Dankbar sein. Bild vom Erntedankaltar der FeG FFB 2017. Bibel hinter Speisen

Dankbar Sein

Gottes Idee für unser Leben:
Es ist seine Idee, dass wir in Gemeinschaft mit ihm leben. Dass wir uns ihm zuwenden, dass wir erkennen, was er für uns getan hat.
Warum ist Danken gut für mich?

Daten

Prediger
Michael Sandweg
Thema
Dankbar Sein
Reihe
Datum
01.10.2017
Länge
29:34
Bibelstelle
Lukas 17, 11-19

Lesungstext

11 Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus mit seinen Jüngern durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. 12 Kurz vor einem Dorf begegneten ihm zehn Aussätzige. Im vorgeschriebenen Abstand blieben sie stehen 13 und riefen: »Jesus, Herr! Hab Erbarmen mit uns!« 14 Er sah sie an und forderte sie auf: »Geht zu den Priestern und zeigt ihnen, dass ihr geheilt seid!« Auf dem Weg dorthin wurden sie gesund. 15 Einer von ihnen lief zu Jesus zurück, als er merkte, dass er geheilt war. Laut lobte er Gott. 16 Er warf sich vor Jesus nieder und dankte ihm. Es war ein Mann aus Samarien. 17 Jesus fragte: »Waren es nicht zehn Männer, die gesund geworden sind? Wo sind denn die anderen neun? 18 Wie kann es sein, dass nur einer zurückkommt, um sich bei Gott zu bedanken, noch dazu ein Fremder?« 19 Zu dem Samariter aber sagte er: »Steh wieder auf! Dein Glaube hat dich geheilt.«

Predigt

1. Danken, weil ich erkenne, was Gott für mich getan hat

Einer ist zurückgekommen. Er hat es wirklich erfasst, was Jesus für ihn getan hat. Er hat verstanden, was das bedeutet.
Jesus hat ihn von einer schlimmen Krankheit geheilt.
Wir vergessen leicht das Danken.

  • Denken – Danken
  • Think – Thank

Sich Gedanken machen
Psalm 103: „Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: …“
… vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Dostojewski: „Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist.“
Ingrid Bergmann: „Die meisten Menschen sind unglücklich, weil sie, wenn sie glücklich sind, noch glücklicher werden wollen.“
Wir wissen nicht, was wir haben!
Denk doch mal dran!
Überleg doch mal, was du alles hast.
Vor dem Beten überlegen, was ich alles habe, was Gott getan hat
Aufschreiben, Tagebuch führen
Am Abend, vor dem Einschlafen, noch mal über¬legen, was alles gut gelaufen ist an diesem Tag, was ich erlebt habe, was ich bekommen habe.

Auch für unangenehme Dinge kann man danken. Wenn man im nachhinein erkennt, wozu das gut war. Dass es mich erzogen hat.
Man kann danken, für etwas das schiefgelaufen ist. Wo man Fehler gemacht hat.
Aus Fehlern kann man lernen.
Eigentlich wird hauptsächlich durch Fehler besser. Beispiel: Sport. Oder Musik. Oder ein Fremdsprache lernen. Immer wieder üben, immer wieder Fehler machen, eines Tages hat man es drauf. Dafür kann man doch danken. Also, man kann auch für die Fehler danken.
Manchmal passiert es, dass man einen großen Fehler macht. Der ist vielleicht richtig un¬ange¬nehm. Man muss dann da durch. Das ist nicht schön. Aber man lernt daraus und wird es beim nächsten Mal besser machen.
Also kann man auch für diesen Fehler danken. Im Nachhinein kann man sich Gedanken machen, wie das eigentlich gelaufen ist, warum das so passiert ist, was man inzwischen besser weiß.
Viele Sachen sind scheinbar selbstverständlich. Auch dafür können wir dankbar sein:

  • Ausreichend Nahrung
  • Sauberes Wasser
  • Wohlstand, ganz allgemein
  • Gesundheit und medizinische Versorgung
  • Demokratie
  • Friedenszeit

Dass wir in Gemeinschaft mit Gott leben können, das verdanken wir Jesus, weil er unsere Schuld auf sich genommen hat. Oft vergessen wir das, es wird für uns selbstverständlich. Aber indem wir dafür danken, machen wir uns immer wieder neu bewusst, was er für uns getan hat.
Auch dass wir in einer Gemeinde als Glaubens¬gemeinschaft leben können, nehmen wir oft so selbstverständlich hin. Indem wir dafür danken, erkennen wir immer wieder neu, was Gott uns mit dieser Gemeinschaft geschenkt hat.
Für all das können wir nur dankbar sein.
Danken ist unsere Antwort an Gott für all das Gute, das er uns gibt.
Warum ist Danken gut für mich?

2. Danken, weil ich mich damit Gott zuwende

In der Geschichte kommt der dankbare Mann wieder zurück zu Jesus. Er fällt vor ihm nieder, mit dem Gesicht ganz am Boden, und dankt Jesus. Es zieht ihn wieder dorthin, wo er soviel Gutes erfahren hat.
Darum geht es beim Danken:
Wenn ich danke, dann wende ich mich Gott zu. Ich spreche mit ihm.
Und: Ich gebe ihm die Ehre. In der Luther-Übersetzung heißt es in Vers 18: „Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde?“
Der Fremde war ein Samariter. Genauso wie im Gleichnis vom barmherzigen Samariter.
Die Juden mochten die Samariter überhaupt nicht. Und dieser Samariter hat Gott die Ehre gegeben. Er ist zurückgekehrt.
Das Danken lässt uns zurückkehren, es lenkt den Blick auf den Urheber.
Auch Jesus hat gedankt, als er die 5000 speiste und beim Abendmahl mit seinen Jüngern.
Er ist ja Mensch geworden, als er auf diese Erde kam. Und er hat uns gezeigt: Seht her, diese Gaben kommen von Gott. Und er hat uns gezeigt, wie man danken soll.
Wir vergessen leicht, wer der Urheber ist.
Beispiel mit Fußballmannschaft: Einer kämpft und erzielt die meisten Tore. Er hat das Spiel fast im Alleingang entschieden. Das wird doch dann erwähnt.
So sollen wir auch Gott erwähnen für seine Taten, als den Urheber. Ihn sollen wir loben.
Ihn preisen
Das ist die eigentliche Bestimmung des Menschen
Das ist das Höchste: Sich Gott zuwenden, ihn loben und preisen.
Gott freut sich darüber, wenn die Menschen sich ihm zuwenden. Das ist es, was er möchte. Wisst ihr, was Gott gemacht hat, als Adam und Eva im Paradies gesündigt hatten? Er rief: Adam, wo bist du?
Gott freut sich, wenn ein Mensch sich ihm zuwendet. Ganz besonders gilt das, wenn ein Mensch ihn vorher nicht kannte und sich Gott ganz neu zuwendet. Wenn der Mensch erkennt, was Gott für ihn getan hat.
Wenn du noch nicht in einer persönlichen Beziehung zu Jesus lebst: Dann tu den Schritt! Lass dich ansprechen von diesem Text! Sei einer, der umkehrt zu Jesus und ihm dankt, was er getan hat.
Geh auf Gott zu, sprich ihn an, wende dich ihm zu. Er freut sich darüber und wird dich in die Arme schließen.
Aber auch wir, die wir im Glauben stehen: Wende dich immer wieder neu an Gott. Er freut sich darüber auch! Danke ihm für das, was er für dich getan hat. Sprich mit ihm. Bete zu ihm.
Sag ihm alles, was dich bewegt. Auch die traurigen Sachen. Auch die Unangenehmen. Auch das, wo du Fehler gemacht hast. Alle diese Dinge. Aber danke ihm auch für das, was du hast, für das, was er für dich getan hat.
Auch Jesus hat gedankt, beim Abendmahl mit sienen Jüngern z.B.
Auch er hat damit Gott als dem Schöpfer die Ehre gegeben.
Er ist der Urheber.
Ihm sollen wir die Ehre geben.
Auf ihn hinweisen.
Ihn erwähnen.
Wir sollen uns daran erinnern, woher alle Gaben kommen, wer der Geber ist:

3. Danken, weil es mich verändert

Danken verbessert die Beziehung.
Stellt euch vor, ihr schenkt jemand was, und derjenige nimmt das auch entgegen, aber dreht sich dann um und geht.
Oder auf einer Geburtstagsfeier: Jemand reißt ein Geschenk nach dem anderen auf, nimmt auch alles mit, aber bedankt sich nicht.
Wäre doch merkwürdig, oder?
Wir haben in unserer Kultur allerdings noch etwas anderes daraus gemacht: Wir erwarten im Grunde im eine Gegenleistung. Das „Danke¬schön“ ist so eine (virtuelle) Gegenleistung.
Bei Gott ist das etwas anderes: Der Dank, das Lob, soll zu Gott hinführen.
Dankbarkeit tut gut. Es schenkt Freude, dankbar zu sein. Es ist ansteckend. Es hebt die Stimmung.
Danken verbessert die Beziehung. Und zwar auf beiden Seiten. Also auch bei mir! Es macht mich glücklicher.
Auch Psychologen wissen das heute
Vor ein paar Jahren erschien in einer Zeitung ein Artikel mit der Überschrift „Dankbarkeit ist die beste Glücksstrategie“. Da wurde geschildert, wie Forscher herausgefunden haben, wann ein Mensch glücklich ist.
„Sonja Lyubomirsky ist eine der bekanntesten amerikanischen Glücksforscherinnen. Sie ist Professorin an der University of California und hat den Weltbestseller „Glücklich sein“ (2008) geschrieben. Zwölf Punkte hat Sonja für sich persönlich als wichtig herausgefunden. Ihr wichtigster Punkt ist Dankbarkeit.“
Seit über 2000 Jahren steht das in der Bibel
Da hätten sie nicht so lange forschen müssen.
Das hätten wir ihnen auch sagen können.
Gott selbst, der Schöpfer, hat es so gemacht. Er hat uns gemacht, er kennt uns. Und er weiß, dass es das beste für uns ist, wenn wir in Kon¬takt mit ihm leben. Wenn wir immer wieder daran denken, was er für uns getan hat, was er uns jeden Tag gibt, denn sind wir ja in Kontakt mit ihm, weil wir ihm danken, weil wir ihn dafür loben und preisen.
Wer dankt, erlebt Wunder: 5 Brote, 2 Fische.
„Jesus nahm die Brote …“
Und dankte!
5000 Menschen konnten davon essen! (Joh. 6, 1-13)
Gott freut sich, wenn wir dankbar sind!

  1. Wenn wir daran denken, was er für uns getan hat.
  2. Wenn wir uns ihm zuwenden und ihm die Ehre geben
  3. Und uns hilft es und verändert uns zum Guten.

Schlußlied:
Segen (4. Mose 6, 24): „Der HERR segne uns und behüte uns; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.“

Kommentar verfassen