Schau aufs Kreuz!

Eine Argumentation, dass das Kreuz der Zentrale Punkt in Christentum ist. Von Simon Mayer

Daten

Prediger
Simon Mayer
Thema
Schau aufs Kreuz!
Reihe
Datum
21.08.2016
Länge
33:57
Bibelstelle
4. Mose 21, 4-9; Johannes 3, 14-18
Simon Mayer, FeG München-Mitte
Simon Mayer, FeG München-Mitte

Lesungstext

4.Mose 21,4-9

4 Danach brachen die Israeliten vom Berg Hor auf und zogen zunächst wieder nach Süden in Richtung des Schilfmeers, um das Land Edom zu umgehen. Doch unterwegs verloren sie die Geduld
5 und klagten Gott und Mose an: “Warum habt ihr uns aus Ägypten geholt? Damit wir in der Wüste sterben? Es gibt kein Brot, es gibt kein Wasser, nur immer dieses armselige Manna. Das hängt uns zum Hals heraus!”
6 Da schickte der Herr ihnen Schlangen, deren Gift wie Feuer brannte. Viele Menschen wurden gebissen und starben.
7 Die Israeliten liefen zu Mose und riefen: “Wir haben uns schuldig gemacht! Es war falsch, dass wir uns gegen dich und den Herrn aufgelehnt haben. Bitte den Herrn, uns von den Schlangen zu befreien!” Da betete Mose für das Volk,
8 und der Herr antwortete ihm: “Mach dir eine bronzene Giftschlange, und befestige sie am Ende einer Stange. Dann sag den Israeliten: Jeder, der gebissen wird und sie ansieht, bleibt am Leben.”
9 Mose fertigte eine Schlange aus Bronze an und befestigte sie an einer Stange. Nun musste niemand mehr durch das Gift der Schlangen sterben. Wer gebissen wurde, brauchte nur auf die bronzene Schlange zu sehen und war gerettet.

Johannes 3, 14-18

14 Du weißt doch, wie Mose in der Wüste eine Schlange aus Bronze an einem Pfahl aufrichtete, damit jeder, der sie ansah, am Leben blieb. Genauso muss auch der Menschensohn erhöht werden.
15 Jeder, der ihm vertraut, wird das ewige Leben haben.
16 Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.
17 Gott hat nämlich seinen Sohn nicht zu den Menschen gesandt, um über sie Gericht zu halten, sondern um sie zu retten.
18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht verurteilt werden. Wer aber nicht an den einzigen Sohn Gottes glaubt, über den ist wegen seines Unglaubens das Urteil schon gesprochen.

Predigt

Wozu das Kreuz?

Wozu braucht es eigentlich das Kreuz?

Nicht wenige Menschen stellen sich diese Frage bzgl. des christlichen Glaubens. Das Kreuz ist sie für eine Torheit, ein Anstoß. Und irgendwie ist das ja auch nachvollziehbar. Denn zuerst einmal ist das Kreuz ursprünglich ein Hinrichtungsinstrument. Einen elektrischen Stuhl würde sich ja auch kein Mensch als Schmuckstück um den Hals hängen. Anders beim Kreuz – schon wenige Jahre nach Jesu Tod ist es zu dem Ausdruck und Symbol des christlichen Glaubens schlechthin geworden. Absurd, oder? Oder vielleicht doch nicht?

Ich möchte heute Morgen dafür argumentieren, dass das Kreuz der zentrale Punkt im Christentum ist. Aus diesem einen Grund: Weil wir dort – und zwar nur dort – Errettung vor dem sicherem Tod finden. Wir müssen aufs Kreuz schauen, um Erlösung, um Vergebung unserer Schuld zu finden.

Diese Wahrheit wird nicht nur im Neuen Testament in ihrer Fülle von den Aposteln entfaltet, sondern sie wird auch im Alten Testament schon vorschattiert.

Rettung

Und so möchte ich heute Morgen mit euch gemeinsam zuerst einen alttestamentlichen Text studieren, der uns – wie in 1. Kor 10 angedeutet – zum Vorbild gegeben wurde. Es ist eine Geschichte, die ca. 1400 Jahre vor Christi Geburt geschah und uns dennoch auf Christus hinweisen will. Es ist eine dieser Geschichten, die Jesus vielleicht mit den Emmaus-Jüngern durchgegangen ist, um ihnen aufzuzeigen, wie Mose, die Propheten und die Psalmen von ihm reden. Ich spreche von der sogenannten „ehernen Schlange“ – ein Ereignis, das sich während der Wüstenwanderung Israels zugetragen hat.

Und wir wollen dann gemeinsam betrachten, wie der Apostel Johannes diese Geschichte in seinem Evangelium aufgreift und auf Jesu Tod am Kreuz hin interpretiert.

Und die eine wichtige Frage, die wir uns alle heute Morgen stellen müssen, lautet: „ Hast du schon aufs Kreuz geblickt?“

Titel der Predigt: „Schau aufs Kreuz!“

Die beiden Stellen, die wir gemeinsam betrachten wollen, sind 4. Mose 21 und Johannes 3  Und diese beiden Stellen halten 4 Lektionen für uns bereit.

I. Ist notwendig (4. Mo 21,4-7)

Lektion 1: Rettung ist notwendig.

4 Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege 5 und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier und uns ekelt vor dieser mageren Speise.6 Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. 7 Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns nehme.4. Mo 21,4-7

Wo befinden wir uns in der Geschichte Israels:

  • Nach Auszug aus Ägypten
  • Spektakuläre Befreiung durch die 10 Plagen.
  • Nachlesen in 2. Mose 1-14
  • Das Volk zieht nun durch die Wüste
  • Spektakuläre Versorgung mitten in der Dürre:
  • Er hat ihnen Manna und Wachteln vom Himmel als Essen geschickt und er hat sie mit Wasser aus einem Felsen zum Trinken versorgt.
  • Aber irgendwann hängt das den Israeliten zum Hals raus, sie sind ja auch schon ziemlich lang unterwegs.
  • Und dann beschweren sie sich lauthals bei Mose und klagen Gott an:
  • „Was habt ihr uns angetan? Wieso habt ihr uns nicht in Ägypten gelassen? Wollt ihr etwa, dass wir hier in der Wüste sterben? Wir haben keinen Bock mehr auf dieses sch…lechte Manna, wir wollen was Gescheites zu essen! Mal ein bisschen Abwechslung – auch was die Fleischauswahl angeht.“ usw.
  • Sie haben eine vollkommen verklärte Sichtweise von Ägypten, sie erinnern sich nur daran, dass sie genügend zu essen und zu trinken hatten und vergessen dabei, dass sie Sklaven waren und unglaublich hart arbeiten mussten.
  • Sie erinnern sich nicht mehr, wie Gott sie mit starker Hand befreit hat und sie sind voller Undankbarkeit gegenüber dem, was er für sie schon alles getan hat.
  • Und Gott kann das alles nicht auf sich sitzen lassen.
  • Das ist ein direkter Angriff auf ihn. Das ist wie eine Kugel, die die Israeliten abfeuern, welche Gott mitten ins Herz trifft.
  • Und er bestraft sie dafür. Sogar ziemlich hart.
  • Indem er eine Menge Giftschlangen unter das Volk schickt.
  • Ich kann mir das bildhaft vorstellen, wie das ganze Volk in ihren Zelten beim Mittagschlaf liegt und auf einmal kommen von allen Seiten Schlangen angekrochen.
  • Und sie kriechen über die schlafenden Körper und plötzlich wacht jemand davon auf, kreischt lauthals und schlägt wild um sich her.
  • Und das Volk ist auf einmal in völliger Aufruhr. Die Leute springen auf, wollen sich vor den Schlangen retten, aber sie wissen gar nicht wohin, denn sie sind überall.
  • Und durch die Unruhe werden sie erst richtig gefährlich. Denn sie fühlen sich bedroht und beißen nun wild um sich. Und es gibt zahlreiche Opfer.
  • Deshalb beschließen die Israeliten, dass sie zu Mose gehen müssen, um ihn und durch ihn Gott um Vergebung und Errettung zu bitten.
  • Sie sagen zu ihm: „Wir haben gesündigt, dass wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen von uns nehme.“
  • Sie wissen ganz genau, dass sie schuldig sind und sie wissen, dass sie verloren sind, wenn Gott sie nicht rettet aus diesem Elend.
  • Viele sind schon von den Schlangen gebissen worden. Das Gift befindet sich schon in ihren Blutbahnen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das ganze Volk dahingerafft sein wird.
  • Deshalb ist die Rettung bitter notwendig.

II. Ist möglich… (4. Mo 21,8-9)

  • Aber sie ist nicht nur notwendig, sondern auch möglich. Das ist unsere 2. Lektion: Rettung ist möglich!
  • In dem Bericht aus 4. Mose heißt es weiter:

Und Mose bat für das Volk. 8Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. 9Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.4. Mose 21, 8-9

  • Mose geht also auf die Bitte des Volkes ein und er betet für die Israeliten.
  • Wir wissen nicht, wie er das konkret getan hat, aber ich kann mir vorstellen, dass er in etwa folgendes gesagt hat:

Allmächtiger Gott. Dein Volk hat sich schwer an dir versündigt. Es gibt dafür keine Ausrede und wir haben keinerlei Recht auf Vergebung und Errettung. Du hast uns mit diesen Schlangen bestraft und wir können dir keinen Vorwurf machen.
Aber Herr, du bist doch auch ein barmherziger, gnädiger Gott. Und du liebst dein Volk, du hast es dir erwählt, du hast es aus Ägypten befreit und uns bis hierher gebracht. Willst du das nun alles wegwerfen? Uns einfach so komplett auslöschen? Was würden denn dann die Völker um uns herum sagen? Sie würden deinen Namen verspotten und dich verlästern.
So sei doch gnädig! Hab noch einmal Erbarmen! Vergib deinem Volk ihre Schuld und errette uns von diesen Schlangen! Heile die, die schon gebissen worden sind und lass nicht zu, dass wir alle hinweggerafft werden! Ich flehe dich an!

  • Und Gott hört! Gott hört auf Moses Gebet! Ist das nicht wunderbar?
  • Er vergibt seinem Volk und er schafft einen Weg der Rettung:
  • Mose muss eine Schlange aus Bronze anfertigen und auf einem Stab mitten im Lager aufstellen.
  • Und alle, die gebissen worden sind, können darauf gucken und werden auf der Stelle geheilt!
  • Was ein großartiges Wunder!
  • Wahrscheinlich waren unter den Israeliten einige, die sich nicht vorstellen konnten, dass das funktioniert. Sie werden gesagt haben: „Wie absurd! Einfach auf die Schlange gucken? Das wird niemals funktionieren!“
  • Und ein paar werden es nicht getan haben….und sind deshalb elendig gestorben.
  • Aber manch anderer mag sich gesagt haben: „Ich probier es aus! Ich bin sowieso schon gebissen worden und das ist meine letzte Hoffnung!“
  • Und was lesen wir im Text:

Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

  • Es hat funktioniert! Bei jedem, der auf diese Schlange guckte. Faszinierend.
  • Rettung ist nicht nur notwendig…sie ist auch möglich.
  • Die Frage ist nur: Wie? Wie kann dieses Bild einer Schlange Menschen erretten vor dem sicheren Tod? Und was sollen wir aus all dem lernen?

III. …durch Jesus (Joh 3,14-17)

  • Die Antwort ist:
    Diese bronzene oder eherne Schlange soll uns auf etwas anderes hinweisen. Wenn wir Vergebung unserer Schuld möchten, wenn wir errettet werden wollen vor dem sicheren Tod, dann müssen wir nicht auf eine aufgerichtete Schlange gucken. Nein, sie ist ein Bild für ein viel größeres und wichtigeres Ereignis.
  • Diese Schlange verrät uns nämlich, dass Rettung nur durch Jesus Christus möglich ist. Lektion Nr. 3: Rettung ist möglich durch Jesus Christus!
  • Vielleicht sagt jetzt der ein oder andere von euch: Interessante Interpretation… aber wie kommt der da drauf?
  • Nun, es ist nicht meine Idee…mir wäre das vllt nie aufgefallen. Aber der Apostel Johannes, einer von Jesu engsten Jüngern, zeigt uns das ganz deutlich in seinem Evangelium. Im 3. Kapitel heißt es ab Vers 14:

14Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. 16Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.Joh 3,14-17

  • Freunde, seht ihr die Parallele?
  • Johannes sagt: Damals musste Mose diese Schlange an einem Pfahl aufrichten, damit die Menschen Errettung vom Tod erfahren und weiterleben konnten.
  • Und genauso musste der Menschensohn, und damit meint er Jesus, an einem Pfahl, nämlich am Kreuz von Golgatha, aufgerichtet werden, damit wir Errettung erfahren und ewig leben können.
  • Die Menschen damals waren hoffnungslos verloren, wenn sie nicht auf die Schlange guckten. Und Johannes sagt, dass wir genauso verloren gehen werden ohne Jesus. Hoffnungslos. Für immer.
  • Das ist schrecklich. Aber es ist die Wahrheit.
  • Aber es ist auch Wahrheit – und eine viel bessere Wahrheit – dass Gott seinen Sohn in diese Welt geschickt hat, um sie zu retten. Es war sein Plan – von Anfang an. Er wollte Sünder wie mich und dich erretten, ihnen vergeben und ewiges Leben schenken. Aus reiner, purer Liebe! Also hat Gott die Welt geliebt, heißt es!
  • Seht ihr, das ist das wunderbare: Die ganze Bibel weist uns auf diese eine großartige Person und auf dieses eine großartige Ereignis hin. Die ganze Bibel zeugt von Jesus Christus und seinem Tod am Kreuz und der Liebe Gottes, die darin sichtbar wird.
  • Alles in der Bibel will uns erklären, dass wir als Menschen Vergebung und Errettung bitter notwendig haben, weil wir uns fürchterlich gegenüber Gott versündigt haben.
  • Und alles in der Bibel will uns zeigen, dass diese Vergebung möglich ist in Jesus – allein in Jesus!
  • Weil er am Kreuz für unsere Sünden bezahlt hat – er hat die Strafe auf sich selbst genommen. Er litt dort an unserer Stelle. Er hat den Preis bezahlt mit seinem kostbaren Blut.
  • Gott kann nicht einfach so sagen: „Schwamm drüber, ich vergebe dir!“ Das funktioniert nicht. Nein, Strafe muss sein! Deshalb kamen die Giftschlangen zu den Israeliten.
  • Und auch zu uns sagt er: Strafe muss sein.
  • Aber dann lädt er diese Strafe nicht uns auf, sondern seinem Sohn. Er sagt: Nicht ihr bekommt, was ihr verdient hättet, sondern Jesus bekommt, was er eigentlich nicht verdient hätte.
  • Gott behandelt seinen Sohn am Kreuz so, wie wenn wir dort hingen.
  • Und uns behandelt er so, als hätten wir wie Jesus ein perfektes Leben geführt.
  • Er errettet uns. Aus reiner Liebe.

IV. Erfordert Glauben (Joh 3,18)

  • Aber – und damit zur letzten Lektion: Diese Rettung erfordert Glauben. Rettung erfordert Glauben. Das wird nochmal deutlich in Vers 18:

18Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.Joh 3,18

  • Wisst ihr: Vor mehr als dreitausend Jahren gab es in der Wüste nur diesen einen absurden Weg der Vergebung und Errettung:
  • Die Leute mussten auf diese bronzene Schlange gucken, sie mussten daran glauben, dass dieses Schauen auf die Schlange sie tatsächlich retten konnte.
  • Und genauso gibt es heute nur einen einzigen und für viele vollkommen absurden Weg der Errettung:
  • Wir müssen daran glauben, dass wir durch Jesu‘ Tod Vergebung erfahren können. Wir müssen glauben, dass wir durch ihn ewiges Leben geschenkt bekommen.
  • Und wir müssen glauben, dass wir ohne ihn für immer verloren sind.
  • Weißt du, wir alle haben schon – im übertragenen Sinn – dieses Schlangengift in unserem Körper. Genauso wie die Israeliten werden wir umkommen (und ich rede von einem ewigen Tod), wenn kein Wunder passiert. Das Urteil ist dann schon längst über uns gesprochen: Wir werden ewiglich verloren sein.
  • Das meint Johannes, wenn er sagt: Wer aber nicht an ihn glaubt, ist schon verurteilt, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.
  • Darum lass mich dich fragen: Glaubst du an Jesus Christus?
  • Glaubst du daran, dass du nach dem Tod im Gericht freigesprochen wirst, wenn du darauf vertraust, dass er am Kreuz deine Schuld getragen hat und dir dadurch Vergebung zuteil geworden ist?
  • Rettung erfordert Glauben!
  • Deshalb meine Bitte: Schau auf Jesus! Schau aufs Kreuz!
  • Schau auf Christus, wie er dort hängt aus Liebe zu der verlorenen Welt und ausspricht: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“
  • Ruf dir immer wieder Joh 3,16 ins Gedächtnis:

16Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.Joh 3,16

  • Ist dir dieses eine kleine Wort aufgefallen: Alle!
  • Alle, die an ihn glauben haben ewiges Leben!
  • Lass mich dich fragen: Wer ist eingeschlossen in dem Wörtchen „alle“?
  • Alle! Jeder einzelne?
  • Und wer ist davon ausgenommen?
  • Keiner!
  • Vllt magst du sagen: Ja, aber Simon, ich bin doch viel zu schlecht!
  • Hast du nicht gehört? Alle!
  • Aber Simon, meine Sünden sind zu groß und zu zahlreich!
  • Hast du nicht gehört? Alle!
  • Aber Simon, ich bin viel zu klein und unwichtig, wieso sollte Gott sich um mich kümmern?
  • Hast du nicht gehört? Alle!

16Denn also (oder: so sehr) hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.Joh 3,16

C) Spurgeon und das Schauen aufs Kreuz

Das ist das Evangelium in der Nussschale – wie es mal jemand formuliert hat.
Und dieses Evangelium klingt erstmal vollkommen absurd, weil es zutiefst unserem menschlichen Denken entgegenläuft. Aber oh, was für einen Trost, was für einen Frieden es bereithält für diejenigen, die diese Wahrheit in kindlichem Glauben annehmen.

Ein sehr bekannter englischer Prediger aus dem 19. Jahrhundert hat für die Nachwelt festgehalten, wie er zum ersten Mal die Wahrheit begriffen hat, dass er nichts weiter zu seiner Rettung dazu tun muss, als nur auf Christus zu schauen. Ich rede von Charles Spurgeon. Und ich möchte gleich den entsprechenden Ausschnitt aus seiner Autobiographie vorlesen. Nur kurz noch zum Hintergrund: Spurgeon war in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen – sein Großvater war sogar Pfarrer – und er kannte vom Kopf her den ganzen Inhalt des christlichen Glaubens. Dennoch fand er niemals innere Ruhe. Er war als Teenager geplagt von Gewissensbissen. Er wusste um seine eigene Sündhaftigkeit, aber er wusste nicht um die Vergebung seiner Schuld durch Jesus Christus. Er kannte seinen Retter noch nicht persönlich. Bis zu diesem alles entscheidenden Tag in seinem Leben. Aber hört selbst.

Der entscheidende Punkt meiner Bekehrung [kam erst mit der] Erkenntnis, dass ich nichts zu tun hatte, als auf Christus zu schauen; dann wäre ich gerettet. […]
Vielleicht würde ich noch heute in Dunkelheit und Verzweiflung leben, hätte Gott in seiner Güte nicht einen Schneesturm gesandt, der mich eines Sonntagmorgens auf dem Weg zum Gottesdienst überraschte. Ich suchte in einer Nebenstraße Zuflucht und kam zu einer Kapelle der Methodisten. An diesem Morgen kam der Prediger nicht, vermutlich weil er eingeschneit war. Schließlich stand ein sehr schmal aussehender Mann auf und ging nach vorne auf die Kanzel, um zu predigen. Dieser Mann war wirklich einfältig. Er musste bei seinem Text bleiben, denn er hatte wenig darüber hinaus zu sagen. Sein Text war Jesaja 45,22: „Schaut auf mich, und ihr werdet gerettet werden, all ihr Enden der Erde“.
[…] Der Redner begann: „Meine lieben Freunde, dies ist in der Tat ein sehr einfacher Text. Er sagt „Schaut“. Nun ist Schauen nicht allzu schmerzhaft und anstrengend. Du musst nicht einmal deinen Finger oder deinen Fuß dafür heben. Nur „Schaut“. Nun, ein Mensch muss nicht zur Universität gehen, um Sehen zu lernen. Ein Mensch muss auch nicht Tausende im Jahr verdienen, um sehen zu können. Jeder kann sehen, sogar ein Kind kann sehen. Aber dann sagt der Text: „Schaut auf mich“. Nun! Fuhr der Mann in seinem breiten Essexer Dialekt fort, „viele von euch schauen auf sich selbst, aber es hat keinen Sinn, dahin zu blicken. In euch werdet ihr nie irgendeinen Trost finden. Nein, schaut immer mehr auf ihn! Jesus Christus sagt: „Schaut auf mich, ich hänge an dem Kreuz. Schaut auf mich, ich bin tot und begraben. Schaut auf mich, ich stehe wieder auf. Schaut auf mich, ich fahre auf zum Himmel. Schaut auf mich, ich sitze zur Rechten des Vaters. O, du armer Sünder, schau auf mich! Schau auf mich!“
Als er bis hierher gekommen war und es geschafft hatte, etwa zehn Minuten zu füllen, war er am Ende mit seinem Latein. Dann sah er mich, wie ich unter der Galerie saß. Sicher wusste er bei so wenigen Anwesenden, dass ich ein Fremder war. Er richtete sein Auge auf mich, als würde er mein ganzes Herz kennen, und sagte:
„Junger Mann, Sie sehen sehr elend aus…und Sie werden immer elend sein – elend im Leben und elend im Tode – wenn Sie meinem Text nicht gehorchen. Aber wenn Sie jetzt, in diesem Moment, gehorsam werden, dann werden Sie gerettet.“ Dann, mit hoch erhobenen Händen, rief er, wie dies vielleicht nur ein einfacher Methodist tun kann: „Junger Mann, schau auf Jesus Christus. Schau! Schau! Schau! Du musst nichts tun, als nur schauen, und du wirst leben.“
Plötzlich und auf einmal sah ich den Weg der Erlösung. Ich weiß nicht mehr, was er noch sagte – ich habe nicht so sehr darauf geachtet -, ich war ganz und gar erfüllt von diesem einen Gedanken. Genauso war es doch mit der ehernen Schlange gewesen; als sie erhöht worden war, mussten die Leute nur auf sie schauen, und sie wurden gerettet. So war es auch mit mir. Ich hatte erwartet, fünfzig Dinge tun zu müssen, aber als ich dieses Wort hörte: „Schau“, da schien es für mich das schönste Wort der Welt zu sein!
Als Spurgeon begriff, wozu es das Kreuz braucht und als er begriff, dass er nichts mehr tun muss, als auf Christus zu schauen, veränderte das sein Leben komplett. Und er wurde zu einem der größten Prediger, die diese Welt jemals gesehen hat. In jeder einzelnen seiner Tausenden von Predigten sprach er von einer Sache: Christus und ihm als gekreuzigten. Weil er von dieser einen Leidenschaft geprägt war: Menschen den Weg der Rettung aufzuzeigen, so wie er selbst ihn an diesem kalten, stürmischen Sonntagmorgen zum ersten Mal verstand.
Und so möchte auch ich diese Predigt abschließen mit dieser einfachen Frage:
Hast du schon aufs Kreuz geschaut und Rettung in Jesus Christus erfahren?

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