jesus besser sehen zu können. Jesus bleibt damals vor dem Baum mit seiner seltsamen Frucht stehen und redet mit Zachäus. Er hat auch keine Probleme, sich selber mit seinen Jüngern an den Tisch des Zachäus einzuladen. Jesus kommt zu Zachäus. Und dann – verändert sich ein Mensch.

Zachäus erkennt auf einmal, was er jetzt zu tun hat. Er erkennt: es geht nicht um ein klammheimliches Durchsprechen einiger Punkte in meinem Leben. Es geht um etwas grundsätzlich Veränderndes! Das betrifft meine Umgebung; das will sich in meiner Familie fortsetzen; das hat mit meinen Mitmenschen zu tun. Zachäus sagt: „Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich vierfältig wieder zurück.“ Zachäus erkennt die Schuld und sein Versagen seines Lebens. Er sieht auf einmal im Lichte Jesu die dunklen, schwachen Stellen seines Lebens. Er begreift seine Lüge und seinen Egoismus. Jesus hat Licht in seine Verhältnisse gebracht.
Advent feiern heißt: den Mut haben, Jesus auch so direkt zu begegnen.

Denn am Ende sagt Jesus etwas Wunderschönes über Zachäus. Er sagt: „Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.“

Für Menschen, denen Jesus begegnet – und die daraus Konsequenzen für ihr Leben ziehen – gibt es immer wieder dieses `Heute‘. Und es wird zu einer scharfen Trennungslinie zum `Gestern‘. Gestern war Zachäus ein brutaler Geldeintreiber, ein Betrüger und Gauner. Heute hört der Betrug in seinem Leben auf. Ab heute hat das Zollamt einen neuen Vorsteher, die Familie einen neuen Vater, das Volk Gottes ein neues, von Christi Vergebung gereinigtes Mitglied. Dem Hause Zachäus ist Gottes Heil widerfahren. Es ist alles neu geworden im Leben dieses Mannes. Statt der Unzufriedenheit herrscht Freude. Statt der Traurigkeit neue Hoffnung. Adventsfreude und – hoffnung des Zachäus, Freude darüber, dass Jesus mit seinem wunderbaren Licht zu ihm, dem Zöllner gekommen ist.

Wir sind doch alle, jeder an einer anderen Stelle, auf dieses Heil Gottes angewiesen. Irgendwo ist Erneuerung und Korrektur nötig – bei mir und bei Dir. Jesus kommt. Er will auch in unser Leben sein Heil und seine Freude hineinschenken. Es ist sicher nicht immer leicht, Jesus wieder sehr offen in das eigene Leben, in die eigenen vier Wände hineinschauen zu lassen. Aber – wie soll es denn sonst gehen mit uns? Wir brauchen doch dieses Heil Jesu wie die Pflanze das Licht!

Finsternis bedeckt auch 2016 das Erdreich; und Dunkel breitet sich auch am Ende dieses Jahres über so vieles, was in unserem Leben zwischen Gott und uns steht. Aber – das alles kann sich ändern – auch bei uns. Jesaja macht auch mir und Dir Mut dazu, wenn er ruft: „Mache Dich auf, werde licht. Denn Dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über Dir!“
Das Licht Gottes ist unterwegs zu mir und zu Dir, in mein und Dein Leben, in unsere Wohnungen, in unser Haus. Und nicht nur ein Zachäus kann einsehen, was er an Konsequenzen aus dem Advent ziehen kann – für sein ganzes weiteres Leben.

„Heute ist diesem Hause Heil widerfahren“ – von solchen heilen Häusern lebt die Gemeinde Jesu – weltweit und hier in FFB. In diesen Häusern kann der Glaube gelebt und bezeugt werden. Diese Häuser sind Zellen des Lebens. Ob uns dieses ausgehende Jahr 2016 wieder ganz neu diese heilen Häuser schenkt, Licht durchflutet im Sinne von Jesaja 60? Jesus möge das mir und Dir schenken. Eine gesegnete Adventszeit 2016!

Amen

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