Schlagwort: Amos

Symbolbild "Suche nach Leben". 2 Schaufeln im Sand

Suchet mich, so werdet Ihr leben!

Heute Morgen feiern wir wieder einen Gottesdienst, in dem wir uns Zeit nehmen wollen zum Feiern des Abendmahls und zum Hören auf persönliche Berichte aus unserem ganz persönlichen Leben.
Und wir wollten dieses Lied von Silvia Hradetzky noch einmal gut einbetten in das Thema, das uns seit dem Nachdenken über das Amosbuch immer wieder einmal erreicht: „Suchet mich, so werdet Ihr leben!“

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Erweckung in der Gemeinde

Liebe Gemeinde,

im Vorfeld unserer Reihe über Amos habe ich im Januar in einer Predigt zum Thema Hauskreise eine kleine Geschichte erzählt, um das Thema „Erweckung“
leise vorzubereiten. Vielleicht erinnern Sie sich noch:

Ich fahre mit der S-Bahn zum Marienplatz, steige aus und erreiche über die Rolltreppen die Oberfläche. Schon in der Bahn ist mir jemand aufgefallen, der immer wieder intensiv in meine Richtung schaute. Er ist modern gekleidet und scheint mir, zur Arbeit zu fahren. Als ich mich auf dem Weg zum Domplatz umschaue, sehe ich, wie dieser Mann mir folgt. Er tut das gar nicht heimlich, und der Abstand zwischen uns verringert sich. Und plötzlich macht er ein paar schnelle Schritte auf mich zu, fasst mich zwar schüchtern, aber bestimmt am Ärmel meines Mantels und sagt: „Bitte entschuldigen Sie, dass ich Sie anspreche, aber ich glaube, Sie sind ein Mensch, der Gott kennt; und ich suche so sehr nach einem Menschen, der mir hilft, Gott zu finden. Ich möchte neu anfangen mit meinem Leben. Sagen Sie mir, wie ich das machen kann; denn ich spüre: mit Ihnen ist Gott.“

Ich bin total verwirrt und rede irgendetwas von Eile und von Gottesdienstbesuch am nächsten Sonntag in meiner Gemeinde in FFB. Aber der Mann lässt sich nicht abschütteln. Er ist so froh, mich angesprochen zu haben und läuft redend neben mir her. Plötzlich sieht er in der Menge ein bekanntes Gesicht. Er ruft dem Mann etwas zu, und auf einmal macht der kehrt und heftet sich ebenfalls auf meine Fersen. Als ich mittags wieder die S-Bahn besteige, habe ich zehn oder zwölf Menschen im Schlepptau, Frauen und Männer, die immer wieder betonen, dass sie gern eine lebendige Verbindung zu Jesus Christus gewinnen wollen, und dass ich Ihnen doch dabei helfen möge. Und es scheint, wie ich auf meinem Weg durch die Innenstadt wahrgenommen habe, noch ein paar mehr zu geben, denen es ähnlich ergangen ist wie mir und denen das, so wie mir schien, ebenfalls sehr peinlich war, mit solch einer geschwätzigen, aufgeregten Menschentraube durch München zu laufen.

Aber, liebe Gemeinde: so geht Erweckung anscheinend gerade nicht. Aber was ist Erweckung? Und wie kann sie sich ereignen? Wer sind die Protagonisten, wenn nicht Gott selber?

Und was passiert mit mir und dir, wenn Erweckung losgeht?

Über diese Fragen haben wir während der Predigtreihe über Erweckung nachgedacht.

Und ich möchte in diesem kurzen „Angedacht“-Beitrag nun nichts weiter tun, als noch einmal diese 10 Gesichtspunkte aufschreiben und Sie alle – auch wenn Sie die Predigtreihe gar nicht verfolgt haben – bitten: Denken Sie weiter. Und hören Sie nicht auf mit diesem Thema. Gott segne Sie dabei! Also:

  1. Erweckung in der Gemeinde – durch eine erweckte Leitung
  2. Erweckung in der Gemeinde durch die lebendige, erweckliche und gewissensbezogene Predigt
  3. Erweckung in der Gemeinde – den Lauen und Trägen in großer Treue, Liebe und Konsequenz nachgehen
  4. Erweckung in der Gemeinde – in der Weckung eines Gebetsgeistes in der ganzen Gemeinde
  5. Erweckung in der Gemeinde – in dem glaubensvollen Ergreifen des göttlichen „Ich will!“
  6. Erweckung in der Gemeinde – wenn Menschen tief erfasst werden von der Sündhaftigkeit der Sünde
  7. Erweckung in der Gemeinde – durch einen unaufhaltsamen Drang, die Sünde vor Gott und, wo notwendig, vor den Menschen zu bekennen
  8. Erweckung in der Gemeinde – in einem freien und ungehemmten Walten des Heiligen Geistes
  9. Erweckung in der Gemeinde – in einer großen Liebe zum Wort Gottes
  10. Erweckung in der Gemeinde – in Gemeindeerneuerung und Wachstum

Mit herzlichem Gruß

Euer
Unterschrift Gerd Ballon

Gerd Ballon, Predigt am 13.03.2016

Gemeinsam auf Kurs 2016 (5): Es wird schon nicht so schlimm kommen…falsche Hoffnung auf ein Happy End!

Wir beenden heute Morgen die Aktion „Gemeinsam auf Kurs bleiben 2016“, die unter dem herausfordernden Thema stand: „Wenn Gott laut wird…Begegnungen mit seiner wilden Seite“ und in der wir den Propheten Amos während seiner unangenehmen Mission als Sprachrohr Gottes im Nordreich Israel begleitet haben.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Wenn Gott laut wird…Begegnungen mit SEINER wilden Seite
Amos 9 – Es wird schon nicht so schlimm kommen…falsche Hoffnung auf ein Happy End!“
Reihe
Gemeinsam auf Kurs 2016
Datum
13.03.2016
Länge
23:42
Bibelstelle
Amos 9

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Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (5): Es wird schon nicht so schlimm kommen… falsche Hoffnung auf ein Happy End!

Lesung

Amos 9

1 Ich sah den Herrn am Altar stehen; er befahl: „Schlag auf die Kapitelle der Tempelsäulen, dass die Türschwellen erbeben! Zerschmettere die Säulen, damit die Trümmer den Leuten auf den Kopf fallen! Und wer das überlebt, den lasse ich vom Schwert durchbohren. Keiner wird fliehen können, niemand wird entkommen und sich retten. 2 Auch wenn sie in die Totenwelt eindringen und sich verstecken könnten – ich würde sie sogar von dort zurückholen! Und wenn sie in den Himmel hinaufsteigen könnten, würde ich sie herunterstürzen. 3 Wollten sie auf den Gipfel des Karmel fliehen, würde ich sie auch dort finden und zurückholen. Könnten sie sich auf dem Meeresboden verbergen, würde ich der Meeresschlange befehlen, sie mit einem Biss zu töten. 4 Und wenn sie unter den Gefangenen wären, die in ein fremdes Land verschleppt werden, würde ich sie auch dort noch mit dem Schwert umbringen! Denn bei mir finden sie keine Hilfe mehr, ich schicke ihnen nur noch Tod und Verderben.“ 5 Der Herr ist der allmächtige Gott! Berührt er die Erde, so fängt sie an zu schwanken. Sie hebt und senkt sich wie der Nil in Ägypten, und die Menschen trauern um ihre Toten. 6 Im Himmel hat er die Stufen zu seinem Thron gebaut und auf der Erde die Fundamente für das Himmelsgewölbe gelegt. Er lässt das Wasser aus dem Meer aufsteigen und die Erde überfluten. Sein Name ist „der Herr“! 7 So spricht der Herr: „Glaubt ihr Israeliten wirklich, ihr wärt besser als die Äthiopier? Es ist wahr: Ich habe euch aus Ägypten befreit. Aber genauso habe ich die Philister aus Kreta1 herausgeführt und die Syrer aus Kir. 8 Ich, der Herr, sehe ganz genau, wie ihr Israeliten in eurem Land gegen mich sündigt. Darum lasse ich euch vom Erdboden verschwinden! Doch ich will euch Nachkommen Jakobs nicht völlig ausrotten. Das verspreche ich, der Herr! 9 Ich zerstreue euch unter alle Völker. So wie in einem Sieb die Steine hängen bleiben, 10 so siebe ich die Schuldigen aus, sie, die jetzt noch selbstgefällig sagen: ‚Menschen wie uns lässt der Herr nichts zustoßen. Kein Unglück wird uns treffen.‘ Gerade sie werden vom Schwert durchbohrt!“ 11 So spricht der Herr: „Es kommt der Tag, an dem ich das Reich König Davids wieder aufbauen werde. Jetzt gleicht es zwar einem zerstörten Haus, doch dann richte ich die umgestürzten Wände wieder auf und schließe die Risse in der Mauer. 12 Die Israeliten werden in Besitz nehmen, was vom Gebiet der Edomiter übrig geblieben ist. Auch über die Nachbarvölker, die einst mir gehört haben, werden sie ihre Herrschaft ausdehnen. 13 Es kommt die Zeit, da wird es eine sehr reiche Ernte geben: Die Arbeiter mähen noch das Getreide ab, wenn der Bauer schon kommt, um den Acker wieder zu pflügen. Man tritt die Trauben noch in der Kelter, obwohl die Zeit der Aussaat schon wieder begonnen hat. Ja, es wird so viele Trauben geben, dass ihr Saft die Berge und Hügel herabfließt! 14 Ich werde das Schicksal meines Volkes wieder zum Guten wenden. Die Israeliten bauen die verwüsteten Städte wieder auf und wohnen darin, sie pflanzen Weinberge und trinken Wein, sie legen Gärten an und ernähren sich davon. 15 Ich werde sie wieder in ihr Land einpflanzen, und niemand kann sie mehr herausreißen. Denn dieses Land habe ich, der Herr, ihr Gott, ihnen gegeben. Mein Wort gilt!“

Text

1. Keiner entkommt dem Richter (9, 1 – 7)

Die letzte Vision des Amos wird durch eine schockierende Szene ein-geleitet: Gott steht übergroß auf oder über dem Brandopferaltar vor dem Tempel (in Bethel?) und schlägt gegen die Säulenköpfe am Tem-peleingang. Gott selber zerstört sein Haus und lässt die Trümmer auf die Köpfe der Gottesdienstbesucher stürzen.
Das Verhalten Israels war eine Beleidigung Gottes, der sich immer persönlich getroffen fühlt, wenn die kleinen Leute und die Unterprivi-legierten vergessen oder ausgenutzt werden. Nun gibt es kein Entrin-nen. Gott kann man nicht ausweichen.
Auch die neutestamentliche Gemeinde muss sich dieser Gefahr von Seiten Gottes bewusst sein (Offb 2, 4 f.). Wenn die Gemeinde einen toten Glauben pflegt (Jak 2,26), dann rettet sie das tod-richtige „Herr, Herr“-Sagen auch nicht mehr (Matth 7, 21).

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Prediger Albrecht Hesmert am 06.03.2016

Gemeinsam auf Kurs 2016 (4): Die Visionen und der Visionär

In der Predigt heute geht es um „Visionen“ – geistliche Eindrücke in Bildern, durch die Gott Amos seine Botschaft deutlich macht.

Daten

Prediger
Albrecht Hesmert
Thema
 Die Visionen und der Visionär
Reihe
Gemeinsam auf Kurs 2016
Datum
06.03.2016
Länge
39:48
Bibelstelle
Amos 7 + 8

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Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (4): Die Visionen und der Visionär

Lesung

Amos 7

1 Gott, der Herr, gab mir eine Vision: Ich sah, wie er Heuschreckenschwärme erschuf. Gerade hatte man das erste Heu eingebracht, das für die königlichen Stallungen bestimmt war, und das Gras wuchs allmählich wieder nach. 2 Da fielen die Heuschrecken über die Pflanzen im ganzen Land her. Als sie alles abgefressen hatten, rief ich: „Ach Herr, Gott, vergib doch! Wie sollen die Nachkommen Jakobs sonst überleben? Sie sind ja ein so kleines Volk!“ 3 Da hatte der Herr Erbarmen mit ihnen und sagte: „Was du dort gesehen hast, wird nicht eintreffen!“ 4 Dann gab Gott, der Herr, mir eine weitere Vision: Ich sah, wie er Feuer herbeirief, um sein Volk zu bestrafen. Zuerst verzehrte es das Wasser im Meer, dann bedeckten die Flammen das ganze Land. 5 Da rief ich: „Ach Herr, Gott, bitte hör auf! Wie sollen die Nachkommen Jakobs sonst überleben? Sie sind ja ein so kleines Volk!“ 6 Da hatte der Herr wieder Erbarmen mit ihnen und sagte: „Auch was du dort gesehen hast, wird nicht eintreffen.“ 7 Dann ließ der Herr mich sehen, wie er auf einer Mauer stand, die mit Hilfe eines Lots gebaut worden war. Er hielt ein Bleilot in der Hand 8 und fragte mich: „Amos, was siehst du?“ „Ein Bleilot“, antwortete ich. Da sagte er: „Ich lege jetzt dieses Lot an mein Volk Israel, in Zukunft gehe ich nicht mehr über ihre Sünden hinweg. 9 Ich verwüste die Orte auf den Hügeln, wo die Nachkommen Isaaks ihre Götter verehren; ja, alle Heiligtümer Israels verwandle ich in Trümmerhaufen. Mein Schwert trifft das Königshaus Jerobeams!“ 10 Amazja, der oberste Priester in Bethel, sandte einen Boten zu Jerobeam, dem König von Israel, und ließ ihm ausrichten: „Amos zettelt mitten in Israel einen Aufstand gegen dich an! Seine Reden sind unerträglich! 11 Er hat behauptet: ‚Jerobeam wird durchs Schwert umkommen, und das Volk Israel wird aus dem Land vertrieben und in die Verbannung geführt.'“ 12 Zu Amos sagte Amazja: „Du Prophet, verschwinde von hier, und geh heim nach Juda! Dort kannst du weiter weissagen und dich dafür bezahlen lassen. 13 Aber hier in Bethel ist Schluss damit! Denn hier steht der Tempel des Königs, das wichtigste Heiligtum Israels.“ 14 Amos erwiderte: „Ich bin kein Prophet, der sich bezahlen lässt, und ich komme auch aus keiner Prophetenschule. Ich bin Viehhirte und pflanze Maulbeerfeigenbäume an. 15 Aber der Herr hat mich von meiner Herde weggeholt und mir befohlen: ‚Geh zu meinem Volk Israel, und richte ihm meine Botschaft aus!‘ 16 Und nun willst du mir verbieten, den Auftrag Gottes zu erfüllen und zu den Israeliten, den Nachkommen Isaaks, zu sprechen? Hör, was der Herr dir ankündigt: 17 ‚Deine Frau soll in dieser Stadt zur Hure werden, deine Söhne und Töchter werden im Krieg getötet, dein Grundbesitz wird an andere verteilt, und du selbst wirst in einem heidnischen Land sterben! Denn die Israeliten werden von hier verschleppt werden. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!'“

Amos 8

1 Noch etwas ließ Gott, der Herr, mich sehen: einen Korb mit reifem Obst. 2 Er fragte mich: „Amos, was siehst du?“ Ich antwortete: „Einen Korb mit reifem Obst.“ Da sprach der Herr zu mir: „Ja, und so ist auch mein Volk: reif für das Gericht! Von jetzt an sehe ich nicht mehr über ihre Sünden hinweg! 3 Wenn meine Strafe sie trifft, dann werden sich die fröhlichen Gesänge, die jetzt noch im Königspalast erklingen, in Trauerlieder verwandeln. Wohin man auch blickt, liegen die Leichen herum, und überall herrscht Totenstille. Mein Wort gilt!“ 4 Hört zu, die ihr die Armen unterdrückt und die Wehrlosen zugrunde richtet! 5-6 Ihr sagt: „Wann ist das Neumondfest endlich vorbei? Wann ist die Sabbatruhe bloß vorüber, damit wir die Kornspeicher wieder öffnen und Getreide verkaufen können? Dann verkleinern wir das Getreidemaß und machen die Gewichte auf der Waage schwerer, wo die Käufer ihr Silbergeld abwiegen. Auch die Waage selbst stellen wir falsch ein. Bestimmt können wir sogar noch den Getreideabfall verkaufen!“ Ihr macht die Armen schon zu Sklaven, wenn sie euch nur ein Paar Schuhe nicht bezahlen können. 7 Der Herr aber hat bei seiner Ehre geschworen:1 „Niemals werde ich vergeben, was sie getan haben! 8 Ja, ihretwegen soll die Erde beben, sie wird sich heben und senken wie der Nil in Ägypten, und die Menschen werden um ihre Toten trauern. 9 Ich, der Herr, kündige euch an: An jenem Tag lasse ich die Sonne schon am Mittag untergehen, und die Dunkelheit bricht am helllichten Tag über das Land herein. 10 Eure Freudenfeste lasse ich zu Leichenfeiern werden und eure fröhlichen Lieder zu Totenklagen. Als Zeichen eurer Trauer werdet ihr euch Tücher aus grobem Sacktuch um die Hüften binden und euch die Köpfe kahl scheren. Ihr werdet so verzweifelt sein wie jemand, dessen einziger Sohn gestorben ist. Es wird ein bitterer Tag für euch sein, wenn das Ende kommt!“ 11 „Ich, der Herr, sage euch: Es kommt die Zeit, da schicke ich euch eine Hungersnot. Aber nicht nach Brot werdet ihr hungern und nicht nach Wasser verlangen. Nein, nach einem Wort von mir werdet ihr euch sehnen! 12 Dann irren die Menschen ruhelos durchs Land, vom Toten Meer bis zum Mittelmeer, vom Norden bis zum Osten. Doch ihre Suche wird vergeblich sein: Ich, der Herr, antworte ihnen nicht. 13 Auch die schönen Mädchen und die jungen Männer werden an jenem Tag vor Durst zusammenbrechen. 14 Sie werden fallen und nicht mehr aufstehen, denn sie schwören bei dem widerlichen Götzen von Samaria und bekräftigen ihren Eid mit den Worten: ‚So gewiss dein Gott lebt, Heiligtum in Dan!‘ oder: ‚So gewiss die Wallfahrt nach Beerscheba uns Gottes Segen sichert!'“

Text

Im Text dieser Woche geht es um „Visionen“ – geistliche Eindrücke in Bildern, durch die Gott Amos seine Botschaft deutlich macht.
Wir lesen, wie er selbst auf diese Eindrücke reagiert und wie seine Botschaft vom führenden Geistlichen der damaligen Zeit aufgenom-men wird.
Außerdem erzählt Amos hier seine eigene Berufung. Dadurch wird die Person des Propheten, der bisher ganz hinter seiner Botschaft verborgen war, für uns lebendig.

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Gerd Ballon am 06.12.2015 bei der Predigt zum Thema "Macht hoch die Tür!"

Gemeinsam auf Kurs 2016 (2): Eine Begegnung der anderen Art – mit Gott!

Wir sind angekommen im Amosbuch, spätestens jetzt. Und wir haben sie nun, wie unser Thema heute sagt – eine Begegnung der anderen Art – mit Gott. Im Internet habe ich viele Bilder zu diesem Begriff gefunden – es geht dabei immer um etwas Außerirdisches. – Und eine Begegnung mit Gottes wilder Seite ist ja schon auch so: außerirdisch. Unerwartet. Überfallartig. Wenn der Löwe brüllt…

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Gemeinsam auf Kurs 2016 (2): Eine Begegnung der anderen Art – mit Gott!
Reihe
Gemeinsam auf Kurs 2016
Datum
21.02.2016
Länge
27:59
Bibelstelle
Amos 3 – 4

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Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (3): Die Gnade des HERRN geht zu Ende

Lesung

Amos 5

1 Ihr Israeliten, hört die Totenklage, die ich über euch anstimme: 2 „Gefallen ist die Jungfrau Israel, und keiner hilft ihr auf. Leblos liegt sie am Boden, nie mehr wird sie sich erheben.“ 3 So spricht Gott, der Herr: „Wenn aus einer eurer Städte tausend Männer in den Krieg ziehen, kehren nur hundert zurück, und wenn hundert in den Kampf gehen, bleiben nur zehn übrig! 4 Ich, der Herr, fordere euch Israeliten auf: Kommt endlich zu mir zurück, dann bleibt ihr am Leben! 5 Geht nicht mehr nach Beerscheba, um mich dort anzubeten, besucht auch nicht mehr die Heiligtümer in Gilgal und Bethel. Denn die Einwohner Gilgals werden in die Gefangenschaft geführt, und Bethel wird zum Unglücksort.“ 6 Ja, kehrt zum Herrn zurück, dann werdet ihr leben! Sonst bekommt ihr Nachkommen Josefs seinen Zorn zu spüren. Er wütet wie ein loderndes Feuer, das sich immer weiter ausbreitet, und wenn es Bethel erreicht hat, kann niemand es dort löschen. 7 Ihr treibt mit der Gerechtigkeit Schindluder, ihr tretet das Recht mit Füßen! 8 Gott hat das Siebengestirn und den Orion geschaffen. Licht verwandelt er in Finsternis, nach der Nacht lässt er einen neuen Tag anbrechen. Er ruft das Wasser aus dem Meer, und es ergießt sich auf die Erde. „Herr“ wird er genannt! 9 Ganz plötzlich vernichtet er die Mächtigen und macht ihre Festungen dem Erdboden gleich. 10 „Ihr hasst jeden, der vor Gericht für das Recht eintritt, und wer die Wahrheit sagt, den verabscheut ihr. 11 Von den Ärmsten nehmt ihr Pachtgeld und verlangt auch noch Getreideabgaben. Darum werdet ihr nicht mehr in euren prachtvollen Häusern aus behauenen Steinen wohnen, und den Wein aus euren schönen Weingärten werdet ihr nicht trinken. 12 Ja, ich weiß, wie viele Verbrechen ihr begangen habt und wie groß eure Schuld ist. Ehrliche Menschen bringt ihr in Bedrängnis, ihr nehmt Bestechungsgelder an und lasst die Armen vor Gericht nicht zu ihrem Recht kommen. 13 Wer klug ist, der schweigt in dieser schlimmen Zeit.“ 14 Setzt euch für das Gute ein, allem Bösen aber kehrt den Rücken! Dann bleibt ihr am Leben, und der Herr, der allmächtige Gott, steht euch bei, so wie ihr es ja immer behauptet. 15 Ja, hasst das Böse, liebt das Gute! Verhelft vor Gericht jedem zu seinem Recht! Vielleicht erbarmt sich der Herr, der allmächtige Gott, doch noch über euch Nachkommen Josefs, und ihr werdet überleben. 16 So spricht der Herr, der allmächtige Gott: „Auf allen Plätzen und Straßen wird man lautes Klagen und Trauerlieder hören. Sogar die Bauern holt man vom Feld, damit sie ebenso wie die Klageweiber die Toten beweinen. 17 In den Weinbergen trauern die Menschen laut um die Gestorbenen. Denn ich, der Herr, werde durchs Land schreiten und euch zur Rechenschaft ziehen. Mein Wort gilt!“ 18 Ihr wünscht euch: „Wenn nur der Tag schon da wäre, an dem der Herr eingreift!“ Glaubt ihr eigentlich, dass dieser Tag euch Licht bringen wird? Nein, in tiefste Dunkelheit werdet ihr gestoßen! 19 Es ergeht euch wie einem Mann, der vor dem Löwen flieht und dabei einem Bären in den Weg läuft. Selbst wenn er da noch mit heiler Haut davonkommt und sich zu Hause erschöpft an die Wand stützt – dann beißt ihn dort eine Schlange in die Hand! 20 Ja, der Tag des Herrn bringt euch kein Licht, sondern Dunkelheit, schwarz wie die Nacht wird er sein! 21 Der Herr sagt: „Ich hasse eure Feiern, geradezu widerwärtig sind sie mir, eure Opferfeste verabscheue ich. 22 Eure Brand- und Speiseopfer nehme ich nicht an, und wenn ihr Tiere mästet, um sie mir darzubringen, ist mir das völlig gleichgültig. 23 Eure lauten Lieder kann ich nicht mehr hören, verschont mich mit eurem Harfengeklimper. 24 Setzt euch lieber für die Gerechtigkeit ein! Das Recht soll das Land durchströmen wie ein nie versiegender Fluss. 25 Ihr Israeliten, als ihr vierzig Jahre in der Wüste umhergezogen seid, habt ihr mir da Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht? 26 Habt ihr nicht schon damals die Figuren eurer Sternengötter Sakkut und Kewan herumgetragen, die ihr euch selbst gemacht habt? 27 Darum lasse ich euch in die Gefangenschaft ziehen, noch über Damaskus hinaus! Mein Wort gilt, denn ich bin der Herr, der allmächtige Gott!“

Amos 6

1 Stolz und sorglos lebt ihr auf dem Berg Zion und auf dem Berg von Samaria. Dort wähnt ihr euch sicher. Ihr bildet euch etwas darauf ein, zum bedeutendsten Volk zu gehören und angesehene Männer zu sein, auf deren Rat ganz Israel hört. Doch es wird euch schlecht ergehen! 2 Ihr sagt zum Volk:1 „Geht doch einmal hinüber zur Stadt Kalne, dann weiter nach Hamat und von dort zur Philisterstadt Gat! Sind Israel und Juda nicht angesehener als sie? Ist unser Gebiet nicht größer als ihres?“ 3 Ihr denkt, euch könnte nichts Böses geschehen, mit Unrecht und Gewalt wollt ihr eure Macht festigen. 4 Ihr räkelt euch auf weich gepolsterten, elfenbeinverzierten Betten und esst das beste Fleisch von Lämmern und Kälbern. 5 Zu den Klängen der Harfe schmettert ihr eure Lieder und meint, ihr könntet wie David musizieren. 6 Den Wein trinkt ihr aus schweren Pokalen und salbt euch nur mit den feinsten Ölen – aber dass euer Volk dem Untergang entgegengeht, kümmert euch überhaupt nicht! 7 Darum werdet ihr die Ersten sein, die in die Verbannung gehen. Dann ist es aus mit euren Trinkgelagen auf weichen Betten! 8 So spricht der Herr, der allmächtige Gott: „Ich hasse den Hochmut der Nachkommen Jakobs, ich verabscheue ihre prachtvollen Häuser! Darum liefere ich Samaria mit allen seinen Einwohnern den Feinden aus. Das schwöre ich, der Herr, so wahr ich lebe! 9 Und wenn in einem Haus zehn Menschen überlebt haben, müssen sie doch noch sterben! 10 Kommt dann ein Verwandter von ihnen, um die Leichen aus dem Haus zu holen, findet er vielleicht noch einen Überlebenden, der sich ins hinterste Zimmer verkrochen hat. Er fragt ihn: ‚Ist noch jemand bei dir?‘, und bekommt zur Antwort: ‚Nein, niemand mehr!‘ Dann flüstert der Verwandte: ‚Pass auf, erwähne nicht den Namen des Herrn, sonst bringt er auch dich noch um2!‘ 11 Denn ich, der Herr, befehle, dass die großen Prunkbauten in Trümmer gelegt und die kleinen Wohnhäuser niedergerissen werden. 12 Kann man etwa mit Pferden über Felsblöcke galoppieren oder mit Rindern die Felsen umpflügen? Ihr aber verwandelt das Recht in Unrecht – eure Urteile sind ein tödliches Gift! Anstatt der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, verbreitet ihr nichts als Angst und Schrecken. 13 Ihr freut euch, weil ihr Lo-Dabar eingenommen habt, und prahlt: ‚Aus eigener Kraft haben wir Karnajim zurückerobert!‘ 14 Jetzt aber sage ich, der Herr, der allmächtige Gott: Ich lasse ein Volk über euch herfallen, das euch besiegen und die Bevölkerung im ganzen Land unterdrücken wird – von Hamat im Norden bis zum Bach bei der Wüste im Süden!“

Text

Am Ende von Amos 4 (VV 12 +13) wird zusammengefasst:
„Israel, mache dich bereit deinem GOTT zu begegnen“. Das ist keine ‚Watschn im Affekt‘ – hier wird sichtbar, dass unser Handeln als Gemeinschaft Auswirkungen hat. Saat und Ernte – keiner sollte überrascht sein von Gottes Gerichten.
Amos 5,1 beginnt mit der Totenklage über Israel. Zur Erinnerung: Wir befinden uns in einer wirtschaftlichen Blütezeit des Nordreiches.
Hier erkennen wir etwas von dem Wesen der Prophetie: sie ist meist anti-zyklisch und gibt die Perspektive Gottes wieder in Bezug auf das, was in Kürze kommen wird. Das Wort der Propheten passt deshalb scheinbar nicht in die Situation.
Propheten vermiesen in guten Zeiten die Stimmung : (
– dafür hellen sie die Mienen in schweren Zeiten auf : )
In Kapitel 4 hatte es noch fünf Gelegenheiten zur Umkehr gegeben – GOTT gibt die Gelegenheit verdientes drohendes Gericht abzuwenden (weil er im Tiefsten seines Wesens gnädig ist). In Kapitel 5 spricht Amos von der Dunkelheit des Tages des Herrn, von der Wegführung „über Damaskus hinaus“ und davon, dass die Vornehmen des Volkes an der Spitze des Zuges ins Exil gehen werden.

Das Gericht lässt sich nicht mehr abwenden – aber „vielleicht wird der Herr, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein“.
Prophetie ist nie nur Schwarzmalerei – sie zeigt auch einen Weg, sie öffnet eine Tür, damit Gottes Leben zu uns kommen kann.

Fragen

  • Lest die Verse 4 +6+14+15 aus Kapitel 5 und sprecht über die Ratschläge des Amos, wie man jetzt noch die Gnade Gottes finden kann.
  • GOTT suchen – Wie macht man das in einem Hauskreis / in einer Gemeinde / in einer Stadt / in einer Nation?
    Lest dazu auch Jakobus 4, 1-10. Welche Parallelen gibt es?
  • Was ist mit dem „Überrest“ gemeint?

Gott ist emotional

Er brüllt, er ist zornig, er verabscheut, er verwirft, er hasst.

Diese Verben werden in den Kapiteln 5+6 in Zusammenhang mit GOTT verwendet.

In Kap. 5,15 erwartet Gott von uns, dass wir hassen und lieben

  • Nenne 3 Dinge/ Eigenschaften, die du liebst
  • Nenne 3 Dinge/ Eigenschaften, die du hasst

Eine dritte Handlung erwartet Gott von uns in diesem Vers:

„Richtet das Recht auf im Tor“

  • Wir können wir das als Hauskreis / als Gemeinde in Fürstenfeldbruck tun? An welches Recht /Unrecht denkt ihr dabei? Welchen Themen sollen wir als Gemeinde in unserer Stadt Stimme geben?
Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (2): „Eine Begegnung der anderen Art – mit Gott!“

Lesung

Amos 3

1 Ihr Israeliten, hört, was ich, der Herr, euch zu sagen habe! Es gilt eurem ganzen Volk, das ich damals aus Ägypten befreit habe. 2 Unter allen Völkern der Erde seid ihr das einzige, das ich als mein Eigentum erwählt habe. Deshalb ziehe ich euch nun dafür zur Rechenschaft, dass ihr euch von mir abgewandt habt.“ 3 Gehen etwa zwei Menschen miteinander denselben Weg, ohne sich vorher verabredet zu haben? 4 Brüllt der Löwe im Wald, wenn er kein Tier reißen will? Knurrt ein junger Löwe in seinem Versteck, ohne dass er etwas erbeutet hat? 5 Wird ein Vogel gefangen, wenn das Netz nicht gespannt wurde? Schnappt eine Falle zu, obwohl kein Tier hineingelaufen ist? 6 Wenn in einer Stadt Alarm geblasen wird, erschrecken dann nicht ihre Einwohner? Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht geschickt hat? 7 Gott, der Herr, tut nichts, ohne es vorher seinen Dienern, den Propheten, anzuvertrauen. 8 Wenn der Löwe brüllt – wer bekommt da keine Angst? Wenn Gott, der Herr, für die Menschen eine Botschaft hat – welcher Prophet wollte sich da weigern, sie weiterzusagen? 9 „Sagt den Mächtigen in den Palästen von Aschdod und Ägypten: Versammelt euch auf den Bergen rings um Samaria und schaut euch an, wie es in dieser Stadt zugeht! Dort herrschen unerträgliche Missstände: Die Schwachen werden unterdrückt, 10 und niemand übt Gerechtigkeit. Die führenden Männer schrecken vor keiner Gewalttat zurück, um fremde Güter an sich zu reißen. Damit füllen sie dann ihre Paläste. 11 Darum sage ich, der Herr, zu den Einwohnern Samarias: Die Feinde werden das Land überfallen und euch von allen Seiten belagern. Sie reißen eure Bollwerke nieder und plündern eure schönen Häuser aus. 12 Ja, ich versichere euch: Auf Rettung könnt ihr nicht hoffen. Oder hat ein Hirte etwa sein Schaf gerettet, wenn er gerade noch zwei Schenkelknochen und einen Zipfel von seinem Ohr aus dem Rachen eines Löwen zieht? Genauso wenig wird von euch Israeliten übrig bleiben, die ihr in Samaria auf euren Polstern sitzt und euch auf Betten mit feinen Damastbezügen räkelt! 13 Ich, der Herr, der allmächtige Gott, sage zu den anderen Völkern: Tretet als Zeugen gegen die Nachkommen Jakobs auf! 14 An dem Tag, an dem ich die Israeliten zur Rechenschaft ziehe, zerstöre ich auch die Altäre im Heiligtum von Bethel. Ihre Hörner werden abgeschlagen und fallen zu Boden. 15 Die herrlichen Sommer- und Winterhäuser verwandle ich in Trümmerhaufen; die elfenbeinverzierten Paläste reiße ich nieder, ja, alle Häuser lasse ich vom Erdboden verschwinden! Mein Wort gilt!“

Amos 4

1 Hört zu, ihr Frauen Samarias, die ihr wohlgenährt seid wie die Kühe auf den saftigen Weiden von Baschan: Ihr unterdrückt die Hilflosen und knechtet die Armen. Ihr verlangt von euren Männern: „Besorgt uns etwas zu trinken!“ 2 Der Herr schwört euch bei seinem heiligen Namen: „Es kommt der Tag, da wird man euch alle aus den Häusern herausholen, so wie man Fische mit Angelhaken aus dem Wasser zieht! 3 Eine nach der anderen jagt man durch die Breschen in der Stadtmauer fort und treibt euch in Richtung des Berges Hermon. Darauf könnt ihr euch verlassen!“ 4 So spricht der Herr: „Ihr Israeliten, geht ruhig weiterhin zum Heiligtum nach Bethel, und sündigt gegen mich! Lauft nur nach Gilgal, und ladet noch mehr Schuld auf euch! Bringt doch jeden Morgen eure Opfer dar! Liefert alle drei Tage den zehnten Teil eurer Erträge ab! 5 Mischt Sauerteig in eure Dankopfer, und lasst den Rauch zu mir aufsteigen! Erzählt es überall, wenn ihr mir freiwillige Gaben darbringt! So habt ihr es doch gern! 6 Ich, der Herr, ließ bei euch eine Hungersnot ausbrechen, in euren Städten und Dörfern gab es nichts mehr zu essen. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 7 Drei Monate vor der Ernte schickte ich euch keinen Regen mehr. Auf die eine Stadt ließ ich es regnen, auf die andere fiel kein einziger Tropfen. Ein Feld bekam genug Feuchtigkeit, das andere blieb trocken, und alles verdorrte. 8 Wenn es in einer Stadt noch etwas zu trinken gab, schleppten sich die Einwohner mehrerer Städte dorthin, dem Verdursten nahe; aber es reichte nicht für alle. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 9 Ich, der Herr, habe euer Getreide durch Dürre und Pilzbefall vernichtet; ich ließ eure Gärten und Weinberge vertrocknen, und die Heuschrecken fraßen eure Feigen- und Olivenbäume kahl. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 10 Ich schickte euch die Pest, wie sie in Ägypten gewütet hat. In den Kriegen trieb ich eure jungen Männer in den Tod, und eure Pferde gab ich dem Feind zur Beute. In euren Feldlagern stank es nach verwesenden Leichen. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 11 Ich, der Herr, ließ Unheil über euch hereinbrechen wie über Sodom und Gomorra. Nur wenige kamen davon, so wie ein Holzscheit, das gerade noch aus dem Feuer gerissen wird. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 12 Darum müsst ihr Israeliten jetzt die Folgen tragen – ihr habt keine Wahl. Macht euch bereit, eurem Gott zu begegnen!“ 13 Ja, Gott ist der Herr, der die Berge formte und den Wind schuf, er lässt die Menschen wissen, was er tun will. Morgengrauen und tiefste Nacht sind sein Werk, er schreitet über die höchsten Gipfel der Berge. „Herr, allmächtiger Gott“ wird er genannt!

Text

1. Ein Prophet – Gefangener göttlichen Auftrags (3, 3-8)

In der Form sprichwörtlichen Redens reiht Amos hier Weisheitssprü-che aneinander, um am Ende in Vers 8 dann seine Pointe zu markie-ren: „Ich, Amos, kann gar nicht anders, als Gottes Prophet sein. Wenn Gott spricht – und das tut er gerade – dann sage ich als Prophet sein Wort. Deshalb: Glaubt mir doch! Wenn Gott sich wie ein brüllender Löwe gebärdet, dann sind ihm seine Ermahnungen sehr wichtig!“

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Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (1): GOTT ist Herr und Richter über Städte und Völker

Lesung

Amos 1

1 In diesem Buch sind die Worte des Amos niedergeschrieben, eines Schafhirten aus dem Dorf Tekoa. Der Herr ließ ihn sehen, was er mit Israel vorhatte. Amos verkündete seine Botschaft zwei Jahre vor dem großen Erdbeben, als in Juda König Usija regierte und in Israel Jerobeam, der Sohn Joaschs. 2 Amos rief dem Volk zu: Mächtig wie das Brüllen eines Löwen ertönt die Stimme des Herrn vom Berg Zion in Jerusalem. Da vertrocknen die saftigen Weiden der Hirten, und die Wälder auf dem Gipfel des Karmel verdorren. 3 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Damaskus begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Bewohner Gileads grausam misshandelt und zu Tode gequält. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 4 Ich brenne die Paläste nieder, die König Hasaël und König Ben-Hadad errichtet haben. 5 Ich zerschmettere die Riegel an den Stadttoren von Damaskus und töte die Herrscher von Bikat-Awen und Bet-Eden1. Die Bevölkerung von Syrien wird nach Kir verschleppt. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“ 6 So spricht der Herr: „Die Machthaber der Philisterstadt Gaza begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Einwohner ganzer Dörfer gefangen genommen und an die Edomiter verkauft. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 7 Ich brenne die Stadtmauern von Gaza nieder, seine Paläste werden ein Raub der Flammen. 8 Die Herrscher von Aschdod und Aschkelon bringe ich um, und auch die Stadt Ekron bekommt meine Macht zu spüren. Die Philister, die dann noch übrig geblieben sind, finden den Tod. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“ 9 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Tyrus begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben ihr Bündnis mit Israel gebrochen und die Einwohner ganzer Dörfer an die Edomiter verkauft. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 10 Ich brenne die Stadtmauern von Tyrus nieder, seine Paläste werden ein Raub der Flammen.“ 11 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Edom begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Israeliten, ihr Brudervolk, erbarmungslos bekämpft und unschuldiges Blut vergossen. Ihr Hass kennt keine Grenzen, ständig führen sie Krieg gegen mein Volk. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 12 Das ganze Land und auch die Paläste der Hauptstadt Bozra werden ein Raub der Flammen.“ 13 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Ammon begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie führten Krieg, um ihre Herrschaft auszudehnen, sie ließen sogar schwangeren Frauen im Gebiet Gilead den Bauch aufschlitzen. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 14 Die Mauern ihrer Hauptstadt Rabba lege ich in Schutt und Asche, ihre Paläste werden ein Raub der Flammen. Dann ertönt überall das Kriegsgeschrei, und verheerende Stürme richten großes Unheil an. 15 Der König der Ammoniter und alle führenden Männer werden in die Verbannung geschickt. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“

Amos 2

1 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Moab begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Gebeine des Königs von Edom verbrannt. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 2 Das ganze Land und auch die Paläste von Kerijot werden ein Raub der Flammen. Die Feinde blasen zum Angriff, sie stimmen das Kriegsgeschrei an, und die Moabiter fallen in einer heftigen Schlacht. 3 Den Herrscher von Moab bringe ich um, mitsamt den führenden Männern. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“ 4 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Juda begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie treten mein Gesetz mit Füßen und leben nicht nach meinen Geboten. Sie ließen sich von den falschen Göttern verführen, denen schon ihre Vorfahren nachgelaufen sind. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 5 Ich brenne die Stadtmauern von Jerusalem nieder, seine Paläste werden ein Raub der Flammen.“ 6 So spricht der Herr: „Die Israeliten begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Das werde ich nicht ungestraft lassen! Ehrbare Menschen, die ihnen Geld schulden, verkaufen sie in die Sklaverei, ja, sie verkaufen einen Armen schon, wenn er ein Paar Schuhe nicht bezahlen kann! 7 Wenn einer fast nichts mehr besitzt, nehmen sie ihm auch noch das Letzte, was er hat, und dem Schwachen verhelfen sie nicht zu seinem Recht. Vater und Sohn gehen zu derselben Hure und ziehen damit meinen heiligen Namen in den Schmutz. 8 Neben jedem Altar machen sie sich weiche Polster aus den Kleidern, die sie den Armen als Pfand wegnehmen. Im Tempel ihres Gottes saufen sie Wein, den sie für nicht bezahlte Schulden gefordert haben! 9 Dabei war ich es doch, der die Amoriter vernichtet hat, um ihr Land den Israeliten zu geben! Sie waren so groß wie Zedern und so stark wie Eichen, aber ich habe sie mitsamt den Wurzeln ausgerissen. 10 Ja, ich habe euch aus Ägypten befreit und vierzig Jahre lang durch die Wüste geleitet, bis ihr das Land der Amoriter in Besitz nehmen konntet. 11 Einige von euch habe ich als Propheten erwählt und junge Männer berufen, sich mir zum Dienst zu weihen. Ich, der Herr, frage euch Israeliten: Habe ich dies alles nicht getan? 12 Ihr aber habt alle, die sich mir geweiht hatten, gezwungen, ihr Gelübde zu brechen und Wein zu trinken. Den Propheten habt ihr verboten, euch meine Botschaft weiterzusagen. 13 Darum werde ich euch eine Last aufbürden, unter der ihr hin- und herschwankt wie ein zu voller Erntewagen!1 14 Sogar der Schnellste unter euch kann dann nicht mehr entfliehen, dem Stärksten hilft seine Kraft nicht mehr, und der beste Soldat verliert sein Leben. 15 Die Bogenschützen werden überrannt, die besten Läufer und schnellsten Reiter auf der Flucht getötet. 16 Selbst der mutigste Soldat lässt an jenem Tag die Waffen fallen und rennt um sein Leben. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!

Text

Ein Schafzüchter wird Prophet.

Ein Mann aus dem Süden spricht in Gottes Namen über alle Nachbarvölker- und über das Brudervolk im Norden.

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