Das Wunder ist im Haus

Wir feiern Abendmahl am heutigen Sonntag. Und da geht es ja immer auch ums Essen – und um Verheißungen. Hier in unserem Bibeltext auch.

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Das Wunder ist im Haus
Reihe
Datum
31.07.2016
Länge
10:07
Bibelstelle
1. Könige 17, 10-16
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

10 Elija machte sich auf den Weg und ging nach Sarepta. Als er ans Stadttor kam, traf er dort eine Witwe, die Holz auflas. »Bring mir doch etwas Wasser!«, bat er sie.
11 Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: »Bring auch etwas Brot mit!«
12 Doch sie sagte: »So gewiss der HERR, dein Gott, lebt: Ich habe keinen Bissen mehr, nur noch eine Hand voll Mehl im Topf und ein paar Tropfen Öl im Krug. Ich lese gerade ein paar Holzstücke auf und will mir und meinem Sohn die letzte Mahlzeit bereiten. Dann müssen wir sterben.«
13 Elija erwiderte: »Geh heim und tu, was du vorhast. Aber backe zuerst für mich ein kleines Fladenbrot und bring es zu mir heraus. Den Rest kannst du dann für dich und deinen Sohn zubereiten. Hab keine Angst,
14 denn der HERR, der Gott Israels, hat versprochen: ‚Der Mehltopf wird nicht leer und das Öl im Krug versiegt nicht, bis ich es wieder regnen lasse.’«
15 Die Frau ging und tat, was Elija ihr aufgetragen hatte. Und wirklich hatten die drei jeden Tag zu essen.
16 Der Mehltopf wurde nicht leer und das Öl im Krug versiegte nicht, wie der HERR es durch Elija versprochen hatte.

Predigt

Liebe Gemeinde,

Wir feiern Abendmahl am heutigen Sonntag. Und da geht es ja immer auch ums Essen – und um Verheißungen. Hier in unserem Bibeltext auch.

Wir begleiten hier den Propheten Elia zu einer armen Witwe. Worauf es mir hier allerdings ankommt, ist der Vergleich mit der Armut der Witwe und der Armut der Gemeinde Jesu heute. Man nennt das Allegorie.
Die Witwe von Zarpoth sagt: es ist nichts im Haus. Sie resigniert!
Und genau hier liegt die Gefahr auch für die kleine Gemeinde Jesu heute: zu resignieren angesichts des wenigen, was oft da ist. Wenn wir auf unsere Kraft und auf das blicken, was an Wirkung von uns ausgeht, dann sagen wir sehr schnell: Unsere Krüge sind leer. Wir haben nichts im Haus. Wir können niemandem das geben, was er braucht. Wir haben zu wenig von allem.
So sagte die Witwe damals zu Elia. „Es ist nichts im Haus, außer…“ – und dann nennt sie die kümmerlichen Reste.
Und sie hatte ja Recht damit, so wie wir heute Recht haben, wenn wir auf unsere zur Neige gehenden Ressourcen schauen. Wir müssten verhungern, wenn wir nur das hätten. Liebe Gemeinde, es ist soviel Armut unter unserem Dach. Soviel Entmutigendes. Soviel Verletzendes, soviel Erneuerungsbedürftiges, oh ja.
Deshalb brauchen wir so eine Erfahrung wie diese Witwe damals.
Denn der sagte Elia damals: „Fürchte Dich nicht: geh hin und mach’s, wie Du gesagt hast.“ Und dann heißt es weiter: „Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt; und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des Herrn.“

Liebe Geschwister,

mit welcher inneren Motivation gehen wir an die Aufgabe heran, in unserer Stadt, in unserer Nachbarschaft, an unserem Arbeitsplatz als Christen zu leben und von unserer Gemeinde zu berichten?
Sagen wir: Es ist nichts im Haus. Wir sind bettelarm. Wir haben nichts! – Oder hören wir: Fürchte Dich nicht! In Deinem Haus ist ganz viel Reichtum.

Lassen wir uns von uns selber entmutigen – oder von Jesus und dem Wort Gottes ermutigen?

Glauben Sie das überhaupt? Glaubst Du das? Dass in unserer Gemeinde durch Gottes Gnade ganz viel Reichtum ist? Wir sehen ja so gern die Schattenseite. Gott – und das lerne ich von unseren charismatischeren Geschwistern – Gott aber will uns Hoffnung und ganz viel Mut schenken zu erkennen: Sein Reichtum liegt vor unseren Füßen. Er liegt hier im Haus.

Was meine ich?
Wir haben schon so viel Einsatz gebracht für das Reich Gottes in den letzten Jahrzehnten. Viel Geld und viele Gaben wurden eingesetzt. Und immer noch: wir wollen Menschen gewinnen für Jesus und seine Botschaft der Liebe, wir sehen unsere Aufgabe, sie in die Gemeinde zu integrieren.

Ist uns eigentlich klar, wie viel Reichtum Gott uns durch unser ganz normales Gemeindeleben schenkt, einfach durch das, was im Haus ist – schon immer ist? Der Reichtum ist im Haus.

Ist uns aufgefallen, dass wir an einem Sonntag wie heute in einem gut gefüllten Haus Gott loben? Wir haben einen nicht geringen Kontaktkreis im Raum FFB. Das zeigt sich doch an dem Gottesdienstbesuch. Schaut Euch doch um. Wenn wir nicht so eine fluktuierende Gemeinde wären, wenn also regelmäßig alle, die alle paar Wochen im Gottesdienst sitzen, heute hier wären – es gäbe ein Chaos. Das ist Reichtum in unserem Haus.

Wir haben eine beachtliche Kinderarbeit. Und freitags sind es etliche Kinder, die sich in der Jungschar tummeln (wenn ihre Eltern sie nur regelmäßig hinfahren). Und wissen hier alle, dass wir einen Eltern-Kind-Kreis haben, der sich regelmäßig trifft.

Unsere Töpfe sind nicht leer. Wir haben Möglichkeiten, Menschen für das Evangelium zu begeistern. Die Frage ist nur: sehen wir das?

Die Witwe von Zarpot hat nichts gesehen. Manchmal denke ich, viele von uns sehen diesen Reichtum auch nicht – und die Möglichkeiten, die wir haben. Sie finden das normal und freuen sich kaum noch darüber.

Wir könnten nach dem Gottesdienst so viele Gespräche mit furchtbar netten Menschen führen. Sehen wir das? Wollen wir das? Oder fürchten wir uns? Warum immer wieder Cliquengespräche im bekannten Kreis? Der ist doch in der Woche dran.

Wir könnten in der Kinderarbeit so viele Kontakte zu den Eltern der Kinder knüpfen, die neu dazukommen wollen. Stattdessen herrscht dort gerade chronischer Mitarbeitermangel. Sehen wir die Möglichkeiten?

Es könnten sich gleich mehrere Bibellesegruppen bilden, weil Frauen großes Interesse daran haben, die Bibel zu lesen. Das geht aber nur in kleinen Gruppen. Wer entdeckt den Reichtum im eigenen Topf? Wer entdeckt hier seine Gabe – und lässt sich von Gott Mut schenken?

Liebe Gemeinde,

der Reichtum ist im Haus. Das habe ich für heute morgen ganz neu gehört. Und das hat mich froh gemacht. Ich hoffe, dass Gott das Euch allen auch vermitteln konnte: wir sind so reich aneinander und mit unseren Gaben und Möglichkeiten! Nicht vergessen.

Deshalb: vielleicht ist es sogar gut, immer und immer auf der Suche zu sein nach Mitarbeitern, nach Freiwilligen, nach Begabungen und hingegebenen Menschen. Vielleicht ist es derzeit gut, nicht im finanziellen Überfluss zu leben. Denn das lässt immer wieder auf den sehen, der immer ausreichend schenkt – auf Gott. Er hat die Witwe damals nicht im Stich gelassen.

Deshalb: „Fürchte Dich nicht!”: „Und das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt! Und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Worte des Herrn!“

Und darauf sage ich: „Halleluja!!!” – Und deshalb feiere ich sehr gern mit meiner Gemeinde heute Morgen und so, wie Jesus uns das gelehrt hat – das Abendmahl.

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