Symbolbild Gottesdienst

Ein dem Evangelium gemäßer Gottesdienst

Die Begegnung mit dem uns zugewandten Gott

Das deutsche Wort Gottesdienst enthält ein doppeltes theologisches Programm: Gott dient uns und wir dienen ihm. Wir dürfen uns an ihn wenden, wie wir sind, mit allem, was uns bewegt und umtreibt. Und Gott verspricht uns seine Liebe, wendet uns sein gnädiges Angesicht zu.

Martin Luther hat dieses zweifache Dienen im Sinne eines dialogischen Ereignisses verstanden und auf eine knappe Formel gebracht: Im Gottesdienst – so sagt er bei der Einweihung der Torgauer Schlosskirche 1544 – solle „nichts anderes geschehen, als dass unser lieber Herr mit uns rede durch sein heiliges Wort und wir wiederum ihm antworten in Gebet und Lobgesang“. Damit ist der Gottesdienst als ein Beziehungs- und Klanggeschehen beschrieben, in dem sich eine Begegnung zwischen Gott und Mensch ereignet.

Gott dient uns

Das heißt: Gott bückt sich zu uns herunter. Gott redet uns an, durch Worte, Lieder und Zeichen. Er ist aber auch ansprechbar. Gott hört uns zu.

Gott ist gegenwärtig, wo sein Wort verkündigt wird: In den alttestamentlichen Lesungen spricht er zu der hörenden Gemeinde von dem Weg, den er mit Israel gegangen ist, als er sein Volk aus der Gefangenschaft befreit hat.

Zu guter Letzt erfahren wir Gottes gütige Zuwendung im Segen.

Wir dienen Gott

Dass wir uns diese freundliche Zuwendung Gottes gefallen lassen und dankbar annehmen, ist bereits der erste Schritt menschlichen Gottesdienstes. Es drückt sich darin aus, dass wir schlicht „Amen“ sagen, Gottes Freundlichkeit annehmen und Gott so die Ehre geben.

Gottesdienst enthält als dankbarer, lobsingender, zuweilen bittender oder klagender Dienst aber auch aktive Elemente: Wir versammeln uns in der Gegenwart Gottes. Mit Jesus beten wir das Vaterunser. Wir dürfen Gott unser Herz ausschütten und klagen, dass wir traurig sind, und ihm vorhalten, dass wir ihn vermissen in einer Welt der Schmerzen (vgl. Röm 8,19). In Bitte und Fürbitte legen wir ihm die Not der Menschen dieser Erde ans Herz, wir danken ihm aber auch dafür, dass er bei uns ist und die Welt schön gemacht hat. Ein Gottesdienst ist immer ein geistlicher Weg, der Veränderung mit sich bringt: ein Weg von der Klage zum Lob, ein Weg, bei dem unsere Gottesbeziehung vergewissert und erneuert wird. Wir erfahren Vergebung und Trost. Perspektiven der Freude und der Hoffnung öffnen sich. Gott selbst nimmt uns auf und verwandelt uns. Wir stimmen in das weltweite Lob Gottes ein.

Die gottesdienstliche Feier im Namen des dreieinigen Gottes

Im Gottesdienst vergegenwärtigt sich der dreieinige Gott. Hier berühren sich Zeit und Ewigkeit, hier wird Gottes Geschichte mit unserer Lebensgeschichte verknüpft. Hier ist der Raum zum Aufatmen, die Zeit, immer wieder den Sieg Jesu zu feiern und uns be-geist-ern und animieren zu lassen zum Gottesdienst im Alltag der Welt.

Gott der Schöpfer: Im Gottesdienst lässt uns der Schöpfer des Himmels und der Erde teilhaben an seinem Sabbat, an seiner Ruhepause am siebten Schöpfungstag. So leuchtet das Licht des Schöpfungsmorgens neu auf.

Jeder Gottesdienst ist eine Einkehr in die schöpferische Pause, die Gott sich selbst gönnte, als er die Welt geschaffen hatte. Der Gottesdienst unterbricht unseren Alltag, wir dürfen einfach kommen und sein, wie wir sind, hier müssen wir uns nicht durch unsere Leistung beweisen. Diese Unterbrechung tut uns gut, Leib und Seele dürfen aufatmen.

Gott der Sohn: Jeder Gottesdienst ist ein immer wiederkehrendes Osterfest, weil uns hier der gekreuzigte und auferstandene Herr Jesus Christus begegnet. Durch seinen Sieg steht uns der Himmel offen. Im Gottesdienst erfahren Christen daher Vergebung der Sünden und ewiges Heil.

Martin Luther schreibt in einer Gesangbuchvorrede: „Singet dem Herrn ein neues Lied! Denn Gott hat unser Herz und Mut fröhlich gemacht durch seinen lieben Sohn, welchen er für uns gegeben hat zur Erlösung von Sünden, Tod und Teufel. Wer solches mit Ernst glaubt, der kann’s nicht lassen, er muss fröhlich und mit Lust davon singen und sagen, dass es andere auch hören und herzukommen.“

Christlicher Gottesdienst hat also mit einem Sieg zu tun und mit der Freude, die daraus für alle entsteht, die daran teilhaben. Dabei gibt es nur einen Verlierer: den Tod. Denn was an Karfreitag und Ostern passiert ist, brachte die Wende schlechthin. Deshalb feiern Christen im Gottesdienst, dass Gott ihnen die Hölle zugeschlossen und den Himmel geöffnet hat.

Gott der Heilige Geist: Im Gottesdienst führt uns der Heilige Geist zur Gemeinschaft in der einen heiligen christlichen Kirche zusammen. Er stiftet uns zur Begeisterung für Gott an und inspiriert uns zu Taten der Versöhnung in der Welt.

Im Gottesdienst wird auch die Kraft des Heiligen Geistes erfahrbar. Hier gibt es kreative Inspiration aus der Fülle des schöpferischen und alles neu machenden Geistes. Gott zeigt uns, dass es auf diesem Planeten noch etwas anderes gibt als Macht, Geld und Erfolg. Er redet erfahrbar zu uns.

Das Kriterium für einen evangeliumsgemäßen Gottesdienst: der Dienst Jesu Christi

Ein vom Evangelium geprägter Gottesdienst lebt ganz besonders vom Evangelium Jesu Christi, von der befreienden Zusage, dass Gott durch Jesus Christus die Welt mit sich versöhnt und heil gemacht hat (vgl. 2 Kor 5,17-21). Deshalb orientiert sich jede gottesdienstliche Feier an der Offenbarung Gottes in Christus, der von sich selbst gesagt hat, dass er nicht gekommen sei, um sich dienen zu lassen, sondern um selbst zu dienen (vgl. Mk 10,49. Sein Dienst gipfelt darin, dass er sich für uns am Kreuz dahingibt. Zugleich verherrlicht Jesus damit Gott, den Vater, der ihn am dritten Tage auferweckt. Jeder Gottesdienst muss sich daran messen lassen, ob das Dienen Jesu als Hingabe an die Menschen und als Verherrlichung Gottes in rechter Weise aufgenommen ist.

Im Mittelpunkt steht das Evangelium

Im Evangelium verheißt Gott seine Gerechtigkeit und Güte, in der er die Menschen, die ihm vertrauen, allein aus Glauben ohne alle Werke gerecht sein lässt. Die Feier des Gottesdienstes zielt darauf, solchen Glauben immer neu zu wecken und zu vergewissern. Darum „stehen die Verkündigung und das Hören des Evangeliums als Zusage der biblisch bezeugten Gnade Gottes für die gegenwärtige Gemeinde im Mittelpunkt der Feier des Gottesdienstes“

Die Verkündigung des Wortes Gottes hat eine evangelistische Dimension, indem die Worte des Evangeliums dem Menschen das in Jesus Christus gründende Heil gewissermaßen vor Augen malen und ihn zur Nachfolge herausfordern.

Apg 1,8

8 Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.

Folgen für die Feier des Gottesdienstes

Es ist dabei wichtig, dass regelmäßig Gottesdienste mit Abendmahl gefeiert werden, dass der Rhythmus für die Gemeinden transparent ist und dass in der Feier der Abendmahlsgottesdienste der liturgische Spannungsbogen zwischen Wortverkündigung, Predigt, Musik und Abendmahl zur Geltung kommt. Dazu kann je und dann die ausdrückliche Erinnerung an die Taufe der Gläubigen in der Besinnung im Eingangsteil des Gottesdienstes dienen.

Gebet als grundlegende gottesdienstliche Haltung

Wenn wir den Gottesdienst als Dialog der Gemeinde mit Gott verstehen, dann ist das Gebet die grundlegende Dimension, der Pulsschlag des Gottesdienstes.

In diesem Sinn ist die Haltung des Betens charakteristisch für den gesamten Gottesdienst. Die Konzentration auf die betende Haltung unterscheidet den Gottesdienst von anderen Aktivitäten der Gemeinde wie Seelsorge, Unterricht, Gemeindeleitung oder Öffentlichkeitsarbeit. Der Gottesdienst hat auch von alledem gewisse Anklänge, aber der Dialog mit Gott, die betende Haltung, steht im Vordergrund. Die meisten Gottesdienstbesucher haben auch ein Gespür dafür, ob das bei einem Gottesdienst der Fall ist. Sie umschreiben das positiv als „geistliche Dichte“ beziehungsweise „spirituelle Atmosphäre“; oder sie heben einfach hervor, man könne hier Ruhe und Stille erfahren und „zu sich selbst kommen“. In diesem grundlegenden Sinne ist das Gebet mehr Hören als Reden.

Öffentliches Gebet

Es gibt viele Formen des individuellen und des gemeinschaftlichen Gebetes. Das Besondere ist, dass es in der Öffentlichkeit stattfindet. Der Gottesdienst ist keine Vereinsversammlung von Gemeindemitgliedern. Zu ihm wird öffentlich eingeladen, und jeder hat Zutritt, weil der Gottesdienst die Veröffentlichung von Gottes Zuwendung ist. Man kann die christliche Gemeinde beim Beten beobachten. Man muss bei den Christen „sehen, wie die glauben, leben und lehren“ (Martin Luther). Das öffentliche Gebet soll darum von persönlicher Wahrhaftigkeit geprägt, aber auch für viele verschiedene Gemeindeglieder und für die Öffentlichkeit angemessen sein.

Jak 1,26

26 Wer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, der betrügt sich selbst und sein Gottesdienst ist wertlos.

Musik im Gottesdienst als Gottesgabe und Menschenkunst

Musik ist eine Gabe des Schöpfers, die uns bewegt und eine Kunst des Menschen, die wir gestalten. Als eine den ganzen Menschen anregende Lebensäußerung erfüllt sie uns mit Freude und verherrlicht den Schöpfer.

Musik tut uns gut, ja, sie vermittelt sogar eine „Ahnung“ von Gott: In Tönen und Rhythmen, Melodien und Harmonien gibt sie Zeugnis von der Phantasie des Schöpfers und macht seine Weisheit sinnlich erfahrbar.

Auch auf den ersten Seiten der Bibel wird schon ein Musiker erwähnt: „Von Jubal sind hergekommen alle Zither- und Flötenspieler“ (Gen 4,21). Ihm zur Seite steht Mirjam. Sie schlägt eine Art Handpauke und singt und tanzt dazu, nachdem Gott das Volk Israel vor dem Ertrinken im Roten Meer und der Hand der Feinde errettet hat: „Lasst uns dem Herrn singen, denn er hat eine herrliche Tat getan“ (Ex 15,21). Gesang, Rhythmus und Tanz gehören nicht nur zum Alltag der Menschen der Bibel, auch die ganz besonderen Erfahrungen mit Gott werden musikalisch beantwortet.

Musik als klingendes Gottes- und Christuswort

In Kol 3,16 finden sich gleichsam die „Einsetzungsworte der gottesdienstlichen Musik“: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt Gott dankbar in euren Herzen.“

Viele Lieder sind gesungene Gebete, die im dankbaren Herzen ihren Ursprung haben. Verkündigung und Gebet können sich also in musikalischen Formen ereignen, von denen hier Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder genannt sind.

Zugleich gehört die Musik zu den zentralen Elementen gottesdienstlicher Spiritualität, die nicht auf den Gottesdienst beschränkt ist. Musik geschieht nicht nur zur Ehre Gottes, sondern auch „zur Recreation des Gemüths“ (Johann Sebastian Bach). Musikalische Formen, zum Beispiel kleine Singsprüche und Kanons, können den Gottesdienst am Sonntag und im Alltag gut miteinander verbinden.

 

Kol 3,16-17

16 Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade.  17 Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!

Musik als Instrument des Heiligen Geistes

Gottesdienstliche Musik hat Anteil an allen Wirkungen des Heiligen Geistes. Sie erleuchtet Menschen und ermutigt zum Glauben, schafft Gemeinschaftserfahrungen und weckt den Lebensmut.

Gottes Geist lässt beim Singen und Musizieren Menschen zueinander finden, die oft wenig miteinander zu tun haben. Über Milieu-, Frömmigkeits- und Generationengrenzen hinweg stiftet gottesdienstliche Musik Gemeinschaft. Von daher ist sie ein zentrales Element für Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung. Musik hat nicht nur integrative, sondern auch therapeutische Kraft, sei es, dass sie durch Singen und Spielen aktive Beteiligung ermöglicht, sei es, dass sie durch rezeptives Hören tröstet und zur Ruhe kommen lässt. Musik im Gottesdienst kann – oft intensiver als die Worte der Verkündigung – Gefühle der Freude oder Erhebung auslösen, Angst und Schmerz ausdrücken, aber auch neue Hoffnung vermitteln.

Gottesdienst und christliche Identität im Neuen Testament

Einen „Einheitsgottesdienst“ hat es nie gegeben und braucht es auch nicht zu geben. Aber die verschiedenen Gottesdienste und Gemeindeformen erwachsen aus einem gemeinsamen Zentrum, das mit der Person Jesu, der Lehre Jesu und dem Leben Jesu gegeben ist (1 Kor 3,11), wie es im Neuen Testament nachzulesen ist (vgl. 2.1). Die Versammlung „im Namen Jesu“ war die Mitte des christlichen Lebens (Mt 18,20; 1 Kor 14,25). Sie hob die Glaubenden immer mehr von der jüdischen und hellenistischen Umwelt ab und machte sie zu „Christen“. Der Gottesdienst stiftete trotz aller Unterschiedlichkeit des Alltagslebens die neue Identität der an Christus Glaubenden. Das „Brotbrechen“, die betende Versammlung um Jesu willen in den Häusern (Apg 2,42) verband sie trotz der Vielfalt liturgischer Formen. Das Entscheidende war, dass der auferstandene Jesus Christus als gegenwärtig erfahren wurde.

Apg 2,41-47

41 Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden (ihrer Gemeinschaft) etwa dreitausend Menschen hinzugefügt. 42 Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Die Wendung «Brechen des Brotes» bezeichnet die urchristliche Eucharistiefeier, die zuerst noch mit einem «Liebesmahl» (einer Agápe) verbunden war; vgl. 20,7-12.

43 Das Leben der jungen Gemeinde: 2,43-47

Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. 5,12 44 Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. 4,32-35 45 Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. 46 Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Lk 24,53 47 Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

 

Das eine Evangelium von der Zuwendung und Ansprechbarkeit Gottes

Wenn in dieser Weise an Gott gedacht, von Gott und mit Gott geredet und wenn von ihm her das Leben in aller Schönheit und in allen Abgründen gedeutet und gestaltet wird, ist der christliche Gottesdienst bei sich selbst. Dann wird der dreieinige Gott als derjenige erkannt, der Schuld richtet und vergibt, der das Leiden trägt und tröstet. Er kommt zum Menschen und ist ihm als Heiliger Geist unmittelbar gegenwärtig. Der eine christliche Gottesdienst wird immer dann gefeiert, wenn Menschen erfahren, dass sie mit Gott sprechen können durch Jesus Christus im heiligen Geist (vgl. 3.4). Das bedeutet auch, dass die Gemeinde im Gottesdienst ihrem Gott die Ehre gibt. Das darf sich auch äußerlich zeigen – in Kleidung, in der Art des Feierns, in der Art des Redens von ihm. So wird Gottesdienst immer ein „Fest zur Ehre Gottes“ sein und bleiben.

 

Röm 12,1

Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst.

 

Römer 12,9ff

9 Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!

10 Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung!

11 Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn!

12 Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

13 Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft!

14 Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!

15 Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!

16 Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise!

17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht!

18 Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!

 

1.Thess 5,16-22

16 Freut euch zu jeder Zeit!

17 Betet ohne Unterlass!

18 Dankt für alles; denn das will Gott von euch, /

die ihr Christus Jesus gehört.

19 Löscht den Geist nicht aus!

20 Verachtet prophetisches Reden nicht!

21 Prüft alles und behaltet das Gute!

22 Meidet das Böse in jeder Gestalt!

Das ganze christliche Dasein als ein Gottesdienst

Der christliche Gottesdienst verklingt nicht an der Kirchentür. Der für seine Feier charakteristische Grundrhythmus von Sich-Dienen-Lassen und Dienen pulsiert in das tägliche Leben hinein. Der Grundrhythmus findet aber in der liturgisch gestalteten Feier des Gottesdienstes seinen dichtesten Ausdruck und seine klarste Form. Dort wird dieser Grundrhythmus öffentlich. Weil er das lebendige Verhältnis zwischen Gott und Mensch ausdrückt, will er möglichst in jeder Stunde des Lebens schwingen, also auch vor der Tür des Gemeindezentrums, also auch mitten im (oft so unfestlichen) Alltag der Welt.

Der Gottesdienst am Sonntag und der Gottesdienst im Alltag bilden einen Lebenszusammenhang, der es erlaubt, das ganze christliche Dasein als ein gottesdienstliches Dasein anzusprechen.

Wo das geschieht und wo Menschen aus solchem Gespräch mit Gott heraus agieren, ereignet sich Gottesdienst. Es gibt keinen Ort, an dem es nicht zum Gottesdienst kommen könnte. Der festliche Rhythmus des Gottesdienstes am Sonntag schwingt durch die ganze Woche.

Apg 15,12

12 Da schwieg die ganze Versammlung. Und sie hörten Barnabas und Paulus zu, wie sie erzählten, welch große Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte.

 

Apg 4,32

32 Die Gütergemeinschaft der Urgemeinde: 4,32-37

Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. 32-37: Die Gütergemeinschaft der Urgemeinde war freiwillig; sie brachte den Geist der Brüderlichkeit zum Ausdruck.

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