Symbolbild Pfingsten, Heiliger Geist: Mosaik der Jünger mit Feuerzungen

Pfingsten

Heute morgen wird ein Gotteswort ausgelegt, das in seiner Art dem Pfingstgeschehen sehr nahe kommt; in dem sich die Gewalt Gottes, seine Allmacht, aber auch seine Gnade spiegelt, so wie zu Pfingsten Gottes Kraft im Jüngerereignis der Ausgießung des Heiligen Geistes und der Wirkung der Frohen Botschaft bei den Menschen damals sichtbar wird.

Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Pfingsten
Reihe
Datum
20.05.2018
Länge
29:42
Bibelstelle
2. Mose 33, 12 – 23
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

12 Mose sagte zum Herrn: Du sagst zwar zu mir: Führ dieses Volk hinauf! Du hast mich aber nicht wissen lassen, wen du mitschickst. Du hast doch gesagt: Ich kenne deinen Namen und habe dir meine Gnade geschenkt.
13 Wenn ich aber wirklich deine Gnade gefunden habe, so lass mich doch deinen Weg wissen! Dann werde ich dich erkennen und es wird sich bestätigen, dass ich deine Gnade gefunden habe. Sieh diese Leute an: Es ist doch dein Volk!
14 Der Herr antwortete: Mein Angesicht wird mitgehen, bis ich dir Ruhe verschafft habe.
15 Mose entgegnete dem Herrn: Wenn dein Angesicht nicht mitgeht, dann führ uns lieber nicht von hier hinauf!
16 Woran soll man erkennen, dass ich zusammen mit deinem Volk deine Gnade gefunden habe? Doch wohl daran, dass du mit uns ziehst. Und dann werden wir, ich und dein Volk, vor allen Völkern auf der Erde ausgezeichnet werden.
17 Der Herr erwiderte Mose: Auch das, was du jetzt verlangt hast, will ich tun; denn du hast nun einmal meine Gnade gefunden und ich kenne dich mit Namen.
18 Dann sagte Mose: Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!
19 Der Herr gab zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will.
20 Weiter sprach er: Du kannst mein Angesicht nicht sehen; denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben.
21 Dann sprach der Herr: Hier, diese Stelle da! Stell dich an diesen Felsen!
22 Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, stelle ich dich in den Felsspalt und halte meine Hand über dich, bis ich vorüber bin.
23 Dann ziehe ich meine Hand zurück und du wirst meinen Rücken sehen. Mein Angesicht aber kann niemand sehen.

Predigt

Dieses Wort enthält so viele gewaltige Elemente, dass heute Morgen wirklich nur ein kleiner Teil seiner Aussage erfasst werden kann.

1. Die bange Frage eines jeden Nachfolgers: Ist Gott in meinem Leben mit dabei?

Das ist doch damals die Frage des Mose in unserem Abschnitt gewesen. Seine bedrängende Frage. Sie mag auch den Jüngerkreis bewegt haben in der Zeit nach der Himmelfahrt. Würde Gott wahrmachen, was Jesus verheißen hatte? Würde seine Kraft seine Jünger erfüllen? – Mose fragt als ein Mensch des Alten Testamentes: „Ist Gott mit dabei?“
Warum ist ihm diese Frage so wichtig?
Er hatte ja viele große Erfahrungen mit Gott gemacht: den Durchzug durchs Rote Meer, die Gesetzestafeln, das dichte großartige Gespräch auf dem Sinai.
Das alles war frische Vergangenheit. Aber nun beginnt etwas ganz Neues. Und das macht dem Mose große Sorgen. Da war die Sache mit dem Goldenen Kalb. Da war der Bußgang des Mose zu Gott und die Bestrafung der Rädelsführer; da war der Mensch Mose mit seinem Leben vor das Leben des Volkes getreten mit diesen ergreifenden Worten: „Vergib ihnen ihre Sünde; wenn nicht, so tilge mich aus dem Buch, das du geschrieben hast.“ Und dann sagt Gott einfach: „Brecht auf! Geht weg vom Gottesberg!“
Das war der Hintergrund dieses Gespräches zwischen Mose und Gott: Weg vom Gottesberg. Weg von diesem Ort einer ganz engen Beziehung seines Gespräches mit Gott!

Und was Mose sich im Innersten ganz gewiss gefragt hat: „Werde ich jetzt allein sein? Allein mit diesem aufrührerischen Volk? Oder wird Gott mitgehen? Wird Gott dabei sein – mit seiner Kraft und Vollmacht?“

Das ist die bedrängende Frage des Mose damals am Gottesberg – eine Frage, die der Jüngerkreis einige hundert Jahre später vor Pfingsten vielleicht auch hatte. Es ist eine Frage, die auch Menschen unserer Zeit immer wieder bewegen kann – mich und Dich. „Ist Gott in meinem Leben mit dabei? Geht er in diesen neuen Lebensabschnitt mit? Auch nach dieser meiner Schuld? Trotz dieses großen Versagens in meinem Leben? Geht er mit In diesen beruflichen Abschnitt? In die geplante Ehe hinein, in die vor mir liegende Pensionierung? Ist Gott mit dabei? Kann ich mit ihm rechnen? Wird sein Heiliger Geist mich begleiten – und vor allem: führen?

Wer jemals in dieser Sorge gestanden hat, der versteht das Ringen des Mose hier am Gottesberg sehr gut!

Habe ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so lass mich Deinen Weg wissen!

Liebe Gemeinde,
wie gern würden wir manchmal einen Weg gehen, wie gern Zeugen des Höchsten sein, wie gern Pfingsten in unserem Leben Wirklichkeit werden lassen, wenn wir nur wüssten: Gott ist mit uns! Es ist der sichere Weg, der richtige Weg!

Vielleicht kennen wir die Sorge des Mose sehr gut! Und vielleicht erinnern wir uns auch an Erfahrungen, die denen des Mose nahekommen, als er Gottes Antwort erfährt: „Mein Angesicht soll vorangehen, damit will ich Dich leiten!“

Und Gott? Was tut Gott hier? Etwas Großartiges: Gott bestätigt dem Mose: „Ja, Mose, ich will dabei sein. Du kannst Dich auf mich verlassen. Es kommt nicht allein auf Deine Kraft an, auf Deine rhetorischen Fähigkeiten, auf Deine Führerqualitäten. Nein, es kommt alles auf mich an! Ich bin da! Ich sende Dich!“

Dies, liebe Gemeinde, ist ja auch eine wesentliche Botschaft des Pfingstfestes: Jesus macht seine Zusage wahr. Er sagt und zeigt seinen Jüngern: „Ja, ich bin bei Euch. Ich bin dabei.“ In seinem heiligen Geist ist er bei seinen Jüngern. In seiner Kraft bauen sie die Gemeinde auf, heilen Kranke, bezeugen die Frohe Botschaft. Ja, Gott ist im Leben derer dabei, die auf ihn vertrauen, die nach Gott rufen, die zu Jesus Christus beten. Ob das mir und Dir neue Kraft und Zuversicht geben kann zum Durchhalten, zum Weitergehen, oder zum Neuanfangen. Jesus lässt uns im Heiligen Geist spüren: „Ich bin da! Du kannst Dich auf mich verlassen! Und nun – geh! Und handle!“

2. Die große Erfahrung: Gott offenbart sich in seinem Erbarmen

Und an dieser Stelle geht Mose damals nun sehr weit! Weiter als wir vielleicht jemals gehen würden oder könnten. Mose will – und er sagt das ganz frei heraus – er will Gott sehen! Ihm genügt diese Zusage noch nicht, dass Gott dabei sein will! Er möchte einen ganz starken Beweis der Treue und Macht Gottes. Er will Gott sehen. Und das Wunderbare an dem allen: Gott geht tatsächlich auf den Mose und seine herausfordernde Bitte ein! Nicht ganz, aber doch teilweise. Gott lässt den Mose etwas erkennen. Mose darf dem vorbei schreitenden Gott hinterher sehen. Und Gott sagt dann – gewissermaßen seinem Freund Mose – dieses Wort: „Wem ich gnädig bin, dessen bin ich gnädig. Und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.“
Mose bekommt es also ganz konkret mit Gott zu tun. Aber damit er dabei überleben kann, erfährt er Gott in dem nun folgenden Ereignis in all seiner Güte und in seinem Erbarmen. Das ist das Großartige in dieser Begegnung zwischen Mose und Gott damals.

Aber lassen Sie uns heute, am Pfingstsonntag 2018, einmal fragen: hat Gott dem Mose am Gottesberg mehr geschenkt, als er uns heute schenken will? Ist es nicht Gottes Gabe in seinem Heiligen Geist, dass wir Menschen Gott so richtig am Werk sehen dürfen? In einer anderen Weise vielleicht, aber doch auch – erkennen dürfen! Und kann ich Gott klarer erkennen, als in seinem Erbarmen und seiner Güte? Das ist doch das Wirken des Heiligen Geistes, dass er jeden Menschen stoßen will auf Gottes Erbarmen in Jesus Christus. Wo sonst wird Gotteserkenntnis und das Verstehen des Willens Gottes deutlicher als in dem, was mit Jesus Christus am Kreuz geschieht? Dort wird Gottes Erbarmen, dieses ganze endlose Erbarmen, deutlich, das uns Menschen in Jesus Christus begegnet. Dort werden Menschen zu Vertrauenden; dort dürfen sie Vergebung empfangen und – Heiligen Geist.

Aber eines sollen wir so lernen wie Mose: Wer Gott begegnen, wer Gott begreifen und erkennen will, der muss sich ihm auch in der Weise nähern, in der es Gott beliebt sich zu offenbaren. Heute tut er es in seinem Sohn Jesus Christus. In Jesus offenbart sich Gott in seinem Erbarmen. Hier sagt er uns, dir und mir: „So lieb habe ich Dich, dass Jesus Christus für Dich gestorben ist. Am Kreuz vor Jerusalem habe ich Dich gesucht – lass Dich finden! Lass Dich erfüllen mit meiner Liebe, mit meinem Geist, mit meiner Kraft.“ Gott offenbart sich uns in Güte und Erbarmen. Und er offenbart uns – uns selber, unser eigenes Herz! Mose wird wohl danach begriffen haben, wer er selber war. Wie bedürftig, wie hilflos, wie schwach – aber auch wie geliebt und beschenkt angesichts dieser Gotteserscheinung.

Aber: Mose begreift auch etwas anderes, etwas, das wir heute auch immer wieder begreifen müssen: es gibt keine absolute Glaubenssicherheit! Es gibt sie einfach nicht absolut. Wir Menschen müssen es auch als Christen ertragen, nicht hinter die Wolke blicken zu können. Gott ist bei aller Sichtbarkeit in seinem Erbarmen doch auch immer gleichzeitig der Unbegreifliche in ganz vielen Bereichen seines Handelns. Ich kann ihn nicht ganz erfassen. Denn ich bin Mensch. Und Gott ist Gott! Er bleibt der Herr, ich der Diener.

Und liebe Gemeinde,
wenn ich an einer Stelle ein Problem mit den Christen heute habe – dann liegt es an dieser Stelle – an der Unwilligkeit der christlichen Gemeinde heute, in diesem Bereich auf Absolutes zu verzichten. Auf Maßstäbe verzichten zu können, weil zu müssen, die unanfragbar deutlich machen: Nur so musst Du denken, nur so musst Du glauben. Nur so sieht Bibeltreue aus. Nur so kann die Gebetserhörung lauten.
Die Gemeinde Jesu steht in der Gefahr, die Unbegreiflichkeit Gottes auszuhebeln mit dem Hinweis auf die eigene, ganz persönliche Durchdrungenheit mit Heiligem Geist. Und wissen Sie, was nach meiner Einschätzung in einer Gemeinde daraus am Ende entsteht: daraus entsteht eine Tyrannei der festgelegten Verabsolutierer, der im Glauben Halbgebildeten, sich selber aber völlig Überschätzenden.

Und wenn ich mir etwas erhoffe von Pfingsten 2018 – dann ist es eine demütige geistgewirkte Rückkehr aller zu dieser tiefen Erkenntnis: dass wir alle Gottes Weisheit nicht mit heiligen Löffeln gefressen haben, sondern nur im Blick auf den Gekreuzigten Gott und auf das Marterinstrument, an dem er hing, die Wahrheit Gottes erkennen: sein grenzenloses Erbarmen mit uns unfähigen Dienern, die nicht nur ihm gegenüber, sondern auch einander gegenüber ständig Versöhnung nötig haben.

Gott schenke uns diese Erkenntnis durch die Begegnung mit seinen wirksamen Kräften in dieser Welt! Der Heilige Geist ist der Vermittler der Kraft und des Erbarmens Gottes – in Jesus Christus, dem Gekreuzigten.

Der dritte Gesichtspunkt hat mit dem zweiten eng zu tun:

3. Gott schützt uns vor sich selber

Wir können hier nur sehr vorsichtig kommentieren, was die VV 21 bis 23 betrifft. Aber offenbar dürfen wir formulieren: Gott schützt uns vor sich selber – damals und heute. Mose konnte Gott nicht Aug‘ in Aug‘, Angesicht zu Angesicht begegnen. Deshalb der Blick von hinten. Deshalb auch das Wort Gottes: „Siehe, es ist ein Raum bei mir.“
Dieser von Gott gewährte Raum – vielleicht meint er eben diesen Schutzraum, den der Schöpfer dem Geschöpf schenkt. Und das hieße: Der Mensch, der in der Nähe der Herrlichkeit Gottes leben darf, der hat dann tatsächlich teil an dem Geheimnis Gottes. Aber – Gott selber muss den Menschen schützen. Gott schützt vor sich selber. Vor seiner Heiligkeit, vor seinem Zorn gegen die Sünde. Und damit ist auch etwas gesagt zu unserem Begriff von Freiheit, nämlich:

Wenn wir von Freiheit im Glauben sprechen, dann meinen wir oft die Freiheit der Gläubigen vor Gewalten und Mächten, von Krankheit und Tod, von Sorgen und Nöten. Und manch einer findet in Jesus Christus zum Glauben, weil er sich nach einer dieser Freiheiten sehnt. Gut so.

Wenn wir aber von diesem Wort her denken, dann ist Freiheit im Glauben noch etwas ganz anderes. Und dann hat Jesus auch etwas ganz anderes damit gemeint als Krankenheilung und Sorgenstillung allein, obwohl ein Kapitel nach der Geistausgießung Petrus und Johannes einen Gelähmten gesund machen. Dann meint gottgeschenkte Freiheit auch: Befreiung von dem vernichtenden Zorn Gottes auf die Sünde. Befreiung von der Gegenüberstellung unseres von Schuld geprägten Daseins mit Gottes heiliger Allmächtigkeit. Gott schützt uns vor sich selber. Und alle Befreiung wäre umsonst, wenn Gott Sie und mich – auch zu Pfingsten 2018 demonstriert – nicht befreit hätte oder befreien wollte von diesem seinem berechtigten heiligen Zorn.

Aber auch dies eben geschieht, indem Jesus Christus am Kreuz stirbt; indem Gott dort in seinem Sohn die Sünde in unserem Leben abtut und unser Leben schützt.

Deshalb die Rede des Petrus zum Pfingstfest. Und deshalb die durchschlagende Wirkung dieser Botschaft, die durch Gottes Geist Menschenherzen umkehrt und in den Bereich einer Freiheit führt, die nur unter dem Schutz Gottes so gewährt werden kann. In diesem Schutzbereich möge jeder von uns dadurch kommen, dass er die Frohe Botschaft von der Rettung in Jesus Christus, von dem Angebot Neuen Lebens annimmt – und danach lebt! Anders geht’s nicht!
Noch einen letzten Gesichtspunkt nenne ich:

4. Die Herrlichkeit Gottes in unserem Leben lässt sich erst im Nachhinein ganz erfassen!

Ist das nicht sehr interessant hier: erst im Nachhinein darf Mose erkennen: Gott ist an mir vorübergegangen. Vorher lässt es Gott nicht zu! Vorher ist zu früh. Und für einen Menschen ist Gott vorher nicht begreifbar. Im Gegenteil – vorher ist er für ihn lebensgefährlich. Was meint das?

Ich möchte ein Beispiel aus dem NT nennen: Dass die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus zu den Menschen kam, bei ihnen lebte, sich unter ihnen ausbreitete, das haben selbst die Jünger Jesu erst als Apostel in der ganzen Tiefe erfasst. Vorher lebten sie in Zweifeln; erst nachdem Gottes Herrlichkeit vorübergezogen war, nach der Auferstehung Jesu und im Letzten erst im Pfingstereignis und danach erfassten sie ganz, was vorgefallen war. Da fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen. Gott hatte in Jesus Christus bei ihnen gewohnt!!!

Und gibt es nicht auch in unserem Leben Erfahrungen, in denen wir bei aller Vorsicht im Vergleich mit dem, was Mose hier erleben durfte, die Entdeckung gemacht haben: Erst im Nachhinein erkenne ich, dass Gottes Herrlichkeit sich mir zugewandt hatte. Ja, in meinem armseligen Leben hat Gott sich offenbart. Jetzt, im Nachsehen, begreife ich es.

Und werden wir nicht unseren Weg hinter Jesus Christus her immer nur im Vertrauen auf einen in Wolken gehüllten Herrn gehen müssen, im Vertrauen eben, und noch nicht im Schauen, bis wir je und dann, manchmal nach beglückenden Erfahrungen, manchmal aber auch nach großem Leid und manchem Traurigen dann erkennen dürfen: „Ja! Gottes Herrlichkeit hat sich in meinem Leben geoffenbart. Gott war mir ganz nahe. Mein Standort war bei ihm damals, in seiner Gegenwart. Als ich mich allein fühlte mit meinen Fragen – Gott war mir ganz nah. Als ich in Krankheit und Not keinen Ausweg mehr wusste – Gott war mir ganz nah. Als eine Übermacht von Unsicherheiten meine Leben bedrückte – Gott war bei mir! Jetzt – im Abstand, im Hinterhersehen, erkenne ich es!“

Und indem ich hier durch die Reihen blicke, liebe Gemeinde, sehe ich eine Reihe Gesichter, denen ich das von Herzen wünsche – irgendwann in einiger Zeit genau das zu erkennen. Genau das: Gott war mir ganz nahe, als ich in großer Bedrängnis war.

Das kann ein großer Trost sein, dies im Nachdenken und Vertrauen zu erleben: Auch im Schweren war Gottes Herrlichkeit. Im Unbegreiflichen Seine Güte und Barmherzigkeit. Und in mancher bangen Frage nach Gottes Gegenwart in meinem Leben war die begründete Hoffnung: Ich bin bei Euch alle Tage, bis an der Welt Enden.
Nicht sichtbar den irdischen Augen. Nicht tastbar diesen Händen. Aber im Heiligen Geist gewiss!

Die bange Frage ist im Kommen des Geistes Gottes beantwortet: Ist Gott in meinem Leben mit dabei? Ja, er ist! Immer. Bis ans Ende der Zeit!

Die froh machende Erkenntnis ist gewonnen: Gott offenbart sich in seinem Erbarmen. Er lässt die Tat in Christus durch den Heiligen Geist auch heute bezeugen.

Und er schützt uns in Christus vor sich selber. Er schützt uns vor seinem Zorn auf die Sünde.

Noch einmal: Wir können Gottes Gegenwart in unserem Leben nur im Hinterherblicken erleben. Diese Zeit müssen wir ihm und uns immer wieder geben. Aber das bis an unser Lebensende. Dies bezeugt uns der Geist Gottes!

Gesegnete Pfingsten wünsche ich jedem heute Morgen – in der geduldigen Erwartung des schließlich sichtbaren wiederkommenden Herrn Jesus Christus, des Herrn, Heilands und Gottes der Welt!

Amen.

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