Die Frage nach der Mitte im Leben - Pfeile zeigen nach Innen zum Zentrum

Die Frage nach der Mitte im Leben

Lebensmitte – was ist das denn? Das muss doch der Punkt in der Mitte in meinem Leben sein, um den sich alles dreht! Das Zentrum, der Angelpunkt. Das, was meinem Leben Bewegung verleiht. Lebensmitte – ist das sozusagen das alles Entscheidende. Das, um das sich alles andere in meinem Leben postiert.

Geschätzte Lesezeit: 11 Minuten

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Die Frage nach der Mitte im Leben
Reihe
Datum
17.06.2018
Länge
31:50
Bibelstelle
Matthäus 19, 16-26
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

16 Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
17 Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote!
18 Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen;
19 ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!
20 Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch?
21 Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.
22 Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
23 Da sagte Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen.
24 Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
25 Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?
26 Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.

Predigt

dieser junge Mann hier in Matth 19 – den Bibeltext haben wir schön gehört – kommt mit einer allgemeinen Frage zu Jesus. Aber wie das immer ist – im Hintergrund steht etwas viel Wichtigeres im Leben eines Menschen. Der junge Mann stellt sich eine ganz zentrale Frage – die Frage nach der Mitte seines Lebens. Kennen Sie diese Frage auch? Um sie wichtig zu finden, muss ich wohl erst einmal eingestehen: ich habe meine ganz persönliche Lebensmitte verloren. Aber: wer gibt das schon gern zu?

Lebensmitte – was ist das denn? Das muss doch der Punkt in meinem Leben sein, um den sich alles dreht! Das Zentrum, der Angelpunkt. Das, was meinem Leben Bewegung verleiht. Lebensmitte – ist das sozusagen das alles Entscheidende. Das, um das sich alles andere in meinem Leben postiert.

Wer stellt sich denn die Frage nach der Lebensmitte überhaupt? Unsere Gesellschaft stellt sie – und in ihr der Einzelne. Es scheint nämlich, als hätten wir die Mitte unseres Lebens verloren. Als müssten wir uns auf alles mögliche Nebensächliche konzentrieren- nur weil wir die Mitte nicht mehr kennen. Beruf – Familie – Hobby – ja sogar Gemeinde – das alles wird zum Lebenszentrum – aber ist es das denn wirklich?

Anscheinend aber ist es so, dass es von unschätzbarem Wert sein muss, die tatsächliche Mitte des Lebens ausgemacht zu haben. Anscheinend müssen wir zu dieser Mitte zurück, um von dort aus zu verstehen, was Leben bedeutet, worauf es hinausläuft, wozu wir es haben.

Und deshalb lassen Sie sich einmal mitnehmen in die Zeit des Neuen Testamentes. Und in ein Gespräch hinein, in dem genau diese Frage letztlich dahinter steht: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?

1. Wenn hinter aller Selbst – Sicherheit die Unzufriedenheit hervorlugt…

Im Matthäusevangelium wird uns ein Mensch beschrieben, der sich die Frage nach seiner Lebensmitte stellt. Ein junger Mann. Dieser Mann sucht ein Gespräch mit Jesus Christus. Ein Mann, der offenbar gesund ist und – auf jeden Fall reich.
Wie er an das Geld gekommen ist, das erfahren wir hier nicht. Vielleicht eine Erbschaft. Vielleicht auch durch eigener Hände Arbeit- egal! Jedenfalls hat dieser junge Mann eine gesicherte Existenz! Nur: das ist ja eigentlich eine Voraussetzung dafür, die Frage nach der Lebensmitte zu vergessen. Wozu sollte jemand darüber noch nachdenken, wenn er doch finanziell gut abgesichert ist? Hier liegt ja wohl der Grund dafür, dass viele Menschen heute ganz gut ohne eine Lebensmitte leben können- solange sie sich abgesichert empfinden. Allerdings: dieser junge Mann in Matth 19 macht es anders. Er hat die zentrale Frage seines Lebens nicht vergessen. Er war mit seinem Leben unzufrieden. Er hatte die Mitte verloren. Deshalb fragt er: „Was fehlt mir? Was fehlt mir bei allem Reichtum noch?“ So also fragt dieser reiche und gesunde und junge Mensch.

Finden Sie diese Frage nicht unverschämt? Kann man sich denn mehr wünschen, als jung und reich zu sein? Kann man im Leben denn noch mehr erreichen als eine gesicherte Existenz? Also – warum ist dieser junge Mann nicht zufrieden?
Vielleicht, weil er erfahren hat: die bestabgesichertste Existenz ist immer eine bedrohte! Unfall, Krankheit, geringer Geldwert – das alles kann sehr schnell unsere Leistungsfähigkeit, unseren Beruf und damit unsere Existenz zerstören. Unsere scheinbar gesicherte Existenz ist bedroht. Und überhaupt: eigentlich gibt es sie doch gar nicht! Niemals so, wie wir sie gern hätten. Sie ist immer nur eine Scheinsicherheit. Und doch ist sie für viele Menschen heute so überzeugend, dass die meisten jede andere wichtige Frage in ihrem Leben vergessen oder erfolgreich verdrängen können.

Der junge Mann in Matth 19 verdrängt diese Fragen nicht – trotz seiner gesicherten Existenz. Warum nicht? Vielleicht hat er einmal eine schwere Krankheit erlebt. Vielleicht hat ihn einmal eine Missernte an den Rand des Bankrotts gebracht. Deshalb hat er an dieser Stelle keine Illusionen mehr. Er sucht mehr. Er will mehr haben als – materielle Werte. Und darin ist er gar nicht unnormal. Der Mensch braucht und will ja auch mehr! „Was fehlt mir noch?“ fragt dieser junge Mann. Gut für jeden, der so fragt. Denn der hat begriffen, wie fragwürdig viele materielle Werte sind, Sicherheiten usw…

Und Jesus? Jesus hat diese Unzufriedenheit gut verstanden. Und Jesus hat den so Unzufriedenen geschätzt! Er nimmt sich Zeit für ihn. Denn er spürt: hier ist einer weiter gekommen als die allzu Satten und Selbstzufriedenen, die gutgläubig und selbstsicher auf ihr Können und ihr Geld bauen – bis sie vielleicht einmal an den Punkt geraten, wo ihnen alles unter den Händen zerrinnt.

Der junge Mann war Jude – und das ist für das Gespräch zwischen ihm und Jesus sehr wichtig. Der Glaube seiner Väter zog den jungen Mann an. Er war ein religiöser Mensch. Und seine Frage geht deshalb sehr weit: sie hat den Tod mit im Blickfeld. Der junge Mann wollte sich eine todsichere Existenz aufbauen. Nicht weniger. Er würde nicht eher ruhen, bis er die hätte – die todsichere Existenz. Und deshalb bemühte er sich. Ganz ernsthaft. Deshalb machte er die Gebote zur Richtschnur seines Lebens. Und als er mit Jesus redet, da sagt er das ganz überzeugt und ehrlich vor sich selber: Ich habe die Gebote gehalten. Dieser junge Mann ist ein aufrichtiger Charakter. Ein ehrlicher, ein vorbildlich guter Mensch.

Jesus sieht diese Eigenschaften an ihm. Er sieht diesen Menschen an – und er gewinnt ihn lieb. Hier liegen innere und äußere Werte beieinander. Das Lebensglück muss vollkommen sein – möchte man denken. Und doch: dieser junge Mann ist trotz allem nicht zur Ruhe gekommen. Nach wie vor quält er sich mit der Frage herum: was fehlt mir noch?
Aber – wie geht es dann weiter?

2. Jesus fordert uns zum Vertrauen heraus!

Jesus hat dem jungen Mann damals deutlich gemacht: so kommt man nicht weiter! Bleibendes Leben, die Lebensmitte, gewinnt man eben nicht durch das Halten der zehn Gebote. Kein Mensch ist so gut, dass er Anspruch auf ewiges Leben haben könnte. Denn: was in den Augen der Menschen gut ist, das ist noch lange nicht gut in den Augen Gottes. Vor Gott gibt es – hören Sie gut hin – vor Gott gibt es keine guten Menschen. Vor Gott sind alle Menschen – Sünder. Ob uns das gefällt oder nicht. Deshalb ist auch alles, was wir Menschen leisten, unvollkommen und fragwürdig.

Und das war allerdings eine harte Wahrheit für den jungen Mann damals. Bis heute ist es eine harte Wahrheit. Wozu hatte dieser Mann denn die 10 Gebote so genau gehalten? Wozu, fragt sich vielleicht mancher heute, wozu den dann noch Kirche und Religion? Dann hilft das ja doch nicht weiter! Richtig. Ewiges Leben gewinne ich nicht durch die Zugehörigkeit zu einer Kirche oder durch mein Frommsein.
Nur: dem jungen Mann damals hat seine Frömmigkeit eben doch weiter geholfen: sie hat ihm nämlich geholfen, seine Grenzen zu erkennen. Sie hat ihm eine heilsame Unruhe geschenkt, diese Frage: „Was fehlt mir noch?“ Und das wichtigste daran: die eigene Frömmigkeit hat den jungen Mann zu Christus gedrängt. Und der hat ihm endlich deutlich gezeigt: Ewiges Leben kann man nur bekommen, wenn man es geschenkt bekommt. Wenn man wegkommt von dem Irrglauben, es sich verdienen zu können. Und mancher mag hier sitzen, der das auch glaubt – so ganz im Innern: dass so ein bisschen wenigstens man sich den Himmel doch verdienen kann.
Dieser Gedanke ist es aber, den Jesus dem jungen Mann wegnimmt, indem er sagt: Nein, ewiges Leben ist Geschenk. Verdienen kannst Du dir da gar nichts.

Also: Religiosität kann mir helfen, Jesus zu begegnen – so wie ich heute Morgen in diesem Gottesdienst sitze durch Religiosität – aber mehr kann sie nicht.

Jesus antwortet seinem Gesprächspartner auf dessen Frage: „Was fehlt mir noch?“ mit dem Satz: „Gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst Du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach.“ – Das also ist die Antwort Jesu auf die Frage nach der Lebensmitte!! Und nun könnte jemand kritisch fragen: „Aha, also doch. Man kann sich das ewige Leben also doch verdienen; vielleicht indem man all seinen Reichtum der Kirche spendet (wie viele haben das im katholischen Bayern immer wieder getan), oder durch eine Spende an „Brot für die Welt“!“

Nein, geht leider nicht, sagt Jesus! Und er hat hier viel mehr gefordert als den ganzen Besitz des Reichen. Er hat den Reichen selber, mit Haut und Haaren, gerufen in seine Nachfolge! Und genau das ist die Voraussetzung für das ewige Leben: dass ich mich ganz rufen lasse in die Nachfolge Jesu, ganz und gar. Billiger ist die Lebensmitte eben nicht zu haben. Und eine wahrhaftige Antwort auch nicht. Wenn ich die Mitte meines Lebens wiederfinden will, dann nur so: indem ich mein Leben Jesus ganz schenke. Nicht nur den frommen Teil davon. Ganz und gar. Das heißt Nachfolge hinter Jesus her! Und nichts anderes ist Christsein!

Finden Sie das zu viel? Hat Jesu damals auch zuviel verlangt von diesem jungen Mann? Ist er nicht selber schuld, dass der junge Mann nicht mitzieht? Was wäre dem denn damals geblieben – nach dem Weggeben seines ganzen Reichtums? Richtig: nichts! Nur Jesus Christus und die Nachfolge. War das noch genug? Vielleicht würde man ja hereinfallen mit dem ganzen Gottvertrauen. Welche Aufgaben wird Jesus dem jungen Mann geben? Vielleicht schickt er ihn zu den Aussätzigen, oder als Missionar übers Land. Wird unser Mann das können? Und- wird er es wollen? Wird er abhängig von Jesus bleiben wollen? Er wird nicht mehr sein eigener Herr sein! Jesu Wort und Wille wird von nun an gelten. Wenn aber Nachfolge und Glauben an Jesus solche Folgen haben können, ist es dann noch vernünftig, ein neues Leben mit Jesus anzufangen? Hat der junge Mann dann nicht das vernünftigste getan, als er Jesus stehen ließ und ging?

Und das ist ja die Frage auch heute Morgen: Schön und gut – über die Frage nach der ganz persönlichen Lebensmitte mag man ja gern nachdenken! Aber wenn das solch Folgen hat! Wenn Vertrauen zu Jesus diese Konsequenz fordert – will ich das dann überhaupt noch? Ist solch ein Vertrauen dann überhaupt möglich?

Nun wissen die unter uns, die verheiratet sind, wie viel Vorschussvertrauen wir dem Partner geschenkt haben – und der uns – damit überhaupt zwei Menschen sich ein Leben lang aneinander binden. Was, wenn die Frau krank wird; was, wenn der Mann seinen Arbeitsplatz verliert? Hier wird ja auch gewagt auf Vertrauen. Da weiß man vorher auch nicht so recht, was dabei herauskommt.

Und ich frage Sie: wenn wir nun einem anderen Menschen soviel Vertrauen schenken, wie viel mehr können wir dann erst Gott vertrauen? Wie viel mehr dann Jesus Christus glauben. Wenn wir uns an einen anderen Menschen binden, wie viel mehr könnten wir uns dann an Jesu Christus binden? Denn Jesus Christus ist mehr als ein Mensch. Er ist Herr über Himmel und Erde, über Gegenwart, Zukunft- auch über den Tod. Darum brauchen wir uns mit ihm nicht mehr zu fürchten vor der letzten Konsequenz der Antwort Jesu auf diese Frage nach der Lebensmitte. Was würde denn passieren, wenn ein Mensch Jesus ganz vertrauen würde – und tatsächlich mit Haut und Haaren Jesus nachfolgen? Wenn er nach dem Willen Jesu fragen würde und diesen Willen auch tun wollte? Was wird dann passieren?

Jesus Christus wird immer da sein – im Büro, zu Hause, im Altenheim, im Krankenhaus; bei der Erziehung der Kinder und in belastender Einsamkeit. Und er wird es immer so machen, dass es gut für uns ist. Da werden Fragen kommen und Zweifel bleiben – ja. Aber sie werden uns nicht mehr erdrücken können. Wir werden Fehler machen und schuldig werden. aber Jesus wird uns nicht aufgeben. Es wird dann wohl nicht darauf ankommen, ein bequemes Leben zu führen, sicher – und oft so langweilig. Nein, das nicht – aber es wird darauf ankommen, mit Jesus Christus zu leben. Und: auf Jesus Christus darf ich mich verlassen. Hier, in Jesus, finde ich den letzten verlässlichen Punkt in der Welt…

Glaubst Du wirklich, dass Jesus den jungen Mann überfordert hat damals mit diesem „Verkaufe alles, was Du hast, und gib’s den Armen, und dann komm und folge mir nach!“? Ich glaube es nicht. Der junge Mann hatte ja ohnehin nichts zu verlieren als eine unsichere Existenz und eine quälende Frage nach der Lebensmitte: „Was fehlt mir noch?“ Er hatte doch nur zu gewinnen, was er suchte! Sollte Jesus weniger von ihm verlangen als Vertrauen – und Nachfolge? Sollte Jesus ihm weniger geben als eine wahre Antwort?

Und Du? Was hast Du wirklich zu verlieren, wenn Du dich entschließen solltest, Jesus so richtig, so ganz nachzufolgen? Wirst Du nicht viel mehr gewinnen? Überlege selbst!

3. Jesus Christus stellt in die Entscheidung!

Der junge Mann damals stand in der Entscheidung! Er hat sie sich nicht leicht gemacht. Aber dann heißt es: „Er ging betrübt von Jesus fort; denn er hatte viele Güter.“ Also doch: der Spatz in der Hand war ihm lieber als die Taube auf dem Dach. Wollen wir es ihm verübeln, dass er in seine sichere Existenz zurückkehrt und weiterhin ein ehrenwerter Mensch mit Religiosität bleibt? Er wird weiter seinen Glauben haben. Nicht den an Jesus als seinen Herrn – obwohl alles darauf ankäme. Vielleicht wird er auch die Fragen nicht ganz verdrängen können: „Was fehlt mir noch?“ oder „Wie finde ich zurück zu meinem Lebenszentrum?“ – Aber diese Fragen sind ab heute keine ehrlichen Fragen mehr!! Er wird immer wissen müssen, was ihm fehlt: das Vertrauen zu Jesus und seinem Wort. Aber: Er hat sich gegen ihn entschieden. Nicht frech oder empört, sondern schweren Herzens. Nur – er hat sich entschieden. Mit dieser Entscheidung wird er leben – und auch irgendwann sterben müssen. Das wird seine manchmal bedrückende Last sein. Denn weder die materiellen noch die religiösen Güter werden ihn beruhigen können. Er hat „Nein“ gesagt.

Vielleicht fragt der eine oder andere jetzt noch einmal: Warum war Jesus so unnachgiebig und radikal? Musste es denn unbedingt das ganze Vermögen sein? Und wenn ja – was verlangt er dann von mir heute? Ja, was verlangt Jesus denn von uns?

Von dem einen vielleicht auch sein ganzes oder einen großen Teil des Vermögens, an dem er so sehr hängt. Von einem anderen sein Hobby, das ihm keine Zeit lässt für die Lebensmitte Jesus Christus. Von einem dritten vielleicht die Verbindung zu einem Menschen, der den Weg mit Jesus auf Dauer blockieren könnte. Vielleicht verlangt er Feierabende für die Mitarbeit im Reich Gottes; oder ein Jahr Zeit für diakonische Arbeit.

Aber: eines ist ganz gewiss: Jesus wird immer genau das von uns fordern, woran wir so sehr hängen, dass wir es nicht loslassen wollen. Bei dem jungen Mann war es nun einmal der Besitz. Wäre er gebunden gewesen in einer abgöttischen Liebe an eine Frau – Jesus hätte ihm vielleicht seinen ganzen Reichtum gelassen und ihn auf seine Abhängigkeit von genau diesem Menschen angesprochen. Es stimmt wirklich: Jesus wird immer genau das von uns fordern, woran wir so sehr hängen, dass wir es nicht loslassen wollen. – Was ist das wohl bei Dir?

Darum also diese harte Forderung Jesu! Es darf nichts zwischen mir und ihm stehen, wenn ich die Frage nach meiner Lebensmitte ehrlich beantwortet sehen will. Denn nur so erfahre ich die unbeschreibliche Liebe Jesu zu mir, von der das NT sagt: „Gott liebte die Menschen so sehr, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun wird jeder, der sich auf den Sohn Gottes verlässt, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.“

Jesus hat den jungen Mann damals nicht festgehalten. Der durfte gehen. Jesus hält auch uns nicht fest. Er lässt auch uns gehen – wenn wir wollen. Aber er lässt Dich wissen, dass Du zum ewigen Leben berufen bist; dass es auch für Dich eine Antwort auf die Frage nach der Lebensmitte gibt.

Die Geschichte aus dem Matthäusevangelium zeigt: es gibt Zeiten und Situationen, in denen uns die Einladung zum Glauben an Jesus und der Ruf zu einem konsequenten Leben in seiner Nachfolge besonders nahe kommen. – Was tun wir mit seiner Anfrage heute?

Lassen wir uns von ihm zeigen, was zwischen Jesus und seinem Ruf in die Nachfolge bei uns steht? Oder machen wir so weiter wie bisher? Jesus zwingt niemanden. Aber die Frage: „Was fehlt mir noch?“ – diese Frage kann niemand von uns mehr stellen, ohne die Antwort zu kennen: Jesus Christus!!

Wie man diesen Anfang macht? Sprechen Sie mich nach diesem Gottesdienst einfach darauf an. Ich verspreche Ihnen: Es ist ganz einfach. Ich zeig´s Ihnen gern. Und es tut vermutlich überhaupt nicht weh! Danach haben Sie auf eine lebenswichtige Frage eine lebenswichtige Antwort gefunden.
Gott segne Sie. Amen.

Amen

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