Gott spricht: Wenn Ihr mich von ganzem Herzen sucht, so will ich mich finden lassen

Gemeinsam auf Kurs 2016 ist zu Ende. Und nun? Worüber heute Morgen predigen? Nächster Text? Nächster Gedanke?

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Gott spricht: Wenn Ihr mich von ganzem Herzen sucht, so will ich mich finden lassen
Reihe
Datum
20.03.2016
Länge
24:38
Bibelstelle
Jeremia 29, 11-14a

Lesungstext

11 Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, werde euch Frieden schenken und euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung.
12 Wenn ihr dann zu mir ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, will ich euch erhören.
13 Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht,
14a will ich mich von euch finden lassen. Das verspreche ich euch.

Predigt

Liebe Gemeinde,

Gemeinsam auf Kurs 2016 ist zu Ende. Und nun? Worüber heute Morgen predigen? Nächster Text? Nächster Gedanke?

Nein, liebe Gemeinde, ich glaube, vieles bewegt uns noch durch das Nachdenken über das Buch Amos. Vielleicht sind es besonders die Verse, die die Menschen im Nordreich ermutigen, Gott zu suchen, ihn ausfindig zu machen – und das nicht an den falschen Orten.

Ich möchte deshalb auch heute Morgen an dieser Stelle stehenbleiben – oder auch: weiter mit euch nachdenken. Und es ist ja erstaunlich, dass es ausreichend Bibelstellen gibt, vor allem im Alten Testament, die fast gleichlautende Botschaft haben:

Ja, so spricht der Herr zum Haus Israel: Sucht mich, dann werdet ihr leben.
5 Doch sucht nicht Bet-El auf, geht nicht nach Gilgal, zieht nicht nach Beerscheba! Denn Gilgal droht die Verbannung und Bet-El der Untergang.Amos 5,4ff

14 Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt und betet, mein Angesicht sucht, und von seinen bösen Wegen umkehrt – so will ich vom Himmel her hören; so will ich ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.2. Chronik 7,14

Wir sind als Menschen unterwegs in dieser Welt, auf diesem Planeten, in unserer Stadt, zusammen mit den Menschen der Kirchen hier am Ort und auch unserer Gemeinde, wenn wir Jesus gehören.
Und so wie wir auf dieser Welt nichts als festen Besitz haben, so haben wir auch Gott nicht wie einen Besitz. Stattdessen sind wir aufgefordert, ein Leben lang nach ihm zu fragen, ihn zu bitten, ihn anzuflehen, ihn zu loben, ihm zu danken – und ihn zu suchen.
Jesus Christus sagt das in Matth 7,7 so: “Suchet, so werdet Ihr finden, bittet, so wird Euch gegeben. Klopfet an, so wird Euch aufgetan.” Und, um hier Paulus in 1. Kor 13,12 auch zu Wort kommen zu lassen: “Noch ist uns bei aller prophetischen Schau vieles unklar und rätselhaft. Einmal aber werden wir Gott sehen, wie er wirklich ist.”

Und hier also haben wir auch einen neutestamentlichen Hintergrund für die Suche nach Gott.

Nachdenken werden wir heute Morgen aber noch einmal über ein Wort aus dem Alten Testament. Es steht in einem der großen Prophetenbücher, in Jeremia 29,13-14, und es lautet fast genauso wie im Amosbuch und wie in 2. Chronik 7,14:

11 Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.
12 Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch.
13 Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt,
14 lasse ich mich von euch finden.Jer 29,11-14a

Heute Morgen wieder einmal strukturierte Gesichtspunkte dazu, es sind diesmal fünf:

1. Wir leben in vergleichbaren Lebenssituationen

Die konkrete Lebenssituation, in der dieses Wort von Jeremia an sein Volk gesagt wird, lässt sich etwas so beschreiben: Gott wendet sich über Jeremia an das jüdische Restvolk – diesmal des Südreiches -, das ins babylonische Exil geführt wurde. Diese Menschen, die selbstverschuldet unsägliches Leid ertragen haben und verzehrt sind von der Sehnsucht nach Jerusalem und dem Tempel Gottes – sie fühlen sich von Gott verlassen, gestraft und orientierungslos. Und auf einmal hören sie Worte Gottes mit einem völlig neuen Klang. Gott will wieder einen Anfang machen. Die Verbindung zu Gott – das spüren sie auf einmal – ist nicht total abgebrochen, seine Enttäuschung über die Menschen währt nicht endlos. Er sagt: „Wenn Ihr mich von ganzem Herzen sucht, dann gibt es erneut Vergebung, Segen, Hoffnung.”

Und schauen Sie – hier liegt wieder die Brücke zu uns. In einem Europa, das sich einer ausgiebigen Gottesvergessenheit hingibt, das eine anhaltende Gleichgültigkeit gegenüber dem Schöpfer und Erlöser durchhält, in diesem Europa fällt die Parallele leicht. Gott hat auch für die Menschen in 2016 zahllose Gründe, um enttäuscht darauf zu reagieren, dass seine Ehre nicht geachtet wird und seine Liebe unerwidert bleibt. Und dennoch ist es sein innigster Wunsch, dass wir Menschen ihn erneut suchen, dass ganze Menschenströme und Stadtbevölkerungen auf die Suche gehen nach einem Gott, der Halt gibt und Hoffung, der sich finden lässt und der den Suchenden sagt:

13 Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden.

Was aber heißt das hier: “Suchen”?
Wenn wir in einer Konkordanz nachschauen, dann finden wir zum Thema “Suchen” in der Bibel eine Fülle von Nachschlagematerial. Jahreslosungen aus den letzten drei Jahrzehnten sind darunter, so wie Amos 5,4: “Suchet mich, so werdet Ihr leben.”; oder Jer 29,7: “Suchet der Stadt Bestes”.

Die Bibel ist voll vom Suchen der Menschen nach Gott. Aber sie ist auch voll von Gottes Bereitschaft, sich von uns finden zu lassen.

Dabei ist Suchen und Suchen ja ein Unterschied.
Wenn meine Frau irgendetwas von mir erbittet, das mich aber wenig interessiert, dann mag sie zu mir sagen: Könntest Du mal nachschauen, ob Du die Sache findest?” Aber wenn mich das Ganze wenig interessiert und mich in meinem Tagesablauf nur stört, dann wird meine Suche sehr oberflächlich sein, wenig genau und intensiv. Mal eben grob über die Dinge hinweg fahren. Nichts gefunden? Na gut! Kann man nichts machen.

Geht es aber um etwas, das mir sehr wichtig ist, dann kann ich über die Ordnung in meinem Zimmer aus dem Häuschen geraten frei nach dem Spruch: “Bei mir herrscht Ordnung – ein Griff – und die Suche beginnt!” Und dann gebe ich keine Ruhe, bis ich gefunden habe, was ich suche. Das kann Zeit kosten, aber das ist mir dann egal. Ich will es und muss es unbedingt finden. Im Neuen Testament wird diese Suche in einem Gleichnis Jesu geschildert: Lukas 15,8-10:

8 …wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?
9 Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Also: um dieses Suchen geht es in allen heute Morgen gelesenen Bibelversen im Alten Testament. Lassen Sie uns das nicht vergessen.

2. Die fatale Frage: Vermissen wir denn etwas?

Vermisst Du was? – Jeder von uns kennt ja diese Frage. Mancher macht sich einen Spaß daraus, etwas für uns Wichtiges zu verstecken und uns ahnungslose Menschen dann zu fragen: „Sag mal, kannst Du mir mal eben Deinen Autoschlüssel zeigen. Wie sieht der aus?” Und wir greifen in die Tasche – und erst jetzt, in diesem Augenblick, vermissen wir unseren Schlüssel. Wir haben ihn doch immer in dieser Tasche. Oh weh, wo haben wir ihn bloß?

Sag mal: Vermisst Du was?

Auf diese Frage findet kein Mensch so ohne weiteres eine Antwort – es sei denn: er hatte Zeit, darüber nachzudenken. Denn wer auf diese Frage eine sofortige Antwort weiß, bei dem kann man ziemlich sicher sein: der hatte Zeit zum Nachdenken über diese Frage. Und der weiß dann auch, was er auf dieser Welt zu suchen hat.

Aber – ich frage Dich, ich frage mich einmal kritisch: Haben wir die Zeit zu diesem Nachdenken?

Ich weiß, dass genügend heute Morgen hier sitzen, die stehen unter einem ungeheuren Leistungsdruck. Sie sehen die beruflichen Aufgaben und Verpflichtungen, sie sehen die familiären Herausforderungen; uns sie kennen ihr eigenes Lebensgefühl, das sie ermahnt, nur ja niemandem etwas schuldig zu bleiben, nur ja nicht zuzugeben, dass etwas nicht mehr geht.

Deshalb scheint es so, als vermissten wir nichts. Wir reiten auf der Fortschrittswelle und sind fasziniert von den Neuerungen der jährlichen Cebit – Messe und dem Unwahrscheinlichen, was sich noch ereignen kann. Und wir leben im Umfeld einer großen Stadt, in der man sehr gut verdienen kann – und in der man ausgepowert werden kann bis zum Letzten; und in der man einsamer sein kann als in jeder anderen Stadt in Deutschland.

Und wir spüren: Fortschritt und gesetzloses Leben – diese beiden bilden eine geradezu tödliche Mischung für die Menschheit, die schon aufgrund der zunehmenden Bevölkerungsdichte mit ihren riesigen sozialen Problemen immer stärker aufeinander angewiesen ist.

Eine Menschheit – und auch eine Christenheit, die nichts so sehr braucht wie einen zielgerichteten Aufbruch in die Suche nach Gott hinein – eine solche Menschheit und Christenheit findet auch hier im Großraum München keine Zeit zum Nachdenken – und vermisst nichts.

3. Gott will sich trotzdem finden lassen – er macht uns wach

“Ich lasse mich finden” – das sagt der lebendige Gott. Das sagt einer, der noch durchblickt, der über den Dingen steht; einer der sich alle Zeit nimmt, mit uns im Gespräch zu bleiben. Einer, der weiß, dass nur er die Lösung hat für unsere ausweglose Situation – sei es im Persönlichen Leben oder im Blick auf die Weltprobleme.
Denn wir müssen ehrlich zugeben: Alle unsere Rettungsprogramme sind bisher ausnahmslos gescheitert. Alle unsere Appelle an den guten Willen im Menschen brachten höchstens ein paar wenige Idealisten auf Trapp. Menschliche Systeme der Weltverbesserung haben eine zigjährige Blutspur hinter sich hergezogen. Es ist einfach zum Erbarmen und Haareausraufen mit uns Menschen.

Aber: Gott will sich trotzdem finden lassen. Er macht uns wach. Und nur, wenn Gott sich finden lässt, kommt eine total aus dem Ruder gelaufene Welt wieder in die Hände dessen, der sie geschaffen hat. Dann durchdringt er, Gott, sie mit seiner Schöpfungs- – und Heilungskraft und versetzt uns in die Lage, sie zu pflegen und zu erhalten.

Und nur, liebe Gemeinde, wenn Gott sich von mir und Dir finden lässt, kommt ein aus dem Ruder laufendes Leben oder ein aus dem Ruder laufender Glaube wieder in die Hände dessen, der es geschaffen hat. Gott kennt meinen Rhythmus von Arbeit und Ruhe, von Belastungsfähigkeit und Freizeit doch besser als ich. Und wer schon einmal versucht hat, sein Leben selber zu strukturieren, der weiß, wie schnell die Grenze erreicht ist. Sie ist oft schon erreicht bei meiner Unfähigkeit, sagen zu können: Ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende. Jetzt ist Schluss. – Und das schlimme: unsere Gottesbeziehung ist oft die erste, die abgekoppelt wird. Denn – auf den ersten Blick riskieren wir dabei am wenigsten. Aber eben nur auf den ersten Blick. Mein Gottesengagement, auch in meiner Gemeinde, geht dann den Bach herunter.

Und jetzt die gute Nachricht: Gott lässt sich so gern von mir finden und bringt in die Unordnung und die widerstreitenden Gefühle meines Lebens und Glaubens seine Ordnung. Er schenkt mir Durchblick. Er zeigt mir, wo ich selber schuld bin an mancher Lebensentwicklung. Er macht mir deutlich, dass der wirkliche Hintergrund für mein Getriebensein, für meine Unruhe und Lebenshetze, für den Verlust meiner Lebensfreude und Ausgeglichenheit – Sünde ist. Und er schenkt Auswege. Er macht mir Mut, einzuhalten und neu nachzudenken. Manchmal tut er es durch einen klugen Ehepartner. Manchmal auch durch einen Boxenstopp in Krankheit. Aber er tut es immer so, wie er es im Zusammenhang des Jesaja sagt. Lassen Sie uns da nochmals lesen:

11 Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.
12 Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch.
13 Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt,
14 lasse ich mich von euch finden.

Können Sie Sich vorstellen, wie sich das Herz der Menschen öffnete damals in der Zeit des Jeremia? Wie sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnten angesichts dieser zu Herzen gehenden Worte eines treuen und liebenden Gottes. Wie ihr entmutigtes Herz wieder anfing, sich mit Hoffung zu füllen; wie ihre Gedanken aus der Resignation und Traurigkeit auf einen neuen Weg kamen. “Wenn Ihr mich von ganzem Herzen sucht, so will, ja, so werde ich mich von Euch finden lassen.” Bitte – wag es doch einmal! Lass Dir von Gott helfen. Suche ihn von ganzem Herzen. Deshalb:

4. Wo wir Gott ganz sicher finden können

Und hier sagt uns das Neue Testament das ganz konkret: Gott lässt sich ganz gewiss finden in Jesus Christus. In seinem Sohn spricht Gott eine Sprache, die wir verstehen. Denn nur dort wird er uns zugänglich. Da Gott in einem Licht wohnt, in dem kein Mensch existieren kann, bleiben wir darauf angewiesen, dass er, Gott, sich auf den Weg macht zu uns. Nicht wir können ihn so einfach finden. Nicht wir können mal eben so zu ihm kommen. Wir können ihn überhaupt nur finden, indem er sich von uns finden lässt. Genau das sagt er uns überall dort in seinem Wort, wo es ums Gottessuchen geht. Und genau das ist ja bereits geschehen: weil Gott nur auffindbar ist, wenn er zu uns kommt, deshalb ist er ja gekommen. Er ist ja deshalb so griffig, so begreifbar und angreifbar geworden, weil er wollte, dass unsere Suche erfolgreich sei. Er ist auf diese Welt gekommen, wie ein Mensch das zu tun pflegt – als ein Baby. Er hat auf dieser Erde gelebt, wie Menschen das zu tun pflegen. Er hat uns Menschen eine jederzeit und bis heute auffindbare Spur gelegt. Schon im Alten Testament weisen die Propheten auf sein Kommen hin. Und im Neuen Testament führt Jesus die Art und Weise seines Lebens zurück auf diese Prophezeiungen, wenn Matthäus in Kap 1,23 die Stelle in Jesaja 7,14 zitiert: “Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, was soviel bedeutet wie: Gott mit uns.”

In Jesus Christus lässt Gott sich finden – eine wunderbare feine Art für Menschen, die Gott suchen. Sie finden einen Gott zum Anfassen, einen Gott voller Liebe zu uns Menschen, einen Gott, der Schuld vergibt, nachdem er sie ans Licht geholt hat. Und weil Gott Liebe und Gerechtigkeit gleichermaßen wichtig sind, beseitigt er unsere Schuld, indem sein Sohn Jesus Christus selber dafür am Kreuz stirbt. Wer seitdem an Jesus Christus als den Sohn Gottes glaubt und ihm vertraut, der hat Gott gefunden. – So einfach lässt sich das Evangelium erklären. Und so einfach ist es auch, Christ zu werden: ich sage Ja zu einem Gott, der sich in Jesus Christus von mir finden lässt. Gott segne jeden von Ihnen und Euch, der das in diesen Wochen von ganzem Herzen tun will.

5. Gott finden heißt auch seine Lebensordnung bejahen

Es ist ja wahr: So einfach lässt sich das Evangelium erklären. Und so einfach ist es auch, Christ zu werden. Aber zu dem gefundenen Gott gehört auch das Auffinden seiner Lebensordnung. Durch sie bleibt der Mensch am Leben, so wie auch Hes 20,11 sagt: „Ich gab ihnen meine Rechtsvorschriften bekannt, die der Mensch befolgen muss, damit er durch sie am Leben bleibt.“

Dabei ist eines sicher klar: Wir selber können Gottes Gebote nicht halten. Deshalb brauchen wir einen, der dem Vater im Himmel ohne Einschränkung gehorsam war. Jesus Christus ist dieser Eine. Aber neues Leben durch Jesus verpflichtet mich zu einem neuen Leben mit Jesus . In der Bindung an Jesus Christus und in der Kraft seines Heiligen Geistes haben wir die Chance, ein Leben nach den Geboten Gottes zu führen – in Büros und Werkstätten, in privater und in öffentlicher Verantwortung. Gerade die Herausforderungen des neuen Jahrhunderts brauchen Menschen, die so konsequent wahr leben. Menschen, die ihren Lohnsteuerjahresausgleich ganz ehrlich mit Belegen füttern, die auch wirklich für Werbungskosten angefallen sind; Menschen, die auf Schwarzarbeit verzichten, so verlockend das steuerlose Geld auch sein mag. Menschen, die sich nicht unrechtmäßig bereichern – auch wenn andere in aller Öffentlichkeit von selbst gewählter Unwahrhaftigkeit profitieren. Menschen, die sich immer wieder neu um Versöhnung sorgen und bemühen und Demut zeigen. Menschen, die anders sind, weil sie mit Gott in Jesus Christus mehr gefunden haben als Reichtum – nämlich inneren Frieden und Geborgenheit und Zukunft. Menschen, die sich von Christus einen Weg zeigen lassen heraus aus Überforderung, Unzufriedenheit und Gehetztsein.
So ein Mensch möchte ich werden. So ein Menschsein wünsche ich allen Versammelten hier. Es kann nur das Geschenk eines Gottes sein, der sich von uns finden lässt, eben um uns zu beschenken.

Ich schließe mit einem Wort von Hermann Bezzel in einem seiner Gebete:

“Herr, gib allen, die Dich suchen, dass sie dich finden, und allen, die dich gefunden haben, dass sie dich aufs neue suchen, bis all unser Suchen und Finden erfüllt ist in Deiner Gegenwart.”

Amen.

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