#GaK2018 | Woche 2: Der Kampf um die Umkehr

#GaK2018 | 2. Woche: Der Kampf um die Umkehr

Predigt am Sonntag, 04. März von Klaus Gundelbacher: „Der Kampf um die Umkehr“

Bibeltext: Lukas 15, 16 – 20

Bibeltext

16 Oft quälte ihn der Hunger so sehr, dass er sogar über das Schweinefutter froh gewesen wäre. Aber nicht einmal davon erhielt er etwas. 17 Da kam er zur Besinnung: ›Bei meinem Vater hat jeder Arbeiter mehr als genug zu essen, und ich sterbe hier vor Hunger. 18 Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich bin schuldig geworden an Gott und an dir. 19 Sieh mich nicht länger als deinen Sohn an, ich bin es nicht mehr wert. Lass mich bitte als Arbeiter bei dir bleiben!‹ 20 Er machte sich auf den Weg und ging zurück zu seinem Vater. Der erkannte ihn schon von weitem. Voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Thema

Er wäre froh gewesen, wenn er seinen Hunger mit den Schoten, die die Schweine fraßen, hätte stillen dürfen, doch selbst davon wollte ihm keiner etwas geben.

1.) Der GAU – oder: So habe ich mir das nicht vorgestellt

Der Sohn hat sein ganzes Geld durchgebracht, keiner will mehr etwas von ihm wissen, nicht einmal vom Schweinefutter darf er sich was nehmen, er hungert sehr.
Er ist am absoluten Tiefpunkt angekommen.

Fragen zu Vers 16

  • Während einer Hungersnot werden Schweine für ihre Besitzer zu „Wertgegenständen“ und sie stellen sie über Menschen in Not.
  • Wo sehen wir heute dazu Parallelen bei uns und auf der Welt?
  • Was sagt das über eine Gesellschaft aus?

Der Tiefpunkt wird zum Wendepunkt. Von nun an macht er alles richtig

Jetzt kam er zur Besinnung. Er sagte sich: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, und alle haben mehr als genug zu essen! Ich dagegen komme hier vor Hunger um.

2.) Die Bestandsaufnahme – oder: Früher war doch alles besser

Die Krise hat sich zur Existenzkrise ausgeweitet. Er stellt sich jedoch der Realität, er beschönigt nichts, macht nicht andere für seine Situation verantwortlich und vermeidet dadurch eine Opferhaltung.
Sich der Realität zu stellen ist fundamental wichtig und kann aber äußerst schmerzhaft sein.
Er erkennt das Glück der Knechte und vergleicht es mit seiner Lage.

Fragen zu Vers 17

Dostojewski: Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist.

Ingrid Bergmann: Die meisten Menschen sind unglücklich, weil sie meinen, sie müssten noch glücklicher sein.

  • Sind wir unseres Glückes bewusst oder jammern wir lieber auf hohem Niveau?
  • Kennen wir noch mehr Glückskiller?
  • Was ist das Gegenmittel dazu?
  • Macht mir die Wahrheit womöglich Angst, schäme ich mich?
  • Hindern mich evtl. Selbsttäuschung und Lebenslügen daran, mich wirklich zu erkennen?
  • Bei diesem Gleichnis gelingt dem Sohn alleine die Umkehr. Können wir uns vorstellen, anderen bei der Neuausrichtung des Lebens behilflich zu sein?

3.) Die Konsequenz oder Ich muss einiges in Ordnung bringen.

Der Bestandsaufnahme folgt ein Entschluss. Um eine bestmögliche Entscheidung zu treffen, ist eine gute Bestandsaufnahme wichtig.
Der Sohn fasst den Plan, zurück zu seinem Vater zu gehen, um seine Schuld offen und ungeschminkt zu bekennen. Vor ihm und vor Gott (Himmel).

4.) Nenn mich nicht mehr Sohn oder Hauptsache wieder zu Hause

Ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden. Mach mich zu einem deiner Tagelöhner!

Dieser Sohn akzeptiert, dass er Geld, Ansehen, Ehre, Selbstachtung und seinen Ruf verloren hat.
Als er weniger Wert war als ein Schwein, wurde ihm sein Menschsein bewusst und dass er der Sohn eines Vaters war.
Dies gibt ihm die Kraft nach Hause zu gehen.
Zu Hause ist der Ort an den man immer kommen darf. Andernfalls ist es kein zu Hause.

  • Denken wir bei Entscheidungen auch daran was schlimmstenfalls passieren könnte und sind wir bereit evtl. die Konsequenzen zu tragen?
  • Wie gehen wir mit dem Scheitern anderer um?
  • Sind wir bereit, anderen ein Zuhause zu bieten – daheim und/oder in der Gemeinde?

5.) Blut ist dicker als Wasser – oder: Liebe siegt über den Stolz

So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater. Dieser sah ihn schon von weitem kommen; voller Mitleid lief er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Es geht um Leben und Tod.
Für den Sohn: verhungern oder zurück nach Hause
Für den Vater: der zu tief verletzte Vater will nicht an gebrochenem Herzen sterben, er sehnt sich nach einer geheilten Beziehung.
Möglicherweise trägt er Mitverantwortung dafür, dass der jüngere Sohn wegging und hat auch etwas zu bereuen.

Sophie Scholl: Nach dem Krieg brauchen wir Männer mit einem harten Verstand und einem weichen Herzen.

Ist es Schwäche, wenn ein Vater nach diesen Verletzungen weich wird?

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