„Ich bin“ und Ich-bin-Worte Jesu

Die Ich-bin-Worten Jesu beschreiben, wie Gott rauf reagiert, das ich Mensch bin.

[Leider fehlen in der Aufnahme die letzten 5 Minuten. Den Inhalt können sie unten nachlesen (ab Punkt 3.2)]

PredigerThorsten Hegenscheidt
Thema"Ich bin" und Ich-bin-Worte Jesu
Reihe
Datum22.05.2022
Länge16:01
Bibelstelle
Thorsten Hegenscheidt
Thorsten Hegenscheidt

Predigttext

1 Einleitung

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Am Anfang einer Fortbildung oder einer Besprechung sitzt man sich gegenüber und unweigerlich fällt der Satz „Ich bin …“. Am Anfang des Gottesdienstes haben wir es die Teens aus den biblischen Unterricht auch so gemacht, um etwas von sich preiszugeben. Ihr habt das bestimmt auch oft genug erlebt.

Der riesige Nachteil dieses Satzanfangs ist bei mir, dass ich nicht mehr zuhören kann. Viel zu sehr beschäftigt mich die Frage: Was soll ich gleich sagen, wenn ich dran komme? Deshalb ist das mein Super-Sonder-Angebot heute für Euch: Ich kläre vorneweg für uns alle, wie man „ich bin …“ fortsetzen kann. Ihr könnt ganz entspannt der Predigt zuhören. Ist das ein Angebot?

2 Wer bin ich?

2.1 Ich bin Mensch, d.h. Gott liebt mich

Wer bin ich? Mein erster Antwortimpuls ist: Ich bin Thorsten. Doch dann werde ich unsicher. Eigentlich sagen alle meine Freunde „Tossi“ zu mir. Und das ist gut, denn dann weiß ich, dass sie meine Freunde sind. Ich könnte auch Thorsten nicht damit begründen, dass mein Geburtsname so ist. Ich hieß die ersten 3 Tage Peter (weil mein Opa Peter genannt wurde, obwohl er Friedrich hieß). Alles nicht so einfach, richtig passen tut es nicht.

Darüber hinaus: „Ich bin Thorsten“ wird von der Bedeutung schwierig. Thorsten – der Stein, der Hammer des skandinavischen Götzen Thors. Das will ich auf gar keinen Fall sein. Ich bin Bote Christi. So bin ich dazu übergegangen, bei Vorstellungen zu sagen „Ich heiße…“.

Aber wer bin ich dann? Hilft hier eine Beschreibung von dem, was ich mache und welche Aufgaben ich habe? Ich bin Vater, Ehemann, IT-Spezialist, Chemiker, Jugendleiter, Anfänger beim Ukulele-spielen, Bewohner von Bruck. Macht mich das aus, ist es das, was ich bin?

Die Aussagen helfen anderen, mich einzuordnen, aber sein tue ich es nicht. Was ist mein Wesen, mein eigentliches ich? Wer bin ich? wer bin ich, wenn ich vor Gott trete? Überlegen wir es von der anderen Seite her. Vielleicht ist das einfacher: Wen sieht Gott?

Gott sieht – und ich denke, Ihr gebt mir Recht – einen Menschen. Vor allem anderen, einen Menschen. Das ist das wirklich Besondere an mir, ich bin ein Mensch.

Natürlich ist Mensch nur ein Wort ist. Aber damit ist eine Eigenschaft verbunden Lesen wir in der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte nach. Ein Mensch ist nach Gottes Bild geschaffen. Dem Menschen vertraut Gott seine Schöpfung zum Bebauen und Bewahren an. Wir dürfen gestalten und kreativ sein, herrschen über sein Tier- und Pflanzenreich. Gott ruft den Menschen, er spricht ihn an. Mit dem Mensch will er reden und kommunizieren. Er sorgt sich um ihn und will ihm ein gutes Umfeld geben.

Kurz gesagt: Gott hat mich besonders lieb. Nur weil ich Mensch bin. Diese Eigenheit kann hört nicht auf. Anders als alle meine anderen Rollen: Wenn ich keine Jugendarbeit mache, bin ich kein Jugendleiter mehr. Wenn ich die Schule verlasse, bin ich kein Schüler mehr. Vieles verschiebt sich, eines bleibt. Ich bin Mensch, und damit ein Wesen, dass Gott richtig liebt habt. Mich und jeden von Euch.

Und wenn wir schon von „ich bin…“ und Schöpfung und Vorstellungsrunden sprechen, hier zwischen rein die Expertenfrage: Stellt Euch vor, ihr kommt ins Paradies und seht gerade wie Adam das Wachstum der Spargelpflanzen begutachtet. Man begrüßt sich: Hallo, schön Dich zu treffen, Ich bin Tossi – wer bist Du? Servus, ich bin der Adam und da drüben, bei den Rosensträuchern, da ist – ja wen stellt uns Adam vor? Geheimtipp – Eva hätte er nicht gesagt. Luther hat eine sehr treffende Übersetzung gefunden.

Es ist eine der schönsten Geschichten, die mir zeigen, dass Gott keine Geschlecht vorzieht. Bei Gott zählt diese Eigenschaft. Du bist Mensch, deshalb liebt dich Gott unzurücknehmbar!

2.2 Gott will kommunizieren

Und das bedeutet, Gott möchte mit Dir zusammen sein, reden, kommunizieren. Ich habe dieser Tage ein schönes Beispiel für Kommunikation erlebt. Es war ein Gespräch, etwa eine halbe Stunde lang. Mein Gegenüber ist auf mich eingegangen, hat mir geduldig zugehört und unterschiedliche Alternative für mein Problem angeboten. Ja, auch eigene , neue Ideen eingebracht. Klingt ganz positiv, aber lasst mich die Geschichte von Anfang an erzählen.

Es fing damit an, dass ich beim Geldautomaten etwas Geld von meinem Konto abgehoben habe. Das angezeigte Saldo, war nicht wie ich es erwartete hatte und so wollte ich daraufhin die Kontobewegung prüfen. Ich habe mein Handy gezückt und die Banking-App aufgerufen. Leider war es ziemlich am Morgen, meine Finger waren breiter als das Auflösungsvermögen meines Auges und ich vertippte mich beim Passwort. Dann habe ich oberschlau, wie man so ist, gedacht, bevor ich noch mehr falsch mache, öffne ich das online-Banking daheim am Laptop. Aber auch da habe ich ungeschickt agiert und die Eingabemaske nicht richtig verstanden: Ruck-zuck die nächsten dummen Fehler und ich hatte mein online-Zugang wegen falschen Eingaben gesperrt. Jetzt ging weder Banking-App noch Laptop.

Und das führte zum erwähnten Gespräch: Ich wollte ja wieder meine Bankgeschäfte machen können. Also rief ich die Bank-Hotline an. Ich bekam die Auswahl: Möchten Sie 1, 2 oder 3 – tippen Sie es jetzt ein. Ich hörte Empathie aus der Stimme heraus: Bitte haben Sie ein wenig Geduld, alle sind beschäftigt, aber wir sind gleich für Sie da. Dieser Sprachcomputer auf der anderen Seite ist perfekt auf mich eingegangen. Er hat sogar gemerkt, dass ich nach 10 Minuten ungeduldig wurde und gesagt: Wenn Sie schneller sein wollen, dann nutzen Sie doch unsere Banking-App. Ich fand den Tipp in dieser Situation nicht wirklich überzeugend mit gesperrtem Zugang und grummelte ins Telefon. Dennoch blieb die andere Seite super freundlich: “Wir sind gleich für Sie da“.

Das war eine sehr einseitige Kommunikation. Der Sprachcomputer tut nur so, als würde er auf mich eingehen, aber mein eigentliches Problem, mich hat er nie/konnte er nie begreifen oder wahrnehmen.

Wie denkst Du über das Reden mit Gott: Glaubst Du, er gibt halt für alle Menschen einfach was vor “Heute brav sein“ „Oder, bitte warten, bin gerade beschäftigt“ und erst im Himmel haben wir direkten Kontakt, wo er dann mein Anliegen, mein Problem, sieht und auf mich eingeht? Ist Beten ein Ritual in den luftleeren Raum? Oder glaubst Du er versteht Dich heute schon? Wie ist Deine Erwartung? Wenn ich bete, rechne ich mit persönlichen Antworten oder reduziere ich Gott auf einen Sprachroboter? Ich mache es mir immer wieder bewusst, da es mir hilft: Weil Gott uns liebt, weil ich Mensch bin, hat er mich lieb und sucht echte Kommunikation, echte Gespräche.

3 Wer ist Jesus?

3.1 Jesus bringt alles zur Party mit

Mit diesem Wissen, können wir uns den Ich-bin Worten zuwenden. Wer ist Jesus? Was sagt er mit diesen Statements?

Mit einer kleinen Geschichte will ich das illustrieren. Wir sind ein vegetarischer Haushalt – Ich esse zwar Fleisch, aber wenn ich den Durchschnitt bilde und die Veganer passend einrechne, dann geht das im Gesamten locker als vegetarisch durch. Hin und wieder, wenn wenig Zeit zum Mittagessen vorbereiten ist, macht meine Frau vegetarische Burger für die Familie. Um das Essen aufzupimpen und um meinen Teil zum Kochen beizutragen, fahre ich fahre dann durch den drive-in bei Mc Donalds und hole Pommes (und mir einen klassischen Burger).

Dabei ist mir eine Sache aufgefallen: Jedes mal, wenn ich da unterwegs bin, bekomme ich die Pommes fertig beim Schalter heraus gereicht. Mir ist es noch nie passiert, dass es hieß: „Bitte bringen Sie bei der nächsten Durchfahrt ihre eigene Fritteuse mit“. Ehrlich, ich musste noch nie einen Topf mit heißen Öl auf dem Beifahrersitz stellen, einen Tauchsieder am Zigarettenanzünder anschließen, weil ich gefrorene Pommes bekam. Ich vermute, dass ich kein extremer Glückspilz bin, sondern dass auch von Euch noch niemand mit der Fritteuse zu McDonald oder Burger King oder wie sie auch heißen mögen gefahren ist. Die bieten immer das komplette Paket an. Alles fertig, genau wie ich es brauche.

Liebe BU-ler Ihr habt das wahrscheinlich nicht erleben können, weil ihr weder mit dem Rad durch den Drive-in fahrt, noch einen Zigarettenanzünder neben der Klingel habt. Aber selbst beim Eisladen wird es Euch so ergehen, dass ihr keine Waffel mitbringen müsst, sondern alles dort bekommt.

Das liegt jetzt nicht daran, dass mich oder Euch – bitte nicht enttäuscht sein – die Mitarbeiter der Fast-Food-Kette besonders lieben, die lieben unser Geld, das wir dabei haben. Aber vom Prinzip her ist es wie bei Jesu Ich-bin Worten.

Jesus liebt mich und deshalb hat er das Komplett-Paket für mein Leben. Er sieht dich als Mensch, will mit dir reden und zusammen sein und bringt deshalb alles mit, damit das machbar wird. Alles hat er für die Party eingepackt. Ich brauche nur zu kommen.Gott weiß, und ich ebenso, dass ich es aus mir heraus nicht schaffe, zu ihm zu Kommen. Deshalb fasst er in den Ich-bin Worten zusammen. Alles, was Du braucht, bekommst Du bei mir. Alles, für ein spannendes Leben auf Erden und in Ewigkeit. Ich habe vorgesorgt:

  • Ich bin die Auferstehung – ja, ich will in die Ewigkeit. Der Tod hat seinen Schrecken verloren. Ich weiß nicht, wie es Menschen aushalten ohne diese Perspektive zu Leben. In der Corona-Quarantäne hat die Tür, durch die ich nicht gehen darf, meine Stimmung, mein Lebensgefühl nach wenigen Tagen gedrückt. Ein Leben ohne Tür am Ende – das würde mich verrückt machen.
  • Ich bin das Brot des Lebens – Jesus, weiß, dass ich Versorgung brauche. Ein Aussage in der Jesus zeigt, dass er auf der Erde schon für mich da sein. Der Glaube zielt in den Himmel und beginnt zu Lebzeiten auf der Erde.
  • Ich bin der gute Hirte – mir wird das besonders deutlich, wenn ein enges Familienmitglied ins Krankenhaus muss. Früher mal die Mutter, später Partner oder Kind. Der Tossi ist kein guter Hirte – chancenlos, sich darum zu kümmern. Ich kann nichts bewegen, bessern, versorgen, verändern. Jesus kann es. Der hat den Einfluss und die Kraft. Mit Weitblick und Nahblick.
  • Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wir brauchen kein riesiges Studium um zu Wissen, wie wir in den Himmel kommen. Wir müssen auch nicht 100.000 km² durchsuchen, um den Einstieg zum geheimen Gang ins Paradies zu finden. Jesus sagt, einfach mitkommen. Super entspannend für mich. Ich finde manchmal die Butter im Kühlschrank nicht, insofern – tolle Sache.

Ich habe diese Ich-bin Worte zitiert und beschrieben, warum sie mir gefallen. Jetzt seid ihr dran: Ich frage unsere BU-ler zuerst und dann wäre es schön, wenn zwei oder drei von Euch auch kurz ihr aktuelles Lieblings-Ich-bin Wirt sagen, am liebsten mit einem Satz dazu, warum es so ist.

3.2 Ego eimi – genau ich

Danke, für Euer Mitmachen. Das waren sehr viele ermutigende, frohgemut stimmende Sätze, die zur Sprache kamen. Im letzten Teil der Predigt, möchte ich noch einen ernsten Teil der Ich-bin Worte ausführen.

Und dazu muss Euch ein wenig Grammatik zumuten. Nur Panik, es lohnt sich. Reines Lesen oder Hören der Ich-bin-Worte reicht nicht aus. Diese Besonderheit findet sich nicht im Deutschen, sondern nur im altgriechischen oder lateinischen Text.

Im Deutschen sind wir auf Hauptworte orientiert Deshalb nennen wir in Sätzen ohne Hauptwort stattdessen ein Fürwort. Z.B. Der Hund geht in den Garten. Dort gräbt „ER“ ein Loch. Silvia geht in den Gottesdienst. Kommst DU mit? Ich, du, er, sie, es kommt immer in den Satz rein. Selbst umgangssprachlich wird es nahezu nie weggelassen. Aus „Wie geht es Dir“ wird ein Wie geht ’s – das „Es“ bleibt als hörbares „s“ erhalten.

Im Altgriechisch ist es anders. Da steckt der Täter in der Verb-Endung und Fürworte werden nicht gebraucht. Es reicht „bin fröhlich“ oder „singt“. Kein „Ich“, kein „Er“. Deshalb fällt bei den Ich-bin Worten besonders auf, dass Jesus tatsächlich „ego“ = „ich“ benutzt. Er sagt nicht nur „Ich bin das Brot“, sondern „Genau ich, gerade ich“ bin das Brot. Ein rot umkringeltes Ich mit einem Ausrufezeichen dahinter. „Ich! bin das Brot“ steht in der Bibel.

Es steckt damit in den ganzen Ich-bin Worten die Aussage. Ich bin der einzige, der Dir das bieten kann. Auferstehung, Brot, Guter Hirte. Beim Weg sagt Jesus es explizit: Keiner kommt zum Vater außer durch mich.

Liebe BU-ler, lasst Euch vom Leben oder greller Werbung nicht täuschen. Es gibt keine Alternative. Jesus sagt Ich bin der einzige. Deshalb bitte ich Euch ernsthaft: Nehmt ihn an, bleibt weiterhin treu zu ihm. Eine andere Chance auf echte Leben habt ihr nicht, habe ich nicht, hat keiner von uns.

4 Schluss

Ich bin mit Bärbel verheirateter Dipl.-Chem. Thorsten Tossi nicht-mehr-Peter Hegenscheidt aus Baden wohnend in Bruck und habe heute vier Dinge gesagt:

  1. Ich bin Mensch – d.h. ich bin von Gott unzurücknehmbar geliebt.
  2. Gott ist kein Sprachroboter – er will mit mir echt reden, kommunizieren, zusammenleben
  3. Jesus bringt alles zur Party mit – Die Ich-bin Worte sind das Komplett-Pakt zum Leben
  4. Jesus ist der einzige dafür. Ich bin – rot umkringelt und mit Ausrufezeichen geschrieben

Amen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner