Christen nehmen Anteil

In der Apostelgeschichte finden wir die Aussage “Sie hatten alles gemeinsam”.

Die Predigt will deutlich machen, dass sie das deshalb gemacht haben, weil sie aufeinander achtgaben und die Bedürfnisse der anderen wahrgenommen haben. Damit haben sie Gottes Gebot befolgt, nämlich den Nächsten zu lieben. Dies wiederum hatte als Grundlage, dass sie beständig in der Lehre und in der Gemeinschaft und im Gebet blieben.

Und es hatte zur Folge, dass sie Wohlgefallen beim Volk fanden und dass Gott täglich Menschen hinzufügte.

PredigerMichael Sandweg
ThemaChristen nehmen Anteil
Reihe
Datum14.07.2019
Länge30:29
Bibelstelle Apostelgeschichte 2, 42 – 47
Michael Sandweg, Prediger aus der FeG München-Nord
Michael Sandweg, Prediger aus der FeG München-Nord

Lesungstext

42 Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.
43 Alle wurden von Furcht ergriffen; und durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. 44 Und alle, die glaubten, waren an demselben Ort und hatten alles gemeinsam. 45 Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, jedem so viel, wie er nötig hatte. 46 Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Lauterkeit des Herzens. 47 Sie lobten Gott und fanden Gunst beim ganzen Volk. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

Predigttext

Was machen sie?

Es steht hier nicht: So sollt ihr es machen.

Ähnliche Situation: Nachwahl eines Apostels durch Loswurf.

Es wird zunächst nur berichtet, wie die Apostel bzw. die Gemeinde es gemacht haben.

Besondere Situation:

Es gab viele Reisende zu der Zeit, die gerade in Jerusalem waren.

Fehlende soziale Absicherung

Erwartung der nahen Wiederkunft

Im weiteren Verlauf werden konkrete Einzelfälle genannt: Der Spender Josef Barnabas, und das Ehepaar Hananias + Saphira.

Daraus wird auch deutlich:

Der Verkauf des Vermögens war freiwillig.

Jeder konnte auch Privateigentum haben.

Die Verteilung geschah nicht gleichmäßig, sondern je nach Bedürftigkeit.

Es war also eher kein Kommunismus, sondern christliche Nächstenliebe.

Sie nehmen Anteil aneinander.

Warum machen sie das?

Nach der Bekehrung fragten sie: Was sollen wir tun?

Die junge Gemeinde war einmütig beieinander

Sie hörten die Lehre von den Aposteln. Die Apostel berichteten von dem, was Jesus gesagt hatte.

Was sagt Jesus?

Die Geschichte vom reichen Jüngling („Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach! Als er das hörte, wurde er traurig; denn er hatte viele Güter.“)

Und dann: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher in den Himmel kommt.

Markus 12, 41 ff.:

„Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das ist ein Heller. Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. Denn sie haben alle von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut ihre ganze Habe eingelegt, alles, was sie zum Leben hatte.“

Lukas 12, 13 ff.

Warnung vor Habgier

„Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.

Der reiche Kornbauer

Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Güter und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du bereitet hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“

Jesus führt es sehr ausführlich aus in Matthäus 6, ab V. 19:

Vom Schätzesammeln und Sorgen

19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen.

20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen.

21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

24 Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?

32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Wirtschaften in der Bibel:

„Im Schweiße deines Angesichts sollst du arbeiten“

„Alles, was ihr tut, das tut zur Ehre Gottes“

Sklaven

Erlassjahr

Der Zehnte, zusätzlich Almosen

Bauern sollten etwas auf dem Feld übrig lassen

Paulus hat als Zeltmacher gearbeitet

Gegensatz:

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“

Sie taten das, weil sie die Gebote Gottes befolgen wollten.

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Das Geld soll nicht im Vordergrund stehen.

Das ist höchst aktuell, denn: Heute zählt der Profit über alles.

Wir haben zwar heute ein stark ausgeprägtes soziales Netz.

Das fängt allerdings nicht alles ab:

Karikatur „Sie haben also nicht gearbeitet“:

Heute findet eine Umwertung statt. Nicht mehr: Will ich das beste Produkt herstellen? Sondern: Will ich möglichst viel Profit machen?

Es stimmt etwas nicht, das spüren die Menschen.

Insofern hat Kevin Kühnert durchaus den Finger in die richtige Wunde gelegt. Das Beispiel BMW war halt etwas unglücklich. (Vonovia wäre ein besseres Beispiel gewesen).

Beispiel für Christliche Unternehmer:

Berthold Leibinger/Nicola Leibinger-Kammüller (Trumpf).

Besitz, Geld kann uns gefangen nehmen, kann den Blick von Gott weglenken.

Was tun wir heute in unserer Gemeinde?

Beispiel für eine Unterstützungskasse, mit der Bedürftigen geholfen werden kann.

Welche Auswirkungen hat es?

Elle est à toi, cette chanson,

toi, l’Auvergnat, qui sans façon

m’as donné quatre bouts de bois

quand dans ma vie il faisait froid.

Toi, qui m’as donné du feu quand

les croquantes et les croquants,

tous les gens bien−intentionnés

m’avaient fermé la porte aux nez.

Ce n’etait rien qu’un feu de bois,

mais il m’avait chauffé le corps.

Et dans mon âme il brûle encore

à la manière d’un feu de joie!

Toi, l’Auvergnat, quand tu mourras,

quand le croque−mort t’emportera,

qu’il te conduise à travers ciel

au père éternel!

Elle est à toi, cette chanson,

toi, l’hôtesse, qui sans façon

m’as donné quatre bouts de pain

quand dans ma vie il faisait faim.

Toi, qui m’ouvris ta huche quand

les croquantes et les croquants,

tous les gens bien−intentionnés

s’amusaient à me voir jeuner.

Ce n’etait rien qu’un peu de pain,

mais il m’avait chauffé le corps.

Et dans mon âme il brûle encore

à la manière d’un grand festin.

Toi, l’hôtesse, quand tu mourras,

quand le croque−mort t’emportera,

qu’il te conduise à travers ciel

au père éternel!

Elle est à toi, cette chanson,

toi, l’étranger, qui sans façon

d’un air malheureux m’as souri

lorsque les gendarmes m’ont pris.

Toi, qui n’as pas applaudit quand

les croquantes et les croquants,

tous les gens bien−intentionnés

riaient de me voir emmené.

Ce n’était rien qu’un peu de miel,

mais il m’avait chauffé le corps,

et dans mon âme il brûle encore

à la manière d’un grand soleil!

Toi, l’étranger, quand tu mourras,

quand le croque−mort t’emportera,

qu’il te conduise à travers ciel

au père éternel!

Georges Brassens: “Chanson pour l’Auvergnat”

Auf deutsch:

Es ist für dich, dieses Lied,

du, aus der Auvergne, der mir ohne Umstände

vier Stück Holz gegeben hat,

als es kalt in meinem Leben war.

Du, der mir ein Feuer gegeben hat,

als die Spießerinnen und Spießer,

all die wohlmeinenden Leute,

mir die Türe vor der Nase zugeschlagen hatten.

Das war nur ein Holzfeuer,

aber es hat mir den Leib gewärmt.

Und in meiner Seele brennt es noch

wie ein Freudenfeuer!

Du, aus der Auvergne, wenn du stirbst,

wenn dich der Bestatter wegbringt,

soll er dich durch den Himmel führen

zum ewigen Vater!

Es ist für dich, dieses Lied,

du, Wirtin, die du mir ohne Umstände

vier Stück Brot gegeben hat,

als mich hungerte in meinem Leben.

Du, die du mir deinen Brotkasten geöffnet hast,

als all die Spießerinnen und Spießer,

all die wohlmeinenden Leute,

sich amüsierten, mich fasten zu sehen.

Das war nur ein bißchen Brot,

aber es hat mir den Leib gewärmt.

Und in meiner Seele brennt es noch

wie ein großes Festmahl.

Du, Wirtin, wenn du stirbst,

wenn dich der Bestatter wegbringt,

soll er dich durch den Himmel führen

zum ewigen Vater!

Es ist für dich, dieses Lied,

du, Fremder, der ohne Umstände

mich gequält angelächelt hat,

als die Polizisten mich mitgenommen haben.

Du, der nicht applaudiert hat,

als die Spießerinnen und Spießer,

all die wohlmeinenden Leute,

lachten, als sie sahen, wie ich abgeführt wurde.

Das war nur ein bißchen Honig,

aber es hat mir den Leib gewärmt.

Und in meiner Seele brennt es noch

wie eine große Sonne!

Du, Fremder, wenn du stirbst,

wenn dich der Bestatter wegbringt,

soll er dich durch den Himmel führen

zum ewigen Vater!

Georges Brassens: “Lied für den aus der Auvergne”

Aus dem Lied wird deutlich, dass ein Mensch Gottes Wirken erkennen kann durch die menschliche Anteilnahme.

In unserem Handeln erkennen die Menschen Gottes Wirken. Seine Liebe wird in uns sichtbar.

Menschen erkennen die göttliche Liebe!

Christen nehmen Anteil!

Das sehen die Menschen.

V. 47: „Sie fanden Wohlwollen beim ganzen Volk“

Die Gemeinschaft wird gestärkt.

Damit schließt sich der Kreis.

Das Hauptgebot: Ehre Gott und lieben deinen Nächsten

Gott segnet das.

Schluss

Das übergreifende Prinzip ist: Auf den anderen achten

Christen nehmen Anteil!

Geld bzw. Besitz soll nicht das Wichtigste sein.

Es kann den Blick für Gott verstellen.

Nicht nur, was das Materielle betrifft. Sondern auch: Zeit verbringen, Zuhören, den anderen mit seinen Bedürfnissen wahrnehmen

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