Nachbericht zum großen Frauenfrühstück vom 11.03.2017: „Perfekt, aber k.o.“

Um es gleich vorweg zu nehmen: Falls du den Vortrag bis zum Ende durchgestanden, ja verinnerlicht hast, schaust du in den Spiegel und sagst hoffentlich nie mehr „perfekt, aber k.o.“, sondern: „Ich bin zwar nicht perfekt, aber dennoch voll o.k.!“

Damit sich unsere Betrachtungsweise derart ändert, konnte man bei der Gastrednerin Waltraud Eichinger einen ganzen Bilderbogen voll persönlicher Erfahrung, Ins-Gewissen-Reden und Anekdoten genießen: für jede etwas dabei und tatsächlich lohnend!

Das Frühlings-Frauenfrühstück fand am 11.März zu diesem Thema statt und fast 100 Frauen lauschten nach einer ausgiebigen, exzellenten Mahlzeit der Lehrerin und Bildungsreferentin Waltraud Eichinger, die uns u.a. mit schauspielerischem Talent und ihrem niederbayrischen Dialekt das Herz erwärmte.

Eine ihrer Geschichten handelte von der gerade bettlägerig gewordenen Frau, zu der eine Ärztin und Psychotherapeutin gerufen wurde. Die alte Dame fand es unerträglich, nicht mehr für andere sorgen zu können, sondern selbst eine Last zu sein. Was ihr Leben denn jetzt noch für Sinn habe?

Die Antwort, recht weise und von einer Christin gegeben, lautete:  Erstens gibt es in jeder Lebensphase noch etwas zu lernen: Sie dürfen sich jetzt auch mal helfen lassen, ohne zurückgeben zu müssen. 2. Jeder Mensch hat seinen Wert, unabhängig von seiner Leistung. Und noch 3. Sie können noch so viel tun! Wie dringend nötig hat unsere Welt Ihr Gebet!

… Du bist so viel mehr als deine perfekte Leistung – das kann man nicht oft genug wiederholen in einer Leistungsgesellschaft, der wir uns nie ganz entziehen können. Um aber nicht kaputt zu gehen, müssen wir eine Grenze ziehen, die Grenze unserer Möglichkeiten, legte Eichinger uns ans Herz.

Gefährlich werde Perfektionismus dann, erklärte die Referentin, wenn man seine Leistungsgrenze immer wieder überschreitet, weil man seine Selbstachtung vom Erfolg seiner Arbeit abhängig mache.

Einen Blick warfen wir auf Petrus, diesen Macher und vielleicht Perfektionisten, der sich gerne selbst erlöst hätte. Aber Jesus sagt ihm und uns: Du musst (und kannst) dich nicht selbst erlösen.

Bleibt mir zu wünschen, dass die vielen fleißigen Mitarbeiterinnen, die dieses Frühstück perfekt ausgerichtet haben, anschließend nicht völlig k.o. nach Hause wankten, sondern auch beschenkt wurden vom Lächeln und dem Dank der durch diese Auszeit erfrischten Gastfrauen.

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