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#GaK2017 | Charismen – Gnadengaben – Geistesfrüchte und –früchtchen

Das Thema „Gnadengaben“, auch bezeichnet als „Geistesgaben“, ist in vielen evangelikalen Gemeinden sehr umstritten. Die verschiedenen Lehren zu diesem Thema könnten gegensätzlicher kaum sein.
Zum einen gibt es die meist in brüdergemeindlichen Kontext anzutreffende Lehre, die Gnadengaben hätten bis auf einige wenige aufgehört, in der christlichen Gemeinde zu existieren.
Dem entgegen steht die Lehre der Charismatischen und Pfingstgemeinden, die die Gnadengaben teils sehr exzessiv betreiben und zum Teil auch überbewerten.

Auch im Bund FeG gibt es hier sehr unterschiedliche Auffassungen, wobei die Dokumente unseres Gemeindebundes eine moderate und ausgewogene Auffassung bevorzugen.

Aber in manchen FeG´s wird durchaus gelehrt, dass nach 1. Kor 13 die Gnadengaben, hauptsächlich die spektakulären Gnadengaben wie Prophetie und Reden in fremden Sprachen (auch genannt Glossolalie oder „Zungenrede“) nicht mehr existieren, da ihre Wirkung in der Gemeinde Jesu heute beendet und unwirksam ist. Somit wird sämtliche Glossolalie und Prophetie (die sich oft darin ausdrückt, dass einzelne Gemeindeglieder Bilder oder Eindrücke haben) als seelisches Ereignis oder gar als dämonisch hingestellt. Vor allem die Glossolalie gilt manchen als ein Indiz der Endzeit und des Abfalls der Gemeinde Jesu vom Weg des Glaubens. Die Aufklärungsarbeit gegen die Charismatischen Gemeinden wird dementsprechend anstelle der Mission als eine Hauptaufgabe der Gemeinde definiert, die Lehren der Charismatischen Gemeinden werden oftmals als Irrlehren betrachtet. Demzufolge begreift man es als eine geistliche Herausforderung, diejenigen, die sich den spektakulären Gnadengaben öffnen wollen, davor zu retten. Dahinter kann stehen die Angst, sich dem nicht rational nachvollziehbaren Wirken Gottes zu öffnen; es besteht ja die Gefahr, sogleich von dämonischem Wirken gefangen und beeinflusst zu werden.

Manche Charismatiker tragen samt ihren Gemeinden leider auch nicht zu mehr Verständnis für die Gnadengaben des HG bei, weil extreme Auffassungen, auch zur Handhabung von Charismen, lautstark vertreten werden und ein ausgewogener Umgang mit ständig erwarteter Wunderwirkung und tatsächlicher Glaubenserfahrung nicht stattfindet.

Aber wie denn sind solche, real stattfindenden Phänomene (nachprüfbare Krankenheilung, Sprachenrede und Auslegung, prophetisches Reden) und deren Auswirkungen auf manche Glaubenden zu erklären? Haben die Gnadengaben heute wirklich aufgehört – manche Gemeinden scheinen sie ja auch gar nicht mehr zu erleben oder zu empfangen – oder existieren sie heute noch? Und wenn ja, wie ist damit in den Gemeinden umzugehen? Wie wollen wir mit den Schätzen des Heiligen Geistes umgehen, wie mit den Früchten des Geistes und den Charismen?
Auf diese und andere Fragen wollen wir in den kommenden Wochen in verschiedenen Predigten einzugehen versuchen; wir wollen in Hauskreisgesprächen versuchen, uns einem ausgewogenen Umgang mit diesen Fragen und Phänomenen zu nähern – und dann schauen, was Gott und wo er uns verändern oder bestärken kann.

Gott möge uns durch seinen Geist darin begleiten und segnen.

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