Symbolbild "Auferstehung": Rotes Kreuz zwischen Pflanzen im Sand

Wenn aber Christus nicht auferstanden ist…

Und wunderbar, wenn der Heilige Geist es geschenkt hat, dass diese Predigt des Evangeliums heute Morgen das auch sein konnte: ein Gruß des Auferstandenen an seine Gemeinde. Wenn doch jeder von uns seine Bedenken gegen Jesus, gegen seine Auferstehung aufgeben und seinen Gruß erwidern würde – im wachsenden Vertrauen zu Jesus Christus und seinem Wort! – Warum?

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Wenn aber Christus nicht auferstanden ist…
Reihe
Datum
16.04.2017 – Ostersonntag
Länge
29:33
Bibelstelle
1. Korinther 15, 12-22
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

12 Wir verkünden alle übereinstimmend, dass Gott Christus von den Toten auferweckt hat. Wie können da einige von euch behaupten: »Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht!«? 13 Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann kann ja auch Christus nicht auferstanden sein. 14 Wäre aber Christus nicht auferstanden, so hätte unsere ganze Predigt keinen Sinn, und euer Glaube hätte keine Grundlage. 15 Mit Recht könnte man uns dann vorwerfen, wir seien Lügner und keine Zeugen Gottes. Denn wir behaupten doch: Gott hat Christus auferweckt. Das kann ja gar nicht stimmen, wenn die Toten nicht auferstehen! 16 Wie schon gesagt, wenn die Toten nicht auferweckt werden, dann ist auch Christus nicht auferstanden. 17 Wenn aber Christus nicht von den Toten auferweckt wurde, ist euer Glaube nichts als Selbstbetrug, und ihr seid auch von eurer Schuld nicht frei. 18 Ebenso wären auch alle verloren, die im Glauben an Christus gestorben sind. 19 Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen. 20 Tatsächlich aber ist Christus als Erster von den Toten auferstanden. So können wir sicher sein, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden. 21 Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen Einzigen die Auferstehung. 22 Wir alle müssen sterben, weil wir Nachkommen von Adam sind. Ebenso werden wir alle zu neuem Leben auferweckt, weil wir mit Christus verbunden sind.

Predigt

Ich möchte heute Morgen meine Lieblingsosterpredigt halten. Ich möchte mich mit Ihnen allen zusammen von Herzen freuen über die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

Der Predigttext für den heutigen Ostersonntag stammt aus einem Brief des Paulus, den ich sehr schätze, aus dem 1. Korintherbrief. Ich werde ihn gleich vorlesen.

Aber ich weiß nicht, wer von Ihnen sich schon einmal die Mühe gemacht hat, die Osterberichte der Evangelien zu vergleichen. Man kann das ziemlich leicht und übersichtlich anhand einer Synopse, einer Parallel – Gegenüberstellung der vier Evangelien. Und wer das tut, der macht ein paar interessante Beobachtungen. Und – er gewinnt ein paar Fragen dazu. Zum Beispiel:

– Wer hat denn nun Jesus Christus als Erster als den Auferstandenen gesehen? Petrus? Johannes? Die Frauen?

Und dann die Engel. Matthäus schildert einen Engel, der den Stein wegrollt. Die anderen Evangelisten sprechen von ein bis zwei Engeln, die sitzend mit den Frauen am Grab sprechen.

– Was also hat sich wie zugetragen, mag man weiter fragen.

Wer vertrauensvoll an diese Dinge herangeht, der sagt mit Recht: Hier schildern Zeitzeugen umwälzende Ereignisse aus ihrer ganz persönlichen Perspektive. Angesichts eines aus seinem Grab auferstandenen Gottes kann man nicht nüchtern – sachlich allein bleiben. Die Zeugen sind damals überwältigt. Und so sieht der eine zwei, der andere einen Engel am offenen und leeren Grab Jesu stehen. Wichtiger als die Menge der Engel aber  bleibt: Das Grab war leer! Und der Stein war weggerollt!

Nur: Kritiker haben an dem Ereignis der Auferstehung immer wieder ihre Zweifel festgemacht. Die einen bezweifelten die Auferstehung Jesu grundsätzlich. Die anderen fragten an: „Gut, „ so sagten sie, „Jesus mag ja auferstanden sein. Aber – das heißt doch noch nicht, dass es eine Auferstehung von den Toten für alle Menschen gibt!“

Genau diese Frage stellten sich zum Beispiel damals die Christen in der Gemeinde in Korinth. Sie waren unsicher geworden. Sie hatten erlebt, dass Angehörige, Christen sogar, schon gestorben waren. Und noch hatte sich nichts ereignet. Jesus war auch noch nicht wiedergekommen. Was also war denn nun?

Und ich finde: diese Fragen können auch Fragen am Ostersonntag 2017 sein! Wir wissen, wie sich auch Zweifel in die Herzen derer einschleichen können, die Jahr für Jahr von Ostern her die Auferstehung von den Toten und Jesu Wiederkunft ableiten. Und doch – was wird nun? Warten wir – oder zweifeln wir?

Deshalb heute morgen ein Bibeltext zu diesen Fragen

Paulus geht hier von genau dieser Anfrage an die Auferstehung von den Toten allgemein aus. Und dann macht er alles fest an der Auferstehung Jesu Christi.

Und seine Argumente basieren auf der These: Wenn keine Auferstehung von den Toten allgemein, dann auch keine Auferstehung Christi selbst. Und dann geht es los. Paulus sagt:

Wenn keine #Auferstehung von den Toten allgemein, dann auch keine Auferstehung Christi selbst. Klick um zu Tweeten

 

Ist Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich!

Wenn Jesus tot geblieben ist, sagt Paulus, wozu denn dann die vielen schönen Osterpredigten? Wozu denn dann diese Trostbotschaft von einem Auferstandenen, der immer noch im Grab liegt? Dann, so sagt Paulus, dann sind wir nichts als religiöse Fanatiker. Und Ihr, Ihr Zuhörer, Ihr seid bedauernswerte Abergläubige! Alles, was Euch zum Trost gesagt wird, was Euer Leben ermutigen soll, das ist dann falscher Zauber – nur dazu da, um das Jammertal Erde ein wenig fröhlicher zu gestalten!

Wenn die Jünger Jesu Opfer einer Verschwörung gegen die Wahrheit geworden sind, dann ist jede politische Rede hörenswerter als diese morgendlichen dreißig Minuten; dann ist jedes Osterkonzert im Fürstenfelder Klostergarten ein Grund, diesen Gottesdienst zu verpassen!

Das sagt Paulus. Und er sagt weiter:

 

Ist Christus nicht auferstanden, so ist auch euer Glaube vergeblich!

Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, dann krachte die Stütze unseres geistlichen und irdischen Lebens mit Getöse in sich zusammen. Das Fundament unseres Glaubenslebens würde sich auflösen. Der Glanz christlicher Botschaft und alle Hoffnung unseres Lebens wären dahin!

Glaube – das ist die Kraft der Christen. Von Gott geschenkt, um sich aus einem rein irdischen Denken endlich herauszulösen zu vertrauensvoller Hoffnung auf etwas Großes in der Gewissheit eines geschenkten neuen Lebens. Im Glauben konnte Abraham die grausige Unsicherheit einer neuen Zukunft annehmen. Im Glauben konnten Menschen ihr Leben wegschenken für andere. Im Glauben geschahen bis heute Taten und Wunder.

Wenn die Jünger Jesus bloß gestohlen haben aus seinem Grab – wie ja bis heute immer wieder behauptet wird – dann ist das alles nichts weiter als toter Staub! Vergeblicher Glaube! Und weiter:

 

Ist aber Christus nicht auferstanden, dann würden wir als falsche Zeugen Gottes herausgestellt, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt.

Paulus sagt: Wir Prediger der Guten Nachricht machten uns schuldig vor Gott und den Menschen. Wir ständen auf der Stufe eines San Myung Mun, einer Mary Baker-Eddie, eines Ron Hubbard – auf der Stufe also eines der vielen Verführer unserer Zeit. Wir würden die Menschen bewusst belügen, ihre Ängste aufgreifen und neue, aber unbegründete Hoffnung daneben setzen. Wir würden ihnen ein Wunderland vorspiegeln – Wohnungen im Himmel! Wir würden sie auf eine Klippe schicken, von der hinunter sie in den Abgrund des Todes stürzen würden.

– Es ist grausam, sich das vorzustellen. Aber mancher Seelsorger lebt schon heute in diesem Glauben – weil man den Glauben an die Auferstehung Jesu von den Toten in ihm zertrümmert hat. Mancher Pastor oder Pfarrer steht heute Morgen auf der Kanzel, um die Osterbotschaft vom auferstandenen Christus zu predigen – und in seinem Herzen glaubt er nicht daran. Wie schwer muss das sein – für ihn selber und seine Zuhörer.

Nur, so sagt Paulus in 1. Kor:

Wenn die Jünger selber die Grabestücher Jesu schön zusammengefaltet haben, dann ist wirklich alles aus! Dann müssen die Kanzeln zu Recht verwaisen. Und es kommt noch schlimmer:

Ist Christus aber nicht auferstanden, dann seid Ihr noch in Euren Sünden!

Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, dann müssten wir alles vergessen, was wir von der Vergebung wüssten. Alles wäre dann stattdessen so, wie im Alten Testament beschrieben. Es gäbe keine Versöhnung mit dem Gerechten Gott. Und Gott müsste eine riesige Fläche mit Kreuzen pflastern, um an seinem großen „dies irae“, an seinem Tag des Zorns, 99,9 % aller jemals existierenden Menschen vom Tode in den ewigen Tod zu befördern.

Unser ganzes Leben würde wieder aufstehen. Kein Augenblick unserer Sünde wäre vergeben. Alles wäre noch da! Alles bliebe vor Gottes Augen gegenwärtig. Kein neuer Anfang!! Wie in einem Sumpf von Dreck gingen wir hilfeschreiend unter. Was bliebe da noch außer dem Freitod

An der Sünde wird die Konsequenz einer nicht geschehenen Auferstehung Jesu vielleicht am deutlichsten. Denn die Sünde ist ja der eigentliche Auslöser für Kreuzigung und Auferstehung.

Und wenn Sie die Auferstehung Jesu anzweifeln, dann vergessen Sie nicht: Ihr Leben wird gegen Sie aufstehen. Ihre Sünde wird einmal aufstehen gegen Sie und Sie in die Hölle stoßen.

Wenn die Jünger es geschafft haben damals, mit starken Vierkanthölzern den Stein vom Grab zu wälzen und Jesus abzutransportieren, dann kann Gott uns Sünder nicht annehmen und retten!

Paulus aber ist immer noch nicht am Ende. Er sagt:

 

Ist Christus nicht auferstanden, so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren!

Das wäre dann doch klar: ein schreckliches Erwachen drohte allen denen, die in der Hoffnung auf Erlösung gestorben sind. Mit der Zuversicht eines geordneten und wohlvorbereiteten Lebens sind sie gestorben. Und jetzt lacht ihnen die Fratze des Bösen entgegen – und triumphiert! Denn auch ihre Sünde ist nicht vergeben.

Ist das nicht schrecklich? Dann wäre wirklich alles verloren, was Frohe Botschaft ausmacht. Ich könnte mich dann doch nur noch fragen: sollte ich nicht endlich anfangen, das Leben in vollen Zügen zu genießen und auszuschöpfen? Wenn ich morgen ja doch tot bin – dann nur schnell und zielstrebig gelebt!

Wenn die Jünger die Wachen bestochen haben damals am Felsengrab in Jerusalem und Jesus selber fortgeschafft haben, dann ist die Hoffnung der Welt erloschen!

Und die letzte Konsequenz, die Paulus nennt:

 

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen!

Damit sagt Paulus ja: Es gibt, wenn Christus nicht auferstanden ist, immer noch die Möglichkeit, ihn wenigstens für das irdische Leben „auszuschlachten“. Dann sind seine Worte Trost und Hilfe in schweren Tagen. Dann ist er uns wenigstens Vorbild. Dann ruft er uns in unsere Realität, um sie anzupacken. Und in vielen Zeitungen mag dann die Osterkolumne lauten wie diese:

„Wir müssen uns den Anforderungen der Gegenwart stellen, anstatt in österliche Visionen zu verfallen. Und wenn es auch egal ist, ob ein Scheintoter möglicherweise noch ein paar Jahre länger gelebt hat – wir sollen Zeichen des Lebens setzen in einem ringsum bedrohten Dasein!“

Und sehen Sie, hier sind wir im Jahr 2017 ganz nah an diesem Satz des Paulus: „Hoffen wir allein  in diesem Leben auf Christus…“

So ist es doch bei den meisten Menschen, die Jesus Christus noch irgendwie mit Gott und der Bibel in Verbindung bringen: Vorbild, Aufmunterer – das ist er für den Gedanken, die Hoffnung nicht sinken zu lassen auch in einem ringsum bedrohten, alltäglichen Dasein. Und die meisten Menschen heute finden, dass das genug ist. Dass ein bisschen Aufmunterung genug ist als Folgerung aus der Osterbotschaft.

Und so ergeht an die Adresse der fortschrittlichen Christen in Kirche und Partei diese Antwort des Paulus: „Wir sind die elendesten unter allen Menschen.“

Wenn das alles ist – dann ist das grauenhaft wenig. Dann sind wir verelendet in unserem ganzen Reichtum. Dann ist alle Hoffnung nur ein aufgeblasener Luftballon, dann leben wir wie ein Mensch im Zentrum einer Bombe. Das ist die größte aller Lügen, Christus im Diesseits enden zu lassen – heimlich oder öffentlich. Dabei verelenden wir. Wenn Christus nicht auferstanden ist, leben wir in tiefster Finsternis. Dann ist der Karfreitag so düster, wie ihn die Jünger Jesu damals in der Tat gesehen haben.

Aber nun müssen wir endlich weg von all diesen Gedanken! Wir haben heute nicht den Karfreitag zu predigen. Wir feiern Ostern! Und mit dem Apostel Paulus zusammen feiern wir Ostern – mit ihm, der das leere Grab nie gesehen hat, der auch keine Pilgerreise nach Jerusalem gemacht hat, weil ihm Jesus Christus selber vor Damaskus und dann immer wieder tagtäglich begegnet ist. Mit Paulus zusammen lassen Sie uns nun ein für allemal ausrufen und herausjubeln: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als der Erste der Verstorbenen!“ Höre, alle Welt: Er ist auferstanden! Muss sich nicht unsere Stimme überschlagen vor Freude? Kann uns da noch etwas auf unseren Stühlen halten?

Wer sich die Konsequenz der Lügentheorie vom gestohlenen Christusleib klarmacht, der wird ganz und gar erfasst und mitgerissen von diesem unendlichen Reichtum, der sich mit Ostern eröffnet: der Sohn Gottes triumphiert über den Tod. Er besiegt nicht nur die Sünde; er besiegt alles, alles, was an Mächten in diesem Kosmos existiert!

Und dann lässt der auferstandene Herr sich selber sehen und identifizieren. Vor unseren Gerichten genügt die Aussage zweier Zeugen, um einen Zusammenhang zu stützen. Jesus Christus ist als Auferstandener von mehreren hundert Menschen gesehen worden.

Also: nicht der verzweifelte Glaube einiger entmutigter oder besonders pfiffiger Jünger damals hat die Botschaft von der Auferstehung Jesu ins Leben gesetzt. Jesu Auferstehung ist ewiger Erweis der Kraft Gottes! Gott selber, so sagt die Bibel, hat mächtig gehandelt:

„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten!“…VV 20-22

Was lässt sich nun für uns ableiten an Konsequenzen aus der Auferstehung Jesu Christi? Ich sehe 6 Konsequenzen.

 

 

1. Konsequenz: Weil Jesus auferstanden ist, handeln alle diejenigen konsequent, die Zeugen des Auferstandenen sein wollen.

Wie sind alle miteinander keine falschen Zeugen, wenn wir von Jesus als dem Auferstandenen reden; stattdessen sind wir Boten göttlicher Wahrheit. Den Menschen und der Welt zum Heil reden wir! Es gilt, die Hoffnung zu verbreiten, die sich aus der Frohen Botschaft Gottes ergibt: Jesus ist wahrhaftig auferstanden!

 

2. Konsequenz: Weil Christus auferstanden ist, verheißt Gott den Menschen Freiheit von Sünde.

Es ist wahr, was wir am Karfreitag bezeugen: wir sind tote Sklaven für die Sünde! Wir können freiwerden von Zwang, Sucht, Hassgedanken, Egoismus, Geiz, Angst, Trauer. Für das alles ist Jesus gestorben und auferstanden. Diese Freiheit will sichtbar werden auf den Gesichtern und im Leben der Christen heute! Auch auf meinem und auf Deinem Gesicht. Wir haben Grund zu dankbarem Strahlen: Christus ist wahrhaftig auferstanden!

 

3. Konsequenz: Weil Jesus auferstanden ist, hat der Glaube Zukunft.

An die Frohe Botschaft vom Auferstandenen glauben heißt: die einzig bleibende Realität der Welt be – und ergriffen haben. Wer glaubt, erfährt die Auferstehung Jesu am eigenen Leibe. Er entdeckt, wie konkret Gott auf Gebete reagiert; wie Lebensverhältnisse und Menschen sich verändern. Und die Kraft des Auferstandenen wird auch ihn verändern. Hörst Du das: es braucht nichts und niemand mehr zu bleiben, wie es oder er ist: ich nicht und Du nicht! Denn: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

4. Konsequenz: Weil Jesus auferstanden ist, darf und muss gepredigt werden von der Versöhnung zwischen Gott und Mensch, von Erlösung, von Freiheit und Hoffnung.

Diese Botschaft ist nicht Vorspiegelung einer schönen heilen Welt, sondern bestätigtes und bestätigendes Reden von dem Weg zum Leben. Die Predigt des Evangeliums, wo immer sie in der Gemeinde geschieht, ist ein freundlicher Gruß des Auferstandenen. Und sie ist die stärkste und beste Botschaft, die diese Welt je gehört hat: Jesus ist auferstanden!

 

5. Konsequenz: Weil Jesus auferstanden ist, brauchen Menschen keine letzte Angst vor dem Tod mehr zu haben.

Wer sich Jesus Christus anvertraut, hat durch einen vielleicht quälenden Sterbevorgang hindurch die Gewissheit: Ich werde in die Neue Welt Jesu hinein auferstehen. Mein Leben wird weitergehen in seiner Nähe. Vielleicht erfüllt mich noch das Grauen vor der Einsamkeit des eigenen Sterben Müssens. Aber die letzte Angst vor dem Verlöschen und Untergehen ist aufgehoben in der am Auferstandenen festgemachten Hoffnung auf eine eigene Auferstehung von den Toten. Der Auferstandene Jesus Christus gibt mir Teil an der Kraft seiner Auferstehung!

 

6. Konsequenz: Weil Jesus auferstanden ist, lebt unsere Hoffnung nicht nur im Diesseits. Sie hat eine ewige Dimension.

Unsere Hoffnung geht über den Tod hinaus und rechnet mit dem sichtbaren Wiederkommen des Gottessohnes. Die Wohnungen im Himmel werden wir einmal bewohnen! Wir sind nicht die elendesten unter den Menschen, sondern freie und beschenkte Kinder Gottes.

Und das alles ist so, weil sich die Auferstehung Jesu nicht einfach beiseite rücken lässt, sondern – weil sie so stattgefunden hat, wie sie die Osterberichte beschreiben: als Gottes Geschehen zu unserer Rettung. Ganz persönlich, ganz neu und im Durchbrechen aller Naturgesetze.

Der Wunsch „Gesegnete Ostern“ ist nicht so dahingesagt. Er ist der freudige Gruß der Gemeinde Jesu in der Beglückung über die Erfahrung: „Es ist nichts beim Alten geblieben! Wir sind tote Sklaven der Sünde und leben Gott in Christus, unserem Herrn.“

Und wunderbar, wenn der Heilige Geist es geschenkt hat, dass diese Predigt des Evangeliums heute Morgen das auch sein konnte: ein Gruß des Auferstandenen an seine Gemeinde.

Wenn doch jeder von uns seine Bedenken gegen Jesus, gegen seine Auferstehung aufgeben und seinen Gruß erwidern würde – im wachsenden Vertrauen zu Jesus Christus und seinem Wort! – Warum?

Weil dann auch für Dich wahr wird, was Martin Luther seelsorgerlich einer Frau vor 400 Jahren sagte, die Barbara Lisskirchen hieß und die „mit der Anfechtung mit der ewigen Vorsehung hoch bekümmert“ war, was soviel heißt wie: „die ihre starken Zweifel an der Auferstehung Jesu hatte“.

Luther sagte ihr – und damit schließe ich:

Sobald Du von Christus wegblickst auf Gottes Verborgenheit, versinkst Du wie Petrus in der Flut.

Unter allen Geboten Gottes ist das höchste, dass wir seinen lieben Sohn, unsren Herrn Jesus Christus, uns vor Augen stellen sollen; der soll unsers Herzens täglicher Spiegel sein, darin wir sehen, wie lieb uns Gott hat, dass er auch seinen lieben Sohn für uns gegeben hat. Hier, hier, sage ich, lernt man die rechte Kunst der Versöhnung und sonst nirgends. Da wird sich finden, dass Ihr an Christum glaubet. Glaubet Ihr, so seid Ihr auch gewisslich zum Heil vorherbestimmt. Unser Herr Jesus zeige Euch seine Füße und Hände und grüße Euch freundlich im Herzen, auf dass Ihr Ihn allein ansehet und höret, bis dass Ihr fröhlich in Ihm werdet. Amen!

Und mit diesem Wort von Martin Luther: Gesegnete Ostern 2017 Ihnen allen!

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