Symbolbild Pfingsten, Heiliger Geist: Mosaik der Jünger mit Feuerzungen

Der Heilige Geist schenkt Veränderung!

Vor 20 Jahrhunderten wurde in einer Gruppe von Jüngern eine Kraft aktiv, da explodierte der Heilige Geist so plötzlich, dass alle äußerst überrascht waren – die Jünger Jesu Christi, aber auch die Zuhörer. Tausende wurden vom Reden des Geistes Gottes angerührt und umgewandelt.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Der Heilige Geist schenkt Veränderung!
Reihe
Kurzandachten
Datum
04.06.2017
Länge
17:16
Bibelstelle
Apostelgeschichte 1,8; 2,38 – 4,7
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

Apostelgeschichte 1,8

Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa, in Samarien und überall auf der Erde.“

Apostelgeschichte 2,38 – 4,7

38 »Kehrt um zu Gott!«, forderte Petrus sie auf. »Jeder von euch soll sich auf den Namen von Jesus Christus taufen lassen! Dann wird euch Gott eure Sünden vergeben, und ihr werdet den Heiligen Geist empfangen. 39 Diese Zusage gilt euch, euren Nachkommen und den Menschen in aller Welt, die der Herr, unser Gott, zu sich herbeirufen wird.« 40 Petrus sprach noch lange mit ihnen und forderte sie eindringlich auf: »Lasst euch retten vor dem Gericht Gottes, das über diese verdorbene Generation hereinbrechen wird.« 41 Viele Zuhörer nahmen die Botschaft von Petrus an und ließen sich taufen. Die Zahl der Gläubigen wuchs an diesem Tag um etwa dreitausend.

Die erste Gemeinde

42 Alle, die zum Glauben an Jesus gefunden hatten, ließen sich regelmäßig von den Aposteln unterweisen und lebten in enger Gemeinschaft. Sie feierten das Abendmahl6 und beteten miteinander. 43 Eine tiefe Ehrfurcht vor Gott erfüllte alle Menschen in Jerusalem, und er wirkte durch die Apostel viele Zeichen und Wunder. 44 Die Gläubigen lebten wie in einer großen Familie. Was sie besaßen, gehörte ihnen gemeinsam. 45 Wenn es an irgendetwas fehlte, war jeder gerne bereit, ein Grundstück oder anderen Besitz zu verkaufen und mit dem Geld den Notleidenden in der Gemeinde zu helfen. 46 Tag für Tag kamen die Gläubigen einmütig im Tempel zusammen und feierten in den Häusern das Abendmahl. In großer Freude und mit aufrichtigem Herzen trafen sie sich zu den gemeinsamen Mahlzeiten. 47 Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk geachtet und anerkannt. Die Gemeinde wuchs mit jedem Tag, weil der Herr viele Menschen rettete.

Gottes Wunder an einem Gelähmten

1 An einem Nachmittag gegen drei Uhr gingen Petrus und Johannes zum Tempel. Sie wollten dort am öffentlichen Gebet teilnehmen. 2 Zur selben Zeit brachte man einen Mann, der von Geburt an gelähmt war, und setzte ihn an eine der Tempeltüren, an das sogenannte Schöne Tor. Er wurde jeden Tag dorthin getragen, damit er die Leute, die in den Tempel gingen, um Almosen anbetteln konnte. 3 Als Petrus und Johannes den Tempel betreten wollten, bat er auch sie um Geld. 4 Sie blieben stehen, richteten den Blick auf ihn, und Petrus sagte: »Schau uns an!« 5 Erwartungsvoll sah der Mann auf: Würde er etwas von ihnen bekommen? 6 Doch Petrus sagte: »Geld habe ich nicht. Aber was ich habe, will ich dir geben. Im Namen von Jesus Christus aus Nazareth: Steh auf und geh!« 7 Dabei fasste er den Gelähmten an der rechten Hand und richtete ihn auf. In demselben Augenblick konnte der Mann Füße und Gelenke gebrauchen. 8 Er sprang auf und konnte sicher stehen, lief einige Schritte hin und her und ging dann mit Petrus und Johannes in den Tempel. Außer sich vor Freude rannte er umher, sprang in die Luft und lobte Gott. 9 So sahen ihn die anderen Tempelbesucher. 10 Sie erkannten, dass es der Bettler war, der immer an dem Schönen Tor des Tempels gesessen hatte. Fassungslos und voller Staunen starrten sie den Geheilten an. Wieso konnte er jetzt laufen? 11 Alle drängten aufgeregt in die Halle Salomos. Dort umringten sie Petrus, Johannes und den Geheilten, der nicht von der Seite der Apostel wich.

Petrus predigt im Tempel

12 Als Petrus die vielen Menschen sah, sprach er zu ihnen: »Ihr Leute aus Israel! Warum wundert ihr euch darüber, dass dieser Mann jetzt gehen kann? Und weshalb starrt ihr uns an? Glaubt ihr denn, wir hätten diesen Gelähmten aus eigener Kraft geheilt oder weil wir so fromm sind? 13 Nein, es ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Vorfahren, der uns mit dieser Wundertat die Macht und Ehre seines Dieners Jesus gezeigt hat. Diesen Jesus habt ihr an Pilatus ausgeliefert und verleugnet, obwohl Pilatus entschlossen war, ihn freizulassen. 14 Für den, der ganz zu Gott gehörte und ohne jede Schuld war, habt ihr das Todesurteil verlangt, aber den Mörder habt ihr begnadigt. 15 Ihr habt den getötet, von dem alles Leben kommt. Aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Das können wir bezeugen. 16 Das Vertrauen auf Jesus und die Macht seines Namens haben diesen Mann hier vollständig geheilt. Ihr alle kennt ihn und wisst, dass er gelähmt war. Doch nun ist er vor euren Augen gesund geworden durch den Glauben, den Jesus in ihm geweckt hat. 17 Ich weiß, liebe Brüder und Schwestern, euch war nicht klar, was ihr damals getan habt, und auch eure führenden Männer wussten es nicht. 18 Doch so hat Gott erfüllt, was er durch alle Propheten angekündigt hatte: Der von ihm versprochene Retter musste leiden. 19 Jetzt aber kehrt um und wendet euch Gott zu, damit er euch die Sünden vergibt. 20 Dann wird auch die Zeit kommen, in der Gott sich euch freundlich zuwendet. Er wird euch Jesus senden, den Retter, den er für euch bestimmt hat. 21 Jesus musste zuerst in den Himmel zurückkehren und dort seine Herrschaft antreten, aber die Zeit wird kommen, in der alles neu wird. Davon hat Gott schon immer durch seine auserwählten Propheten gesprochen. 22 Bereits Mose hat gesagt: ›Einen Propheten wie mich wird der Herr, euer Gott, zu euch senden, einen Mann aus eurem Volk. Ihr sollt alles befolgen, was er euch sagt. 23 Wer aber nicht auf ihn hört, der soll aus dem Volk verstoßen werden.‹1 24 Ebenso haben Samuel und alle Propheten nach ihm diese Zeit angekündigt. 25 Was diese Männer gesagt haben, gilt auch für euch. Ihr habt Anteil an dem Bund, den Gott mit euren Vorfahren geschlossen hat. Denn Gott sprach zu Abraham: ›Durch deinen Nachkommen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden.‹2 26 Gott hat Jesus, seinen Diener, zuerst zu euch geschickt, nachdem er ihn in diese Welt gesandt hatte, und ihn beauftragt, euch zu segnen. Er wird euch helfen, umzukehren und euer Leben zu ändern.«

Petrus und Johannes werden verhört

1 Noch während Petrus und Johannes zu den Leuten sprachen, kamen einige Priester und Sadduzäer zusammen mit dem Hauptmann der Tempelwache auf sie zu. 2 Sie waren empört, weil Petrus und Johannes in aller Öffentlichkeit lehrten. Erst recht störten sie sich daran, dass diese Männer verkündeten, Jesus sei auferstanden und es gebe somit eine Auferstehung der Toten. 3 Sie ließen die beiden Apostel verhaften und über Nacht ins Gefängnis sperren, weil es inzwischen Abend geworden war. 4 Aber viele von den Zuhörern begannen durch die Predigt der Apostel an Jesus zu glauben, so dass nun etwa fünftausend Männer zur Gemeinde gehörten, Frauen und Kinder nicht mitgerechnet. 5 Am nächsten Morgen versammelte sich der Hohe Rat in Jerusalem. Dazu gehörten die führenden Männer der Stadt, die Schriftgelehrten 6 und der Hohepriester Hannas1, außerdem Kaiphas, Johannes, Alexander und alle anderen aus der Verwandtschaft des Hohenpriesters. 7 Sie ließen Petrus und Johannes hereinbringen und fragten sie: »Wer hat euch für das, was ihr getan habt, die Kraft und den Auftrag gegeben?«

Predigt

Liebe Gemeinde,

heute ist Pfingsten. Pfingsten 2017.
Vor 20 Jahrhunderten wurde in einer Gruppe von Jüngern eine Kraft aktiv, da explodierte der Heilige Geist so plötzlich, dass alle äußerst überrascht waren – die Jünger Jesu Christi, aber auch die Zuhörer. Tausende wurden vom Reden des Geistes Gottes angerührt und umgewandelt. So war das damals.

Was erwarten wir von Pfingsten 2017? Was am heutigen Sonntagmorgen von diesem Gottesdienst?

Großes, Spektakuläres und Bewegendes? Warum nicht, wenn Gott uns das schenken mag. Oder verläuft dieser Gottesdienst und diese Predigt, wie wir sie in der Regel erleben: ruhig, nüchtern, durchdacht. Und doch fröhlich in großer Erwartung dessen, was Gott tut. Denn das bleibt ja auch unser Wunsch in dieser unserer Gemeinde, besonders an einem Tag wie heute: dass wir geisterfüllte, fröhliche und von Gottes Geist gestaltete Gottesdienste feiern und auch so als Gemeinde Jesu leben – wenn auch in oft ziemlich überschaubaren und voraussagbaren Formen.

4 Gesichtspunkte sollen die Predigt strukturieren:

1. Der Lichtblick – oder: es darf wieder vom Geist geredet werden.

An Reden, Worten und Büchern über den Heiligen Geist fehlt es inzwischen nicht. Nach der gottesverachtenden Zeit der Aufklärung und nun auch nach den Enttäuschungen der modernen Theologie wie der „Theologie der Revolution“ oder der „der Befreiung“ haben die Christen erkannt: so einfach lässt sich der Mensch und diese Welt nicht verändern. Die in den letzten Jahrzehnten erstarkten Bewegungen im kirchlichen Raum sind geprägt von der Besinnung auf den Heiligen Geist und seine Kraft. Die charismatische Gemeindeerneuerung in der katholischen Kirche oder die Gemeindewachstumsbewegung im evangelischen Raum machen das deutlich: Menschen rechnen wieder stark mit Gottes wirkendem, veränderndem Geist.

Dass bei aller Freude über diese gewonnenen Perspektiven der Heilige Geist auch manchem Missverständnis ausgesetzt ist; dass er auch für Oberflächlichkeit, Bequemlichkeit oder Ausbrüche schierer Unvernunft herhalten muss, das liegt auf der Hand. Zu einfach ist die These, die manche großen Redner von der Kanzel ertönen lassen: „Wenn Du genug Glauben hast, wirst Du durch Gottes Geist befreit werden von jeder Krankheit.“ …usw. Aber – der Geist Gottes ist so stark, dass er das aushält. Er hat viel Lebenskraft – soviel allemal, dass er sich gegen alle Entstellungen durchsetzen wird.
Ich jedenfalls freue mich, dass wieder Pfingsten ist und von Gottes Geist geredet werden darf; und dass wir sein Wirken entdecken. Auch hier bei uns. Aber:

2. Nahaufnahme – oder: Wenn ich ganz ehrlich bin…

Nahaufnahme – warum? Weil wir bei aller Freude am Heiligen Geist sehr menschliche Wesen bleiben, die oft geistlich schwächer sind, als sie sich das so wünschen. Und weil oft ein Mangel an Glauben, an geistlichem Saft und Kraft nicht im Gemeinderaum oder im Konferenzsaal offenbar wird. Um wirklich im letzten ehrlich sein zu können, bedarf es dann doch einer anderen Atmosphäre als der der gemeindlichen Öffentlichkeit.

Klar, auch persönliche Gespräche zu viert im Wohnzimmer brauchen eine Atmosphäre des Vertrauens. Aber dort passiert es dann doch immer wieder, dass die Wahrheit über das eigene geistliche Leben herauskommt; das, was wir wirklich denken. Und das hört sich dann zuweilen etwas anders an, als das, was wir öffentlich sagen und darstellen. Auch anders, als wir es vielleicht am Pfingstsonntag hören möchten.

In solch einer Gesprächssituation kann z.B. herauskommen, dass einer eigentlich gar keine rechte Freude mehr am Glauben empfindet; dass Gott so weit weg erscheint und die täglichen Fragen, Sorgen und Schmerzen so entsetzlich nah kommen; dass es einem an der Liebe zu Gott und den Menschen fehlt und dass stattdessen Ärger und Neid das Herz und die Gedanken erfüllen.
In solchen Augenblicken des Vertrauens wird dann vielleicht zugegeben, dass man von Gott eigentlich mehr für das eigene Leben erwartet hatte und dass man mit dem Egoismus, der Ehrsucht und der Diplomatie der Mitchristen nicht zurechtkommt.

Denn im tiefsten Innern – da wollen wir ehrlich sein – da ficht uns zuerst nicht die große böse Welt an. Da leiden wir nicht zuerst an stagnierender Gemeindearbeit. Selbst die atomare Bedrohung und das oszillierende Ozonloch machen uns persönlich nicht so zu schaffen wie die hautnah mit uns in der Gemeinde Jesu lebenden Brüder und Schwestern im Glauben – oder?

Und mancher gibt zu, dass er in die Gottesdienste eben nicht geht, weil er derzeit so sehr Sehnsucht hat nach dem Wort Gottes und der Gemeinschaft, sondern dass er kommt wegen der Kinder – oder damit die anderen nicht merken, dass man selber leer und ausgebrannt ist. Der Glaube ist noch ein glimmender Docht. Er hat derzeit keine Kraft mehr, das Leben zu bewegen und zu gestalten. Früher war da die frohe Bereitschaft, Gottes Weg zu gehen – jetzt aber ist eine zögernde oder gar fatalistische Hinnahme des Unabänderlichen daraus geworden.
Das Gebet schrumpft zum Stoßseufzer in bedrängenden Situationen zusammen. Ich passe mich dem an, was in meiner Gemeinde als normativ für christlichen Glauben gilt – und damit gebe ich mich zufrieden.

Und so, in diesem Zustand, kann ich das eine und andere Pfingstfest erleben. Ich kann sogar Halleluja rufen und meine Hände betend in die Höhe recken, wenn das der Frömmigkeitsstil meiner Gemeinde ist – nur von der Kraft des Geistes erfahre ich in meinem Innersten nichts. Das vom Heiligen Geist gewünschte Wachstum passiert dann überall, nur nicht in meiner Seele. Was aber kann mir helfen? Zunächst:

3. Fehlsicht – oder: was uns nicht hilft

Was uns in geistlicher Schwachheit nicht hilft, ist deren Leugnung oder Verdrängung. Wenn die eigene Seele geistlich krank ist, dann wird sie sicher nicht dadurch genesen, dass sie bei anderen ähnliche oder gar schlimmere Zustände vermutet oder gar feststellt. „Der andere hat ja auch Glaubenszweifel!“ – diese Erkenntnis hilft letztlich nicht.

Was hier aber hilft, das ist die Beichte. Aber haben wir immer den Menschen unseres Vertrauens zur Seite, dem wir unsere Schwachheit beichten können? Wie oft wäre das so hilfreich und heilsam. Aber uns fällt niemand ein, dem wir uns anvertrauen wollten. Es ist also wichtig, nach so jemandem Ausschau zu halten und vielleicht schon jetzt eine Zweierschaft mit ihm zu pflegen, die tieferes Vertrauen wachsen lässt.

Andererseits wäre es ebenso falsch, Hilfe von einer Kultivierung der Schwachheit zu erwarten. Ich kann mir auch in meiner Schwachheit gefallen, kann mich sogar damit interessant machen dadurch, dass ich viele Probleme habe. – „Wir sind nun einmal so schwache Menschen!“ – über diesen Satz, oftmals wiederholt, erreiche ich ja auch nichts.

Wer sich der Schwachheit um der Schwachheit willen rühmt, kann sich da auch nicht auf den Apostel Paulus berufen. „Ich bin nun halt so schwach, wie ich bin!“ – das hat Pls nie gesagt. Denn aus diesem Satz klingt so oft der Ungehorsam, sich nicht verändern lassen zu wollen. Pls hat von seiner Schwachheit deutlich geredet, aber nicht um sie zu kultivieren, sondern um den Gott zu preisen, der ihm in seiner Schwachheit mit der Kraft des Heiligen Geistes weiterhilft im Veränderungsprozess.

Und das ist schließlich die durchdringende und verändernde Botschaft des Pfingstfestes: (Folie)
Es bleibt nicht alles beim Alten. Nicht, wenn ich es offen vor Gottes und eines anderen Menschen Ohren ausspreche. Denn der Geist Gottes ist so stark, um mir in meiner Schwachheit auf – und weiterzuhelfen. Also:

4. Ausblick – oder: Uns soll und kann geholfen werden!

Das ist doch die Pfingstbotschaft: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, wenn er auf Euch kommen wird.“
Die Bibel redet deutlich – und wir haben seit Jahresanfang viel darüber nachgedacht – von dem Wirken des Geistes. Immer wieder bezeugt sie ihn als eine Menschen und Situationen verändernde Kraft. In dieser Kraft lebt die Gemeinde Jesu durch viele schwierige Jahrhunderte hindurch bis heute. Sollte da dieser Geist Gottes nicht auch Veränderungen bei uns bewirken können? Bei mir? Bei Ihnen? Bei Euch?
Wenn der Geist Gottes die Liebe und Kraft Gottes in Menschenherzen ausgießt, müsste da nicht eine große Kraft in unser Leben kommen?
Denn – was ist denn noch stärker als dieser Geist?

Pfingsten heißt jenseits aller großen Parolen: Uns soll geholfen werden – und Gott will uns helfen.

Was aber können wir tun, um die Kraft des Heiligen Geistes zu erfahren in unsere Schwachheit und unsere Schwächen hinein? Ich wage einige Hinweise:

  1. Da ist wichtig einmal die vertrauensvolle Bitte, dass Gott mir wirklich die Kraft seines Geistes im Zuspruch seines Wortes schenkt. Und ich darf dran glauben!!
  2. Daraus folgt die ausdrückliche Offenheit, Gottes Wort als mir ganz persönlich gesagt zu verstehen. Nicht mit den Ohren anderer soll ich es hören oder lesen, sondern mit der Bereitschaft: das gilt jetzt nur mir!
  3. Dazu gehört die feste Entschlossenheit, loszulassen von dem mich schwächenden Vergleich mit den anderen. Es ist vollkommen unwichtig, was der andere geistlich kann und tut. Was Gott in seiner Gemeinde mit mir persönlich tun will, darum geht´s.
  4. Es gehört auch dazu das Aufgeben der Gedanken der Unzufriedenheit, der Verärgerung und der Verbitterung – über mich und über andere.
  5. Es ist wesentlich, dass ich bewusst darauf verzichte, auf die Veränderung des anderen zu warten in dem Glauben: erst muss der, dann kann ich mich verändern lassen. Gott erwartet meine Mitarbeit – jetzt!
  6. Es ist letztens wichtig für eine Veränderung durch Gottes Heiligen Geist, dass ich dann, wenn ich diese Schritte nicht allein zu gehen vermag, die Hilfe eines anderen in Anspruch nehme und damit rechne, dass es in meiner Gemeinde denjenigen gibt, der mir zuhört und der mich in der Kraft des Heiligen Geistes, die ihm selber widerfahren ist, ein Stück Weges begleitet, mit mir und für mich betet und nachfragt.

Mutmachende Erfahrungen mit der verändernden Kraft des Heiligen Geistes – das wünsche ich mir für mich. Und ich wünsche es von Herzen Dir – und damit meiner Gemeinde. Der Heilige Geist will uns gewiss ganz konkret zeigen, welche Art der Schwachheit er in uns beheben und verändern will. Und wenn er Dir das zeigt, dann rufe es laut und freudig in Deinem Gebet: „Komm, Heilger Geist! Verändere mich!“

Amen

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