Feiern dürfen

Grund zum Feiern hat die Christliche Gemeinde nun einmal – auch wenn sie das viel zu wenig tut.

Daten

Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Prediger
Gerd Ballon
Thema
Feiern dürfen
Reihe
Datum
12.06.2016
Länge
10:40
Bibelstelle
Philipperbrief 4,4-7

Lesungstext

4 Freut euch Tag für Tag, dass ihr zum Herrn gehört. Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch!
5 Alle Menschen sollen eure Güte und Freundlichkeit erfahren. Der Herr kommt bald!
6 Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm!
7 Und Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahren.

Predigt

Wir feiern zum Glück im Jahr nicht nur einmal und am Sonntag. Unsere Hauskreise feiern. Und je und dann feiern wir Jesus ganz besonders, nicht nur in jedem Gottesdienst; z.B. auch in Abendmahlsfeiern und Anbetungsabenden und auch im Gebet.

Und vielleicht brauchen wir immer wieder ein wenig Nachhilfeunterricht – als Erwachsene, nicht als Kinder – wie viel Grund Christen zum Feiern haben!

Denn oft überwiegen die Gegenbeispiele:

Es war einmal ein Pastor, der betrat die Kanzel mit ernstem Gesicht. Man sah ihm gleich an: Er hatte einen schweren Tag hinter und einen schweren Text vor sich. Schwerfällig war sein Tonfall, unbewegt seine Miene, gleichbleibend seine Stimme, lehrhaft seine Rede, wie bei einem, der auszog, die Langeweile zu lehren. Er sprach über das Thema ”Die Freude”.

Ungefähr an so einen merkwürdigen Vertreter des Christentums muß der Philosoph Friedrich Nietzsche geraten sein und an diesen gedacht haben, als er sagte: »… erlöster müßten mir die Christen aussehen.« Er hatte ja recht. Es gibt kein Buch der Weltliteratur, in dem das Wort »Freude« so oft vorkommt und eine so wichtige Rolle spielt, wie die Bibel, auf die sich die Christen berufen.

Warum ist dann aber bei so vielen Christen so wenig von der ständig behaupteten Freude – auch von der FeierFreude – zu spüren? Das kann nur daran liegen, daß sie blind sind für das, was Gott getan hat, was Gott tut, und was er tun wird. Er hat uns das neue Leben geschenkt, er hat unser irdisches Leben in der Hand. Er verheißt uns das ewige Leben. Wer das erkannt hat, besitzt eine unzerstörbare Freude und »kann nicht traurig sein«, auch wenn er den unvermeidlichen Zerstörern der Freude begegnet Leid, Krankheit und Tod.

Fröhlich sein, wenn alles »in Butter ist«, das ist übrigens keine Kunst. Und eine fröhliche Miene machen, wenn uns das Leben böse mitspielt, ist meistens Krampf. Besser ehrlich geheult als heuchlerisch gelächelt. Schließlich gehört auch die Traurigkeit zum. Leben. Aber sie kann unser Leben nicht mehr bestimmen, nur noch beeinflussen, wenn wir wissen: Unser Leben gehört Gott. Und zum Leben gehört es, fröhlich zu sein, ebenso wie es zum Leben gehört zu hoffen.
Freude und Hoffnung gehören zusammen. Der Mensch kann nicht leben, ohne etwas zu haben, auf das er sich freuen kann. Freude ist, wie Paulus sagt, eine »Frucht des Geistes« (Galater 5,22).

Die anderen Menschen können das nicht so gut wie wir – Freude und Hoffnung verbinden. Sie sind der Meinung, mit dem Tod ist Schluß, dann kommt nichts mehr. Also müssen sie vorher alles mitnehmen, solange noch die Zähne und die Leber und die Galle und das mitmachen. Diese Menschen sagen sich: „Was ich jetzt nicht bekomme, kriege ich niemals.”

Deshalb laufen sie gierig und süchtig den Freuden dieser Welt hinterher, deshalb schaufeln und schütten sie in sich hinein, was das Zeug hält. Und je näher sie dem Tod kommen, um so weniger Freude haben sie, um so bitterer werden sie.

Wenn wir aber Jesus vertrauen, dann sind für uns alle irdischen Freuden Ankündigungen der Freuden, die in Gottes Ewigkeit auf uns warten. .
Wer also Jesus kennt, kann das Leben genießen, ohne seinen Schönheiten gleichzeitig nachzutrauern – denn er weiß: in Gottes Ewigkeit geht es erst einmal richtig los. Auf der Hochzeit zu Kana hat Jesus, als er für frischen Wein sorgte, für einen Moment zeichenhaft angedeutet, was bei ihm, dem Freudenmeister, alles möglich ist. Wenn wir einmal in seinem Reich sind, wird er uns die ganze Freude erleben lassen. Dann wird unser Mund voll Lachen sein, wie sein Wort sagt.

Noch eine kleine Erinnerung an das Thema Freude vor einigen Monaten…

Deshalb dürfen wir den Reichtum der Verschiedenheit der Menschen auch heute beim Grillen genießen. Bleiben Sie nicht nur für sich in Ihrer bekannten Gruppe. Suchen Sie doch Kontakt. Sprechen Sie mit Unbekannten. Gott wird uns reich machen dadurch.

Gott segne Sie.

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