Barmherzigkeit

Barmherzigkeit, was wir von einem römischen Centurio lernen können?

PredigerMichael Weber
ThemaBarmherzigkeit
Reihe
Datum02.06.2019
Länge31:04
BibelstelleMatthäus 8, 5 – 13

Bibelstelle

5 Als Jesus in Kapernaum eintraf, kam ein Hauptmann des römischen Heeres zu ihm 6 und bat ihn um Hilfe: »Herr, mein Diener liegt gelähmt bei mir zu Hause und leidet entsetzlich.« 7 Jesus antwortete: »Ich will mitkommen und ihn heilen.« 8 Der Hauptmann erwiderte: »Herr, ich bin es nicht wert, dich in meinem Haus zu empfangen. Sag nur ein einziges Wort, dann wird mein Diener gesund. 9 Auch ich stehe unter höherem Befehl und habe andererseits Soldaten, die mir gehorchen. Wenn ich zu einem sage: ›Geh!‹, dann geht er. Befehle ich einem anderen: ›Komm!‹, dann kommt er. Und wenn ich zu meinem Diener sage: ›Tu dies!‹, dann führt er meinen Auftrag aus.« 10 Als Jesus das hörte, wunderte er sich sehr. Er sagte zu den Menschen, die ihm gefolgt waren: »Eins ist sicher: Unter allen Juden in Israel bin ich keinem Menschen mit einem so festen Glauben begegnet. 11 Und ich sage euch: Viele Menschen aus aller Welt werden kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmel das Freudenfest feiern. 12 Aber die ursprünglich für Gottes Reich bestimmt waren, werden in die tiefste Finsternis hinausgestoßen, wo es nur noch Heulen und ohnmächtiges Jammern gibt.« 13 Dann sagte Jesus zu dem Hauptmann: »Geh wieder nach Hause! Was du geglaubt hast, soll nun geschehen.« Zur selben Zeit wurde der Diener gesund.

Predigt

Einleitung

In dem Tagebuch einer Dame in New York fand man nach ihrem Tod folgenden bemerkenswerten Eintrag:

Ich werde nur einmal in dieser Welt sein. Darum möchte ich alles Gute, das ich tun kann, jede Freundlichkeit, die ich jemand erweisen kann, jetzt tun. Ich möchte nichts vernachlässigen oder aufschieben, denn ich werde diesen Weg nie wieder gehen.

Der Hauptmann von Kapernaum.

Den römischen Hauptmann nannte man zurzeit Jesu, Centurio. Centurio ist abgeleitet von dem lateinischen Wort centum, das hundert bedeutet und mit „C“ abgekürzt wird.

Eine römische Centuria (vergleichbar mit einer Kompanie) hatte dementsprechend eine Stärke von etwa 100 Soldaten. Dem Hauptmann von Kapernaum waren also 100 Soldaten unterstellt.

Kapernaum war ein Grenzort und aus diesem Grund mit einer römischen Centurie besetzt.

Ein besonderer Hauptmann

Was ist nun so Besonderes an unserem Hauptmann von Kapernaum?

Also als Erstes fällt auf:
Der Hauptmann hatte Mitleid mit seinem Diener!
Das war außergewöhnlich!   Warum?

Wenn wir in die Zeit Jesu zurückgehen, so müssen wir sagen, es war in der römischen Armee nicht üblich, mit einem Diener Mitleid zu haben. Diener bei den Offizieren der römischen Besatzungstruppen waren in der Regel Sklaven. Wurden Sklaven krank, so wurden sie verkauft und wenn das nicht mehr ging, getötet. Das war die traurige Realität dieser damaligen Zeit.

Aber so tut der Hauptmann von Kapernaum nicht, im Gegenteil, er äußert nicht nur Mitleid mit seinem kranken Diener, nein, er handelt auch aus Mitleid!

Was ist noch Besonderes an unserem Hauptmann von Kapernaum?

Also als Zweites können wir folgendes feststellen:
Es ist keine Fremdenfeindlichkeit in ihm!
Dazu müssen wir folgendes wissen:
Die Römer hassten die Juden und die Juden hassten die Römer.
Warum war das so?
Im Grunde war es Stolz und Vorurteil!
Für die Römer waren die Juden Barbaren ohne Kultur und für die Juden waren die Römer Heiden, Ungläubige die zu verachten waren.

So war es bei unserem Hauptmann von Kapernaum aber auch nicht! Im Lukasevangelium gibt es eine Information über unseren Hauptmann von Kapernaum, die wir uns ansehen sollten:
Die Information steht in Lk.7,5. Hier gibt ein Gemeindeältester, der jüdischen Gemeinde in Kapernaum, folgendes über unseren Hauptmann an Jesus weiter.
Er sagt zu Jesus unter anderem:
„Er (der Hauptmann von Kapernaum) hat unser Volk lieb und die Synagoge hat Er uns erbaut.“

Was war geschehen, dass ein Gemeindeältester so etwas von unserem Hauptmann sagen konnte?
Man geht davon aus, dass der Hauptmann von Kapernaum ein Proselyt war, ein Römer der von dem Glauben an die römischen Götzen, zum Glauben an den einen Gott Israels, JAHWE,  gekommen war.
Er hatte den Einwohnern von Kapernaum geholfen ihre Synagoge zu bauen und genoss so bei den Juden des Dorfes hohes Ansehen.

Ohne Frage, mit diesem Mann war etwas geschehen, das ihn verändert hatte.
Durch diese Veränderung, durch den Kontakt mit der Synagoge, hatte er wohl auch von Jesus gehört, von seinen Wundern, dass er Kranke heilen und in der Not helfen kann.

Und dann hört der Hauptmann er, Er kommt!

Die Begegnung mit Jesus Christus

Jesus ist auf dem Weg in das Dorf Kapernaum!
Und der Hauptmann macht sich für seinen kranken Diener auf und geht Jesus entgegen! Und als Jesus am Dorfeingang ist, geht er auf Jesus zu und spricht Jesus an!
Unser Text sagt, der Hauptmann: „bat ihn“
Und was bittet er Jesus?

…Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen.

Mt.8,6

Der römische Hauptmann, Befehlshaber über 100 Soldaten, schildert Jesus die Krankheit seines Dieners. Was für ein Mann? Ein Mensch!
Je mehr ich über diesen Hauptmann und sein Verhalten nachgedacht habe, so muss ich sagen:
Ich mag ihn, das was er tut ist bemerkenswert gut!
Denn das war für einen römischen Hauptmann nicht selbstverständlich, einen fremden Menschen um etwas zu bitten! Das muss ihn Überwindung gekostet haben, Stolz und Soldatentum waren hier im weg. Aber es ist etwas in diesem Mann, das stärker ist als alle Vorurteile, Standesdünkel und Stolz! Was ist es denn, was da stärker ist, das ihn zu Jesus treibt und ihn diese Bitte vorbringen lässt?

Es ist das Mitleid und die Barmherzigkeit mit seinem kranken Diener!

Sein Mitleid und seine Barmherzigkeit waren größer, als alles was diesen Hauptmann sonst so bestimmte.

Der Hauptmann muss seinen Diener sehr gern gehabt haben, sein Verhalten zeigt dies. Er handelt wie ein Mensch, der das tut, was Gott sich von einem Menschen wünscht, das er tun soll.
Ja was ist es denn? Was wünscht sich denn Gott, dass ein Mensch tun soll?
Gott will das wir barmherzig sind!

Die Bibel ist voll von Aufrufen zur Barmherzigkeit!
Selig die barmherzig sind!
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!
und dann gibt es noch diese interessante Regel, die uns Jesus gesagt hat, die auch als goldene Regel bekannt ist : Mt. 7,12 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.
Das will Gott von uns! Und genau das tut unser Hauptmann!

Und was antwortet Jesus dem bittenden Hauptmann?

8,7 Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.
Auch das ist bemerkenswert, denn ein Jude ging nicht in das Haus eines Nichtjuden. Er machte sich damit nach dem jüdischen Gesetz unrein. Aber Jesus sagt: „Ich will kommen“.
Stellt sich Jesus hier über das Gesetz?
Nein!!, Er erfüllt auch hier das Gesetz!
Jesus interpretiert das Gesetz vom Standpunkt des höchsten Gebotes, der Liebe aus!

Das höchste Gebot
Als Jesus einmal von einem Schriftgelehrten gefragt wird, welches denn das höchste Gebot ist, antwortet er, Matth.22,37-40:
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt*« (5. Mose 6,5).
22,38 Dies ist das höchste und größte Gebot.
22,39 Das andere aber ist dem gleich:
 »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose19,18).

Und nun sagt Jesus noch sehr wichtiges, Er sagt:
22,40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Diese Aussage Jesu ist so wichtig für uns und wird doch so oft übersehen!
Das müssen wir uns einmal vorstellen, Jesus sagt uns hier was das höchste und größte Gebot ist und das an diesem Gebot die ganze Bibel hängt.
Das wir alle anderen Gebote im Licht dieses Gebotes der Liebe zu sehen und einzuordnen haben.
Oh, wieviel Leid und Kummer bliebe der Welt erspart, wenn wir das auch wirklich anwenden würden!

Ja, es gibt Krankheit, Not, Leid und Verzweiflung in dieser Welt!
Aber es gibt Menschen, die sich im Angesicht dieser Realität niederbeugen und sich erbarmen, egal was andere über sie denken und sagen. Nichts kann sie davon abhalten, das Gebot der Liebe zu leben!

  • Es hat die vier Träger eines Krankenbettes gegeben, die einen kranken, Gelähmten zu Jesus bringen wollen, aber das Haus, in dem Jesus sich aufhält, ist durch eine Menschenmenge blockiert. Was tun die Träger? Sie steigen auf das Dach des Hauses, decken das Dach auf, schleppen den Gelähmten mit seinem Bett auf das Dach und lassen den Gelähmten mitsamt seinem Bett, zu Jesus hinab damit dieser ihn heilen kann. Das war übrigens auch in Kapernaum. >Mark.2
    (Was für ein Einfallsreichtum, um einen Arzttermin zu bekommen)

  • Es hat den barmherzigen Samariter gegeben, von dem Jesus dem Schriftgelehrten in Lk. 10,30-37 erzählt, der einem überfallenen Verwundeten erste Hilfe leistet und sich um die weitere Versorgung kümmert.

  • Es hat einen August Herrmann Francke (1663-1727) gegeben.
    Als Gemeindepfarrer in Glaucha bei Halle eröffnete er 1698 eine Armenschule. Es entstand eine „Schul-und Studentenstadt“, die schließlich 3000 arme Schüler, Schülerinnen und Studenten versorgte.

  • Es hat einen Johannes den 23. (1881-1963) gegeben, den die amerikanischen Katholiken liebevoll Jonny Walker nannten, weil von ihm bekannt war, dass er nachts inkognito in die Armenhäuser, Gefängnisse und Krankenhäuser Roms ging, um die Ärmsten der Armen zu besuchen.

  • Es hat die Frau Müller von nebenan gegeben, die jeden Tag für ihre Gehbehinderte Nachbarin einkauft, und, und, und……

Warum erwähne ich das an dieser Stelle?

Hören wir auf 3 Zitate:

Heinrich Böll hat folgendes geschrieben:
” Selbst die allerschlechteste christliche Welt, würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Behinderte und Kranke, Alte und Schwache;
und noch mehr als Raum gab es für sie:
Liebe, für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen.”

Hildegard Knef in einer Fernsehgesprächsrunde, kurz vor ihrem Tod.
„Die Welt ist geschwätzig und vorlaut, solange es gut geht.
Nur wenn jemand krank ist oder stirbt, wird sie verlegen. Dann weiß sie nichts mehr zu sagen. Genau an dem Punkt, wo die Welt schweigt, richtet die Kirche eine Botschaft auf. Ich liebe die Kirche, um dieser Botschaft willen.“

Theresa von Kalkutta:
„Das Schlimmste sind nicht Pest und Cholera. Das Schlimmste ist von niemandem beachtet und geliebt zu werden.“

Unser Hauptmann von Kapernaum hat im Sinne dieser Zitate gehandelt!
Was wäre die Welt arm, ohne Menschen, wie diesen Hauptmann?
Tun wir ihm doch nach!

Schauen wir doch noch einmal auf unseren Hauptmann, er tut drei Dinge:

1.        Er nimmt die Not seines Dieners wahr! Er sieht sie!

2.        Er geht zu Jesus!

3.        Er bittet Jesus für seinen kranken Diener!

Und was antwortet ihm Jesus?
Er sagt ohne Umwege zu dem Hauptmann:
„Ich will kommen und ihn gesund machen.“

Jesus sagt: „Ich will kommen!“

Jesus hört sich auch das Leid an, das Du Ihm sagst! Egal welches,
Dein persönliches, genauso, wie das der Menschen, die Dir nahestehen. Und Er wird auch Dir nicht sagen: „Das geht mich nichts an.“ Er wird auch zu Dir sagen: „Ich will kommen!“

Jesus ist bereit sich dem Leid ganz nah auszusetzen, es vor Ort zu erleben.
Jesus kann uns als Seine Nachfolger auch die Liebe und Demut dazu geben, in das Leid der Menschen hineinzugehen.

Aber Jesus sagt nicht nur, „Ich will kommen“,
Er sagt auch: „Und ihn gesund machen!“
Das können wir nicht! Aber wir kennen den, der es vermag – Jesus Christus! Das ist eine erstaunliche Tatsache, das müssen wir festhalten.
Ohne Frage gibt es auch die Gabe der Krankenheilung, die Gott Menschen durch den Heiligen Geist gibt, das ist in Seinem Wort so dokumentiert, – aber auch diese gilt nicht für alle Menschen. Herrmann Schürenberg, schreibt in seinem Buch: Erfahrungen mit Gott im Werden einer Großstadtgemeinde:
„Gott kann uns auch Krankheiten auferlegen, die wir tragen müssen.“
Aber noch einmal: Wir kennen den, der es vermag Menschen gesundzumachen, und noch viel mehr als das, nämlich ewiges Leben zu schenken: – Jesus Christus!

Erinnern Sie sich noch an das, was die Frau Knef in dieser Fernsehsendung gesagt hat? Sie sagte unter anderem:
„Genau an dem Punkt, wo die Welt schweigt, richtet die Kirche eine Botschaft auf. Ich liebe die Kirche, um dieser Botschaft willen.“
Um welche Botschaft geht es hier?
Es geht um die Botschaft vom ewigen Leben, in Jesus Christus, unserem Retter!

Diese Botschaft dürfen wir doch keinem kranken Menschen verschweigen! Und unsere Aufgabe ist es, uns der uns bekannten, kranken Menschen anzunehmen, sie zu begleiten und für sie zu beten.
Was sagt der Hauptmann zu Jesus?
Herr, mein Diener liegt zu Hause und ist gelähmt und wird schrecklich gequält.
So könnte auch unser Gebet lauten. Das Entscheidende hierbei ist, dass wir nah dran sind an dem Leid des anderen, dass wir es mit in unserem Herzen tragen. Der Hauptmann kann uns hier ein Vorbild sein, er war so belastet durch das Leid seines Dieners, dass er alle Vorurteile und gesellschaftlichen Unterschiede beiseitelegte und zu Jesus ging. Wenn uns das Leid und die Schmerzen des anderen tief berühren, wird unser Gebet und unsere Bereitschaft zu helfen, anders sein, als wenn wir nicht berührt sind. Wir müssen also nah dran sein, an der Not des Einzelnen, sie sollte uns, in unserem Herzen bewegen. So kann Jesus uns verstehen, denn Er sieht in unsere Herzen, hier kann Er lesen und wird helfen, wie in unserem Text: „Ich will kommen und ihn heilen“

Und, wenn Er nicht hilft?
Wenn trotz allem zu Herzen nehmen der Not des anderen und im Gebet vor Jesus bringen, nichts passiert, die Krankheit, die Not bleibt?
Was dann?
Dann war es auch nicht umsonst!
Es ist für uns bloß nicht sichtbar, es bleibt für uns im Unsichtbaren. Aber es ist etwas geschehen, das bei Gott nicht unsichtbar bleibt! Und eins ist gewiss, der Tag wird kommen, da fällt es uns wie Schuppen von den Augen, da werden wir sehen von Angesicht zu Angesicht und Jesus wird uns ganz nah sein und uns zeigen, warum dieses, dass und jenes Leid geschehen musste, und Er wird uns in seine Arme nehmen und uns unsere Tränen abwischen! Das steht fest!

Hilfe für die Welt
So ist jede Not dieser Welt, die wir wahrnehmen und die wir uns zu Herzen nehmen, die uns berührt, uns belastet und die wir so im Gebet vor Jesus bringen, eine Entlastung, eine Hilfe, für die Welt und ihre Menschen.

Wenn wir zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kommen, dann beschenkt uns Gott auch mit einer neuen Wahrnehmung. Neubekehrte berichten z. B.: „Ich hörte die Vögel wieder singen“ oder wir bekommen einen sensibleren Blick für die Wunder der Natur, können uns wieder an einer schönen Blume freuen.
Das ist die eine Seite.
Aber auch die andere Seite geschieht. Denn wer an Jesus Christus glaubt, dem werden auch die Augen für das Leid und die Not dieser Welt geöffnet.
Warum?
Weil uns Gott bei unserer Umkehr zu Ihm, bei unserer Bekehrung, seine Liebe in unser Herz legt, uns mit seiner Liebe beschenkt und diese Liebe Gottes in uns, eine sich erbarmende Liebe ist, die nicht zusieht wie die Menschen dieser Welt in Leid und Not zugrunde gehen.

Die Besonderheit der Liebe Gottes
Diese Liebe Gottes ist etwas ganz Besonderes! Sie ist eine Kraft, die aus dem größten Egoisten einen liebevollen, sich der Not erbarmenden Menschen macht.
Aber sie ist gefährdet, verletzbar und wir haben Lebensphasen da meinen wir sie verloren zu haben, weil wir sie nicht mehr spüren.
Erlebte Erkrankung, Trennung, Partnerverlust, erlebtes Leid und eigenes Versagen, können uns so zusetzen, dass wir nichts mehr spüren, als Enttäuschung und Angst.
Das Besondere aber an der Liebe Gottes ist, hast Du sie einmal empfangen, so kann keine Macht der Welt sie dir wieder nehmen! Sie ist da, auch wenn du sie nicht mehr spürst! Weder der Tod noch das Leben kann sie dir rauben, weder die Engel noch Dämonen oder Gewalten sie dir streitig machen, nicht in der Gegenwart oder in der Zukunft, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur können Dich von der Liebe Gottes trennen! Sie ist bei Dir und bleibt, bis Du sie von Angesicht zu Angesicht selbst sehen kannst, real und für immer!
Aber eins darfst Du nicht, so lange Du lebst, Du darfst nicht akzeptieren, dass Du sie nicht mehr spürst! Trauer und weine um sie im Gebet und schau immer wieder auf Jesus, auf seine Person, auf sein Leben, auf das was er gesagt und für Dich getan hat und nach Golgatha, wo alles für Dich begann!

Die Bedenken des Hauptmanns
Jesus will kommen und den Diener des Hauptmanns heilen, aber was sagt der Hauptmann?
8,8a ….Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst,
Was kann ihn zu solch einer Aussage bewegt haben? Es waren wohl die ihm bekannten Gesetze und Regeln der Juden, die ihn veranlassten, Jesu Angebot, in sein Haus zu kommen, nicht anzunehmen. Einem Juden war es verboten in das Haus eines Nichtjuden zu gehen, er verunreinigte sich, wenn er das Haus betrat. Das wollte der römische Hauptmann von Jesus nicht verlangen, in diese Lage wollt er Ihn nicht bringen, darum sagte er:
Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst,

Der Glaube des Hauptmanns
Und er sagt weiter:
sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.
Interessant ist auch seine Begründung für seine Denkweise; er begründet:
8,9 Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s.
Diese Aussage, diese Begründung des Hauptmanns lassen uns tiefen einen Blick auf sein Denken tun, und wenn wir es betrachten, so können wir sagen:
Es ist durch und durch soldatisch, es ist geprägt von Befehl und Gehorsam und dem festen Glauben, bei Jesus ist nichts unmöglich!

Und was sagt Jesus zu solch einem Glauben?
8,10 Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden!
Jesus ist begeistert von diesem Römer, der so einfach und klar sein Vertrauen in die Vollmacht Jesu bekennt. Und Jesus sagt:

8,11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen;
Wer ist denn da gemeint? Wer sind denn die vielen aus Osten und Westen?
Das sind alle Menschen, die ihr Vertrauen auf Jesus Christus setzen, egal welcher Nationalität.
Die sagen, ja, ich glaube an die Vergebung meiner Sünden durch das Blut Jesu, ich glaube an die Auferstehung und das Leben!
Die sagen, ja ich will diesem Jesus Christus gehören, Ihm nachfolgen, koste es, was es wolle!
Ihnen gilt diese wunderbare Zusage Jesu, im Himmelreich mit den Erzvätern Israels an einem Tisch zu sitzen.

Und was können wir tun?
Wir können glauben und handeln wie dieser Hauptmann aus Kapernaum!
Der kann uns ein Vorbild sein, denn sein Glaube und Handeln sind in den Augen Jesu vorbildlich!
Wir können wie er zu Jesus gehen und schauen was Jesus für uns getan hat und uns mit Gottes Liebe beschenken lassen!
Und wenn wir so tun, dann wird Jesus auch zu uns sagen:
„Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast.“

Nimm das doch mit in die neue Woche, in Dein Leben, an Deinen Arbeitsplatz, in Deine Schule und in Deine Nachbarschaft.

Hab keine Angst vor Menschen,

hab ein Auge auf die Schwachen,

auf deine Angestellten,

auf die Hilfskräfte deiner Arbeitsstelle,

schau auf ihre Sorgen,

bitte für die Armen, Kranken, Schwachen,

setz dich für sie ein, stell Dich vor Sie,

sei barmherzig!

Amen

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