Schlagwort: Amos 5

Symbolbild "Suche nach Leben". 2 Schaufeln im Sand

Suchet mich, so werdet Ihr leben!

Heute Morgen feiern wir wieder einen Gottesdienst, in dem wir uns Zeit nehmen wollen zum Feiern des Abendmahls und zum Hören auf persönliche Berichte aus unserem ganz persönlichen Leben.
Und wir wollten dieses Lied von Silvia Hradetzky noch einmal gut einbetten in das Thema, das uns seit dem Nachdenken über das Amosbuch immer wieder einmal erreicht: „Suchet mich, so werdet Ihr leben!“

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Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (3): Die Gnade des HERRN geht zu Ende

Lesung

Amos 5

1 Ihr Israeliten, hört die Totenklage, die ich über euch anstimme: 2 „Gefallen ist die Jungfrau Israel, und keiner hilft ihr auf. Leblos liegt sie am Boden, nie mehr wird sie sich erheben.“ 3 So spricht Gott, der Herr: „Wenn aus einer eurer Städte tausend Männer in den Krieg ziehen, kehren nur hundert zurück, und wenn hundert in den Kampf gehen, bleiben nur zehn übrig! 4 Ich, der Herr, fordere euch Israeliten auf: Kommt endlich zu mir zurück, dann bleibt ihr am Leben! 5 Geht nicht mehr nach Beerscheba, um mich dort anzubeten, besucht auch nicht mehr die Heiligtümer in Gilgal und Bethel. Denn die Einwohner Gilgals werden in die Gefangenschaft geführt, und Bethel wird zum Unglücksort.“ 6 Ja, kehrt zum Herrn zurück, dann werdet ihr leben! Sonst bekommt ihr Nachkommen Josefs seinen Zorn zu spüren. Er wütet wie ein loderndes Feuer, das sich immer weiter ausbreitet, und wenn es Bethel erreicht hat, kann niemand es dort löschen. 7 Ihr treibt mit der Gerechtigkeit Schindluder, ihr tretet das Recht mit Füßen! 8 Gott hat das Siebengestirn und den Orion geschaffen. Licht verwandelt er in Finsternis, nach der Nacht lässt er einen neuen Tag anbrechen. Er ruft das Wasser aus dem Meer, und es ergießt sich auf die Erde. „Herr“ wird er genannt! 9 Ganz plötzlich vernichtet er die Mächtigen und macht ihre Festungen dem Erdboden gleich. 10 „Ihr hasst jeden, der vor Gericht für das Recht eintritt, und wer die Wahrheit sagt, den verabscheut ihr. 11 Von den Ärmsten nehmt ihr Pachtgeld und verlangt auch noch Getreideabgaben. Darum werdet ihr nicht mehr in euren prachtvollen Häusern aus behauenen Steinen wohnen, und den Wein aus euren schönen Weingärten werdet ihr nicht trinken. 12 Ja, ich weiß, wie viele Verbrechen ihr begangen habt und wie groß eure Schuld ist. Ehrliche Menschen bringt ihr in Bedrängnis, ihr nehmt Bestechungsgelder an und lasst die Armen vor Gericht nicht zu ihrem Recht kommen. 13 Wer klug ist, der schweigt in dieser schlimmen Zeit.“ 14 Setzt euch für das Gute ein, allem Bösen aber kehrt den Rücken! Dann bleibt ihr am Leben, und der Herr, der allmächtige Gott, steht euch bei, so wie ihr es ja immer behauptet. 15 Ja, hasst das Böse, liebt das Gute! Verhelft vor Gericht jedem zu seinem Recht! Vielleicht erbarmt sich der Herr, der allmächtige Gott, doch noch über euch Nachkommen Josefs, und ihr werdet überleben. 16 So spricht der Herr, der allmächtige Gott: „Auf allen Plätzen und Straßen wird man lautes Klagen und Trauerlieder hören. Sogar die Bauern holt man vom Feld, damit sie ebenso wie die Klageweiber die Toten beweinen. 17 In den Weinbergen trauern die Menschen laut um die Gestorbenen. Denn ich, der Herr, werde durchs Land schreiten und euch zur Rechenschaft ziehen. Mein Wort gilt!“ 18 Ihr wünscht euch: „Wenn nur der Tag schon da wäre, an dem der Herr eingreift!“ Glaubt ihr eigentlich, dass dieser Tag euch Licht bringen wird? Nein, in tiefste Dunkelheit werdet ihr gestoßen! 19 Es ergeht euch wie einem Mann, der vor dem Löwen flieht und dabei einem Bären in den Weg läuft. Selbst wenn er da noch mit heiler Haut davonkommt und sich zu Hause erschöpft an die Wand stützt – dann beißt ihn dort eine Schlange in die Hand! 20 Ja, der Tag des Herrn bringt euch kein Licht, sondern Dunkelheit, schwarz wie die Nacht wird er sein! 21 Der Herr sagt: „Ich hasse eure Feiern, geradezu widerwärtig sind sie mir, eure Opferfeste verabscheue ich. 22 Eure Brand- und Speiseopfer nehme ich nicht an, und wenn ihr Tiere mästet, um sie mir darzubringen, ist mir das völlig gleichgültig. 23 Eure lauten Lieder kann ich nicht mehr hören, verschont mich mit eurem Harfengeklimper. 24 Setzt euch lieber für die Gerechtigkeit ein! Das Recht soll das Land durchströmen wie ein nie versiegender Fluss. 25 Ihr Israeliten, als ihr vierzig Jahre in der Wüste umhergezogen seid, habt ihr mir da Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht? 26 Habt ihr nicht schon damals die Figuren eurer Sternengötter Sakkut und Kewan herumgetragen, die ihr euch selbst gemacht habt? 27 Darum lasse ich euch in die Gefangenschaft ziehen, noch über Damaskus hinaus! Mein Wort gilt, denn ich bin der Herr, der allmächtige Gott!“

Amos 6

1 Stolz und sorglos lebt ihr auf dem Berg Zion und auf dem Berg von Samaria. Dort wähnt ihr euch sicher. Ihr bildet euch etwas darauf ein, zum bedeutendsten Volk zu gehören und angesehene Männer zu sein, auf deren Rat ganz Israel hört. Doch es wird euch schlecht ergehen! 2 Ihr sagt zum Volk:1 „Geht doch einmal hinüber zur Stadt Kalne, dann weiter nach Hamat und von dort zur Philisterstadt Gat! Sind Israel und Juda nicht angesehener als sie? Ist unser Gebiet nicht größer als ihres?“ 3 Ihr denkt, euch könnte nichts Böses geschehen, mit Unrecht und Gewalt wollt ihr eure Macht festigen. 4 Ihr räkelt euch auf weich gepolsterten, elfenbeinverzierten Betten und esst das beste Fleisch von Lämmern und Kälbern. 5 Zu den Klängen der Harfe schmettert ihr eure Lieder und meint, ihr könntet wie David musizieren. 6 Den Wein trinkt ihr aus schweren Pokalen und salbt euch nur mit den feinsten Ölen – aber dass euer Volk dem Untergang entgegengeht, kümmert euch überhaupt nicht! 7 Darum werdet ihr die Ersten sein, die in die Verbannung gehen. Dann ist es aus mit euren Trinkgelagen auf weichen Betten! 8 So spricht der Herr, der allmächtige Gott: „Ich hasse den Hochmut der Nachkommen Jakobs, ich verabscheue ihre prachtvollen Häuser! Darum liefere ich Samaria mit allen seinen Einwohnern den Feinden aus. Das schwöre ich, der Herr, so wahr ich lebe! 9 Und wenn in einem Haus zehn Menschen überlebt haben, müssen sie doch noch sterben! 10 Kommt dann ein Verwandter von ihnen, um die Leichen aus dem Haus zu holen, findet er vielleicht noch einen Überlebenden, der sich ins hinterste Zimmer verkrochen hat. Er fragt ihn: ‚Ist noch jemand bei dir?‘, und bekommt zur Antwort: ‚Nein, niemand mehr!‘ Dann flüstert der Verwandte: ‚Pass auf, erwähne nicht den Namen des Herrn, sonst bringt er auch dich noch um2!‘ 11 Denn ich, der Herr, befehle, dass die großen Prunkbauten in Trümmer gelegt und die kleinen Wohnhäuser niedergerissen werden. 12 Kann man etwa mit Pferden über Felsblöcke galoppieren oder mit Rindern die Felsen umpflügen? Ihr aber verwandelt das Recht in Unrecht – eure Urteile sind ein tödliches Gift! Anstatt der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, verbreitet ihr nichts als Angst und Schrecken. 13 Ihr freut euch, weil ihr Lo-Dabar eingenommen habt, und prahlt: ‚Aus eigener Kraft haben wir Karnajim zurückerobert!‘ 14 Jetzt aber sage ich, der Herr, der allmächtige Gott: Ich lasse ein Volk über euch herfallen, das euch besiegen und die Bevölkerung im ganzen Land unterdrücken wird – von Hamat im Norden bis zum Bach bei der Wüste im Süden!“

Text

Am Ende von Amos 4 (VV 12 +13) wird zusammengefasst:
„Israel, mache dich bereit deinem GOTT zu begegnen“. Das ist keine ‚Watschn im Affekt‘ – hier wird sichtbar, dass unser Handeln als Gemeinschaft Auswirkungen hat. Saat und Ernte – keiner sollte überrascht sein von Gottes Gerichten.
Amos 5,1 beginnt mit der Totenklage über Israel. Zur Erinnerung: Wir befinden uns in einer wirtschaftlichen Blütezeit des Nordreiches.
Hier erkennen wir etwas von dem Wesen der Prophetie: sie ist meist anti-zyklisch und gibt die Perspektive Gottes wieder in Bezug auf das, was in Kürze kommen wird. Das Wort der Propheten passt deshalb scheinbar nicht in die Situation.
Propheten vermiesen in guten Zeiten die Stimmung : (
– dafür hellen sie die Mienen in schweren Zeiten auf : )
In Kapitel 4 hatte es noch fünf Gelegenheiten zur Umkehr gegeben – GOTT gibt die Gelegenheit verdientes drohendes Gericht abzuwenden (weil er im Tiefsten seines Wesens gnädig ist). In Kapitel 5 spricht Amos von der Dunkelheit des Tages des Herrn, von der Wegführung „über Damaskus hinaus“ und davon, dass die Vornehmen des Volkes an der Spitze des Zuges ins Exil gehen werden.

Das Gericht lässt sich nicht mehr abwenden – aber „vielleicht wird der Herr, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein“.
Prophetie ist nie nur Schwarzmalerei – sie zeigt auch einen Weg, sie öffnet eine Tür, damit Gottes Leben zu uns kommen kann.

Fragen

  • Lest die Verse 4 +6+14+15 aus Kapitel 5 und sprecht über die Ratschläge des Amos, wie man jetzt noch die Gnade Gottes finden kann.
  • GOTT suchen – Wie macht man das in einem Hauskreis / in einer Gemeinde / in einer Stadt / in einer Nation?
    Lest dazu auch Jakobus 4, 1-10. Welche Parallelen gibt es?
  • Was ist mit dem „Überrest“ gemeint?

Gott ist emotional

Er brüllt, er ist zornig, er verabscheut, er verwirft, er hasst.

Diese Verben werden in den Kapiteln 5+6 in Zusammenhang mit GOTT verwendet.

In Kap. 5,15 erwartet Gott von uns, dass wir hassen und lieben

  • Nenne 3 Dinge/ Eigenschaften, die du liebst
  • Nenne 3 Dinge/ Eigenschaften, die du hasst

Eine dritte Handlung erwartet Gott von uns in diesem Vers:

„Richtet das Recht auf im Tor“

  • Wir können wir das als Hauskreis / als Gemeinde in Fürstenfeldbruck tun? An welches Recht /Unrecht denkt ihr dabei? Welchen Themen sollen wir als Gemeinde in unserer Stadt Stimme geben?