Symbolbild "Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!": Nahaufnahme Reed-Graß vor Sonne im Himmel

Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht „Tut Buße“, hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.

Daten

Prediger
Thorsten Hegenscheidt
Thema
Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
Reihe
Jugendgottesdienst
Datum
14.07.2017
Länge
22:59
Bibelstelle
Matthäus 4,17
Thorsten Hegenscheidt
Thorsten Hegenscheidt

Lesungstext

17 Von da an begann Jesus zu predigen: „Kehrt um zu Gott! Denn Gottes himmlisches Reich ist nahe.“

Predigt

Einleitung

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unsere, Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Dominus et magister noster Iesus Christus dicendo ,Penitentiam agite etc. omnem vitam fidelium penitentiam esse voluit.

Martin Luther, 1517: These 1: Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht „Tut Buße“ usw. , hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.

  • hier genannter Vers Mt 4,17 ist erste und einzige Bibelstelle in den 95 Thesen
  • Bibelstelle „startete“ die Reformation
  • im Original keine Versangabe, da
    • alle bibelfest waren und
    • nur eine lateinische Bibelübersetzung (Vulgata),
    • da reichte ein kurzes Zitat (, – ich musste lesen)
    • Verszählung war noch nicht eingeführt

Der Bibelstelle steht zwischen Versuchung Jesu in der Wüste und vor Jüngerberufung

  • Aussage für jeden. Ob Gemeindemitglied, Bibelferner, Pharisäer. Der Vers gilt für alle.
  • Urgeschichte (vor Noah und erstem Bund) → geht auch alle an

Buße hat eine positive Motivation

Erster Eindruck Mt 4,17 für mich

Anspiel 1: Eltern kommen zurück, Schulaufgabe morgen

Eindrücke

  • „Ah, Schreck, jetzt aber schnell …“
  • Hektik kommt auf, alarmierend, schnell aufräumen
  • das schlechte Gewissen wird angesprochen
  • aber Spuren verwischen geht nicht richtig
    • Krümel bleiben liegen
    • Bei mir früher: Nachttischlampe blieb heiß, Geruch?

Aber beim Lesen fällt auf

  • Hier ist eine wichtige Zusage dabei: Gott ist nahe
  • positiv, es kommt, was ich mir wünsche, was ich will.
  • Buße macht Sinn, weil Gott nahe ist und zu mir kommen will.
  • Seine Herrschaft bricht, das will ich erleben. Darauf freue ich mich. Es ist gut, dass Gott kommt.
  • Als Kind war ich auch beruhigt, als Mama abends wieder daheim war

 

Was ist Problem beim Thema Buße? Es klingt nach

  • Ich muss mehr machen
  • Ich muss mich schlecht fühlen, weil ich schlecht bin

Buße ist kein Leistungsthema, sondern Verteilung meiner Energie.

  • vgl Lehrersprechtag: Schwätzen im Unterricht. Die Menge der Kommunikation stimmt, aber die Richtung sollte anders sein. Buße heißt das Richtige tun, auch wenn es schwerer fällt

Buße erfolgt auf dem Weg zu Gott hin, bei Gott ist und wartet Gnade

Buße beginnt bei der Frage: wer bin ich?

Anspiel 2: Wer bist Du? Ich bin Mensch.

Wir nennen

  • Namen
  • Beruf
  • Funktion
  • aber nahezu keiner sagt: Ich bin ein Mensch

Doch das ist Voraussetzung für Buße.

  • Ich stehe nicht in meiner Funktion (Kollege, Vater, Prediger, Nachbar,…)
  • sondern als Mensch vor Gott.
  • nicht als Held, Ritter, Prinzessin,
  • sondern zerbrechlicher, einfacher, hilfsbedürftiger und schwacher Mensch.

Aber: Nicht als schlechter Mensch, denn alles was Gott geschaffen hat ist gut,

sondern als fehleranfälliger Mensch, als fehlerbegehender Mensch

Ich bin ein oberflächliches, zorniges, ungeduldiges Lieblingsgeschöpf unseres Herrn.

Bin ich bereit mich so zu sehen? Einfach nur als Mensch.

Und damit Gott

  • als Gott, König der Welt.
  • Als einen, der mit etwas befehlen darf

Übrigens: Buße ist nicht Strafe,

  • denn Strafe kommt nach dem Gericht
  • Jesus meint hier ein Verhalten vor dem Gerichtsspruch Gottes

Buße enthält Selbstbetrachtung, stimmt die Richtung meiner Kommunikation, was ist leeres Geschwätz mit dem Banknachbarn und was ist Mitmachen im Unterricht Gottes.

Konkretes von hier oben zu fordern, wäre überheblich. Sprecht selber mit Gott.

 

Es ist keine Entschuldigung zu sagen, ich bin Mensch. Das entschuldigt nichts. Das ist der Anspruch. Ich bin Mensch, also handle ich menschlich; Gott ist Gott und der handelt göttlich. Nicht als Leiter, nach meiner Vorstellung eines guten Leiters handeln, sondern als Mensch, Menschen gegenübertreten. Nicht als eifriges Gemeindemitglied, als Gottesdienstbesucher (freundlich, ruhig, geduldig) im Gottesdienst sein, sondern als Mensch vor Gott hier sein. Das ist der Anspruch, das Maß.

Vollkommenheit verlangt Grenzen.

Was bedeutet das?

Anspiel Ein perfekter Kreis aus Ketchup

Ich brauche die Grenzen Gottes zum vollendeten Mensch-Sein

 

Kreis verlangt

  • Anlehnen an die Glaswand. Hand Gottes.
  • Akzeptiere ich die Grenze, die er mir setzt (ich will nur Hilfe und kein Halt. Wenn ich Halt will, muss ich ein Halt akzeptieren können)
  • Auch ein zu enges Zusammenziehen ist kein Kreis.
  • Nehme ich den Raum, von dem Gott will, dass ich ihn fülle. Beide Richtungen: Überheblichkeit (Immer man drauf, entschuldigen geht später noch) und Übervorsicht (Bloß keinen sichtbaren(?) Fehler machen, bloß niemand zu nahe treten).

Bei mir: Was ist das?

  • Ich pendle zwischen Angst und Übermut, Klein-Denken und Größenwahn
  • Merke ich, wo mir Gott fehlt. Tut mir das leid?
    • Sehe ich das als Schwäche oder
    • sage ich; na gut, dann eben selber.
  • Felder Überheblichkeit, Nachlässigkeit, Zorn, … .
  • Nicht von vorne gesagt, es ist ja Buße mit Gott.
  • Hast Du zu Gott und dem Menschen, wo ich nicht menschlich gehandelt habe, Entschuldigung gesagt? Büro-Bsp.

 

Fragt ihn, was für euch wichtig ist. Zusammen mit Gott und Blick zu ihm

Buße ist

  • nicht in der Ecke zu weinen – das hilft keinem.
  • Es ist korrigierendes Eingreifen in meine Geschichte, wo ich ohne Gott unterwegs war.

Kleine Schritte,

  • lieber täglich ein bischen Aufräumen, als einmal im Jahr alles.
  • Vgl Luther „das ganze Leben lang“

Das Wichtige bei Buße ist

  • nicht, dass es mir weh tut (das wäre ja Strafe),
  • das wichtige ist, dass mir bewusst wird, wie sehr mir Gott fehlt. Mit seiner Hand, mit seiner Wand.

Schluss

Zum Schluss meine Zusammenfassung,

was ist Tossi am Vers der ersten These wichtig geworden. „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“.

  1. Die positive Grundeinstellung zum Wort Buße, denn: Alles wird gut, Gott kommt zu mir. Dafür bin ich dankbar.
  2. Buße verlangt meine Einsicht: Ich bin ein Mensch. Gott ist Gott. Ich will menschlich handeln und Gott darf göttlich handeln
  3. Ich merke, ich spüre, dass mir Gott fehlt und suche wieder den Kreisrand. Wo ich übermütig war, von außen; wo ich zu ängstlich war, von innen.

 

Ich stimme der ersten These von Martin Luther zu: Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht „Tut Buße“ usw. , hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.

 

Amen.

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