Jesus zeigt sich Maria

Bei Maria Magdalena berührt sich zum ersten Mal die auferstandene Welt mit unserer Irdischen. Weil das so ist, kommt die Osterhoffnung, die Osterfreude bei mir auf. Die Auferstehung ist nicht nur für Gott. Auferstehung ist für jeden Menschen. Jesus macht uns zum Teil seiner neuen Welt. Das Fremdgeschehen wird zum Eigengeschehen. Anders gesagt, Ostern wird persönlich, wird mein Ostern.

PredigerThorsten Hgeenscheidt
ThemaJesus zeigt sich Maria
Reihe
Datum21.04.2019
Länge24:09
BibelstelleJohannes 20, 1 – 18
Thorsten Hegenscheidt
Thorsten Hegenscheidt

Lesungstext

Lesung

1 Am Sonntagmorgen, dem ersten Tag der neuen Woche, ging Maria aus Magdala noch vor Sonnenaufgang zum Grab. Da sah sie, dass der Stein, mit dem das Grab verschlossen gewesen war, nicht mehr vor dem Eingang lag. 2 Sofort lief sie zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus sehr lieb hatte. Aufgeregt berichtete sie ihnen: »Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt, und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben!« 3 Da beeilten sich Petrus und der andere Jünger, um möglichst schnell zum Grab zu kommen. 4 Gemeinsam liefen sie los, aber der andere war schneller als Petrus und kam zuerst dort an. 5 Ohne hineinzugehen, schaute er in die Grabkammer und sah die Leinentücher dort liegen. 6 Dann kam auch Simon Petrus. Er ging in das Grab hinein und sah ebenfalls die Leinentücher 7 zusammen mit dem Tuch, das den Kopf von Jesus bedeckt hatte. Es lag nicht zwischen den Leinentüchern, sondern zusammengefaltet an der Seite. 8 Jetzt ging auch der andere Jünger, der zuerst angekommen war, in die Grabkammer. Er sah sich darin um, und nun glaubte er, dass Jesus von den Toten auferstanden war. 9 Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Heilige Schrift noch nicht verstanden, in der es heißt, dass Jesus von den Toten auferstehen muss. 10 Danach gingen die beiden Jünger nach Hause zurück.
11 Inzwischen war auch Maria aus Magdala zum Grab zurückgekehrt und blieb voller Trauer davor stehen. Weinend schaute sie in die Kammer 12 und sah zwei weiß gekleidete Engel an der Stelle sitzen, wo der Leichnam von Jesus gelegen hatte; einen am Kopfende, den anderen am Fußende. 13 »Warum weinst du?«, fragten die Engel. »Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht haben«, antwortete Maria. 14 Als sie sich umblickte, sah sie Jesus dastehen. Aber sie erkannte ihn nicht. 15 Er fragte sie: »Warum weinst du? Wen suchst du?« Maria hielt Jesus für den Gärtner und fragte deshalb: »Hast du ihn weggenommen? Dann sag mir doch bitte, wohin du ihn gebracht hast. Ich will ihn holen.« 16 »Maria!«, sagte Jesus nun. Sie wandte sich ihm zu und rief: »Rabbuni!« Das ist Hebräisch und heißt: »Mein Lehrer.« 17 Jesus sagte: »Halte mich nicht fest! Denn ich bin noch nicht zu meinem Vater in den Himmel zurückgekehrt. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe zurück zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott!« 18 Maria aus Magdala lief nun zu den Jüngern und berichtete ihnen: »Ich habe den Herrn gesehen!« Und sie erzählte alles, was Jesus ihr gesagt hatte.

Predigt

Predigt

Einleitung

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Liebe Ostermenschen,

im Kindergarten oder Grundschule lernten wir: Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen. Das stimmte für die Nordhalbkugel. Jetzt, ein paar Jährchen später, seid ihr bereit für die ganze Wahrheit. Für den Satz, der für die ganze Erdkugel stimmt und sogar kürzer ist: Zu Ostern geht die Sonne auf.

Das sage ich, damit ihr leichter der Predigt folgen könnt, denn entsprechend habe ich sie aufgebaut. Zuerst lese ich den Ostergeschichte weiter bis Vers 18, denn ich brauche auch diese Text für meine Sicht auf Ostern.

Dann starten wir in der Nacht, wo Maria zum Grab ging. Es folgt die Dämmerung in der morgendlichen Grabeshöhle und wir enden beim im Tageslicht gut erkennbaren Jesus .

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein. Und sie sieht zwei Engel sitzen in weißen Gewändern, einen zu Häupten und einen zu Füssen, dort, wo der Leib Jesu gelegen hatte. Und sie sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie sagt zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Das sagte sie und wandte sich um, und sie sieht Jesus dastehen, weiß aber nicht, dass es Jesus ist.

Jesus sagt zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Da sie meint, es sei der Gärtner, sagt sie zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen. Jesus sagt zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und sagt auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni! Das heißt ‘Meister’. Jesus sagt zu ihr: Fass mich nicht an! Denn noch bin ich nicht hinaufgegangen zum Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria aus Magdala geht und sagt zu den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und berichtet ihnen, was er ihr gesagt hat.

Nacht

Liebe Ostermenschen, was war das ein Wechsel der Gefühle. Am Palmsonntag noch der triumphierender Einzug in Jerusalem. Alle waren aus dem Häuschen. Alle jubelten und zeigten ihre Begeisterung für Jesus. Und eine Woche später kam der Absturz. Wie schnell das doch ging. Eben noch gemeinsam gefeiert und dann Verhaftung, Kreuzigung, Tod. Welch jähes Ende. Welch jähes Ende für die Erwartungen, die Maria Magdalena an ihr Leben und die Zukunft hatte. Welch schroffes Nein. Nein, so wie Du es Dir vorstellst, läuft es nicht.

Können wir uns das vorstellen? Vielleicht ein bisschen so: Früher, als Jung-Vater habe ich in seltenen Momenten manchmal Erziehungsbücher gelesen. In einem standen die zu erwartenden Reaktionen eines Kindes auf ein „Nein“ 1. Trotz – ich will aber . 2. Enttäuschung – ich Armer, nie darf ich, alle andern dürfen, aber ich nicht. 3. Angst – ich werde es nie/ nie mehr dürfen, bekommen… . Und so wurde aus „Nein, du bekommst keine Schokolade vor dem Essen“, ein „Heute hattest Du schon Deine Süßigkeiten. Morgen darfst Du wieder“. Bei aller Traurigkeit, Enttäuschung die Angst vor der Zukunft nehmen. Und verlässlich einhalten.

Bei Maria war das schlimmer. Der Trotz fällt bei Tod weg- „Ich will, dass Jesus lebt“ hat keine Jüngerin und kein Jünger gesagt und gedacht. Aber bestimmt sind die anderen Gefühle gekommen. Ich wünschte so sehr ein bessere, gerechtere Welt. Ich wünschte so sehr mit Jesus zusammen zu sein. Begeisterung erleben, Freude, Menschen helfen, Glaube leben, etwas bewegen. Aber jetzt ist alles aus. Endgültig aus, weil es keine Hoffnung auf „Morgen darfst du, morgen kommt das Ja“ gibt.

Das ist die Osternacht. Alles, worauf ich gebaut, ist zerfallen, Ich habe nichts mehr. Keine Perspektive, keine Hoffnung, alles dunkel, alles Nacht. Mein Leben steht auf Null. Nichts erreicht, nichts kann ich vorweisen. Noch nicht mal einen schlauen Plan.

Liebe Ostermenschen, ihr merkt, die Osternacht ist anders als die Weihnachtsnacht. Nicht das neue Leben, nicht der Stern, nicht der Himmelschor, die laufenden Hirten. Es hallt kein Jubelschrei in die Menschheit, kein Startschuss der Verkündigung. Die Osternacht ist schwarz. Da steht ein Mensch ohne Shokolade, ein Mensch mit leeren Händen.

Die Osternacht hat eine weitere Eigenschaft. Sie schränkt ein. Sie blendet das Umland aus. Das Außenherum wird zur Nebensache. Die anderen Menschen treten zurück. Die Geschichte fokussiert auf Maria Magdalena und dem dunklen Weg zum Grab.

In den anderen Evangelien werden mitunter weitere Frauennamen genannt. Maria, Mutter des Jakobus, Salome und Johanna. Lukas nennt übrigens gar keine Frauennamen.

Ich finde es gut, dass die Namen nicht so eindeutig, konsequent und vollständig aufgelistet sind über alle Evangelien hinweg. Bei Ostern geht es nicht um einen bestimmten anderen, einen speziellen Menschen. Im Kern der Sache geht es um mich. Es ist nicht wichtig, wer Ostern schon erlebt hat – wichtig ist, ob ich Ostern erlebe. Wichtig ist, dass Du Ostern erlebst.Während die Weihnachtsnacht, die ganze Welt anspricht, konzentriert die Osternacht das Geschehen auf den einzelnen. Ostern ist zwar für jeden, aber für jeden einzeln und persönlich.

Was für ein Mensch muss man sein für die Osternacht? Was ist ein Ostermensch? Jemand, der besonders traurig ist? Hoffnungslos?, ist es das? Vergleichen wir mit Maria. Was macht sie aus? Früh hatte sie sich aufgemacht zu Jesus und jetzt steht sie da und weint. Sie ist emotional tief betroffen. Einfach gesagt: Sie ist traurig, weil sie Jesus vermisst. Ich denke, sie ist losgelaufen zum Grab, weil sie Jesus liebte. Sie weint, weil sie Jesus liebte – über den Tod hinaus.

Ostermenschen sind Menschen, die Jesus lieben. Sie merken, dass ihnen die Welt, nicht das bietet, was sie brauchen. Sie spüren, das Nein der Welt, das „Nein, ich kann dir kein erfülltes Leben geben. Auch morgen nicht.“ Sie haben aber ein Liebe, ein Interesse an Jesus, weil sie erlebt oder gehört haben. Er war anders. So wirst du zum Ostermenschen, wenn Du auf Jesus zugehst.

Damit ist die erste Punkt behandelt und – in eigener Sache – falls ihr irgendjemand, von der Predigt erzählt. Bitte sprecht deutlich. Es sage niemand, die Predigt hatte einen großen Nachteil, sagt Nacht-Teil.

Dämmerung

Wir kommen zur Dämmerung: Es kommt eine Ahnung auf, was Ostern bedeutet, aber noch nicht in voller Klarheit.

Liebe Ostermenschen, schauen wir nochmal, was Maria gemacht hat. Die Bestattungstätigkeiten waren am Freitag nicht fertig geworden. Deshalb war sie am Morgen losgegangen, um die Arbeit zu beenden. Sie hat sich in aller Traurigkeit ganz normal verhalten, das Logische getan. Ich kann auch sagen, es ist ein ganz natürliches Geschehen. Der Ablauf war nicht überraschend. Er war zu erwarten.

Beispiel: Wenn ich im Büro ein langes Computer-Programm schreibe und es abends nicht fertig ist, dann führe ich es am nächsten Arbeitstag an derselben Stelle fort. Wenn wir bei IKEA einen Schrank gekauft haben und der Aufbau dauerte bis in die Nacht. Dann haben wir am nächsten Tag die Schubladen geschraubt und geklebt. Ein Vorgang wird unterbrochen, und geht dann weiter.

So bei Maria. Sie ging zum Grab, um zu Ende zu bringen, was Karfreitag begonnen war. Sie kam und sah das Grab offen, also schaute sie rein. Damit will ich kein Vorurteil bestätigen, dass Frauen besonders neugierig sind. Nein, jeder, der hinkommt und die Öffnung gesehen hätte, hätte reingeschaut. Normaler Ablauf, normales Leben – Alltag. Trivial.

Und gleichzeitig der Schreck – meine Erwartungen stimmen ja gar nicht. Es ist eh schon alles schwierig, viel durcheinander. Und jetzt das. Doch Maria bleibt der Normalität treu. Jemand muss Jesus weggetragen/geklaut haben, sagt sie sich. Ein so logischer Gedanke. Sie rannte zurück, sagte es den anderen und kam mit Petrus und dem anderen Jünger wieder zum Grab. Und blieb in der Traurigkeit.

Ich ertappe mich dabei, wie sehr die Normalität mich bestimmmt. Ich rechne nur mit dem Gewöhnlichen. Ein kleines Beispiel: Diese Woche war ich beim Zahnarzt. Eine Füllung war herausgefallen und musste ersetzt werden Ihr kennt das Prozedere. Dann sitzt du auf dem Stuhl, dann wird was gemacht, dann heißt ausspülen, und wieder was, und wieder Mund ausspülen. Völlig üblich. Beim dritten Mal ist die Zahnärztin kurz aufgestanden. Dabei hat sie die Lehne des Stuhls aus Versehen nach hinten geklappt. Ich hatte das beim Ausspülen nicht bemerkt. Und wie ich mich zurücklehnen ist nichts. Ich falle in die Waagrechte. Passiert ist nichts, außer dass ich übelst erschrocken bin (die andern auch). Einfach aus Gewohnheit gehandelt, das Gewohnte erwartet, es war falsch.

In diesem Bibeltext sehe ich, wie das eingefahrene Denken mich behindern kann. Mir wäre es wie Maria ergangen. Keinen Deut besser. Das war so, das muss so gemacht werden. Da war kein Raum für Jesus, für göttliches Eingreifen. So etwas ist wirklich das Grab. Ich steh auf, fahre ins Büro, komm zurück, schau zu Haus auf die Emails,… . Alles geregelt, alles erwartbar, alles natürlich. Und ich merke nicht, dass ich ins Grab schaue. Ins leere Grab um genau zu sein. Ich komme gar nicht auf die Idee, dass sich Jesus nicht an das hält, was ich denke.

Für mein Glaubensleben ist es eine große Gefahr, Das Normale erwarten und nicht merken, dass ich ins leere Grab schaue.

Aber, liebe Ostermenschen, und das ist das Tröstliche, Gott lässt uns nicht allein. Die Engel im Grab ergreifen die Initiative. „Was ist los?“, fragen sie. Menschen, die Jesus lieb haben, werden von Gott nicht allein gelassen. Gott passt auf die Ostermenschen auf. Davon bin ci zutiefst überzeugt.

Gott leitet die Veränderung ein. Ein andere Sichtweise, eine Sicht nach draußen in Gottes Welt. Gott kümmert sich darum. Maria erkennt aus der dämmrigen Höhle Jesus noch nicht. Sie meint, er sei der Gärtner. Aber die Bewegung, die sie ausführt, ist richtig, Klar ist ihr, aber noch nichts.

Ostermenschen sehen nicht immer Jesus. Mitunter drängen sie die Umstände oder der eigene, gewohnte Weg, den Blick ins Grab zu richten. Natürlich ist dort Jesus nicht. Und Gott kümmert sich. Er möchte, dass wir Jesus begegnen. „Suchet, so werdet ihr finden (Mt 7,7)“ist sein Versprechen in der Dämmerung. Ihr werdet Jesus nicht übersehen und nicht verfehlen.

Morgen

Liebe Ostermenschen, das Problem der Maria war noch nicht gelöst. Erst jetzt im Tageslicht kommt das Highlight. Jesus spricht Maria mit ihrem Namen an. Maria! Da erkennt sie, dass sie mit Jesus redet. Das ist ihr Ostern.

Mir kommt es in der Geschichte vor, als würde Jesus das meistmögliche geben, um Maria zu trösten. Sein „Fass mich nicht an“, klang anfangs für mich wie Abweisung, Abgrenzung. Ich glaube mittlerweile, es ist genau anders: Jesus geht bis zum Äußersten Er zeigt sich, hört ihr zu, gibt sich zu erkennen und gibt den Startschuss zur Verkündigung.

Diese kurze Szene ist nicht die Bestätigung für die Auferstehung, sie ist viel mehr. Sie zeigt Jesu Wesen. Wir sprechen nicht einfach von einem auferstandenen Gott. Ich rede vom auferstandenen Jesus, der mich lieb hat, stehenbleibt, sich für mich einsetzt.

Ich meine damit folgendes: Vielleicht kennt ihr das. Ihr kommt zu einer Gruppe (z.B: bei einer Betriebsfeier, Jubiläum), wo sich viele kennen. Ein Euch unbekannter Mensch betritt den Raum. Begrüßt jeden links und rechts und überhüpft Euch. Verständlich kann sein tun sein, aber es fühlt sich mies an.

Bei so einer Zusammenkunft kann man es verschmerzen, denn es ist nicht so kriegsentscheidend. Aber stellt Euch vor, ein auferstandener Gott geht an Euch vorbei. Ihr wärt ihm egal. Das wäre schrecklich. Ostern ist doch deshalb wichtig, weil das Ostergeschehen persönlich ist und auf mich Auswirkung hat.

Jesus nimmt sich die Zeit für Maria. Weil vor wie nach Ostern ihm das Zusammensein mit uns Menschen am Herzen liegt. Dieser persönliche Kontakt. Sein Wunsch, mir Gutes zu tun. Johannes erzählt hier von einem Jesus, der auch und gerade nach dem Tode weiterhin mit uns zu tun haben will. Dadurch kommt die Auferstehung in mein Leben.

Ostern will nicht beweisen, dass Jesus Gott ist, indem Jesu Eigenschaft „er kann vom Tod auferstehen“ berichtet. Ostern will mir zeigen, dass Jesus mein Gott ist und seine Auferstehung kommt bei mir an. Jesu geht nicht fort und lässt mich zurück.

Bei Maria Magdalena berührt sich zum ersten Mal die auferstandene Welt mit unserer Irdischen. Weil das so ist, kommt die Osterhoffnung, die Osterfreude bei mir auf. Die Auferstehung ist nicht nur für Gott. Auferstehung ist für jeden Menschen. Jesus macht uns zum Teil seiner neuen Welt. Das Fremdgeschehen wird zum Eigengeschehen. Anders gesagt, Ostern wird persönlich, wird mein Ostern.

Liebe Ostermenschen, genaugenommen passiert es auf eine ziemlich extreme Weise bei Maria. Jesu unterbricht seine Auferstehung für Maria. Er lässt quasi den Vater warten, weil der Mensch ihm so wichtig ist. Bei Maria Magdalena passiert das Unglaubliche: Sie wird Teil des Auferstehungs­geschehens. Ein unmittelbares Miterleben, dass der Tod besiegt ist.

Auf diese Weise führt Jesus den Namen des Gottes Israels fort. Dessen Vorstellung beim brennenden Dornbusch. Ich bin, der ich bin. Ich bin da, ich bin der erlebbare Gott. Das zeit Jesus hier. Jesus ist erlebbar. Vor und nach seinem Tode, vor und nach meinem Tod.

Die Osterfreude eines Ostermenschen gründet sich nicht auf das leere Grab, nicht auf Sichtungen Jesu, sondern auf seinen Anspruch mit mir zusammen zu bleiben. Die Angst, ich werde es nie bekommen, wird zu einem „Morgen darfst Du“. Das ist nicht nur Hoffnung, das ist Vorfreude.

Schluss

Liebe Ostermenschen, das war heute meine Anrede an Euch: „Ostermenschen“ Ich glaube nicht, dass es Osterhasen gibt. Alle Süßigkeiten oder Spielsachen, die unsere Kinder im Gebüsch, auf der Wiese oder unter dem Sofa gefunden haben, brachte kein Hase, sondern stets ein lieber Mensch.

Aber ich weiß, dass es Ostermenschen gibt. Menschen,

  • die in der Nacht Jesus lieben und zu ihm wollen
  • in der Dämmerung von Gott in die richtige Richtung geschickt werden und
  • die Jesus in seinem Osterlicht anspricht. Für die er die Auferstehung unterbochen hat und für die es ein „Morgen darfst Du“ gibt.

Amen.

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