Freude: Ein Mädchen mit Luftballons in Sonnenschein

Die Freude über Gott leben!

Unser Hauskreis trifft sich regelmäßig am Donnerstag; und derzeit sucht jeweils der Gastgeber einen Psalm heraus, der ihm etwas bedeutet, erklärt ihn und ermutigt alle gemeinsam zum Gespräch darüber. Freude über Gott ist dabei ein wichtiger Punkt.

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Daten

Prediger
Gerd Ballon
Thema
Die Freude über Gott leben!
Reihe
Datum
21.10.2018
Länge
10:15
Bibelstelle
Psalm 150
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter
Gerd Ballon, Pastor und Gemeindeleiter

Lesungstext

1 Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner mächtigen Feste!
2 Lobt ihn für seine großen Taten, lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!
3 Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, lobt ihn mit Harfe und Zither!
4 Lobt ihn mit Pauken und Tanz, lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!
5 Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
6 Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja!

Predigt

Am letzten Donnerstag war ich dran. Und ich habe den Psalm 73 ausgesucht. Wissen Sie, wie er beginnt? So:

1 Lauter Güte ist Gott für Israel, /
für alle Menschen mit reinem Herzen.
2 Ich aber – fast wären meine Füße gestrauchelt, /
beinahe wäre ich gefallen.
3 Denn ich habe mich über die Prahler ereifert, /
als ich sah, dass es diesen Frevlern so gut ging.
4 Sie leiden ja keine Qualen, /
ihr Leib ist gesund und wohlgenährt.
5 Sie kennen nicht die Mühsal der Sterblichen, /
sind nicht geplagt wie andere Menschen.
6 Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck, /
wie ein Gewand umhüllt sie Gewalttat.

Mich fasziniert bis heute die Ehrlichkeit, mit der der Psalmbeter seine Sprachlosigkeit herausruft, die er angesichts so vieler gottloser Menschen empfindet, denen es so viel besser geht als ihm, dem Gerechten, dem es um Gottes Ehre geht, und zu allererst um sie.

Aber wir haben heute einen Abendmahlssonntag, liebe Gemeinde; und ich habe nicht die Zeit, diesen Psalm erschöpfend auszulegen. Das ging am Do im Hauskreis recht gut, heute morgen aber nicht. –

Was also tun? Eigentlich liegt mir heute Morgen auch eher daran, Freude zu verbreiten. Denn ich selber bin richtig froh. Dafür gibt es keinen besonderen Anlass außer den üblichen: eine im Ganzen prachtvolle Ehefrau, eine feine Gemeinde, viel Wertschätzung durch Menschen, die mir gut tun; und einen Gott, der alles Mögliche in meinem Leben tut; kürzlich hat ein Gebet den Laptop meiner Frau wieder zum Laufen gebracht, nachdem er abgestürzt war.

Also – gerade sind es nicht die Gottlosen und ihre beängstigende Vitalität, sondern die Frommen und ihre Liebe untereinander, die mich interessieren.
Deshalb also heute morgen das Thema Freude. Und doch auch ein Psalm, der das zum Ausdruck bringt – interessanter Weise der letzte Psalm des Bibelliederbuches, der Psalmen – und ein kurzer dazu.

Hier wird ermutigt zum Lob und zur Freude; zum Musizieren; zum Singen – denn das geht nur mit Freude im Herzen. Die Instrumente, die hier genannt sind, sind viel älter als die, die wir in einem normalen Orchester vorfinden. Sie wurden eingesetzt ein paar hundert Jahre vor der Geburt Jesu Christi. Und vielleicht sind damals irgendwann auch Menschen zusammengekommen, in festlicher Kleidung, froh gestimmt, um zuzuhören, wie auf diesen Instrumenten gespielt wurde, um mitzusingen und auch zu tanzen – aus Freude. In einem Konzert, in einem Gottesdienst.

Freude ist herrlich. Und herrlich wenn sie geweckt und gefördert werden kann durch Musik, durch Melodik und kraftvolle Weisen. Musik, in freudevoller Spannung geschrieben, vor vielen hundert Jahren.

Der Psalm 150 stimmt das große Halleluja an. Und das wird durch die Stimmweise dieses kurzen Spruchs deutlich: der schönste und höchste Anlass zum Stimmen und Anstimmen der Instrumente und Lieder ist – der zum Lob Gottes. Der Psalm 150 preist Gott als den erhabenen Schöpfer und Herrn; aber er beschreibt Gott als so nah und gegenwärtig, dass er die Menschen ermutigt, die Instrumente anzustimmen und ihm zuzusingen.

Aber – was ist der Grund dieses Lobs? Und kann ein Mensch heute noch dem Aufruf dieses Psalms folgen? Folgen auch angesichts des Gefühls, allein gelassen zu sein in einer bedrohten Welt, inmitten des eigenen Kampfes ums Überleben, angesichts aller Bedrohungen, Sorgen, Probleme, Sehnsüchte?

Wer in der Überzeugung lebt, von Gott im Stich gelassen worden zu sein, der wird 1000 andere Gründe finden, sein Instrument anzustimmen als gerade diesen: „Lob Gottes“.

Nur – genau dazu will der Psalm mich und dich ermutigen: diese bedrückende Sichtweise getrost aufzugeben – denn sie ist falsch. Gott ist weder tot noch hat er sich von uns Menschen zurückgezogen. Gott möchte jedem Menschen begegnen – als Freund, als Retter, als Herr. Er schwebt nicht weit entfernt über uns – im Gegenteil. Wenn wir uns an die Osterbotschaft der Bibel erinnern, dann ist Gott uns nie näher gewesen als in Jesus Christus, seinem Sohn. –

Gott ist uns nahe. Er hat jeden von uns lieb und möchte uns ein erfülltes Leben schenken – das so reich ist, dass wir dann allen Grund sehen, ihn zu loben.

Und nur wer das begriffen hat: dass Gott es wert ist, auf alle mögliche Weise den Dank der Menschen zu empfangen – der hat überhaupt erst einen Zugang zum Erhalter und Retter seines Lebens gefunden.

Wer aber diesen Zugang gefunden hat, der kann sein spezielles Instrument ertönen lassen, um Gott sein Dankeschön zu sagen:

  • Danke, dass ich leben darf;
  • danke, dass ich gesund bin;
  • danke, dass ich Kraft empfangen habe, Krankheit und Leid zu ertragen;
  • danke für Gemeinschaft mit anderen Christen;
  • danke für die Stille;
  • danke für die Vergebung von Schuld;
  • danke für ein erfülltes, glückliches Leben.

Wer das alles verstanden und erfahren hat, der wird sein Instrument neu nehmen und spielen – zum Lob Gottes – ob das ein Klavier ist, ein Saxophon, eine Gitarre, ein Kamm oder die eigene Stimme. Denn: wer nur singen, kann, der singt halt. Und wer auf dem Kamm blasen kann, der lobe Gott auf diese Weise.

Vielleicht hilft dieser kleine Impuls am heutigen Morgen uns wieder, von neuem dankbar zu werden. Dankbar nicht nur für einen Gottesdienst wie den heutigen. Dankbar aber für das Geschenk eines Lebens, das Gott gegeben hat, das er erhält und das er uns zur Freude erfüllen will mit all den Schätzen, um deretwillen er dann allerdings auch unser Lob empfangen soll.

Gott segne jeden von uns in Jesus Christus mit dem dankbaren Blick auf alle göttlichen Geschenke in letzter Zeit und in unserem Leben. Und er mache uns zu Menschen des Lobens und Preisens und des dankbaren Lebens. Denn dann, und nur dann haben wir das Leben gewonnen.

Also nochmals:

1 Halleluja! Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner mächtigen Feste!
2 Lobt ihn für seine großen Taten, lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!
3 Lobt ihn mit dem Schall der Hörner, lobt ihn mit Harfe und Zither!
4 Lobt ihn mit Pauken und Tanz, lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!
5 Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
6 Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja!

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