Die Erschaffung des Menschen

Gott hat die Menschen als seine Ebenbilder und die Krönung der Schöpfung geschaffen. Sie sollten Ihn als Gottes Vertreter auf Erden widerspiegeln und über sie herrschen. Dadurch sollte Gott verherrlicht werden. Die Sünde aber hat diese Ebenbildlichkeit entstellt und verzerrt, sodass Menschen in ihrer Sündhaftigkeit Gott nicht mehr gebührend widerspiegeln können, sondern sie leben im Gegensatz zu ihrer Bestimmung als Gottes Ebenbilder. Dieser Zustand lässt Gott nicht ewig zu und sein Zorn steht über solche entstellte Bilder. Aber Gott, in seiner Gnade, hat seinen Sohn Jesus Christus gesandt, der vollkommen war und als Mensch perfekt gelebt hat und sein Leben als Lösegeld für Menschen hingegeben hat. Alle, die an Ihn glauben, werden in sein Ebenbild verwandelt, sodass sie nochmal in der Lage sind, Gott zu widerspiegeln und die Bestimmung zu erfüllen, wozu Gott sie geschaffen hat.

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Daten

PredigerJohnathan de Oliveira
ThemaDie Erschaffung des Menschen
Reihe
Datum24.02.2019
Länge41:03
Bibelstelle1. Mose 1, 26 – 31
Jonathan De Oliveira, FeG München-Mitte
Jonathan De Oliveira, FeG München-Mitte

Lesungstext

26 Dann sagte Gott: »Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen: über die Tiere im Meer, am Himmel und auf der Erde.«27 So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. 28 Er segnete sie und sprach: »Vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz! Ihr sollt Macht haben über alle Tiere: über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere auf der Erde!« 29 Dann sagte er: »Seht, als Nahrung gebe ich euch alle Pflanzen, die Samen tragen, und die Früchte, die überall an den Bäumen wachsen; 30 aber die Vögel und Landtiere sollen Gras und Blätter fressen.« Und so geschah es. 31 Schließlich betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte, und es war sehr gut! Es wurde Abend und wieder Morgen: Der sechste Tag war vergangen.

Predigt

Einleitung

Was macht den Menschen aus? Was ist sein Wesenskern?

[…] Der griechische Philosoph Aristoteles […] Sinneswesen mit Vernunft – ersteres haben wir wohl mit den Tieren gemeinsam, letzteres scheint uns von ihnen zu unterscheiden. Die biologische Anthropologie hat festgestellt, dass Menschen im Unterschied zu Tieren abstrakte Theorien entwickeln und sich vom Konkreten lösen können – im Unterschied zu Tieren, die zwar zum Teil Symbole verstehen können, aber nur eine praktische Intelligenz haben. Die Erforschung der künstlichen Intelligenz hat unsere Aufmerksamkeit auf einen weiteren Unterschied gelenkt: Nicht mehr das Denken ist hier das entscheidende Unterscheidungsmerkmal – viele Denkprozesse können auch gut von Maschinen übernommen werden. Computern fehlt jedoch das Verständnis dafür, was sie tun. Und: Gefühle sind es, die Roboter wohl nicht haben können. Sie können keine Trauer und keinen Neid empfinden, keinen Hunger nach Anerkennung, keine Wut und keinen Hass, keine Liebe und auch keine Dankbarkeit.

https://www.focus.de/familie/wissenstest/philosophie-kant/was-ist-der-mensch-anthropologie_id_1751830.html

Hirnforscher Robert L. Kuhn vor 40 Jahren:

„Das menschliche Gehirn kann die abgrundtiefe Kluft zwischen den vollkommen einzigartigen Merkmalen von Menschen und den repetitiven Instinkten von Tieren nicht erklären.

Daher muss etwas Nichtphysisches hinzukommen, das sich mit dem menschlichen Gehirn vereint und es zum menschlichen Geist macht.“

Robert Kuhn, „The Human Mind,“ Probe ’69 (Johannesburg: University of Witwatersrand, 1969).

Es sind viele Theorien, was der Mensch ausmacht. Aber die Bibel gibt uns die definitive Antwort!

1. Der Höhepunkt der Schöpfung

Vielleicht kennt ihr die Geschichte der Schöpfungstage, vielleicht auch nicht. Aber es war so, dass Gott über sechs Tage das Universum geschaffen, ihm eine Form gegeben und dann sie mit allerlei schönen und lebendigen Sachen erfüllt hat!

Und dabei spricht Gott einfach aus und Dinge werden. Und am Ende von jedem Tag sieht Gott, was Er macht und es ist gut.

Das passiert an den ersten 5 Tagen. Der 6. Tag beginnt auch so. Aber dann erfolgt eine Unterbrechung zum normalen Schema.

Schaut mit mir den Anfang (die ersten 5 Worte) vom Vers 26

Hier spricht Gott nicht einfach seinen Willen aus, sodass es geschieht wie an den anderen Tagen. Wir bekommen erstmal einen Einblick in eine besondere Beratung! Gott scheint sich zu beraten.

Aber mit wem? Mit Engeln? Im Kontext dieser Stelle und des Restes der Bibel kann das nicht sein, zumal die Engel in der Schöpfung nicht tätig waren.  

Mit anderen Göttern? Nein, denn die Bibel macht es sehr deutlich, dass es nur einen Gott und Schöpfer gibt.

Was hier angedeutet wird und später deutlich wird, ist, dass der eine Gott aus mehreren Personen besteht. Und innerhalb der Gottheit wird jetzt besprochen, was als nächstes kommt. Diese Unterbrechung und Verlangsamung des Tempos und der einzigartige Einblick im göttlichen Rat ist bedeutend.

Es ruft uns auf, zu fokussieren. Es will uns sagen, dass wir aufpassen soll auf das, was kommt.

Hier folgt der Höhepunkt der Schöpfung. Hier ist das wichtigste Teil… es scheint, dass alles bisher nur eine Art Vorbereitung war für das, was jetzt kommt.

Wenn wir den ersten Satz vom Vers 26 zu Ende lesen, verstehen wir, warum es so bedeutend ist, was kommt.       

2. Die Ebenbilder Gottes

Bisher hat Gott viele schöne Sachen geschaffen. Wenn wir um uns herumschauen, bekommen wir eine Idee davon, welche Schönheit Gott schafft.

Aber nichts sollte so besonders und schön sein, als die Erschaffung des Menschen, denn wir haben hier mit Geschöpfen zu tun, die Gottes Ebenbilder sind, die Ihm ähnlich sind! Das heißt nicht, dass es keinen großen Unterschied zwischen Gott und Menschen gibt:

  • Gott ist ewig, vollkommen, nicht-geschaffen; Er braucht niemand, von dem Er seine Existenz ableiten muss und Er ist von keinem abhängig. 
  • Menschen sind dagegen Geschöpfe Gottes und abhängig von Ihm.

Aber es bedeutet sehr wohl, dass es einen großen Unterschied zwischen Menschen und dem Rest der Schöpfung gibt!

Nichts anderes in der Schöpfung trägt die Merkmale des Schöpfers so deutlich wie die Menschheit es tut.

Könnt ihr euch vorstellen, was das bedeutet? Ist euch bewusst, welches Wert Menschen haben? Ihr seid einzigartig in der Schöpfung Gottes.

Heutzutage wird gelehrt, dass Menschen und Tiere nicht anders sind, und oft wird so viel Wert auf Tierrecht und Tierschütz gelegt – was an sich nicht schlecht ist – aber ein Missverhältnis ist in vielen Fällen spürbar, wobei der Wert und die Rechte von Menschen nicht so vehement verteidigt wird als die von Tieren.

Ein Beispiel à letzte Woche war das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Eine tragende Partei steht gleichzeitig für Abtreibungen! Das Leben von Bienen wichtiger gewertet als die von Babys!    

Ihr Lieben, diese Stelle macht uns klar, dass der Mensch etwas Einzigartiges ist und für Gott besonders wertvoll. Das ist so, weil Menschen in Gottes Ebenbild geschaffen sind. Ihr wert ist in dem, was sie repräsentieren. 

Darin liegt euer Wert. Lass keiner sagen, dass du nicht mehr wert als ein Tier bist! Es ist interessant, wie die Gleichstellung von Menschen mit Tieren dazu führt, dass Menschen in ihrem Verhalten dann auch sich sehr tierisch benehmen. Und so wird das Handeln nach Trieben gerechtfertigt, denn „so sind wir halt“.

Aber das stimmt nicht. Du bist ein Ebenbild Gottes. Also ist unsere Berufung als Menschen, Ihn zu wiederspiegeln.

Worin besteht aber diese Ebenbildlichkeit? In wie fern spiegeln wir als Menschen Gott wieder?

Lass uns Verse 26b-29 lesen

Hier im Vers 26 steht, dass der Mensch über die Erde herrschen sollen. Das heißt, er repräsentiert Gott auf Erde. Die Menschheit ist sozusagen Gottes Vertreter… also „Gott“ für die Erde und alle Bewohner der Erde.

Im Vers 27 wird klar, dass sowohl Mann als auch Frau diese Ebenbildlichkeit tragen – das bestätigt die Gleichwertigkeit der Frau trotz ihrer Unterscheidung zum Mann… ganz einzigartig im Vergleich zum Frauenbild von anderen Kulturen und Religionen der Vergangenheit und auch heute.

Der Mann und die Frau gemeinsam bilden die eine Menschheit, die Gottes Repräsentant auf Erde ist.

Und im Vers 28a werden sie gesegnet und ihnen wird der Auftrag gegeben, fruchtbar zu sein, sich zu vermehren und die Erde zu bevölkern. Weltbevölkerung ist Gottes Auftrag für die Menschheit. Das widerspricht eine andere Maxime unserer Zeit, oder?

Kinder sind ein Segen und die Erfüllung eines göttlichen Auftrags.

Was hier vielleicht auch nur angedeutet ist aber in den folgenden Kapiteln im 1. Mose klarer wird, ist, dass Menschen in gewissem Maß die Schöpfungstätigkeit Gottes fortführen. Nicht im Sinne von Schöpfung aus dem nichts, nicht indem sie produzieren, sondern indem sie reproduzieren.

Nun, dieser Auftrag bekommen auch die Tiere im Vers 22. Aber bei den Menschen geht es darüber hinaus. Nur ihnen wird gesagt, dass sie sich die Erde untertan machen sollen (Vers 28b). Und später heißt es im Kap. 2,15, dass der Mensch auch „bebauen und bewahren“ soll.

  • Das heißt, die Erde zügeln und entwickeln
  • Schöpferisch zu sein/kreativ/Hersteller
  • Menschen sind quasi „Mitgestalter“
  • Und dabei sollen sie auch selbstverständlich gute Haushalter sein und die Erde bewahren; also sie nicht ausnutzen oder missbrauchen

Aber grundsätzlich gilt, dass Menschen die Erde genießen sollen und daraus profitieren. Das kommt auch deutlich im Vers 29 rüber… Und hier sehen wir Gottes Güte und Großzügigkeit. Gott meint es wirklich gut mit uns. Er will, dass wir seine Schöpfung genießen!   

Vermehrung, Unternehmertum, Kreativität, Produktivität, Entwicklung – diese sind alle Eigenschaften, mit denen wir unseren Schöpfergott wiederspiegeln und Ihn repräsentieren.

Ferner wird ein weiterer Aspekt des Menschseins, der Gott widerspiegelt, hier angedeutet.

Es wird dem Leser hier durch den pluralen Pronomen offenbart, dass Gott in Beziehung lebt. Diese innergöttliche Beziehung wird später in der Schrift weiter beschrieben (z.B. Joh.17) und wir lernen, dass vollkommene Liebe und Selbsthingabe in dieser Beziehung herrschen. 

Und nun schafft Gott Menschen mit derselben Fähigkeit zu lieben und sich selbst einander hinzugeben. Dies wird vor allem deutlich bei der Einsetzung des Ehebunds im Kap. 2. Und ist diese Fähigkeit nicht schön?! Diese Fähigkeit ist ein göttliches Merkmal.

Es bedeutet dann, dass unsere Beziehungen zu Gott und zu anderen Menschen von Liebe und Selbsthingabe charakterisiert sein sollen, wenn wir Gott dabei repräsentieren wollen. 

Die Stellung des Menschen ist sehr hoch in der Schöpfung. Alles ist ihm untertan, genauso wie die ganze Schöpfung Gott untertan ist.

Er herrscht… und keiner widersteht ihm. Es gibt am Anfang Harmonie. Schaut Vers 30, damals gab es keine Fleischfresser, keine Menschenfresser. Sie leben in Harmonie und die Herrschaft des Menschen ist anerkannt.

Und erst nachdem die Menschheit geschaffen wird, schaut sich Gott alles und sagt, es ist alles sehr gut!

Ihr Lieben, das ist das herrliche Bild, dass wir von Menschen haben. Hast du schon mal darüber nachgedacht, was für einen Stellenwert jeder von uns hat?

Repräsentant Gottes auf Erden! Wow!

Wenn ihr einander anschaut, ist das euch bewusst? Ist euch bewusst, dass die Talente, die Fähigkeiten, die Kreativität, die Intelligenz, die Schönheit, die Menschen darstellen und produzieren uns kleine Einblicke und einen kleinen Geschmack geben von dem Wesen, dem Charakter und der Herrlichkeit Gottes?

Das, was Menschen gut tun und was in ihnen lobenswert ist: das kommt auf diese Ebenbildlichkeit an!   

Aber es gibt hier ein Paradox: während Menschen fähig sind, Schönes und Gutes zu tun, sind sie auch fähig viel Hässliches zu verursachen. Warum? Gehört das auch zur Ebenbildlichkeit Gottes?  

3. Die Verzerrung des Ebenbilds

Die Antwort ist im 1. Mose 3. Der Baum der Erkenntnis stand im Garten Eden, wo unsere Väter lebten. Aus diesem einen Baum durften sie nicht essen.

Dem ersten Menschen, Adam und seiner Frau, wurde von der Schlange eingeredet, dass sie wie Gott sein würden, wenn sie davon aßen.

Sie glaubten der Schlange und aßen und so ist Sünde in ihre Natur hineingedrungen und ist seitdem in unserer Natur geblieben. Und Sünde verzerrt das Ebenbild Gottes.

Daher kommt Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Verleumdung, Gottesverächter, Frevler, Hochmut, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig.

Es ist wie ein Spiegel, der gebrochen ist. Es widerspiegelt irgendwas von der originellen Gestalt, aber entstellt, verdreht, deformiert.

Ironisch… Menschen hatten schon die Ebenbildlichkeit Gottes; aber ihr Verlangen überzugreifen und mehr wie Gott zu werden, hat die Gegenwirkung gehabt à sie sehen jetzt weniger wie Gott aus.

Und das ist es, was Sünde bewirkt… Entstellung, Verdrehung

Deswegen das Paradox à

  • Die gleiche Person kann einen Moment, am U-Bahn Eingang einer Mutter helfen, den Kinderwagen die Treppen runter zu tragen und im nächsten Moment sich beim Einstieg in die U-Bahn sich vordrängeln und ein paar Menschen dabei ärgern.
  • Eine Regierung kann einen Moment die Ehe fördern und schützen durch Sonderrechte und Steuererlass und im nächsten Moment sie völlig durch ein Umdefinieren verdrehen, wie bei der Frage der Homoehe  
  • Eine Gesellschaft kann den Schutz und Wohl von Kindern ernst nehmen ab dem Punkt sie geboren sind aber bereit sein, der Mutter das Recht zu geben, ein Kind zu töten, kurz bevor das Kind auf die Welt kommt  

Menschen haben zugleich das Potential für großartige gute Taten – dank unserer Gottesebenbildlichkeit – und für abscheuliche böse Taten – dank unserer Sünde

Kennst du dieses Paradox? Merkst du vielleicht in dir selbst die Fähigkeit, wirklich lobenswertes zu tun aber dann so oft auch Dinge, wovor du dich schämst?

In Gesprächen mit deinen Nächsten/Familienangehörigen, die ein Moment so liebevoll sein können und das andere Moment giftig und polemisch sind?

Oder manchmal sind wir mit dem einen sehr geduldig und gnädig, aber mit einem anderen nachtragend und unversöhnlich?

Solches Paradox kennen wir! Das ist, weil Sünde in uns wohnt. Und je mehr Raum wir der Sünde geben, desto weniger von der ursprünglichen Herrlichkeit Gottes ist in uns erkennbar.

Aber Gott gab nicht auf. Er hat einen Plan mit der Menschheit. Er will, dass sie seine Herrlichkeit wiederspiegeln.

Also gab Er uns sein Wort. Darin lesen wir über Gott und wie Er ist. Wir lernen über seine Persönlichkeit und seinen Charakter durch sein Eingreifen in die Welt: wie Er gerecht ist und für Gerechtigkeit steht und wie Er geduldig und gnädig ist.

Wir sehen in seinen Geboten, was Ihm wichtig ist: dass Er ein Gott der Treue ist, dass Ihm Leben wichtig ist, dass Er für Wahrheit steht. Durch Gottes Gesetz und allgemein durch Gottes Wort können wir so viel über Gottes Wesen lernen und danach trachten, unser Leben danach auszurichten und Ihn zu wiederspiegeln.

Aber obwohl das alles sehr gut und notwendig ist, ist das nicht genug. Denn das Problem ist, dass wir noch wegen der Sünde Zerrbilder sind.

Als Kinder Adams tragen wir noch dieses entstellte Bild von Gott herum, und wir können das selbst nicht rückgängig machen, auch wenn wir uns sehr hart darum bemühen.

Und die schlechte Nachricht ist, dass Gott Zerrbilder nicht akzeptiert, denn wir ermangeln die Herrlichkeit, die wir bei Gott haben sollen. Aber auch dafür hat Gott gesorgt.

4. Das Ebenbild Gottes

Er schenkte einen zweiten Adam! Es gab einen, dass nicht in diesem Muster fiel. Der Mensch Jesus Christus war anders als wir, denn Er hat nie gesündigt. Er war frei davon. Und so war Er auch kein verzerrtes Ebenbild, wie der Rest von uns es sind.

Er ist der perfekte Mensch. Er ist das, was Adam und alle seine Nachkommen sein sollten, aber in ihrer Sündhaftigkeit nicht sein konnten. Jesus wiederspiegelt Gott vollkommen.

Vielleicht denkst du an dieser Stelle: das ist ja klar, Er ist auch Gott! Natürlich spiegelt Er Ihn wieder!

Das stimmt, aber die Bibel redet auch davon, dass Jesus ganz Mensch war, wie einer von uns, und dass auch sein Menschsein vollkommen war. Er hat in seinem Menschsein gelebt, wie wir Menschen es hätten tun sollen.

Wollen wir wissen, wie ein Mensch aussehen soll? JESUS! Unverzerrt, nicht-entstellt, original! Er erfüllt die Rolle des Menschen, die Bestimmung, wozu wir von Gott geschaffen wurden.

Warum ist das aber bedeutend?

Jesus, der das perfekte Abbild des Vaters ist, kam, um das von uns zu nehmen, was uns Ihm so un-ähnlich macht: die Sünde.

Jesus drückt sozusagen auf die Rückstelltaste. Jesus gründet eine neue Familie, eine neue Linie, eine neue Abstammung! Und alle, die Jesus vertrauen und Ihm nachfolgen, gehören in diese neue Familie.

Hast du das schon gemacht? Erkennst du in dir selbst, dass du Gottes Maßstab nicht gerecht werdest? Dann bekenne Ihm deine Schuld und setze dein Vertrauen auf Jesus.

Tue das, denn bei Adam bleiben heißt weiterhin ein verzerrtes Bild zu sein, auf dem Gottes Zorn ruht.

Zu Jesus zu wechseln ist aber neues Leben! Es bedeutet eine Wiederherstellung des Ebenbilds.

5. Die Wiederherstellung des Ebenbilds

Kinder sehen wie ihren Eltern aus. Das liegt in der Natur der Sache.

Als wir noch Adams Kinder waren, sahen wir wie ihn aus – Lasterkatalog. Aber wenn wir zu Jesus wechseln, werden wir neue Menschen. Und solche sehen zunehmend wie Christus, der zweite Adam, aus.

Im 2. Korintherbrief lesen wir folgende Worte:

Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider, und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist. (2. Kor. 3,18)

In Jesus sein, heißt also nicht nur, Schutz vor Gottes Zorn zu bekommen. Sondern ein großes Werk beginnt in uns. Gott stellt in solchen, die Christus angehören, das göttliches Ebenbild wieder her.

Das heißt, Christen und christliche Gemeinden, die eine Versammlung von solchen Menschen sind, die Möglichkeit haben, einander und der Welt zu zeigen, wie Gott ist! Nicht mehr mit einem verzerrten Bild, sondern einem erlösten und erneuerten Bild.

Das ist unsere Berufung und unsere Bestimmung. Deswegen fordert Paulus in Epheser auf:

Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. (Eph. 4,22-24, auch Kol. 3,9-10)

Der Aufruf lautet, „werdet wie Gott!“ „Werdet wie euer Vater!“

Das heißt konkret:

Zerrbilder „Werde wie Gott!“ Ebenbilder
Selbstsuchend und egoistisch  Selbstlos und opferbreit 
Gier und Geiz Großzügig
Konflikt: rechthaberisch und unversöhnlich Gnade zeigen und friedenstiftend 
Nachtragend vergebend
Bedingte Liebe Bedingungslose Liebe
Für sich selbst leben anderen dienen
Worte: nicht niederzumachen und lästern Erbauen und segnen

Usw.

So werden wir zu Nachahmern Gottes als seine geliebten Kinder. So repräsentieren wir Gott. So erfüllen wir den Auftrag, dass Gott uns am Anfang im 1.Mose 1 gegeben hat.

So zeigen wir der Welt als wiederhergestellte Ebenbilder Gottes, wie Gott ist.

Und obwohl wir das in diesem Leben nicht vollkommen machen werden, wird eines Tages dieses Werk in uns vollbracht, denn Gott hat uns, die seine Kinder sind, dazu vorherbestimmt, dass wir dem Bild seines Sohnes gleich sein sollten. Mit dieser herrlichen Aussicht und diesem wunderbaren Ziel vor Augen lasst uns heute als wiederhergestellte Ebenbilder zur Ehre Gottes leben.

AMEN

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