Schlagwort: GOTT

Symbolbild: "Keinem von uns ist Gott fern!": Kinderhand in Erwachsenenhand

Keinem von uns ist Gott fern!

Paulus ist weit gekommen auf seiner Wanderschaft durch Kleinasien und Europa. Er ist bis Athen gelangt, in die Hauptstadt Griechenlands, in die Metropole des Denkens.

Und stellen wir uns einmal Paulus als einen antiken Touristen vor. Er hat sich diese Stadt angeschaut – nicht mit Phototasche und Traveller – Scheckbuch, mit Luxushotel und Swimmingpool. Er kam ja in Sachen Evangelium. Und dann lief er durch diese Stadt, sah die prächtigen Bauten der Akropolis, sah im Tal unten das Herakleion, kam auf den Areopag. Hörte, wie weise und arrogant dort gerade über Weltgedanken geredet wurde. Und begegnet irgendwo dann auch dem “Altar für den unbekannten Gott”. Dieser Altar war sicherheitshalber gebaut worden, um nur ja keinen Gott zu vergessen. Denn der so Vergessene könnte sich ja ärgern und, falls er nur mächtig genug wäre, Athen in Schutt und Asche legen. Pls sieht also diesen Altar, und als er die Gelegenheit bekommt, seine Frohe Botschaft vor einer Öffentlichkeit zu sagen, die interessiert, aber doch sehr von oben herab zuhört, da macht er dann beredsam deutlich

Weiterlesen

Sonnenaufgang

DAS IST MEIN GOTT!

Der Herr hat mir Kraft gegeben und mich froh gemacht; nun kann ich wieder singen. Er hat mich gerettet! Er ist mein Gott, ihn will ich preisen! Er ist der Gott meines Vaters, ihn allein will ich ehren.Exodus 15, 2

Sonnenaufgang am Ufer des Roten Meeres. Schon von weitem kann man Mose und Israeliten hören.
Klar und deutlich schallt es aus dem Lager. Lautes Singen und Jubeln: DAS IST MEIN GOTT!

Es gibt kein Halten mehr, kein Zweifeln, keine Scheu oder Scham. Alle Mühsal und alle Sorgen sind im Angesicht dieser Gotteserfahrung unbedeutend.

„Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen, er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben“

Und: Es ist Gott für …: meine Stärke, mein Lobgesang, mein Heil, mein Gott.
Gott für mich.

Gott hat Mose und die Israeliten gerade trockenen Fußes durch das Rote Meer geführt, die Ägypter vernichtet und die Israeliten gerettet. Das war keine kleine Tat, es war ein unzweifelhaftes und großes Wunder. Das konnte nur Gott tun. Gott sagt selber, dass er durch dieses Wunder zeigen will, „wie mächtig und erhaben“ er ist.

Ägypter und Israeliten haben beide erkannt, wie mächtig und erhaben Gott ist. Für die einen bedeutete es im wahrsten Sinne des Wortes „Untergang“, für die anderen Rettung.

Und jetzt – nach dieser Erfahrung – schallt es laut aus dem Lager der Israeliten: Das ist mein Gott. Das Erkennen des mächtigen und erhabenen Eingreifens Gottes führt zu Jubel, Lobpreis, zur Anbetung Gottes.

Diese Rettung steht am Anfang der Wanderung des Volkes Israel. Die Israeliten haben erlebt, wie Gott in ihr Leben eingreift, wie er Wort hält. Gott selbst hat das Volk auf diese Reise geschickt und gleich zu Anfang hat er seine Treue und seine Macht erwiesen und ihren Gehorsam belohnt. Es wird noch viele Situationen geben, an denen das Volk wieder von Zweifeln, Sorgen, Ängsten und Misstrauen Gott gegenüber geplagt wird. Am Ende wird Israel das gelobte Land erreichen und Gott seine Zusage gehalten haben. Bei all den Herausforderungen, vor denen das Volk damals noch stand, war es am Anfang wichtig, dass das Volk persönlich erfährt, dass Gott retten will und kann.

Gott will und kann – diese Wahrheit zu hören und anzunehmen, dass ist auch für uns elementar wichtig. Wenn Jesus Christus sagt, „Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist.“, dann will er und kann er diese Versprechen halten, egal, ob unser Weg eben oder über Berge und Täler führt.

Nicht immer werden wir die Nähe Gottes und sein Eingreifen auf so mächtige und nicht zu bezweifelnde Art und Weise erleben, wie die Israeliten am Roten Meer – das haben die Israeliten übrigens auch nicht. Trotzdem gilt seine Zusage, dass er bei uns ist.
Nichtsdestotrotz halte ich persönliche Erfahrungen mit Gott für fundamental wichtig. Wissen und Erfahrung gehören zusammen. Beides zusammen macht unseren Glauben lebendig und leidenschaftlich. Und ich bin überzeugt, dass wir Gott (noch mehr) in unserem persönlichem Leben erfahren können. Lasst uns daher nicht aufhören, ihn darum zu bitten und unser Herz und Leben dafür zu öffnen.

Und dann, wenn wir größere und kleiner „Rote – Meer-Erfahrungen“ mit Gott in unserm Leben machen – dann lasst uns laut jubeln, so dass es jeder hören kann:

DAS IST MEIN GOTT!

Andrea Schauperl, Gemeindeleiterin
Andrea Schauperl, Gemeindeleiterin

Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben

Jürgen Klammt predigt über Gott und den Geist, den er uns gegeben hat.

Daten

Prediger
Jürgen Klammt
Thema
Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben
Reihe
Datum
15.05.2016
Länge
27:57
Bibelstelle
2. Timotheus 1, 7

Weiterlesen

Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (3): Die Gnade des HERRN geht zu Ende

Lesung

Amos 5

1 Ihr Israeliten, hört die Totenklage, die ich über euch anstimme: 2 „Gefallen ist die Jungfrau Israel, und keiner hilft ihr auf. Leblos liegt sie am Boden, nie mehr wird sie sich erheben.“ 3 So spricht Gott, der Herr: „Wenn aus einer eurer Städte tausend Männer in den Krieg ziehen, kehren nur hundert zurück, und wenn hundert in den Kampf gehen, bleiben nur zehn übrig! 4 Ich, der Herr, fordere euch Israeliten auf: Kommt endlich zu mir zurück, dann bleibt ihr am Leben! 5 Geht nicht mehr nach Beerscheba, um mich dort anzubeten, besucht auch nicht mehr die Heiligtümer in Gilgal und Bethel. Denn die Einwohner Gilgals werden in die Gefangenschaft geführt, und Bethel wird zum Unglücksort.“ 6 Ja, kehrt zum Herrn zurück, dann werdet ihr leben! Sonst bekommt ihr Nachkommen Josefs seinen Zorn zu spüren. Er wütet wie ein loderndes Feuer, das sich immer weiter ausbreitet, und wenn es Bethel erreicht hat, kann niemand es dort löschen. 7 Ihr treibt mit der Gerechtigkeit Schindluder, ihr tretet das Recht mit Füßen! 8 Gott hat das Siebengestirn und den Orion geschaffen. Licht verwandelt er in Finsternis, nach der Nacht lässt er einen neuen Tag anbrechen. Er ruft das Wasser aus dem Meer, und es ergießt sich auf die Erde. „Herr“ wird er genannt! 9 Ganz plötzlich vernichtet er die Mächtigen und macht ihre Festungen dem Erdboden gleich. 10 „Ihr hasst jeden, der vor Gericht für das Recht eintritt, und wer die Wahrheit sagt, den verabscheut ihr. 11 Von den Ärmsten nehmt ihr Pachtgeld und verlangt auch noch Getreideabgaben. Darum werdet ihr nicht mehr in euren prachtvollen Häusern aus behauenen Steinen wohnen, und den Wein aus euren schönen Weingärten werdet ihr nicht trinken. 12 Ja, ich weiß, wie viele Verbrechen ihr begangen habt und wie groß eure Schuld ist. Ehrliche Menschen bringt ihr in Bedrängnis, ihr nehmt Bestechungsgelder an und lasst die Armen vor Gericht nicht zu ihrem Recht kommen. 13 Wer klug ist, der schweigt in dieser schlimmen Zeit.“ 14 Setzt euch für das Gute ein, allem Bösen aber kehrt den Rücken! Dann bleibt ihr am Leben, und der Herr, der allmächtige Gott, steht euch bei, so wie ihr es ja immer behauptet. 15 Ja, hasst das Böse, liebt das Gute! Verhelft vor Gericht jedem zu seinem Recht! Vielleicht erbarmt sich der Herr, der allmächtige Gott, doch noch über euch Nachkommen Josefs, und ihr werdet überleben. 16 So spricht der Herr, der allmächtige Gott: „Auf allen Plätzen und Straßen wird man lautes Klagen und Trauerlieder hören. Sogar die Bauern holt man vom Feld, damit sie ebenso wie die Klageweiber die Toten beweinen. 17 In den Weinbergen trauern die Menschen laut um die Gestorbenen. Denn ich, der Herr, werde durchs Land schreiten und euch zur Rechenschaft ziehen. Mein Wort gilt!“ 18 Ihr wünscht euch: „Wenn nur der Tag schon da wäre, an dem der Herr eingreift!“ Glaubt ihr eigentlich, dass dieser Tag euch Licht bringen wird? Nein, in tiefste Dunkelheit werdet ihr gestoßen! 19 Es ergeht euch wie einem Mann, der vor dem Löwen flieht und dabei einem Bären in den Weg läuft. Selbst wenn er da noch mit heiler Haut davonkommt und sich zu Hause erschöpft an die Wand stützt – dann beißt ihn dort eine Schlange in die Hand! 20 Ja, der Tag des Herrn bringt euch kein Licht, sondern Dunkelheit, schwarz wie die Nacht wird er sein! 21 Der Herr sagt: „Ich hasse eure Feiern, geradezu widerwärtig sind sie mir, eure Opferfeste verabscheue ich. 22 Eure Brand- und Speiseopfer nehme ich nicht an, und wenn ihr Tiere mästet, um sie mir darzubringen, ist mir das völlig gleichgültig. 23 Eure lauten Lieder kann ich nicht mehr hören, verschont mich mit eurem Harfengeklimper. 24 Setzt euch lieber für die Gerechtigkeit ein! Das Recht soll das Land durchströmen wie ein nie versiegender Fluss. 25 Ihr Israeliten, als ihr vierzig Jahre in der Wüste umhergezogen seid, habt ihr mir da Schlachtopfer und Speiseopfer dargebracht? 26 Habt ihr nicht schon damals die Figuren eurer Sternengötter Sakkut und Kewan herumgetragen, die ihr euch selbst gemacht habt? 27 Darum lasse ich euch in die Gefangenschaft ziehen, noch über Damaskus hinaus! Mein Wort gilt, denn ich bin der Herr, der allmächtige Gott!“

Amos 6

1 Stolz und sorglos lebt ihr auf dem Berg Zion und auf dem Berg von Samaria. Dort wähnt ihr euch sicher. Ihr bildet euch etwas darauf ein, zum bedeutendsten Volk zu gehören und angesehene Männer zu sein, auf deren Rat ganz Israel hört. Doch es wird euch schlecht ergehen! 2 Ihr sagt zum Volk:1 „Geht doch einmal hinüber zur Stadt Kalne, dann weiter nach Hamat und von dort zur Philisterstadt Gat! Sind Israel und Juda nicht angesehener als sie? Ist unser Gebiet nicht größer als ihres?“ 3 Ihr denkt, euch könnte nichts Böses geschehen, mit Unrecht und Gewalt wollt ihr eure Macht festigen. 4 Ihr räkelt euch auf weich gepolsterten, elfenbeinverzierten Betten und esst das beste Fleisch von Lämmern und Kälbern. 5 Zu den Klängen der Harfe schmettert ihr eure Lieder und meint, ihr könntet wie David musizieren. 6 Den Wein trinkt ihr aus schweren Pokalen und salbt euch nur mit den feinsten Ölen – aber dass euer Volk dem Untergang entgegengeht, kümmert euch überhaupt nicht! 7 Darum werdet ihr die Ersten sein, die in die Verbannung gehen. Dann ist es aus mit euren Trinkgelagen auf weichen Betten! 8 So spricht der Herr, der allmächtige Gott: „Ich hasse den Hochmut der Nachkommen Jakobs, ich verabscheue ihre prachtvollen Häuser! Darum liefere ich Samaria mit allen seinen Einwohnern den Feinden aus. Das schwöre ich, der Herr, so wahr ich lebe! 9 Und wenn in einem Haus zehn Menschen überlebt haben, müssen sie doch noch sterben! 10 Kommt dann ein Verwandter von ihnen, um die Leichen aus dem Haus zu holen, findet er vielleicht noch einen Überlebenden, der sich ins hinterste Zimmer verkrochen hat. Er fragt ihn: ‚Ist noch jemand bei dir?‘, und bekommt zur Antwort: ‚Nein, niemand mehr!‘ Dann flüstert der Verwandte: ‚Pass auf, erwähne nicht den Namen des Herrn, sonst bringt er auch dich noch um2!‘ 11 Denn ich, der Herr, befehle, dass die großen Prunkbauten in Trümmer gelegt und die kleinen Wohnhäuser niedergerissen werden. 12 Kann man etwa mit Pferden über Felsblöcke galoppieren oder mit Rindern die Felsen umpflügen? Ihr aber verwandelt das Recht in Unrecht – eure Urteile sind ein tödliches Gift! Anstatt der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, verbreitet ihr nichts als Angst und Schrecken. 13 Ihr freut euch, weil ihr Lo-Dabar eingenommen habt, und prahlt: ‚Aus eigener Kraft haben wir Karnajim zurückerobert!‘ 14 Jetzt aber sage ich, der Herr, der allmächtige Gott: Ich lasse ein Volk über euch herfallen, das euch besiegen und die Bevölkerung im ganzen Land unterdrücken wird – von Hamat im Norden bis zum Bach bei der Wüste im Süden!“

Text

Am Ende von Amos 4 (VV 12 +13) wird zusammengefasst:
„Israel, mache dich bereit deinem GOTT zu begegnen“. Das ist keine ‚Watschn im Affekt‘ – hier wird sichtbar, dass unser Handeln als Gemeinschaft Auswirkungen hat. Saat und Ernte – keiner sollte überrascht sein von Gottes Gerichten.
Amos 5,1 beginnt mit der Totenklage über Israel. Zur Erinnerung: Wir befinden uns in einer wirtschaftlichen Blütezeit des Nordreiches.
Hier erkennen wir etwas von dem Wesen der Prophetie: sie ist meist anti-zyklisch und gibt die Perspektive Gottes wieder in Bezug auf das, was in Kürze kommen wird. Das Wort der Propheten passt deshalb scheinbar nicht in die Situation.
Propheten vermiesen in guten Zeiten die Stimmung : (
– dafür hellen sie die Mienen in schweren Zeiten auf : )
In Kapitel 4 hatte es noch fünf Gelegenheiten zur Umkehr gegeben – GOTT gibt die Gelegenheit verdientes drohendes Gericht abzuwenden (weil er im Tiefsten seines Wesens gnädig ist). In Kapitel 5 spricht Amos von der Dunkelheit des Tages des Herrn, von der Wegführung „über Damaskus hinaus“ und davon, dass die Vornehmen des Volkes an der Spitze des Zuges ins Exil gehen werden.

Das Gericht lässt sich nicht mehr abwenden – aber „vielleicht wird der Herr, der Gott der Heerscharen, dem Überrest Josephs gnädig sein“.
Prophetie ist nie nur Schwarzmalerei – sie zeigt auch einen Weg, sie öffnet eine Tür, damit Gottes Leben zu uns kommen kann.

Fragen

  • Lest die Verse 4 +6+14+15 aus Kapitel 5 und sprecht über die Ratschläge des Amos, wie man jetzt noch die Gnade Gottes finden kann.
  • GOTT suchen – Wie macht man das in einem Hauskreis / in einer Gemeinde / in einer Stadt / in einer Nation?
    Lest dazu auch Jakobus 4, 1-10. Welche Parallelen gibt es?
  • Was ist mit dem „Überrest“ gemeint?

Gott ist emotional

Er brüllt, er ist zornig, er verabscheut, er verwirft, er hasst.

Diese Verben werden in den Kapiteln 5+6 in Zusammenhang mit GOTT verwendet.

In Kap. 5,15 erwartet Gott von uns, dass wir hassen und lieben

  • Nenne 3 Dinge/ Eigenschaften, die du liebst
  • Nenne 3 Dinge/ Eigenschaften, die du hasst

Eine dritte Handlung erwartet Gott von uns in diesem Vers:

„Richtet das Recht auf im Tor“

  • Wir können wir das als Hauskreis / als Gemeinde in Fürstenfeldbruck tun? An welches Recht /Unrecht denkt ihr dabei? Welchen Themen sollen wir als Gemeinde in unserer Stadt Stimme geben?
Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (2): „Eine Begegnung der anderen Art – mit Gott!“

Lesung

Amos 3

1 Ihr Israeliten, hört, was ich, der Herr, euch zu sagen habe! Es gilt eurem ganzen Volk, das ich damals aus Ägypten befreit habe. 2 Unter allen Völkern der Erde seid ihr das einzige, das ich als mein Eigentum erwählt habe. Deshalb ziehe ich euch nun dafür zur Rechenschaft, dass ihr euch von mir abgewandt habt.“ 3 Gehen etwa zwei Menschen miteinander denselben Weg, ohne sich vorher verabredet zu haben? 4 Brüllt der Löwe im Wald, wenn er kein Tier reißen will? Knurrt ein junger Löwe in seinem Versteck, ohne dass er etwas erbeutet hat? 5 Wird ein Vogel gefangen, wenn das Netz nicht gespannt wurde? Schnappt eine Falle zu, obwohl kein Tier hineingelaufen ist? 6 Wenn in einer Stadt Alarm geblasen wird, erschrecken dann nicht ihre Einwohner? Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht geschickt hat? 7 Gott, der Herr, tut nichts, ohne es vorher seinen Dienern, den Propheten, anzuvertrauen. 8 Wenn der Löwe brüllt – wer bekommt da keine Angst? Wenn Gott, der Herr, für die Menschen eine Botschaft hat – welcher Prophet wollte sich da weigern, sie weiterzusagen? 9 „Sagt den Mächtigen in den Palästen von Aschdod und Ägypten: Versammelt euch auf den Bergen rings um Samaria und schaut euch an, wie es in dieser Stadt zugeht! Dort herrschen unerträgliche Missstände: Die Schwachen werden unterdrückt, 10 und niemand übt Gerechtigkeit. Die führenden Männer schrecken vor keiner Gewalttat zurück, um fremde Güter an sich zu reißen. Damit füllen sie dann ihre Paläste. 11 Darum sage ich, der Herr, zu den Einwohnern Samarias: Die Feinde werden das Land überfallen und euch von allen Seiten belagern. Sie reißen eure Bollwerke nieder und plündern eure schönen Häuser aus. 12 Ja, ich versichere euch: Auf Rettung könnt ihr nicht hoffen. Oder hat ein Hirte etwa sein Schaf gerettet, wenn er gerade noch zwei Schenkelknochen und einen Zipfel von seinem Ohr aus dem Rachen eines Löwen zieht? Genauso wenig wird von euch Israeliten übrig bleiben, die ihr in Samaria auf euren Polstern sitzt und euch auf Betten mit feinen Damastbezügen räkelt! 13 Ich, der Herr, der allmächtige Gott, sage zu den anderen Völkern: Tretet als Zeugen gegen die Nachkommen Jakobs auf! 14 An dem Tag, an dem ich die Israeliten zur Rechenschaft ziehe, zerstöre ich auch die Altäre im Heiligtum von Bethel. Ihre Hörner werden abgeschlagen und fallen zu Boden. 15 Die herrlichen Sommer- und Winterhäuser verwandle ich in Trümmerhaufen; die elfenbeinverzierten Paläste reiße ich nieder, ja, alle Häuser lasse ich vom Erdboden verschwinden! Mein Wort gilt!“

Amos 4

1 Hört zu, ihr Frauen Samarias, die ihr wohlgenährt seid wie die Kühe auf den saftigen Weiden von Baschan: Ihr unterdrückt die Hilflosen und knechtet die Armen. Ihr verlangt von euren Männern: „Besorgt uns etwas zu trinken!“ 2 Der Herr schwört euch bei seinem heiligen Namen: „Es kommt der Tag, da wird man euch alle aus den Häusern herausholen, so wie man Fische mit Angelhaken aus dem Wasser zieht! 3 Eine nach der anderen jagt man durch die Breschen in der Stadtmauer fort und treibt euch in Richtung des Berges Hermon. Darauf könnt ihr euch verlassen!“ 4 So spricht der Herr: „Ihr Israeliten, geht ruhig weiterhin zum Heiligtum nach Bethel, und sündigt gegen mich! Lauft nur nach Gilgal, und ladet noch mehr Schuld auf euch! Bringt doch jeden Morgen eure Opfer dar! Liefert alle drei Tage den zehnten Teil eurer Erträge ab! 5 Mischt Sauerteig in eure Dankopfer, und lasst den Rauch zu mir aufsteigen! Erzählt es überall, wenn ihr mir freiwillige Gaben darbringt! So habt ihr es doch gern! 6 Ich, der Herr, ließ bei euch eine Hungersnot ausbrechen, in euren Städten und Dörfern gab es nichts mehr zu essen. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 7 Drei Monate vor der Ernte schickte ich euch keinen Regen mehr. Auf die eine Stadt ließ ich es regnen, auf die andere fiel kein einziger Tropfen. Ein Feld bekam genug Feuchtigkeit, das andere blieb trocken, und alles verdorrte. 8 Wenn es in einer Stadt noch etwas zu trinken gab, schleppten sich die Einwohner mehrerer Städte dorthin, dem Verdursten nahe; aber es reichte nicht für alle. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 9 Ich, der Herr, habe euer Getreide durch Dürre und Pilzbefall vernichtet; ich ließ eure Gärten und Weinberge vertrocknen, und die Heuschrecken fraßen eure Feigen- und Olivenbäume kahl. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 10 Ich schickte euch die Pest, wie sie in Ägypten gewütet hat. In den Kriegen trieb ich eure jungen Männer in den Tod, und eure Pferde gab ich dem Feind zur Beute. In euren Feldlagern stank es nach verwesenden Leichen. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 11 Ich, der Herr, ließ Unheil über euch hereinbrechen wie über Sodom und Gomorra. Nur wenige kamen davon, so wie ein Holzscheit, das gerade noch aus dem Feuer gerissen wird. Und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekommen! 12 Darum müsst ihr Israeliten jetzt die Folgen tragen – ihr habt keine Wahl. Macht euch bereit, eurem Gott zu begegnen!“ 13 Ja, Gott ist der Herr, der die Berge formte und den Wind schuf, er lässt die Menschen wissen, was er tun will. Morgengrauen und tiefste Nacht sind sein Werk, er schreitet über die höchsten Gipfel der Berge. „Herr, allmächtiger Gott“ wird er genannt!

Text

1. Ein Prophet – Gefangener göttlichen Auftrags (3, 3-8)

In der Form sprichwörtlichen Redens reiht Amos hier Weisheitssprü-che aneinander, um am Ende in Vers 8 dann seine Pointe zu markie-ren: „Ich, Amos, kann gar nicht anders, als Gottes Prophet sein. Wenn Gott spricht – und das tut er gerade – dann sage ich als Prophet sein Wort. Deshalb: Glaubt mir doch! Wenn Gott sich wie ein brüllender Löwe gebärdet, dann sind ihm seine Ermahnungen sehr wichtig!“

Weiterlesen

Gemeinsam auf Kurs 2016 - Titelbild

Gemeinsam auf Kurs 2016 (1): GOTT ist Herr und Richter über Städte und Völker

Lesung

Amos 1

1 In diesem Buch sind die Worte des Amos niedergeschrieben, eines Schafhirten aus dem Dorf Tekoa. Der Herr ließ ihn sehen, was er mit Israel vorhatte. Amos verkündete seine Botschaft zwei Jahre vor dem großen Erdbeben, als in Juda König Usija regierte und in Israel Jerobeam, der Sohn Joaschs. 2 Amos rief dem Volk zu: Mächtig wie das Brüllen eines Löwen ertönt die Stimme des Herrn vom Berg Zion in Jerusalem. Da vertrocknen die saftigen Weiden der Hirten, und die Wälder auf dem Gipfel des Karmel verdorren. 3 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Damaskus begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Bewohner Gileads grausam misshandelt und zu Tode gequält. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 4 Ich brenne die Paläste nieder, die König Hasaël und König Ben-Hadad errichtet haben. 5 Ich zerschmettere die Riegel an den Stadttoren von Damaskus und töte die Herrscher von Bikat-Awen und Bet-Eden1. Die Bevölkerung von Syrien wird nach Kir verschleppt. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“ 6 So spricht der Herr: „Die Machthaber der Philisterstadt Gaza begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Einwohner ganzer Dörfer gefangen genommen und an die Edomiter verkauft. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 7 Ich brenne die Stadtmauern von Gaza nieder, seine Paläste werden ein Raub der Flammen. 8 Die Herrscher von Aschdod und Aschkelon bringe ich um, und auch die Stadt Ekron bekommt meine Macht zu spüren. Die Philister, die dann noch übrig geblieben sind, finden den Tod. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“ 9 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Tyrus begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben ihr Bündnis mit Israel gebrochen und die Einwohner ganzer Dörfer an die Edomiter verkauft. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 10 Ich brenne die Stadtmauern von Tyrus nieder, seine Paläste werden ein Raub der Flammen.“ 11 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Edom begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Israeliten, ihr Brudervolk, erbarmungslos bekämpft und unschuldiges Blut vergossen. Ihr Hass kennt keine Grenzen, ständig führen sie Krieg gegen mein Volk. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 12 Das ganze Land und auch die Paläste der Hauptstadt Bozra werden ein Raub der Flammen.“ 13 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Ammon begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie führten Krieg, um ihre Herrschaft auszudehnen, sie ließen sogar schwangeren Frauen im Gebiet Gilead den Bauch aufschlitzen. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 14 Die Mauern ihrer Hauptstadt Rabba lege ich in Schutt und Asche, ihre Paläste werden ein Raub der Flammen. Dann ertönt überall das Kriegsgeschrei, und verheerende Stürme richten großes Unheil an. 15 Der König der Ammoniter und alle führenden Männer werden in die Verbannung geschickt. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“

Amos 2

1 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Moab begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie haben die Gebeine des Königs von Edom verbrannt. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 2 Das ganze Land und auch die Paläste von Kerijot werden ein Raub der Flammen. Die Feinde blasen zum Angriff, sie stimmen das Kriegsgeschrei an, und die Moabiter fallen in einer heftigen Schlacht. 3 Den Herrscher von Moab bringe ich um, mitsamt den führenden Männern. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!“ 4 So spricht der Herr: „Die Machthaber von Juda begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Sie treten mein Gesetz mit Füßen und leben nicht nach meinen Geboten. Sie ließen sich von den falschen Göttern verführen, denen schon ihre Vorfahren nachgelaufen sind. Das werde ich nicht ungestraft lassen! 5 Ich brenne die Stadtmauern von Jerusalem nieder, seine Paläste werden ein Raub der Flammen.“ 6 So spricht der Herr: „Die Israeliten begehen ein abscheuliches Verbrechen nach dem anderen. Das werde ich nicht ungestraft lassen! Ehrbare Menschen, die ihnen Geld schulden, verkaufen sie in die Sklaverei, ja, sie verkaufen einen Armen schon, wenn er ein Paar Schuhe nicht bezahlen kann! 7 Wenn einer fast nichts mehr besitzt, nehmen sie ihm auch noch das Letzte, was er hat, und dem Schwachen verhelfen sie nicht zu seinem Recht. Vater und Sohn gehen zu derselben Hure und ziehen damit meinen heiligen Namen in den Schmutz. 8 Neben jedem Altar machen sie sich weiche Polster aus den Kleidern, die sie den Armen als Pfand wegnehmen. Im Tempel ihres Gottes saufen sie Wein, den sie für nicht bezahlte Schulden gefordert haben! 9 Dabei war ich es doch, der die Amoriter vernichtet hat, um ihr Land den Israeliten zu geben! Sie waren so groß wie Zedern und so stark wie Eichen, aber ich habe sie mitsamt den Wurzeln ausgerissen. 10 Ja, ich habe euch aus Ägypten befreit und vierzig Jahre lang durch die Wüste geleitet, bis ihr das Land der Amoriter in Besitz nehmen konntet. 11 Einige von euch habe ich als Propheten erwählt und junge Männer berufen, sich mir zum Dienst zu weihen. Ich, der Herr, frage euch Israeliten: Habe ich dies alles nicht getan? 12 Ihr aber habt alle, die sich mir geweiht hatten, gezwungen, ihr Gelübde zu brechen und Wein zu trinken. Den Propheten habt ihr verboten, euch meine Botschaft weiterzusagen. 13 Darum werde ich euch eine Last aufbürden, unter der ihr hin- und herschwankt wie ein zu voller Erntewagen!1 14 Sogar der Schnellste unter euch kann dann nicht mehr entfliehen, dem Stärksten hilft seine Kraft nicht mehr, und der beste Soldat verliert sein Leben. 15 Die Bogenschützen werden überrannt, die besten Läufer und schnellsten Reiter auf der Flucht getötet. 16 Selbst der mutigste Soldat lässt an jenem Tag die Waffen fallen und rennt um sein Leben. Darauf gebe ich, der Herr, mein Wort!

Text

Ein Schafzüchter wird Prophet.

Ein Mann aus dem Süden spricht in Gottes Namen über alle Nachbarvölker- und über das Brudervolk im Norden.

Weiterlesen